Leerverkäufe - Ideensammlung

      Börse Online warnt in der heute erscheinenden Ausgabe (online-Ausgabe von gestern), dass der Umsatz und Gewinn von Basler im nächsten Jahr voraussichtlich rückläufig sein wird.

      Habe mir die Zahlen mal angeschaut: Umsatz letztes Jahr etwa 100 Mio. €, dieses Jahr läuft auf 150 Mio. € hinaus. Börsenbewertung über 600 Mio. € bei etwa 50 Mio. € Eigenkapital. Vorsteuergewinn dieses Jahr 19-20%, also bis zu 30 Mio. €, was ein Vorsteuergewinn-KGV von ca. 21 oder nach Steuern ein KGV von etwa 30 ergibt, was für ein Wachstumsunternehmen ja noch in Ordnung wäre.
      Der Auftragseingang im letzten Jahr bei 25 Mio. € im Quartal ausgeglichen mit den 100 Mio. Jahresumsatz; dieses Jahr im 1. Quartal 60 Mio., im 2. Quartal 40 Mio. und im 3. Quartal 28 Mio. € bei einem prognostizierten Jahresumsatz von 150 Mio. € (bzw. 36, 42, 42 Mio. Quartalsumsatz in den letzten drei Quartalen); vom Unternehmen auch von Anfang des Jahres angekündigt, dass der Auftragseingang im 1. HJ außergewöhnlich hoch ist und sich dann im 2. HJ wieder normalisieren soll. Das Ergebnis skaliert überproportional mit dem Umsatz. Für das 4. Quartal ein leicht rückläufiger Umsatz angekündigt, für nächstes Jahr wollen die das Umsatz- und Ergebnisniveau von diesem Jahr stabilisieren, verweisen aber auf die großen Unsicherheiten.

      Im Quartalsbericht vom 08.11.2017 steht:
      "Die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017 verliefen für die Basler AG bisher sehr dynamisch und erfolgreich. Die Wachstums- und Profitabilitätsziele wurden deutlich übertroffen. Nach sehr hohen Auftragseingängen in den ersten zwei Quartalen haben sich diese im dritten Quartal plangemäß und analog zur Gesamtmarkentwicklung deutlich abgeschwächt. Die Umsätze entwickelten sich im dritten Quartal weiter auf sehr hohem Niveau, nahe der maximalen Produktionskapazität. Der Auftragsbestand sowie die Lieferzeiten wurden im Laufe des dritten Quartals auf Normalniveau reduziert. Im vierten Quartal wird von leicht steigenden Auftragseingängen ausgegangen. Der Umsatz wird sich voraussichtlich im vierten Quartal rückläufig entwickeln und in der Größenordnung des korrespondierenden Vorjahresquartals zum Liegen kommt.
      Aufgrund der hohen Volatilität der Auftragseingänge ist die Sichtbarkeit für das Geschäftsjahr 2018 nach wie vor eingeschränkt. Nach heutiger Einschätzung geht das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018 von einer Stabilisierung des hohen Umsatzniveaus aus. Konkretere Prognosen wird der Vorstand im Februar 2018 zusammen mit den vorläufigen Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2017 geben."

      Und am 12.12. verkauft eine Angehörige des Vorstandsvorsitzenden Aktien im Wert von 3,2 Mio. € zu 160 €; die Börse scheint es nicht zu irritieren; der aktuelle Kurs steht schon wieder bei 176 €.

      Vielleicht ein Fall für die Short-Watchlist?
      Leider kann man die Aktie bei IB nicht shorten und es gibt zwar Bull-KO-Zertifikate aber keine Short-Produkte.

      War jemand auf dem Eigenkapitalforum und hat die Präsentation von Basler gesehen?
      Bronte Capital war/ist short Steinhoff.

      ...but pleasingly one of the top 3 winners for the quarter was a short (the South African retailer Steinhoff which has imploded with disclosures of "accounting irregularities").
      https://files.brontecapital.com/amalthea/Amalthea_Letter_201712.pdf
      Slm Solutions (WKN A11133), extrem gehyped aber wenig werthaltig. Wenn man die Bilanz Tricks rausrechnet schreibt der Laden Verluste.
      Paul Singer steigt nun auch wieder langsam aus weil sein Zock nicht geklappt hat.
      Bei den ganzen Analysten wird immer von Wachstum gesprochen, aber völlig die Marge ignoriert. SLM arbeitet nicht im luftleeren Raum. Besonders die big player GE und Trumpf haben viel Erfahrung, Netzwerk und Finanzen zur Verfügung.
      Was mir auch etwas komisch vorkommt ist die Nummer mit den 55mio die gerade durch Wandelanleihe in die Kasse gekommen sind. Die Zinsen dafür schlagen nochmals negativ auf den Cashflow.

      Elliott kann nicht unter ca 42 raus ohne Verlust zu machen, sondern muss weiter stillhalten.
      Die Markterwartung ist >>50 Euro und die Kapitalisierung geht auf 1000mio Euro. Bei einem angenommen kgv von 20 müssen also in absehbarer Zeit 50mio Gewinn erwirtschaftet werden (ohne weitere Schulden zu machen!!).

      Wenn der Preis deutlich über 50 geht, werde ich eventuell schwach und gehe short.
      Eure Meinungen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „1000prozent“ ()

      Slm vermeldet, dass sie selbst die korregierten Umsatzzahlen nicht erreicht haben. Gleichzeitig verkündet der CTO ein Datum für eine neue Maschine, welches sehr optimistisch ist.
      Die Aktie ist nach der Meldung etwas eingebrochen aber es ist immernoch so viel Euphorie im Markt, dass ich mir trotz der fundamentalen Lage nochmal einem Anstieg auf neues ATH über 50€ vorstellen kann. Umso mehr alles mit Euphorie aufgepumpt wird, umso interessanter wird ein short.

      Ich bin auf die nächste HV gespannt wie sie den Aktionären erklären warum sie keinen CEO mehr haben / einstellen. Ende 2016 wurde Dr. Rechlin "freigesetzt" weil er "andere strategische Vorstellungen hatte", seit dem hat der CFO den Posten "nebenbei" mitgemacht....

      PS: Das Umsatzziel von 500mio in 2022 steht ja auch noch :-)))

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      Sutje schrieb:

      Bronte Capital war/ist short Steinhoff.

      ...but pleasingly one of the top 3 winners for the quarter was a short (the South African retailer Steinhoff which has imploded with disclosures of "accounting irregularities").
      https://files.brontecapital.com/amalthea/Amalthea_Letter_201712.pdf

      Da ich erst jetzt diesen Deember-Letter lese: Ich finde daraus auch einen anderen Aspekt interessant: Sie wollen ihren Fonds in absehbarer Zeit schließen, weil sie in die Nähe einer Größenordnung kommen, die nicht mehr ohne Performanceeinbußen skalierbar zu sein scheint. Dabei liegt die begrenzte Skalierbarkeit nicht auf der Long-Seite, sondern auf der Shortseite.
      "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
      (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."

      (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)
      Aus John Hemptons letztem Blogeintrag

      Bronte has a business model on the short side of maintaining a large database of people we regard as crooked and finding stocks associated with them and shorting those stocks. Often we do not know the full extent of the crook's business - we are just running on pattern recognition.
      Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers