Die Lage

  • woodpecker, da kann kein Geld rein. Diese Vorstellung haben viele, sie ist aber falsch: Aktien und Geld wechseln den Besitzer.

    Das Geld bleibt im System erhalten. Schau: Du verkaufst mir Aktien, dann habe ich Deine Aktien und Du mein Geld.

    Volkswirtschaftlich macht es doch keinen Unterschied, ob ich die Aktien habe und Du das Geld, oder umgekehrt.

    Geld kann da nicht "rein", und Aktien nicht "raus".

    Geld kann nicht rein ? Wenn ich die Lizenz zum Gelddrucken und ausgeben habe dann bleibt zwar der Wert der Aktie gleich, der Kurs steigt aber. Aktien, Anleihen und Geld wechseln nicht einfach den Besitzer. Am Ende hat der bessere Händler resp. wer am längeren Hebel sitzt Wert und Geld :/. Was mich in dem Zusammenhang immer schon mal interessiert hat, wenn Buffet den SP500 kauft, stützt er dann den eigenen Aktienkurs ?

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • looser: so ist es. Geld kann nicht rein. Die Banken bunkern Bargeldscheine in Tresoren, dort kostet es keine negativ-Zinsen - irgendwo muss es ja hin, also in Tresore - da kann es rein, aber nicht in den Aktienmarkt, dort wird immer nur Tausch "Aktien gegen Geld" stattfinden.

    Was sich bei den Kursen aendert ist die Bereitschaft zu welchem Kurs man tauscht. Du kannst viel Geld fuer wenige Aktien tauschen oder wenig Geld fuer viele Aktien.

    Das ist unabhaengig davon, wieviel Geld im System schwappt.

    Und egal wieviel Geld im System schwappt - solange ein paar wenige reiche Haende es auf ihrem Konto akkumulieren und es also nicht ausgeben - solange steht es nicht allen Waren gegenueber.

    Wenn aber mal alle ihr Geld den Waren gegenueberstellen moechten, werden wir eine Hyperinflation bekommen. Und dann steigt die Bereitschaft viel Geld fuer wenige Aktien zu tauschen.


    Woran erkenne ich nun, ob Inflation ist oder nicht? Nun, der Hussmann schreibt, der beste Vorhersage-Indikator fuer Inflation ist Inflation!

    Du hast vermutlich immer noch genug Zeit wenn die Inflation immer mehr anzieht. Hoffentlicht.


    Das ganze QE -- es treibt nicht die Aktienkurse weil Geld hineinfliesst. Das wird immer nur behauptet.

    Das neuerlich aufgelegt QE Program wird das auch nicht tun, keine Sorge. Geld kann nicht rein.

    Was die EZB dort macht ist: eine Destabilisierung des Systems. Alle verrueckt!

    Erinnert mich an einen Staudamm, wo man den Wasserstand auf der einen Seite immer mehr erhoeht und darauf hofft, dass dadurch die Turbinen schneller laufen (wegen hoeherem Wasserdruck), wobei die Turbinen schon brummen, aehnlich wie ein Auto brummt wenn Du 80km/h im Rueckwaertsgang faehrst. Dabei riskieren sie, dass der Damm bricht.


    Niedrige Zinsen: es scheint die Neigung der Anleger zu mehr Risiko anzutreiben.

    QE wird solange funktionieren, wie diese Risikoneigung funktioniert.

    Zockst Du jetzt speziell mehr, weil die EZB QE betreibt? Ist auf Deinem Konto dadurch mehr Geld?

    Nun, wenn nicht, Du koenntest immerhin einen Kredit aufnehmen, denn die Zinsen sind billig, und dann kannst Du schauen, ob jemand seine Aktien verkaufen moechte, jemand einen Tausch mit Deinem Geld eingeht. Derjenige der dann seine Aktien hergibt, der hat dann dein Geld.

    Allerdings - Jetzt, wo alles crasht, hat QE gar keinen Effekt, nehme ich an.

    Wer Angst hat vor Kursverlusten wird nicht Kredit aufnehmen und Aktien dafuer kaufen. Der Zins ist zwar null oder sogar leicht negativ, aber wenn Du Kursverluste machst dann hast Du trotzdem den Kredit zu tilgen, und wie willst Du das Geld dafuer auftreiben? Fuer den Tausch Deiner Aktien bekommst Du bei fallenden Kurse spaeter weniger Geld als Du dafuer gezahlt hast.


    Niedrige Zinsen koennen also Aktienkurse antreiben, solange niemand Angst vor weiteren Kursverlusten hat. Aber rueckzahlen musst Du, und niedrige Zinsen werden dich nicht antreiben jetzt Aktien zu kaufen, wenn Du Angst hast. Da ist es ziemlich egal, ob es Wucherzinsen von 1.5% gibt, oder Nullzinsen. Das macht fuer Dich einen so laecherlich kleinen Unterschied, wenn Du Angst vor erheblichen Aktienverlusten hast. Die Risikoneigung ist derzeit "Risk-off".

    Und wenn QE doppelt so hoch waere: Guck auf Dein Konto - wenn Du nicht auf kredit zocken willst, dann willst Du nicht. Nicht wenn Dich der Kredit 1% kostet, nicht wenn er dich 0.5% kostet, oder die EZB dafuer sorgt, dass der Kredit Dich 5 mal weniger kostet als 0.5% (naemlich nur noch 0.1%) - Du willst das Risiko nicht eingehen und auf den Schulden sitzenbleiben, egal wie hoch der Zins ist - die Tilgung ist das was Dir Angst macht. Wenn Du nicht willst, dann willst Du nicht - Basta!


    Oder denken wir jetzt alle: "EZB - bitte noch mehr QE, bitte die Staatsverschuldung von 60% auch 120% hochtreiben und den Zins von 0.1% nochmal ums zehnfache verbilligen (auf 0.01%) - dann sind wir alle 10 mal soviel bereit doch noch auf Kredit zu zocken!"

  • Hi Joe, interessante Diskussion.

    Einige Punkte teile ich, andere nicht.

    Ich versuche mal einzeln drauf einzugehen:

    Das ganze QE -- es treibt nicht die Aktienkurse weil Geld hineinfliesst, das wird immer nur behauptet.

    Das neuerlich aufgelegt QE Program wird das auch nicht tun, keine Sorge. Geld kann nicht rein.

    Gut, du hast Recht: "Rein" kann Geld nicht. Beides ist immer da, Aktien und Geld.

    Aber wie du schreibst, der Wechselkurs kann sich ändern.

    Und die Bereitschaft auch zu einem höheren Wechselkurs (=höhere Kurse) Aktien zu erwerben.

    Wenn ich also schreibe "Geld will rein", war das zugegeben unpräzise, aber ich meine "Es scheint viele Leute zu geben die momentan ihre Allokation in Aktien erhöhen wollen, ggf. auch zu höheren Wechselkursen".

    Ich denke so weit sind wir einig dass man das so ausdrücken kann?


    Niedrige Zinsen: es scheint die Neigung der Anleger zu mehr Risiko anzutreiben.

    QE wird solange funktionieren, wie diese Risikoneigung funktioniert.

    So ist es!

    Das QE kann schon WIrkung haben, wenn es die Neigung zu höherer Aktienallokation erhöht.

    Und das kann es zB über die Opportunitätskosten.

    Klar, jemand der (wie du?) strikt nach Kennzahlen geht, oder wenn jemand mit dem kompletten Kollaps des Marktes rechnet, den schert das nicht.

    Aber die meisten werden eine Abwägung treffen. Sie sagen "Hm, ich kann mehr in Anleihen allokieren, mehr in Cash auf dem Konto oder mehr in Aktien".

    Wenn nun die Allokation in Anleihen nix abwirft steigt tendentiell die Bereitschaft auch zu höheren "Wechselkursen" und zu etwas mehr "Risiko" in Aktien umzutauschen.

    Dem wirst du doch auch zustimmen?!


    Zockst Du jetzt speziell mehr, weil die EZB QE betreibt? Ist auf Deinem Konto dadurch mehr Geld?

    Nun, wenn nicht, Du koenntest immerhin einen Kredit aufnehmen, und die Zinsen sind billig, und dann kannst Du schauen, ob jemand mit Dir seine Aktien verkaufen moechte im Tausch zu Deinem Geld. Derjenige der dann seine Aktien hergibt, der hat dann dein Geld.

    Antwort: Ja!


    Ganz konkret. Wir haben vor einem Jahr ein Haus gekauft. Neben einer erfreulichen Gelegenheit war einer der Gründe - trotz hoher Preise - die extrem niedrigen Zinsen.

    Wir haben einen deutlich höheren Anteil über Kredit finanziert als das bei höheren Zinsen möglich gewesen wäre.

    Die Rechnung war ganz einfach: Welche Zinsen+Tilgung können wir sicher und dauerhaft aus laufenden Einkommen bezahlen?

    Diesen maximalen Kredit nimmt man dann. Ein no-brainer, wenn der Kredit 0,75% pro Jahr kostet, und Aktien im Schnitt 7% bringen, nicht wahr?

    Bei den aktuell niedrigen Zinsen kam da also ein deutlich höheres Kreditvolumen raus. Und somit habe ich deutlich mehr Eigenkapital um es weiter in Aktien zu allokieren.

    QE wirkt also schon!

    Wer angst hat vor Kursverlusten wird nicht Kredit aufnehmen und Aktien dafuer kaufen.

    Hier dagegen stimme ich zu.

    Wenn Anleger voll "paralysiert" sind, nutzt QE nichts.

    Es muss die erwartung da sein (wie bei mir), dass Returns > Zins genieriert werden, sonst bringt das alles nix.

    Aber: Auch wenn du von "risk off" sprichst, heißt das ja nicht dass alle jetzt mit Null oder negativer Rendite rechnen. Schau dich hier im Forum um.

    Also sollten wir uns einigen: QE und Zinssenkungen helfen schon. ABER eben umso weniger je geringer die Risikoneigung der Anleger.

    Das ist es glaube ich was "Transmissionsfaktor der Geldpolitik" oder so genannt wird.

    Es stimmt dass der seit Jahrzehnten fällt, einerseits weil die Renditeerwartung sinkt und andererseits weil die Verschuldung steigt und somit die Bereitschaft noch mehr Schulden aufzunehmen sinkt.

    Die Waffe wird also immer stumpfer, hier bin ich bei dir.

    . Da ist es ziemlich egal, ob es Wucherzinsen von 1.5% gibt, oder Nullzinsen. Das macht fuer Dich einen so laecherlich kleinen Unterschied, wenn Du angst vor erheblichen Aktienverlusten hast.

    Wenn ich mit Verlusten rechne, ja, dann will ich natürlich nicht auf Kredit zocken.

    Wenn ich aber mit Gewinnen rechne (und ich zum Beispiel tue das, auf die lange Sicht), dann macht der Zins eben schon nen Unterschied, siehe Haus-Beispiel.


    wp


    Hat uns das jetzt weitergeholfen zu erkennen wie es mit dem Markt weitergeht?!

    Naja, ein wenig vielleicht schon.

    Also ich zumindest bin - obwohl auch aus der strikt mechanischen Ecke kommend - mittlerweile überzeugt dass man die Bereitschaft zu einem höheren Wechselkurs, also höherer Multiples etc. nicht unabhängig vom Zinsniveu betrachten darf...zumindest dann nicht wenn man glaubt dass die jetzt dauerhaft niedrig bleiben (ich glaube das aus verschiedene Gründen die wir separat erläutern können).

    Exponentialfunktion zu Polynomfunktion zu linearer Funktion verhält sich wie: Darth Vader zu Frodo zu Mickey Mouse.

    "If you have a nail and a hammer, then use it!"

  • Quote

    "Es scheint viele Leute zu geben die momentan ihre Allokation in Aktien erhöhen wollen, ggf. auch zu höheren Wechselkursen"

    Das ist sicher nicht der Fall, sonst haetten wir ja keinen Crash. Das aendert sich sicher nicht so schnell, ein Trendwechsel hat vermutlich stattgefunden: von "risk-on" zu "risk-off".


    Ich habe ja schon Zweifel, ob es etwas bringt die Zinsen von 4% auf 2% zu senken (so wie das in frueheren Crashs der Fall war, und offensichtlich den Boersen nichts half. Im Jahr 2000 fingen die Zentralbanken an den Leitzins zu senken, und doch crashte es dennoch 3 Jahr lang!).

    wenn aber von 4% auf 2% nicht half... wie sieht es jetzt aus von 0.75% auf 0.375%? oder noch niedriger? - das Schwert "Buttermesser" war vorher schon stumpf. Und jetzt ist es noch stumpfer.

    Speziell bringt das neue QE nichts bei Aktien. Den no-brainer den Du ansprichst funktioniert nicht nur bei 0.75% sondern auch bei 0.65% - die EZB glaubt das macht einen riesen Unterschied,


    Ich glaube es macht keinen Unterschied, QE ist sinnlos, und sogar gefaehrlich, es ist verrueckt.

    Die vorherrschende Risiko-Aversion ist noch lange nicht soweit abgesunken dass man mit spitzem Bleistift rechnet: 0.75% vs 7%.

    Wenn jemand rechnet, dann eher 0.75% vs -10%.

    Noch dazu Tilgung! Die Tilgungsrate macht viel mehr aus als der Zins.



    Quote

    Hat uns das jetzt weitergeholfen zu erkennen wie es mit dem Markt weitergeht?!

    Naja, ein wenig vielleicht schon.

    Ja, es hat hoffentlich Dir geholfen wieder klar zu sehen. Manchmal muss man erinnert werden?


    Als die Risikoneigung da war, da war man bereit eine 3 Jahre laufende "B1-Anleihe" zu kaufen weil sie wenigsten 3.2% versprach. Man guckte sich auch die Zahl hinterm Komma an: diese Anleihe bringt 3.2% jene sogar 3.4% - die nehme ich!


    Momentan liegt der Rendite-spread aber eher bei 12-18%.


    Und wie muss es erst bei Aktien aussehen? Aktionaere wollen im Schnitt immer mehr Rendite als die Bond-Holder.

  • Joe : In der Kürze liegt die Würze. Banken können Geld nicht ohne Kosten lagern. Privatpersonen auch nicht. Wenn ich keinen Wertverlust will muß ich mein Geld anlegen. Weil Banken keinen Wertverlust wollen zahlst du eben Zinsen. Weil niemand Verluste mag, wandert das Geld unter anderem auch über Aktien in Sachwerte. Und ohne Beweis: ohne QE wäre der Markt bei mindestens -50%. Never fight the FED ist eine Grundregel die man als Aktionär verinnerlicht haben sollte. So gesehen angesichts des Volumens von frischem Geld (ein Angebot dass man als Bank nicht ablehenen kann - die Mafia ist überall :)) beachtlich, dass der Markt noch immer unten ist.

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  • Zum Geld, schlaue Leute haben vorgebracht, dass Geld kein Ding sei. Da ist was dran. Wobei eine enge Gelddefinition anzulegen ist: Geld sind Scheine und Guthaben bei der Zentralbank (sogenanntes ZB-Geld). Alles andere, also z.B. Kontostände bei Banken, Brokern, Versicherungen etc, sind Forderungen/Guthaben. Diese können in beliebiger Menge erzeugt werden, wenn die Partner entsprechende Verträge schließen.


    Joe und ich könnten bspw. einen Vertrag abschließen, der @Joe verpflichtete, mir einen Monat lang Zugang zu seiner Datenbank zu gewähren und der mich verpflichtete, ihm am Monatsletzten den Gegenwert von sagen wir tausend Euro zu bezahlen und das von Monat zu Monat jeweils zu verlängern. Schon haben wir monatlich tausend Euro Forderung/Guthaben geschaffen, ohne dass Geld im Spiel war. Wir hätten auch zehntausend oder hunderttausend Euro vereinbaren können, das lag ganz bei uns. Wenn es ans Bezahlen geht, trete ich @Joe den Gegenwert in Form einer Forderung an meine Hausbank ab, mittels Banküberweisung oder Scheck. Unsere Banken regeln das untereinander, unter Umständen begnügt sich @Joe s Bank nicht mit einer Forderung gegen meine Bank, sondern möchte, dass meine Bank seiner Bank eine Forderung auf ihr Guthaben bei der Zentralbank abtritt, wozu sie berechtigt ist. Nur in diesem Fall kommt Geld überhaupt ins Spiel. 2008 war das eine direkte, gravierende Folge der Krise, dass Banken keine Forderungen gegen andere Banken mehr akzeptiert haben, sondern immer ZB-Geld sehen wollten.


    D.h., es gibt demnach nur Forderungen und Guthaben, die die Wirtschafter nach Belieben selbst erzeugen und vernichten, nur zum Bezahlen braucht man unter Umständen Geld, aber die Masse der Bezahlvorgänge findet durch das Abtreten von Forderungen statt.


    Insofern gibt es keine "Geldmenge", allenfalls eine Geldsumme, die aber nur in einem völlig gewillkürten Verhältnis zu der Summe der kaufbaren Dinge (z.B. Aktien oder Klopapier etc) steht.


    Das Geld steht also nicht an der Seitenlinie, sondern die Kreditfähigkeit. Manchmal erteilen sich die Akteure mehr Kredit zum Akienkauf und manchmal weniger.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.

  • Wenn es nur Forderungen und Guthaben gibt, wie sieht das mit QE oder gar mit Helikoptergeld aus? Und wenn du einen Vertrag mit Joe machst, hast du da nicht auf die Steuer vergessen? Vielleicht gibt es ja doch eine "Geldmenge" an der der Staat dann mitnascht.

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  • Quote

    Weil niemand Verluste mag, wandert das Geld unter anderem auch über Aktien in Sachwerte

    looser : Und warum sollte dann jemand bereit sein, Dir seine Aktien fuer Geld zu verkaufen, wenn niemand diese Verluste will?

    Das Geld bleibt (schwappt) im System, und irgendjemand besitzt es. Und irgendjemand hat diese Verluste von denen Du sprichst.

    Es kann von Deinem Konto abwandern, aber es landet dann auf das Konto von wem anderes. Und niemals verwandelt es sich in etwas anderes als Geld. Wobei Lando darauf hinweisst, dass Forderungen oft als Geld gesehen werden. Aber bevor Du Lando verstehen kannst, musst Du verstehen, dass Geld sich nicht in Sachwerte verwandelt oder in Aktien, es fliesst nirgendwo hinein, weil es gleichzeitig wieder herausfliesst. Es wechselt den Besitzer. Vielleicht will keiner das Geld haben, aber einer muss es haben! (Edit: wobei - gib mir einen guten Preis fuer meine Aktien, und ich nehme Dein Geld. Was heisst hier ich will kein Geld haben? Doch, ich will schon.)


    Lando :

    Ein herrliches Beispiel, Danke dafuer. Ich brauche ein wenig um es 100% nachzuvollziehen, aber habe es so zu 80% nachvollziehen koennen. Dieses linke Tasche rechte Tasche spielchen, fractional Banking, das zeigt eigentlich wie verrueckt unser Geld-System ist.

    Ein Problem ist sicherlich auch, dass zwischen den unterschiedlichen Geld-Arten kein Unterschied gemacht wird, aber im Ernstfall dann eben doch, und daher kommt wohl auch der Spruch: "nur Bares ist Wahres".

  • Beim QE kauft die Zentralbank den Akteuren Forderungen ab, bevor diese fällig werden. Um bei dem Beispiel zu bleiben, QE wäre, wenn Joe aus irgendwelchen Gründen bereits am 10. über das verfügen wollte, was er erst am Ultimo erhalten soll. Er bringt den Vertrag zur ZB, und erhält dafür Geld (ggbfls. diskontiert).


    Einschub: Das war die Wechselrefinanzierung, über die die Buba während des Wiederaufbaus ca. 35% der deutschen Wirtschaft refinanzierte, bis Kohl sie auf Druck der Banken abschaffte.


    Helikoptergeld wäre Geldausgabe, bloß ohne dass die Zentralbank dafür irgendwelche Wertpapiere erhält. Das könnte den Geldwert beeinträchtigen und wäre ein Bruch des erfolgreichen Systems, Geld nur gegen Sicherheiten auszugeben, die irgend ein Schuldner einlösen muss.


    Manche Leute meinen, dass das Geld überhaupt aus der Abgabe entstanden sei. Der Herrscher (Staat) verlangt eine Abgabe in Geld zum Termin und droht mit Sanktionen bei Nichterfüllung. Die Untertanen, die vorher nur ihre Gärtchen zur Selbstversorgung bestellt hatten, müssen nun erstens Überschüsse erzeugen (die sie abgeben können ohne Hunger zu leiden), und zweitens für diese Mehrproduktion jemanden finden, der ihnen Geld dafür gibt, damit sie das zum Termin dann dem Herrscher geben können. Was macht der Herrscher damit? Der gibt es seiner Palastwache als Sold, die sich damit die Produkte auf dem nun entstandenen Markt kauft und die Untertanen dadurch mit dem Geld versorgt. Der Markt mithin als Abkömmling des Abgaben fordernden Staates.


    Genau diesen Kreislauf konnte man noch vor kurzem in Somalia beobachten. Der Warlord eines Bezirks liess durch seine Kumpane Straßensperren errichten, die Passierenden mussten eine Gebühr an Geldscheinen entrichten (durch die sanfte Überzeugungskraft einer Gewehrmündung), womit Warlord und Korona sich ihrerseits auf dem Markt wieder mit Gütern eindeckten. Der Wert der Währung entsprach ziemlich genau den Druck- und Transportkosten, den die Schweizer Druckerei für die Scheine verlangte, ganz ohne Zentralbank.

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  • Joe : ...Weil niemand Verluste mag, wandert das Geld unter anderem auch über Aktien in Sachwerte. ...

    Joe mein folgendes: Geldbesitzer bekommt Aktien <> Aktienbesitzer bekommt Geld


    Bis auf Gebühren und Steuern, ist dieser Tausch ein Nullsummenspiel, es können im Prinzip* nur so viel Leute in Aktien gehen, wie gleichzeitig raus gehen.

    ( *Leerverkäufer können die Anzahl der Aktien erhöhen )

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Das Joe das meint ist mir schon klar. Was Joe aber nicht klar ist, die Geldmenge die bewegt wird kann bei Kauf und Verkauf durchaus ungleich sein.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Joe mein folgendes: Geldbesitzer bekommt Aktien <> Aktienbesitzer bekommt Geld


    Bis auf Gebühren und Steuern, ist dieser Tausch ein Nullsummenspiel, es können im Prinzip* nur so viel Leute in Aktien gehen, wie gleichzeitig raus gehen.

    ( *Leerverkäufer können die Anzahl der Aktien erhöhen )

    Ein Thema für einen anderen Faden, aber Du musst bei Gelegenheit mal erklären wie Shortseller die Anzahl der Aktien erhöhen können. (Dann will ich auch diesen "Aktiendrucker" haben. Zahle Höchstpreise!)

  • Quote

    Geldmenge die bewegt wird kann bei Kauf und Verkauf durchaus ungleich sein.

    200 Aktien von VW kosten mehr als 100 Aktien von VW. Natuerlich ist mir das klar.

    Mir ging es darum, dass Geld nicht in den Aktienmarkt fliesst. Weiss nicht wie ich Dir das noch erklaeren kann. Ich glaube das Problem hierbei ist, dass die Realitaet so ganz anders ist als das was man oft woanders gelesen hat. Das was Du meinst zu wissen ist leider falsch. Und Du wirst es immer wieder falsch irgendwo lesen.


    Mir faellt dazu nur Goethes Weisheit ein:

    Quote

    … Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.


    Johann Wolfgang von Goethe


    (dazu passend auch Mahatma Ghandi's Zitat: "Der Irrtum wird nicht zur Wahrheit, weil er sich ausbreitet und Anklang findet")

  • habe USA reduziert und das in Singapur als ETF DBX0KG angelegt,

    grurufocus.com dichtet:


    "The stock market of Singapore is expected to return 23.5% a year for the coming years. This is from the contribution of economic growth in local current prices: 4.46%, Dividend Yield: 6.13% and valuation reverse to the mean 12.94%"

  • Ein Thema für einen anderen Faden, aber Du musst bei Gelegenheit mal erklären wie Shortseller die Anzahl der Aktien erhöhen können. (Dann will ich auch diesen "Aktiendrucker" haben. Zahle Höchstpreise!)

    Sie verkaufen Aktien die sie nicht besitzen, sondern nur geliehen haben.

    Genau darum hat ja Cum-Ex geklappt.


    Aber klar gedruckt wird nichts.


    P.S. Es kommt ja ab und zu vor, das mehr Aktien verkauft wurden, als noch frei auf dem Aktienmarkt verfügbar sind Bsp: damals VW/Porsche.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Ein Thema für einen anderen Faden, aber Du musst bei Gelegenheit mal erklären wie Shortseller die Anzahl der Aktien erhöhen können. (Dann will ich auch diesen "Aktiendrucker" haben. Zahle Höchstpreise!)

    Willst du das wirklich? ;-)
    Das Risiko beim Leerverkauf und der daraus resultierenden temporären Aktienvermehrung ist das "temporär".
    Wenn andere den Aktienmarkt leerkaufen, bevor der Leerverkäufer sich eindeckt, kann er richtig fies "gecornert" werden. Dann können die Kurse grandios explodieren und der Verlust ist theoretisch unbegrenzt.
    Aus dem Grund halte ich mich bei Shortversuchen stets an Puts, da ist der Verlust auf den Einsatz begrenzt.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Der Gedanke kam mir auch schon...

    https://www.n-tv.de/politik/De…rken-article21689632.html

    Quote

    Ein Anschlag wäre also nach der Logik der Terroristen strategisch vernünftig in der Corona-Krise. Der Sicherheitsapparat in Deutschland, wie auch in anderen westlichen Ländern, ist dieser Tage nicht so stark wie sonst. Auch der Bundesnachrichtendienst ist vor Corona nicht sicher, viele Entscheider sitzen im Homeoffice. Zusätzlich herrscht in der Bevölkerung ohnehin schon eine gewisse Unruhe wegen der Pandemie.

  • Terroristen scheinen nicht besonders organisiert zu sein. Sind wohl eher einzelne Amoklaeufer, allenfalls kleine unterbelichtete Gruppen von fuenf Leuten oder so.

    Mich wundert das sich kein Terrorist freiwillig angesteckt hat, um dann in vollen U-Bahnen zur Hauptverkehrszeit herumzufahren, zu husten und Tuerklinken auf oeffentlichen Klos anzulecken. Das waere ganz gut moeglich gewesen vor 3-4 Wochen.