Terror, Religion und sonstiges (ohne Zuwanderungsbezug)

      Terror, Religion und sonstiges (ohne Zuwanderungsbezug)

      Ein eigener Faden für Terror und sonstiges


      Der Zuwanderungsfaden ist nicht wirklich der richtige Ort um den Terror von Paris, Terrorismus allgemein und evtl. Religionsverbindungen zu diskutieren.

      Acht AK-47, TNT, Granaten im Auto: Führt eine Spur des Terrors nach Bayern?
      focus.de/politik/ausland/plant…mann-fest_id_5087357.html

      Quelle ist der Fokus (nicht wirklich eine Qualitätsquelle)
      beati pauperes spiritu

      If you think this has a happy ending, you haven't been paying attention.
      Deutschland-basierte Terroristen, die dann im Ausland zuschlugen, hatten wir ja immerhin schon einmal (09/11). Lt. FAZ führt der Link in Wirklichkeit aber nach Montenegro. Hier drängen sich für mich Parallelen zu dem von Dir im anderen Thread erwähnten Anschlag vom 02.03.11 auf - auch da stammte der Täter vom Balkan. Diese Region hatte ich als Herkunftsgebiet radikaler Muslime bisher nicht so auf dem Radar.
      "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer
      Fefe hat heute eine Untersuchung des amerikanischen Think Tanks RAND verlinkt, in dem verschiedene Methoden zum Befrieden von Aufständen empirisch untersucht werden. Was empirisch am negativsten mit einer Befriedung und Beendigung des Konflikts korreliert ist: Der "Crush Them" Ansatz.

      rand.org/content/dam/rand/pubs…/RR291z1/RAND_RR291z1.pdf
      Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

      derivatus schrieb:

      Kampf gegen den Terror: Unser Freund, der Kopf-ab-Saudi

      Zu diesem Thema schlägt SPAM vor:

      SPAM-Informationen zufolge wollen die Regierungen in Washington, London und Berlin die als "Terrororganisation" verrufene Autonomiebewegung in die Lage versetzen, sich in einen "ganz normalen, zivilisierten Staat" zu verwandeln, und zwar "nach dem Beispiel Saudi-Arabiens".

      Dafür, so heißt es in einem vertraulichen Papier, gebe es allerbeste Voraussetzungen: So kontrolliere der IS bereits ein eigenes Territorium und ein Staatsvolk. Außerdem seien sein Rechtssystem und Gesellschaftsverständnis fast identisch mit dem, was die in der Völkerfamilie hoch geschätzte Dynastie der Sauds seit Menschengedenken praktiziere.

      Das Konzept sieht vor, die IS-Aktivisten nicht länger von ihren Finanzquellen abzuschneiden, sondern sie, im Gegenteil, fortan mit Milliardenhilfen zu unterstützen: "So können auch diese Islamisten sich endlich gediegen kleiden, riesige Paläste und teure Autos kaufen. So werden sie ihren Flegeljahren entwachsen. Und wenn es morgen in Rakka so aussieht wie heute in Riad, dann werden wir ihnen selbstverständlich auch Öl abkaufen und Panzer liefern."

      "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer
      Wenn die Behauptung von Sascha Lobo stimmt, dass der Drahtzieher der Anschläge schon im März in einem Daesh-Organ sich mit seinen bisherigen Taten gebrüstet hat und angegeben hat, wo er wohnt, dann fragt man sich schon, wie gut die staatliche Überwachung funktioniert.
      "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer
      Vortrag von Dr. Michael Lüders (Historiker, Nahost-Experte) vom April 2015
      über die Hintergründe des Aufkommens des IS-Terrors.

      Wer den Wind sät... - Was westliche Politik im Orient anrichtet



      Highlight: "Der IS ist made by USA"
      Brzezinski wird auch erwähnt (ab Minute 17')
      "I am not buying anything right now. I am mainly looking out the window." (Jim Rogers, Feb. 2012)
      ...

      naked schrieb:


      bomben töten nämlich nicht nur die bösen terroristen und ihre bösen helfeshelfer (wer ist das eigentlich ? darauf werden dir alle beteiligten sehr unterschiedliche antworten geben). es wird auch immer kollateralschäden geben. zum beispiel wird aus versehen eine 3.partei (die alle als nicht böse akzeptieren) bombardiert die man dummerweise als partner braucht(e) um den terroristen finanzielle/kulturelle unterstützung zu nehmen und damit ihren langfristigen nährboden.

      Natürlich wird es Kolleteralschäden geben. Ein Syrien Einsatz/Bombardierung ist Krieg. Krieg bedeutet immer auch das Sterben von Unschuldigen, da macht sich keiner was vor.

      Langfristigen Nachschub an Terroristen wird es aber auch automatisch durch die Beherrschung von Landstrichen durch IS oder den örtlichen Al-Qaida Ableger Al-Nusra geben. Siehe z.B. eine 30 Minütige Reportage über Al-Nusra (Inhalt ist teilweise das"Bildungssystem", wo Kleinkinder die Segnungen von Dschihad und Hass auf den Westen lernen und nen Zoo besuchen ;), anderer Teil ist über eine Schlacht von Al-Nusra. In dem Video kommen Tote vor, insofern nichts für Kinder oder für empfindliche Mägen.)

      news.vice.com/video/inside-the…l-nusra-al-qaeda-in-syria

      Al- Nusra hat ziemlich ähnliche Stundenpläne wie saudische Schulen, da unterscheidet sich nciht viel. (Ok, saudische Kinder sind in klimatisierten Schulen und haben Computer, der Lehrinhalt ist aber sehr ähnlich)

      Das Schulsystem beim IS ist noch extremer. Siehe in den unteren Links


      Nichts für die Weihnachtszeit, ist aber Realität in Syrien. Bombardierungen von IS und ähnlichen Gruppen beschäftigen und schwächen die Spinner (Verlust von Einnahmen und Kämpfern), insofern meiner Einschätzung nach sinnvoll.
      beati pauperes spiritu

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „qed1984“ ()

      zeit.de/politik/ausland/2016-02/syrien-al-nusra-aussteiger

      ​Von Bomben bedroht, von Feinden umringt: Ein radikaler syrischer Islamist erklärt, warum er aus dem Krieg gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad ausgestiegen ist.


      Der Schluss des Interviews ist schon bezeichnend (wenn auch sehr erwartbar...)

      ​ZEIT ONLINE: Wollen Sie sich hier ein neues Leben aufbauen?

      Jaro: In diesem Nest hat man keine Chance, hier ist kein Leben, es gibt keine Jobs.

      ZEIT ONLINE: Haben Sie eine Alternative?

      Jaro: Freunde in Deutschland haben mir erzählt, dass das Leben dort süß und angenehm ist. Ich hatte schon mal beim deutschen Konsulat Istanbul einen Asylantrag gestellt. Zwei Jahre wartete ich vergeblich. Aber jetzt werde ich es noch einmal versuchen.

      beati pauperes spiritu

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      qed1984 schrieb:

      zeit.de/politik/ausland/2016-02/syrien-al-nusra-aussteiger

      ​Von Bomben bedroht, von Feinden umringt: Ein radikaler syrischer Islamist erklärt, warum er aus dem Krieg gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad ausgestiegen ist.


      Der Schluss des Interviews ist schon bezeichnend (wenn auch sehr erwartbar...)

      ​ZEIT ONLINE: Wollen Sie sich hier ein neues Leben aufbauen?

      Jaro: In diesem Nest hat man keine Chance, hier ist kein Leben, es gibt keine Jobs.

      ZEIT ONLINE: Haben Sie eine Alternative?

      Jaro: Freunde in Deutschland haben mir erzählt, dass das Leben dort süß und angenehm ist. Ich hatte schon mal beim deutschen Konsulat Istanbul einen Asylantrag gestellt. Zwei Jahre wartete ich vergeblich. Aber jetzt werde ich es noch einmal versuchen.



      Was ich mich frage ist, warum hat die Zeit diesen "Aussteiger" abgebildet, darunter geschrieben "der Al Nusra Kämpfer..." und im Hintergrund die türkische Flagge ???
      Was versucht Zeit hier zu suggerieren? Das Unterbeuwsstsein vergisst den Artikel, aber verbindet durch das Bild Al nusra mit der Türkei.

      Finde ich nicht korrekt !
      Die Medien haben eine Verantwortung und sollte nicht mit Bilder "aktive Manipulation" betreiben.
      So langsam stelle ich mir die Frage was genau ist die Definition von "Terroristen" :

      in Brüssel geht eine Bombe in die Luft : "Es waren Terroristen und wir müssen gegen Terrorismus kämpfen"
      In Istanbul geht eine Bombe in die Luft : " Es waren Terroristen und ..."
      in Damaskus geht eine Bombe in die Luft " Es waren Terroristen und ..."
      in Badgdas geht fast jeden Tag eine Bombe in die Luft : " Es waren Terroristen ..."

      Alle Staatsmänner gehen anschliessend vor die Kameras und sagen "Wir müssen gegen den internationalen Terrorismus zusammen kämpfen". Ja woher kommen die denn, von einem anderen Planeten?

      Alles wird in die Schuhe der "Terroristen" geschoben, aber niemand hinterfragt wer oder was das nun genau ist.
      Das ist aber grundsätzlich schon korrekt, denn Terrorismus ist Gewalt gegen eine politische Ordnung, die dazu dienen soll, Unsicherheit und Schrecken unter der Bevölkerung zu verbreiten (paraphrasiert nach der Wikipedia). Zumindest einige der genannten Beispiele sind sogar auf eine gemeinsame Ursache, nämlich Daesh, zurückzuführen. Die Türkei ist besonders geschlagen, weil sie es geschafft haben, als Ziel von Daesh und den extremen Kurden dazustehen.
      So ganz sehe ich den Sinn des Terrorismus gegen die Bevölkerung allerdings nicht. Die RAF hat immerhin versucht, ihre Ziele aufgrund ideologischer Überlegungen auszuwählen (das soll nicht den von ihr ausgeübten Terror relativieren). Die Wahrscheinlichkeit, dass eine islamfreundlichere Politik in Europa gemacht wird oder die Scharia eingeführt wird, steigt durch Anschläge des Daesh nicht; die Gefahr, dass Gegengewalt - auch gegen Unschuldige - erzeugt wird, dagegen schon.
      "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

      cktest schrieb:

      So ganz sehe ich den Sinn des Terrorismus gegen die Bevölkerung allerdings nicht.


      "Terrorismus" beschreibt eine Kampftaktik. Der Daesh sieht sich selbst im Krieg mit der westliche Welt, es ist eine Kriegstaktik für ihn. Aber er wird ja auch als Taktik von Kriminellen verwendet, zum Beispiel von mexikanischen Drogenbaronen.

      cktest schrieb:

      Die RAF hat immerhin versucht, ihre Ziele aufgrund ideologischer Überlegungen auszuwählen (das soll nicht den von ihr ausgeübten Terror relativieren).

      Was die RAF gemacht hat, wurde zwar als Terrorismus bezeichnet, und von der Bevölkerung auch so empfunden, würde ich aber unter der oberen Begriffsdefinition nicht zusammenfassen wollen. Die RAF hat gezielt Personen angegriffen, die sie selber als Täter (für was auch immer) gesehen hat. Das macht die Sache zwar auch nicht besser, aber zwischen den Taten der RAF (gezieltes Töten einzelner Personen aus persönlichen Gründen) und dem was wir derzeit als Terrorismus erleben (wahlloses Töten beliebiger aber möglichst zahlreicher Personen) besteht eine wesentlicher Unterschied, auch wenn wir den begrifflich nicht benennen können.

      Im übrigen glaube ich, dass sich das leider einfach verselbständigt hat. Dass die meisten doch sehr jungen Täter als Begründung zwar ein paar Phrasen loslassen, aber in Wahrheit so einfache Jugendprobleme Themen wie Abenteuerlust, Allmachtsgefühle, das Gefühl nicht ausreichend beachtet zu werden und Langeweile eine starke Rolle spielen. Wenn da raus kommt hängt dann von dem im sozialen Umfeld vorherrschenden Narrativ ab: In den USA ein Amoklauf an einer Schule, in Ostdeutschland Neonazigruppen, in Molenbeek Bombenanschläge.
      Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „nixda“ ()

      Ich bin da eher bei cktest. Mag schon sein, dass die islamistischen Attentäter in der Regel gehirnlose und machtgeile Jugendliche sind. Das sind aber eher "nützliche Idioten".

      Sowohl hinter der RAF als auch hinter dem islamistischen Terror steck(t)en konkrete weltanschauliche Strategen. Mit allerdings sehr kranken Vorstellungen von geeigneter Taktik.
      "Knowing what you don’t know is more useful than being brilliant."
      Charlie Munger 2015