• Ich hatte damals intensiv darüber diskutiert und nachgedacht. MS war spottbillig und für value-Anleger hochspannend, Windows schwächelte, Office wurde gerade zu SaaS und war die Einstiegstür zum später boomenden MS-Cloud-Geschäft.
    Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass viele Kunden den Umstieg von einmal gekauft auf immer wieder per Miete gezahlt mitmachen würden (ich persönlich stieg deshalb auf Libre Office um und habe es nie bereut) und Cloud das große Geschäft werden würde.
    Tja, Irrtum, technologische Prognosen sind halt nicht meine Stärke.

  • Dritte Interpretation: Es sind in Deutschland nur wenige Unternehmen an der Börse.

    "Hey Du, möchtest Du ein A kaufen?" Standard & Poor's (zitiert aus: Marc-Uwe-Kling: Der falsche Kalender - 365 falsch zugeordnete Zitate)

  • Dritte Interpretation: Es sind in Deutschland nur wenige Unternehmen an der Börse.

    Nun ja. Laut Artikel immerhin 763.

    Darunter Dutzende wenn nicht Hundert international bekannte Marken, Weltmarktführer, hidden champions etc.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Dritte Interpretation: Es sind in Deutschland nur wenige Unternehmen an der Börse.

    Die Kapitalversorgung über die Banken scheint über lange Zeit einfach besser gewesen zu sein, so dass die Notwendigkeit eines Börsenganges niedriger war.
    Vielleicht ist das einer der Ursachen für den nach wie vor breiten, produzierenden Mittelstand, im Vergleich zu den USA?

    Ohne einen großen bis mehrheitlichen und dauerhaften Ankeraktionär werden börsennotierte Firmen ja reihenweise übernommen, von der Börse genommen und zu größeren Firmen zusammengeschlossen.
    Bei nicht börsennotierten Unternehmen, wo der mögliche Verkaufspreis nicht ständig aufgezeigt wird, dürfte die Versuchung zum Verkauf niedriger sein.

  • warum ist Microsoft eigentlich so abgegangen?

    Ich hatte immer so einen Kurs um die $30 im Kopf, ging auch so ca. 10 Jahre nur seitwärts.

    Ich traute gerade meinen Augen nicht als ich sah dass die Aktie bei fast $140 steht und die Marketcap >1 trillion.

    Office365 Abos oder LinkeDin Abos oder Azure Kunden, des weiteren ist das Cloudwachstum weiter sehr stark, sehr gutes Dividendenwachstum.

    Hinzu kommt noch die Cloud für Privatleute (B2C), könnte mit dem Thema Spielestreaming einen ganz neuen Schub bekommen (5G).

  • Die NZZ mit einem ausgesprochen spannendem Gedanken:

    https://www.nzz.ch/feuilleton/lug…esse-ld.1497567

    Zitat

    Ist das «nächste grosse Ding» nicht eine weitere revolutionäre technische Entwicklung, sondern ein tiefsinniges Gespräch unter Freunden? Erfährt das wirkliche Leben eine Renaissance, weil die gepriesene Virtualität immer mehr zu einem betrügerischen Vexierspiel verkommt? Dafür gäbe es gute Gründe.

    Die Tech-Revolution könnte ihre Kinder fressen sozusagen...

    ...und der persönliche Kontakt als einziges wirklich sicheres Transaktionsmedium verbleiben...

    Wow, das wäre eine Ironie der Geschichte ganz nach meinem Geschmack ;-)

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  • Ich packe das mal hier rein.


    Die deutsche Staatsverschuldung wuchs von 1950-2018 mit ca. 8.1% p.a. - aktuelle Tendenz fallend.

    Ich habe die deutsche Staatsverschuldung von hier https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsver…atsverschuldung in einem Chart mit logarithmischer Skalierung gepackt.

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    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

  • Viel interessanter als die isolierte Staatsverschuldung wäre ein Vergleich mit dem nominalen BIP.

    Dank Statista kann man die CAGR zumindest selber rechnen:

    https://de.statista.com/statistik/date…-dem-jahr-1950/

    Wachstum 1950-2018= (3386/49,69)^(1/68)-1=6,4%

    Das dürfte aber eine "reale" Größe sein während die Staatsverschuldung eine reale Größe ist. Meine Vermutung ist dass in Deutschland nach dem Krieg die Staatsverschuldung nominal gerninger gestiegen ist als das BSP.

  • Viel interessanter als die isolierte Staatsverschuldung wäre ein Vergleich mit dem nominalen BIP.

    Falls jemand Daten hat/findet, stelle ich den Chart gerne daneben.

    Bei deinem Link, müsste ich erst ein Abo abschließen ;-)

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
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  • Staatsschuldenquote 1991 - 2018, mit Prognose bis 2023, von HP des Finanzministeriums:

    https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte…blob=poster&v=4

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    Staatsschuldenquote 1950 - 2014

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    Einmal editiert, zuletzt von Al Sting (30. Juli 2019 um 13:16)

  • gibt es eigentlich irgendein anderes (großes) Land das seine Verschuldung seit der Finanzkrise so deutlich senken konnte wie DE?

    Was war das damals für ein Mantra dass die Schulden runter müssen. Rogoff etc verkauften Millionenauflagen. "This time will not be different".

    Was wurde am Abend des Lehmann Kollapses - zumindest in Finanzkreisen - vor dem Fernseher gesessen und gebangt, dass morgen die Welt untergeht.

    Und heute?

    Alles vergessen. Keine Hyperinflation, keine Goldralley, keine Staatsbankrotte, keine Massenverarmung, keine Bank-runs.

    Eine pervertierte Geldpolitik, das schon (oder ist das gar nicht pervertiert weil vielleicht this time doch different?).

    Und mittlerweile tönt es plötzlich andersrum:

    Deutschland! Sei nicht so sparsam, nutze die niedrigen Zinsen! Und ganz uneinleuchtend ist das ja garnicht...

    Für mich ist das Fazit:


    Egal ob bei Experten, bei uns im Forum oder auf der Straße. Alle haben damals vor 10 Jahren daneben gelegen mit ihren Zukunftsprognosen.

    Ebenso wie knapp 10 Jahre zuvor in der Folge von 9/11. Und 10 Jahre davor nach dem Ende des Kommunismus. Alles kam dann immer anders.

    Offenbar ist es einfach unmöglich die ökonomische/gesellschaftliche Entwicklung der Zukunft auch nur ansatzweise vorherzusagen. Die Menschen sind zu kreativ und zu volatil, es kommt dann doch immer anders.

    Logischerweise muss man also auch alle ökonomischen Vorhersagen die heute getroffen werden als komplett wertlos betrachten.

    Es bleibt also spannend und unsicher...wie immer schon. :-)

    wp

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  • Zum Thema Staatsschuld: 26% der deutschen liegt mittlerweile bei der Zentralbank.

    Diese Aufstellung hat mich überrascht:

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    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Egal ob bei Experten, bei uns im Forum oder auf der Straße. Alle haben damals vor 10 Jahren daneben gelegen mit ihren Zukunftsprognosen.

    Ich nehme für mich in Anspruch schon vor 10 Jahren hier in dieser Richtung argumentiert zu haben: Öffentliche Schulden sind irrelevant, private Verschuldung zählt. Deflation hatte ich auch prognostiziert (Thread "Die Deflation ist da") - ich hatte auf das Modell Japans verwiesen, und Richard Koos Balance Sheet Recession hier vorgestellt. Endogenes Geld. Richard Werner und Steven Keen. War alles vor 10 Jahren schon hier im Forum. Heute alles Mainstream oder in der MMT enthalten. Nicht weil ICH das erfunden hatte, sondern weil im Netz an mehreren Stellen diese Ideen bereits diskutiert wurden.

    Balkenchart hat das auch damals schon alles gesehen.

    Ich habe übrigens auch vor 6 Jahren trotz damals schon historisch niedriger Zinsen meine Immobilie auch nur mit 5 jähriger Zinsbindung finanziert. Mein Banker hat mich für bescheuert gehalten, das ich mir diese Zinsen nicht langfristig sichere. Aber ich war mir sicher, dass das weiter runtergeht. Und letztes Jahr bei der Prolongation habe ich den Zinssatz noch einmal halbieren(!) können.

    Aber: Es ist wie immer viel einfacher zu prognostizieren was passieren wird, als wann es passieren wird..

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • Diese Theorien gab es, das stimmt. Wobei, mainstream war das nicht grade, auch nicht hier im Forum. Von dem her wäre es schwer gewesen zu erkennen warum diese Minderheitenmeinung (und nich andere) eintreten sollen.

    wobei ich mich meine zu erinnern dass Balkenchart einen enormen Goldpreisanstieg, Rückkehr zur Golddeckung etc erwartete und dass die Amis den Ölpreis hoch halten wollen und den Goldpreis niedrig und die Saudis andersrum etc. Da waren also auch reichlich nicht zutreffende Vorhersagen dabei.

    Oder werf ich jetzt was durcheinander?!


    Mich selber hatte (eine Zeitlang) auch „this time is different“ von Rogoff stark beeindruckt. Bislang völlig zu unrecht....

    Wo wir richtig lagen:

    Dass sich Inflation auf Vermögenspreise konzentrieren wird, nicht auf Konsumgüter.

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  • Das wird die Sorgen der deutschen Exportwirtschaft mit Bezug auf Anlagenbau und Automobilbau vor einem ausgewachsenen Handelskrieg weiter anheizen.

    Kurzfristig erwarte ich ein Blutbad bei deutschen Werten, mittelfristig allerdings ein Schnäppchenparadies.

    Und ich habe nach wie vor den Eindruck, dass Trump die Strategie fährt, nach einer vielleicht sehr heftigen Eskalationswelle spätenstens im nächsten Jahr eine Handelsvereinbarung sowohl mit China als auch mit Europa zu präsentieren, um sich zu den Wahlen als erfolgreicher Dealmaker präsentieren zu können. Dann würden die ganzen jetzt niedergeprügelten Exportaktien in einen steilen Rallygang umschalten.

    Sofern man das Timing dieser "Frohen Botschaften vor den Wahlen" gut abschätzen könnte, ließen sich zuvor im "Schnäppchenparadies" gute Einkäufe tätigen. Vorschläge für ein cleveres Timing?