• In fast allen Ballungsräume sollten die Zinsen auf ein Darlehen niedriger sein als die aktuelle Marktmiete. In Deinem Fall wohnst Du also vermutlich nach wie vor sehr günstig.

    Bei MFH fällt neben der Rate auch eine Instandhaltungsrücklage an, auch wenn sie sinnvoll ist, fällt diese auch jeden Monat an.

    Somit vergleiche ich meine Kaltmiete mit dieser Summe. Da sind bei den aktuellen Immo-Preise nicht viel m² möglich.


    Ja, bis vor ein paar Jahren wollte hier keiner herziehen, aber in ganz Berlin ist jetzt der Wohnraum knapp und gleichzeitig fallen die Spekulanten über Berlin her.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Um es aber einmal ganz hart zu sagen: M.E, gibt es aber kein Grundrecht super günstig in einem Ballungsraum zu wohnen.

    Das ist einerseits richtig.

    Ebenso wie es kein Grundrecht auf einen sicheren Job, einen sicheren Altenteil, nette Behandlung durch die Mitmenschen, Gesundheit usw. gibt.


    Andererseits haben alle Menschen nun mal das Bedürfnis nach einem Minimum an Sicherheit und Stabilität in ihrem Leben.

    Wenn dieses Bedürfnis auf Dauer nicht bedient wird, wächst die gesellschaftliche Unzufriedenheit und im Extremfall können dann allerlei sehr sehr unschöne Dinge passieren, wie der Blick in die Vergangenheit oder auch in der Gegenwart zeigt.


    Daher muss man auch ein wenig unterscheiden zwischen denen die schon lange in einer Stadt / einem Umfeld wohnen, oder eben durch Familie, Alter usw. recht unflexibel sind, und denen die unbedingt auch noch in eine schon volle Stadt noch hinein wollen, aber an sich die Wahl hätten auch woanders hin zu ziehen.

    Die Gesetzgebung tut dies ja auch, indem zB Mietdeckel für Neuvermietung weniger strikt ausgelegt werden.


    Das ganze immer 100% ökonomisch sinnvoll auszugestalten ist natürlich nicht möglich, wie bei jedem staatlichen Eingriff.

    Es ist eben abzuwägen. Und ich finde gut, dass das nun getan wird.

    Der Markt ist ja kein Selbstzweck sondern ein Werkzeug um unser Zusammenleben erfreulich zu gestalte. Und er funktioniert hier offenbar nicht zur Zufriedenheit der Gesellschaft.


    Was die Rechnung Zins gegen Miete angeht:


    Die funktioniert (mal abgesehen von Instandhaltungskosten) nur, wenn man davon ausgeht dass der Wert der Immo mindestens konstant bleibt.

    Wenn nicht, kann schnell auch mal das EK weg sein und es bei der Refinanzierung sehr eng werden.

    Ein Grund für die hohe Nachfrage ist ja grade, das viele von dieser Annahme ausgehen.

    Ich nicht. Ich rechne für München real mit einem deutlichen Rückgang der Preise in den nächsten 10 Jahren.

    Ausserdem muss man die Opportunitätskosten des EK einbeziehen (mache ich mit 7%, also meiner erwarteten Rendite am Aktienmarkt).

    Und die Kaufnebenkosten.

    Und dann verschiebt sich die Rechnung entsprechend.


    wp

  • Quote

    Daher muss man auch ein wenig unterscheiden zwischen denen die schon lange in einer Stadt / einem Umfeld wohnen, oder eben durch Familie, Alter usw. recht unflexibel sind, und denen die unbedingt auch noch in eine schon volle Stadt noch hinein wollen, aber an sich die Wahl hätten auch woanders hin zu ziehen.

    Das könnte man auch als "Alt vor jung" beschreiben. Wenn man als junger Mensch irgendwo in MeckPomm wohnt und einen ordentlichen Job will, muss man vmtl. in die Stadt gehen. Ganz so einfach ist die Sache nicht, wenn man eine Gruppe bevorzugt, benachteilligt man automatisch die anderen. Gut für die, die bevorzugt werden, schlecht für alle anderen. Klassische "Besitzstandwahrung", verständlich aber nicht unbedingt gut fürs Allgemeinwohl.

  • Das könnte man auch als "Alt vor jung" beschreiben. Wenn man als junger Mensch irgendwo in MeckPomm wohnt und einen ordentlichen Job will, muss man vmtl. in die Stadt gehen.

    Andersrum ist aber auch nicht so toll.

    Das es hier einen Konflikt gibt, weil es letztlich ein Nullsummenspiel, ist ist klar.

    Aber die Gruppe die momentan stark leidet sind eben nun mal Familien, Alte, sozial Schwache usw.


    Den Grund hatte ich genannt:

    Sie können nicht ohne weiteres wegziehen. Sie können ihr Einkommen nicht ohne weiteres ausweiten. Sie haben Verpflichtungen eingegangen, in der Hoffnung auf eine gewisse Stabilität , um auch in Zukunft mit ihrer Familie finanziell über die Runden zu kommen.


    Wenn sich diese Hoffnung zu oft als falsch herausstellt, befördert das einen Trend, der sowieso im Aufschwung ist (und marktlogisch auch absolut folgerichtig ist):

    Besser keine Kinder bekommen, sondern als Singel nur seine Karriere/sein Einkommen pushen.

    Um die Rente und die Zukunft sollen sich andere kümmern.


    Für den Moment würde ich den Schutz der weniger Mobilen daher in der Interessenabwägung höher bewerten (aber natürlich bin ich biased).

    Auf längere Sicht muss das Angebot entsprechend ausgeweitet werden, oder besser noch: Es muss ordentliche Jobs und attraktive Lebensbedingungen auch außerhalb der Großstädte geben. Stichwort schnelles Internet zB.

    Und richtig heftig müssten man vorgehen gegen Zweitwohnungen, AirBnB, Leerstand, Nichtbebauung von Grundstücken trotz Genehmigung. In meiner Straße mind. 5 Fälle davon.


    Übrigens (und nein, ich bin kein AfD Fan):

    In München z.B. stagniert die Zahl der Deutschen seit Jahren. Der Zuzug findet fast ausschließlich nicht aus Meck-Vorpomm statt, sondern aus Ost- und Südeuropa. Siehe:

    http://www.mstatistik-muenchen…elect2=JAHR&indicator2=i0


    wp

  • Wenn ich das aus Sicht einer Kommune machen müsste, würde ich ganz klar priorisieren je nachdem was jemand zur Gemeinschaft beiträgt.


    Kindergärtner, Kranken/Altenpfleger, Polizisten etc. sollten Prio 1 haben.


    Leute die ständig schwarz fahren, falsch parken oder Ruhestörungen verursachen sollten keinen Support bekommen.


    Alleine nach Dauer des bisherigen Aufenthalts zu urteilen ist m.E. einfach nicht sinnvoll.

  • Kindergärtner, Kranken/Altenpfleger, Polizisten etc. sollten Prio 1 haben.


    Auf der Liste landen dann aber auch ziemlich schnell Politiker, dann Beamte jeder Art und schließlich Parteimitglieder und am Ende auch noch deren Freunde.


    Das ganze wird aber auch zum Arbietsmarktproblem. Ich hatte neuliche eine DIskussion mit einem "Headhunter", der einen Kandidaten für einen Job in München suchte (sie rufen dann alle möglchen Leute an, die sie in der Datenbank haben). Als ich ihm sagte, das ich bei einem Umzug in München neben dem erwarteten Gehaltsplus noch einmal 20 Teuro im Jahr mehr verdienen müsste, weil mich vergleichbarer Ersatzwohnraum in München €1000 mehr im Monat aus meinem Nettoeinkommen kosten würde, und ob sein Kunde bereit wäre, das zu bezahlen, war die Diskussion ziemlich schnell beendet.


    Sie suchen halt mal wieder die "Besten der Besten", aber zu durchschnittlichen Gehältern. Also quasi die "Besten der Besten, die nicht rechnen können".

  • Sie suchen halt mal wieder die "Besten der Besten", aber zu durchschnittlichen Gehältern. Also quasi die "Besten der Besten, die nicht rechnen können".

    Haha, ja da ist was dran!

    Und später beschweren sie sich dann genau darüber...dass ihren Angestellten die quant-skills fehlen und die Regierung da doch endlich mal was machen sollte :D