• Bauholz in den USA eineinhalb mal so teuer wie im Häuserboom.

    Ja, wobei es wohl in den letzten Monaten eine ungewöhnliche Häufung von Sturmschäden gegeben hat. Die Saisonalität für Bauholz ist von Oktober bis März positiv und von April bis September negativ (https://commodityseasonality.com/softs/) . Es könnte also einiges dafür sprechen, dass wir aktuell nahe an einem markanten Hochpunkt sein könnten. Das Prognosemodell von Rene Wolfram sagt schon seit Monaten für April einen günstigen Einstiegszeitpunkt "short" voraus, hat er jedenfalls schon seit Dezember/ Januar angekündigt. Wenn das Prognosemodell stimmen sollte, dann wäre ein Umschwung jetzt langsam überfällig.


    Aber Bauholz kann man wohl nur über den Future handeln. Ich habe noch nie einen Futureskontrakt direkt gehandelt. Hat hier jemand Erfahrung mit dem Bauholzfuture und kann dafür Tipps geben?

  • Wenn man den Langfristchart studiert, markierten die Hochs bisher aber nicht den Beginn der Baisse, sondern das Luftholen vor dem letzten Aufbäumen. Ein, zwei Jährchen hätten wir demnach noch.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Bitcoin steigen auch, demnächst über 10k, in letzter Zeit korreliert mit dem Gesamtmarkt. Also nicht nur schönes Wetter, auch schöner Markt :)

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  • Wenn man den Langfristchart studiert, markierten die Hochs bisher aber nicht den Beginn der Baisse, sondern das Luftholen vor dem letzten Aufbäumen. Ein, zwei Jährchen hätten wir demnach noch.

    Das ist wohl der Unterschied zwischen unsere Sichtweise: Ich glaube an die Prognosekraft von Charts nur insoweit, wie sie entweder dazu geeignet sind, reflexiv selbst Kauf- und Verkaufsentscheidungen in großem Stil auszulösen oder aber eine Persistenz vorhandener Marktkräfte nahelegen, etwa weil die Umsetzung bestehender Kauf- und Verkaufsentscheidungen großer Akteure der begrenzten Marktliquidität wegen eine längere Zeit erfordert und/oder Kettenreaktionen auftreten. Ansonsten glaube ich, dass Charts eher von den Fundamentalfaktoren von Angebot und Nachfrage bestimmt werden als von ihrer Preishistorie, also die Zukunft aus sich selbst heraus nicht vorhersagen können.


    Meinem Verständnis nach sind Rohstoffe grundsätzlich "Mean Reverting": Der Preis von Materialien, die dauerhaft benötigt oder verbraucht werden, kann nicht längerfristig unter die Produktionskosten der Grenzanbieter fallen, weil sonst das Angebot zum Erliegen kommen würde.

    Umgekehrt kann der Preis bei Wettbewerb aber auch nicht langfristig weit über die Produktionskosten steigen, wenn es keine harten Kapazitätsengpässe gibt, weil sonst die Produzenten tendenziell ihre Kapazitäten ausweiten, um von den hohen Preisen zu profitieren. Ausnahmen davon sind m.W. nach eigentlich nur bei Kartellen, harten Mengenbeschränkungen oder stark steigenden Grenzkosten sowie durch Zeitverzögerungen beim Kapazitätsausbau möglich?


    Gerade bei Bauholz würde ich davon ausgehen, dass das Angebot relativ kurzfristig auf Preissignale reagieren kann, weil die Kapazität sehr variabel erschließbar ist (anders als etwa bei Öl oder Metallen). Restriktionen würde ich hier nur in Naturschutzstandards (die in Trumps Amerika wohl leider kaum greifen werden), bei der Verfügbarkeit von Arbeitern und dem Maschinenpark an Waldmaschinen sehen.

    Ich kenne mich da mit den Details des Arbeitsmarktes und der Maschinenverfügbarkeit nicht aus; aber ich kann mir da nicht so recht vorstellen, was da gegen eine schnelle und heftige Angebotsreaktion auf Preissteigerungen sprechen sollte?


    Aber wie dem auch sei: So oder so wären angesichts der heftigen Preisbewegungen bei Bauholz die Aktien von Unternehmen interessant, die große Waldbesitzungen haben oder mit Bauholz einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes machen.

    Entweder, falls der Kurs auf den Preisanstieg noch nicht so stark reagiert haben sollte, noch auf der Longseite, oder aber nach einer Übertreibung dann, sobald der Preis wieder dreht, als potentielle Shortkandidaten.

    Wie findet man am besten Werte mit einer hohen Bauholzexposure?

    Vor gut zehn Jahren hatte ich mal Aktien von einem kanadischen Zeitungsunternehmen namens Abitibi mit großen Waldbesitzungen, aber die haben wohl die Finanzkrise 2008 nicht überstanden.

  • Ad charts/Prognosekraft: Es mag jetzt trivial klingen, aber mMn kann sich jegliche Prognose bloß auf Vorfälle der Vergangenheit stützen. Auch der Fundi arbeitet nur mit Daten der Vergangenheit, ob billig, teuer oder aussichtsreich - sämtliche Urteile wären ohne Daten von gestern und vorgestern nicht möglich.


    Ad Rohstoffpreise unter Gestehung: Das halte ich für einen Mythos. Preise haben mit GestehungsVOLLkosten nur ganz wenig zu tun, und ganz viel damit, was Käufer bereit und in der Lage sind zu bezahlen. Was es den Verkäufer vielleicht gekostet hat, interessiert den Käufer nicht, nur wie sonst noch angeboten wird. Es gibt genügend Beispiele (Kautschuk ist ganz berühmt, Öl 2008/9, dry bulk shipping etc ). In Industrien mit hohem Kapitalbedarf und niedrigen Margen kann man das sogar relativ oft beobachten, da der Produzent lieber nur für die variablen Kosten verkauft, als unterzugehen. Und wenn er untergeht, wird seine Anlage nicht gesprengt, sondern verkauft - der Käufer hat dann deutlich niedrigere Fixkosten und fängt mit richtig billigen Preisen an ... Kommt natürlich auch drauf an, was "langfristig" ist ;)


    Es ist aus den von Dir genannten Gründen sogar sehr wahrscheinlich, dass dies ein Hoch beim Bauholzpreis war und darauf folgte die letzten paar Male eben keine Börsenbaisse auf dem Fuße. Aber selbstredend kann es diesmal ganz anders kommen.


    Von Investitionen in den Holzsektor kann ich persönlich nur abraten, Weyerhaeuser bspw wird von Yahoo mit einem PE von 47 notiert.

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  • Ad charts/Prognosekraft: Es mag jetzt trivial klingen, aber mMn kann sich jegliche Prognose bloß auf Vorfälle der Vergangenheit stützen...


    Ad Rohstoffpreise unter Gestehung: Das halte ich für einen Mythos. Preise haben mit GestehungsVOLLkosten nur ganz wenig zu tun, und ganz viel damit, was Käufer bereit und in der Lage sind zu bezahlen. ...

    Klar beruht unser gesamtes Erfahrungswissen auf vergangenen Ereignissen und in gewissem Sinne sogar alles Wissen, alle Methoden und Techniken.

    Aber ein Chart zeigt eingeschränkt nur ganz spezielle Vergangenheitsinformationen, nämlich die Preise und ggf. die Umsätze, unter denen sie zustande kamen.

    Die Annahme, dass Preisentwicklungen der Vergangenheit die der Zukunft vorhersagen können ist damit schon eine sehr viel weitergehende Behauptung, die dann m.E. schon im konkreten Fall logisch begründet werden sollte.

    Es gibt schon mögliche Gründe - Reflexivität, Ankereffekte, Einstandspreisorientierung, Persistenz und Volumeneffekte durch große Marktteilnehmer, Kettenreaktionen, wiederholte Verhaltensmuster von gleichen Marktteilnehmern - die haben aber alle eine zeitlich und sachlich sehr begrenzte Gültigkeit und haben m.E. größeres Gewicht für kurzfristige als für längerfristige Prognosen.


    Was die Preise angeht: Ich habe nicht in Abrede gestellt, dass Preise kurzfristig unter die Herstellkosten fallen können, erst recht natürlich unter die Vollkosten sondern nur, dass das das kein langfristig stabiler Zustand sein kann.

    Was "langfristig" ist, ist in diesem Zusammenhang mal ausnahmsweise durch den zugrunde liegenden Anpassungsmechanismus ziemlich eindeutig definiert: Es ist der Zeitraum, in dem die Fixkosten nicht mehr fix sind, sondern vollständig veränderlich/ anpassbar, so wie eben die variablen Kosten auch und schon kurzfristig.

    Kurzfristig wird ein Anbieter mit dem Preis vielleicht bis auf die Grenzkosten heruntergehen, aber er wird, wenn er dauerhaft nur unter Vollkosten verkaufen kann und er auch erwartet, dass das so weitergeht, bestrebt sein, seine Fixkosten und Kapazitäten zu reduzieren und er wird keine neuen Investitionen mehr vornehmen.

    Dadurch wird das Angebot längerfristig so weit sinken, bis es wieder Anbieter gibt, die glauben, dass neue Investitionen Einzahlungen abwerfen, die die damit verbundenen Auszahlungen mindestens um die Höhe der Kapitalkosten übersteigen werden, was ungefähr äquivalent ist mit der Aussage, dass über die Lebensdauer der Investition hinweg im Durchschnitt die (betriebswirtschaftlich korrekt definierten) (Voll-)Kosten mindestens erlöst werden. Und was der Käufer bereit ist zu bezahlen, ist auf lange Sicht auch nur für die Höhe der Kapazitäten maßgeblich, weil langfristig im Gleichgewicht die Anbieter das Preisniveau bestimmen und nicht die Käufer.

  • "Geplantes Treffen mit Trump Nordkorea droht mit Absage des Gipfels"

    http://www.tagesschau.de/ausland/nordkorea-723.html



    Haha, ich leg mich weg.

    Nicht, weil es in der Sache so witzig ist (im Gegenteil). Sondern weil das dermassen absehbar war und nun alle überrascht tun.

    Oder glaubt wirklich jemand, der Kim ist doof genug sich selber zu entwaffnen und auf irgendwelche Zusagen eines Präsident Trump zu bauen.

    Kim ist ein grauseliger Diktator, aber er ist gleichzeitig ein begnadeter Spieltheoretiker. Oder "Spielpraktiker" viel mehr...

    Das ist wirklich interessant zu beobachten.

    Auch wie der Trump damit umgehen wird. Denn während er die Europäer und viele andere super am Ring durch die Manege zieht, gelingt ihm das bei Kim nicht.


    Ich halte es für gut möglich dass die USA demnächst zwei offene Konflikte an der Backe haben. Iran und NK.

    Wer der lachende Dritte ist, dürfte klar sein...ein großes gelbes Land das ebenfalls exzellent die Spieltheorie beherrscht...wenn auch eher im Stillen.

    Dieses Land wird sich dann als Hort der friedlichen Diplomatie und des einvernehmlichen Handelns verkaufen. Und damit langsam aber sicher die Stellung übernehmen die die USA mal besetzt hatten.


    wp

  • Kim ist ein grauseliger Diktator, aber er ist gleichzeitig ein begnadeter Spieltheoretiker. Oder "Spielpraktiker" viel meh

    "Begnadet" ist nicht nötig, "nicht völlig bescheuert" reicht schon.
    Seit dem russischen Überfall auf die Krim ist doch jedem Land klar, dass nur eigene Atomwaffen eine Rücksichtnahme und Unversehrtheit durch internationale Großmächte garantieren. Dem Vorbild der Ukraine, die eigenen Atomwaffen im Budapester Memorandum gegen ein Garantieversprechen der Großmächte Russland, USA und *hüstel* UK abzugeben, wird garantiert kein anderes Land so schnell folgen. Putin sei Dank, aber Trump hat mit seiner Missachtung des Irandeals den Lerneffekt noch einmal verstärkt.
    Willkommen in der schönen, multipolaren Gegenwart...

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)