Öl

      Das halte ich weitestgehend für Zufall, das dürfte sich mit der Zeit herausmitteln.

      Vielleicht helfen aber auch wirklich die regelmäßigen Hinweise des Chartie "Prof" in meinem "Heimatforum", ein bisschen Gefühl dafür zu entwickeln. Das ist eine gesunde Symbiose: Der Chartie gibt sporadische "Chartwarnungen" and die Fundis und erhält sporadische "Fundiwarnungen" für seine Chartlieblinge. Und manchmal setzt man auch auf gemeinsame Werte.
      "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
      (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."

      (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)
      Keine Ahnung ob es relevant ist, aber dennoch interessant:

      cnbc.com/2017/08/03/oil-god-an…ting-down-hedge-fund.html

      ​Andrew Hall closes main Astenbeck hedge fund -DJ Thursday, 3 Aug 2017 | 12:22 PM ET | 01:22

      Andy Hall, a trader nicknamed the "God" of the oil and energy markets, is closing down his main hedge fund at Astenbeck Capital Management, CNBC has confirmed.

      The hedge fund posted large losses in the first half of the year, according to an earlier Bloomberg report. The flagship fund, Astenbeck Master Commodities Fund II, has tanked nearly 30 percent through June, Bloomberg reported, citing a person with knowledge of the matter.

      valueandopportunity.com/

      Man kann MMI als antizyklisches Omen werten.
      Zum Thema Fracking.

      Ich schrieb ja immer wieder, dass ich mittel- bis langfristig eher mit niedrigeren Ölpreisen rechne. Das tue ich immer noch.

      Aber das heisst nicht automatisch, dass die amerikanischen Fracking-Firmen in Schwierigkeiten geraten müssen. Aus zwei Gründen: Erstens ist der EURUSD-Wechselkurs flexibel. D.h. wenn Saudis und Russen zu EUR 30,00/bbl fördern und das US-Schieferöl USD 60,00/bbl kostet, dann ...

      Zweitens ist nichkonventionelles Öl dort politisch extrem wichtig, um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren. Ich schätze, dass sie allen möglichen Spielraum nutzen werden, um die eigenen Ölfirmen zu subventionieren. Z.B. dass die Banken bei den Ölfirmen bei der Kreditvergabe besonders lax sind, dass es aber gleichzeitig eine Übereinkunft gibt, dass die Fed notfalls eingreift, etc.

      Gruß,

      Balkenchart

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      woodpecker schrieb:

      Der Ölpreis ist in letzter Zeit wieder fleißig am Klettern.

      Ist das schon mehr als da normale "Ölpreiszittern"?

      Hat hier außer mir noch jemand das Gefühl, dass da ein Iran-Konflikt vorweggenommen wird?
      Mir scheint es sehr wahrscheinlich dass die Angelegenheit eskaliert und den Ölpreis in Folge schnell um weitere 10-20% hoch treibt.
      wp

      Ich fange mal am anderen Ende an: Ich sehe den nächsten Großkonflikt der Amis derzeit eher in Ostasien, mit Nordkorea. Auch Japan scheint dabei eng an der Seite der USA zu stehen und einen harten Kurs mitzutragen, selbst wenn es eskaliert ("Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"), und die Amis scheinen nicht unbedingt mehr auf Zeit spielen zu wollen, da Nordkorea immer weiter fliegende Raketen entwickelt.
      Ich denke, im Vergleich dazu sehen die Amis, auch Trump, den Iran als Ärgernis zweiter Klasse an. Vielleicht lassen sie Saudis und Isaelis am langen Band eskalieren, aber sie sind nicht scharf drauf, die andere Baustelle ist wichtiger.
      Entsprechend fällt es mir schwer, in den derzeitigen Ölpreisanstieg diese These hineinzuinterpretieren. Die US-Hurrican-Saison mit all dem Ärger in Texas und Louisiana könnte m.E. genauso gut ein Auslöser sein (wobei die Reparaturen an den Ölförderanlagen voranschreiten), eine mögliche Eskalation im Irak als Folge der kurdischen Unabhängigkeitsabstimmung, der Katar-Konflikt, der kommende Winter in der nördlichen Halbkugel (Heizsaison) und und und.
      "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
      (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."

      (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

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      woodpecker schrieb:

      Der Ölpreis ist in letzter Zeit wieder fleißig am Klettern.
      Hat hier außer mir noch jemand das Gefühl, dass da ein Iran-Konflikt vorweggenommen wird?
      Mir scheint es sehr wahrscheinlich dass die Angelegenheit eskaliert und den Ölpreis in Folge schnell um weitere 10-20% hoch treibt.

      wp


      Ist das nicht eher der saisonale Anstieg? Bsp.: Viele Verbraucher füllen Ihre Heiztanks vor dem Winter auf.
      Fühlt sich an wie beim Spritpreis, der früher immer vor den Somme- und Osterferien schön nach oben ging.
      Mitte Januar sollte der Preis dann wieder runterkommen.

      Und zur Eskalation:

      Mittlerweile weiss man doch gar nicht mehr wo was wann eskalieren wird: Ist es Nordkorea ? Ukraine? Iran ? Türkei - PKK ? Myanmar ? Indien- Pakistan? Venezuela? Mexico - USA ?

      Bei all diesen Krisenherden sollte doch der Öl-Preis steigen, oder?

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      Ich glaube nicht dass es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit dem Iran kommt.
      Aber ich glaube dass die USA das Abkommen aufkündigen, und im nächsten Schritt harte Sanktionen einführen, die den Ölverkauf durch den Iran stark behindern werden.
      Das könnte im Gasbereich indirekt auch Katar treffen.

      Die Kurdengeschichte und der Aufmarsch der Türkei kommen noch hinzu.

      Ölpreis >70 USD in 6 Monaten würde mich nicht wundern. Ist etwas was der Markt kaum erwartet.

      Gegeben diese These, was haltet ihr eigentlich von ENI?
      Oder die mittlerweile völlig abgeschmierte Now Inc?

      wp

      ps. Der Nordkoreakonflikt sollte eigentlich Gold pushen. Passiert aber nicht wirklich. Soviel zu diesem "sicherer Hafen" Geschwätz. Gold wird halt in Wahrheit vom Grad des Vertrauens in Fiat-Währungen getrieben, und das ist aktuell (relativ) hoch.
      Blog: www.gooddaytolive.net
      60 Jahre Europa. In Vielfalt geeint.

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      Du meinst, Putin hat Trump an die Macht manipuliert, damit er ihm den Ölpreis wieder hochtreibt? ;)

      So rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln? Paradigmenwechsel im Zigzag?
      Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

      Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

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      mobilpage schrieb:

      woodpecker schrieb:

      Der Ölpreis ist in letzter Zeit wieder fleißig am Klettern.
      Hat hier außer mir noch jemand das Gefühl, dass da ein Iran-Konflikt vorweggenommen wird?
      Mir scheint es sehr wahrscheinlich dass die Angelegenheit eskaliert und den Ölpreis in Folge schnell um weitere 10-20% hoch treibt.

      wp


      Ist das nicht eher der saisonale Anstieg?...


      Im August/ September scheint ein Anstieg des Ölpreises statistisch normal und zu erwarten zu sein, z.B. seasonalcharts.de/classics_rohoel.html oder auch charts.equityclock.com/crude-oil-futures-cl-seasonal-chart.

      Ich sehe da bisher noch keine signifikante Abweichung von dem saisonal zu erwartenden Trend, höchstens eine geringe "mean reversion" der saisonal eher untypischen Schwäche im 2. Quartal.

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      woodpecker schrieb:


      Ölpreis >70 USD in 6 Monaten würde mich nicht wundern. Ist etwas was der Markt kaum erwartet.

      Gegeben diese These, was haltet ihr eigentlich von ENI?


      Also ich hab seit vielen Jahren ENI im Depot, das war eine meiner ersten Aktien. Und ich kann sie überhaupt nicht empfehlen. Grund ist einfach dass sie relativ viel Dividende zahlen und Italien 11 % Quellensteuer zwickt und man das soweit ich gehört hab gar nicht erst zurückfordern braucht, weil man sich dann wenigstens die Nerven spart. Kann auch ein Vorurteil sein, aber Fakt ist Italien ist das einzige Land in dem ich nicht zurückfordere. Ist aber bei mir noch abgeltungssteuerfrei, deshalb halte ich die. Sonst hätt ich schon längst auf Shell oder vielleicht BP umgestellt. Ich denke die Entwicklung ist mehr oder weniger ähnlich (wobei ich Shell bevorzuge), aber man hat kein Problem mit der Dividende.
      When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.

      W. B.

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      buccaneer schrieb:

      woodpecker schrieb:


      Ölpreis >70 USD in 6 Monaten würde mich nicht wundern. Ist etwas was der Markt kaum erwartet.

      Gegeben diese These, was haltet ihr eigentlich von ENI?


      Also ich hab seit vielen Jahren ENI im Depot, das war eine meiner ersten Aktien. Und ich kann sie überhaupt nicht empfehlen. Grund ist einfach dass sie relativ viel Dividende zahlen und Italien 11 % Quellensteuer zwickt und man das soweit ich gehört hab gar nicht erst zurückfordern braucht, weil man sich dann wenigstens die Nerven spart. Kann auch ein Vorurteil sein, aber Fakt ist Italien ist das einzige Land in dem ich nicht zurückfordere. Ist aber bei mir noch abgeltungssteuerfrei, deshalb halte ich die. Sonst hätt ich schon längst auf Shell oder vielleicht BP umgestellt. Ich denke die Entwicklung ist mehr oder weniger ähnlich (wobei ich Shell bevorzuge), aber man hat kein Problem mit der Dividende.

      Danke für die Info. Shell hab ich schon, vielleicht stocke ich die einfach auf.
      Blog: www.gooddaytolive.net
      60 Jahre Europa. In Vielfalt geeint.

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      buccaneer schrieb:



      ...Also ich hab seit vielen Jahren ENI im Depot, das war eine meiner ersten Aktien. Und ich kann sie überhaupt nicht empfehlen. Grund ist einfach dass sie relativ viel Dividende zahlen und Italien 11 % Quellensteuer zwickt und man das soweit ich gehört hab gar nicht erst zurückfordern braucht, weil man sich dann wenigstens die Nerven spart.....


      Warum verkaufst Du sie dann nicht einfach vor dem Dividendentermin und kaufst sie danach wieder zurück, wenn das so viel ausmacht? Ich meine, jetzt in Deinem konkreten Fall spricht natürlich der Abgeltungssteuerstatus dagegen (obwohl die Aktie ja auch nicht so viel Kurspotential haben sollte, wenn sie ihre Gewinne immer weitgehend ausschüttet), aber bei Neuinvestitionen ist das doch immer eine Möglichkeit, wenn die Geld-Brief-Spannen klein sind.
      Und, je nachdem, wie der Aktienkurs sich um den Dividendentermin herum verhält, hat man vielleicht sogar noch die Möglichkeit eines zusätzlichen Tradinggewinns. Viele Aktien steigen ja vor dem Dividendentermin tendenziell und neigen in den Wochen danach zur Schwäche - jedenfalls bei Nebenwerten in Deutschland.

      Ich stelle mir diese Frage gerade im Zusammenhang mit Gazprom, denn die zahlen ja auch viel Dividende und die Abzüge bei dem ADR scheinen grauenhaft zu sein. Wenn man aber vor dem Zahlungstermin aussteigt und danach wieder einsteigt (was bei einer so hochliquiden Aktie wie dem Gazprom-ADR ja sehr bequem geht), dann könnte man die Abzüge vermeiden.
      Stellt sich nur die Frage, ob der Markt das bei der Kursentwicklung der ADR relativ zu der Aktie einpreist. Wenn dem so wäre, dann müßte der mit höheren Dividendenabzügen belegte ADR nach dem Dividendentermin etwa gleich, aber kurz vorher mit einem Abschlag notieren; ich weiß aber nicht, ob das tatsächlich der Fall ist.
      Kommt man an Tageskursdaten der Gazprom-Originalaktie heran? Irgendwer hatte, ich glaube hier im Board, mal eine Tabelle mit Auf- und Abschlägen von ADRs russischer Aktien zu den Originalaktien eingestellt, aber mir fehlt der Zugang zu den russischen Kursen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Quercus“ ()

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      Quercus schrieb:

      die Abzüge bei dem ADR scheinen grauenhaft zu sein
      Grauenhaft ist relativ, aber immerhin knapp 8% der Rohdividende

      Bitteschön, OHLC für GAZP:MCX courtesy by ft.com
      Intraday hat es dort allerdings nicht.

      Dividende/Gebühren/Quellensteuer (via IB)
      Lagergebühr am 21.08.17 je Aktie 0,02 USD
      Dividende am 21.08.2017 je Aktie 0,257851 USD
      Quellensteuer am 21.08.2017 15%
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      Europäische Werte: vorübergehend vernünftig
      spiegel.de/kultur/gesellschaft…irrational-a-1100180.html