Die Lage

  • Aus der Vogelperspektive haben wir was den Arbeitsmarkt angeht wohl 2 ganz große Trends:


    1. Automatisierung /Roboterisierung: Es werden keine Arbeitskräfte mehr gebraucht

    2. Starker Rückgang der Erwerbsbevölkerung mit c.p. starken Lohnsteigerungen


    Gesamtwirtschaftlich könnte sich das in etwa ausgleichen.


    Im Detail dürften schwer ersetzbare (entweder durch AI oder Zuwanderung) Arbeitskräfte einen großen Vorteil haben. Wer das jetzt genau ist wird sich wohl erst raus stellen. Jung und gut ausgebildet zu sein dürfte wie immer helfen.

  • Einfache Lösung: Das Renteneintrittsalter wird steigen.

    Auch wenn viele Politiker es nicht wahrhaben wollen, aber das halte ich auch für unumgänglich. Die obige Grafikt zeigt das deutlich. Bei den Beamten (Pernsionären) könnte man das Pernsionsalter durchaus schon jetzt auf 75 Jahre erhöhen, weil es hier nicht den vielzitierten Dachdecker gibt, den man (berechtigterweise) mit 67 nicht mehr auf das Gerüst schicken kann. Zumal ich die Pensionen im Vergleich zu den Renten zu hoch finde.

  • Ansonsten wird sich die Demographie erst in ca. 20-30 Jahren auf den Immobilienmarkt auswirken

    Das gehört wohl eher in den Immobilienthread, aber wenn ich mir die aktuelle Alterstruktur in D anschaue, dann würde ich schon schätzen, dass es in späestens 10 Jahren soweit ist. Es kommen immer weniger jüngere nach und gleichzeitig sind die Boomer dann in dem Alter des allerletzten Umzugs.

    Warum wird es noch 20-30 Jahre dauern?

  • Automatisierung ohne Gewerkschaftseinwand.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Die Boomer sind mMn Jahrgang 59-69, als jetzt 62- 52 Jahre alt. D.h. in 10 Jahren sind sie 72-62 Jahre alt. Da sollten die meisten noch leben. Selbst in 20 Jahre sind sie grade mal 82-72. Das erreichen immer noch viele.Erst danach rechne ich mit deutlichem "Schwund".

  • Das gehört wohl eher in den Immobilienthread, aber wenn ich mir die aktuelle Alterstruktur in D anschaue, dann würde ich schon schätzen, dass es in späestens 10 Jahren soweit ist. Es kommen immer weniger jüngere nach und gleichzeitig sind die Boomer dann in dem Alter des allerletzten Umzugs.

    Warum wird es noch 20-30 Jahre dauern?

    Eine meiner Faustregeln ist: Demographie ist als Indikator für Anlageentscheidungen völlig unbrauchbar.


    Bis es soweit ist passiert meistens soviel anderes, was dann wiederum die Demographischen Entwicklungen zum aller größten Teil irrelevant macht.


    Die Story "Boomer und Aktienmärkte" kenne ich schon seit über 20 Jahren mit einer Trefferquote von 0,0%.

  • Ich vermute der primäre Effekt dürfte der Arbeitsmarkt sein.


    Wenn ich der volkswirtschaftlichen Markttheorie glauben sollte, dann gibt es ja keinen Mangel (Die Preise passen sich so lange an, bis sich Angebot und Nachfrage ausgleichen, die sogenannte "der Arbeitsmarkt funktioniert wie der Kartoffelmarkt-Theorie"), deshalb will ich das Wort "Fachkräftemangel" gar nicht in den Mund nehmen.


    Aber auf dem Arbeitsmarkt dürften sich die Machtverhältnisse deutlich verschieben.

    41% aller Statistiken sind frei erfunden.

    Edited once, last by nixda ().

  • Welche Auswirkungen wird das haben? Arbeistmarkt? Löhne? Welche Aktien profitieren?

    Jung und gut ausgebildet zu sein dürfte wie immer helfen.

    Ich mache mir Sorgen um "die anderen" und befürchte eine weitere Spaltung der Gesellschaft / Zulauf zu den politischen Extremen. Das kann ja nicht ewig so weitergehen, sondern der Trend muss sich ja wieder umkehren.

    Aber was ist das verbindende Element?

    Ich setze auf die immer offensichtlicher werdende Umweltkatastrophe in der wir uns befinden. Wenn das nicht als Trigger reicht, hat es die Menschheit nicht besser verdient ;)


    Edit: Wer profitiert? Wie bisher Wasserstoff & Cannabis 8)

    Um mich herum sehe ich andere kleinere Profiteure von dem Trend. Yoga-Matten aus geschnetzelten Surfanzügen, etc... Aber das ist alles nicht investierbar.

    "markets can stay longer irrational than you solvent"

    🚀🚀🚀 YOLO -> TO DA MOON 🚀🚀🚀

    Edited 2 times, last by 1000prozent ().

  • "Die immer offensichtlicher werdende Umweltkatastrophe" wird eher eine Belastung für die Gesellschaft werden, weil es offensichtliche Verlierer geben wird und andere, die sich die erwartbaren Kosten einfach werden leisten können. Für die Aktivitäten zum Eingrenzen der Umweltkatastrophe gilt das gleiche.

    Ich denke, dass sich die hier zwangsläufig entstehenden zusätzlichen Spannungen nur auffangen lassen, wenn alle Bürger ein gewisses Vertrauen in eine "faire" Gesellschaft haben dürfen.


    Diesbezüglich bin ich ganz langweilig, aber in meinen Augen hilft gegen ein Auseinanderdriften der Gesellschaft, einerseits beim Auseinanderdriften von Einkommen, Vermögen und Bildungsperspektiven gegenzusteuern und andererseits Wertschöpfung zu fördern, weil steigende Ausgaben nur durch steigende Wertschöpfung finaziert werden können. (Und ja, der Zielwiderspruch ist mir bewusst). Also großenteils klassische Sozialpolitik, die viele im Forum tendenziell schmerzen dürfte:
    - Mindestlöhne, zu denen man auch ernsthafte Rentenansprüche erwerben kann.
    - Höhere Besteuerung hoher Einkommen (Beispielsweise Rückkehr zum Niveaus der Kohl-Regierung in den Achtzigern)

    - Deutlich höhere Besteuerung von Geld-Erbschaften (denn damit wird keine wertschöpfende Leistung der Erben belohnt). Zugleich würde ich Die Erbschaft von Unternehmensstiftungen, bei denen die Erben nur Erträge (also Dividenden nach notwendigen Reinvestitionen) entnehmen können, weiterhin bevorzugt behandeln, denn dort wirkt das akkumulierte Kapital weiterhin wertschöpfend

    - Systeme unterstützen, die eine Gleichbehandlung in Bildung (Förderung staatlicher Schulen und Hochschulen gegenüber privaten Institutionen) als auch in der Gesundheitsversorgung (--> Bürgerversicherung) unterstützen.
    - Das Recht auf bezahlbares Wohnen (nicht unter einem Mietniveau, dass die Erhaltung und den Ausbau des Wohnbestands sichern) unterstützen, beispielsweise durch Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit, die es bis Ende der Achtziger gab.


    Ich bin davon überzeugt, dass diese (sehr traditionell sozialdemokratischen) Ansätze einerseits für die Besserverdienenden eine finanzielle Belastung gegenüber anderen Ansätzen darstellen, aber dass eineresultierend faire Gesellschaft auch für diese eine lebenswertere Gesellschaft ist. In meiner Zeit in Brasilien erlebte ich, wie eine großenteils aus krasser Ungleichheit resultierende hohe Kriminalität die Lebensqualität auch der Wohlhabenden massiv senkte. Ich begegnete Traumata als Folgen von Überfällen, wie ich sie hierzulande nicht kannte. Man glaubte mir dort schlicht nicht, dass es in Berlin für mich keine NoGo-Areas gebe, in die ich mich nur unter Lebensgefahr begeben könnte, weil es dort schlicht selbstverständlich war.Ich begegnete einem Selbstrückzug der Gutverdiener in gut abgesicherte "gated communities", die für mich einem Verlust eines relevanten Teil des Landes, des Lebens und der Lebensfreude gleichkam. In meinen Augen war es das nicht wert, diese Entwicklung möchte ich vermeiden.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Die Boomer sind mMn Jahrgang 59-69, als jetzt 62- 52 Jahre alt. D.h. in 10 Jahren sind sie 72-62 Jahre alt. Da sollten die meisten noch leben. Selbst in 20 Jahre sind sie grade mal 82-72. Das erreichen immer noch viele.Erst danach rechne ich mit deutlichem "Schwund".

    Statistiker definieren die Boomer als die Jahrgänge 1955-1969. Die sind also jetzt so zwischen 52 und 66 Jahre alt. Die Altersgrenze der im Jahre 1955 Geborenen ist 65 Jahre und 9 Monate. Folglich haben bereits im vergangenen Oktober die ersten offiziellen Babyboomer die offizielle Regelaltersgrenze erreicht und genießen Rente/Pension/Ruhestand, soweit sie (als Beamte) nicht eine Verlängerung der Dienstzeit (um bis zu 3 Jahre) beantragt haben.

    Die einzige Ausnahme, von der ich weiß, sind die Professoren in Niedersachsen. Für die gilt seit einigen Jahren eine Altersgrenze von 68 Jahren. Das weiß ich aber nur, weil ich einen Professor (der Mathematik, soviel ich mich entsinne) kannte, der jedem, ob er es wissen wollte oder auch nicht, erzählte, wie er von dieser Regelung um 3 Jahre seines Ruhestandes gebracht wurde. Die Regelung trat seiner Darstellung gemäß zeitlich nach seinem 65. Geburtstag, jedoch vor Semesterende inkraft. Da er folglich bei Inkraftsetzung der Regelung noch nicht pensioniert war, traf ihn die Neuregelung ohne weitere Vorwarnzeit. Verlässliche Ruhestandsplanung sähe anders aus, meinte er.

    Don't wrestle with pigs. You both get dirty and the pig likes it. (M. Twain)

  • Eine Partei mit sozialdemokratischer Politik müsste es halt geben, eine, in der die Erkenntnis nicht verlorengegangen ist, dass es nur deswegen noch Essen im Kühlschrank gibt, weil einige die Ärmel hochkrempeln und jeden Tag mit Wecker aufstehen...

  • In den USA scheint die soziale Lage desolat, wenn man diese zwei Artikel aus der NZZ liest. Jeder fünfte US-Amerikaner hat nicht genug Geld, um sich etwas zu essen zu kaufen:

    24.08.2014, also schon etwas älter (damals war noch jeder sechste US-Amerikaner nicht in der Lage, sich regelmäßig Essen zu kaufen)

    07.04.2021, also brandaktuell.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Ich mache das mal hier rein:


    https://www.businessinsider.de…es-b-bryter-tiger-global/


    Quote


    Eigentlich hatte das Software-Startup die nächste Finanzierung erst für Ende dieses Jahres oder Anfang 2022 geplant, sagt Gründer Michael Grupp. Die letzte Runde hatte das Software-Startup erst wenige Monate zuvor, im Sommer 2020, abgeschlossen. Doch der New Yorker Fonds Tiger Global sei von sich aus mit seinem Angebot auf sie zu gekommen. Und dann ging alles sehr schnell, sagt Bryter-Gründer Michael Grupp, innerhalb von vier Wochen sei die Runde zusammengekommen. „Wir hatten nicht mal Zeit, ein Pitchdeck vorzubereiten.“

    In Software Startups fließt gerade unvorstellbar viel Geld und wie man an dem Beispiel sieht sind irgendwelche Details eher wenig gefragt.


    Tiger Global, eigentlich ein Hedgefonds macht gerade ungefähr 4 Deals die Woche:


    https://www.theinformation.com…iger-globals-deal-machine


    Quote


    Tiger’s managers said in a February letter to their investors that after reflecting on that advice and the firm’s 20 years of tech investing experience, they were determined to make its “investment flywheel spin faster.” By then, Tiger had already accelerated its pace of investing in private tech companies, much to the astonishment and chagrin of rival VC firms. In the first three months of this year, the 100-person New York firm funded more than 60 companies worldwide, according to research firm PitchBook, averaging more than four deals per week.

  • So, nach paar langweiligen Monaten an der Börse, wo man es echt super einfach laufen lassen konnte, neue Bergtouren-pro-Woche Rekorde aufstellen konnte und allgemein bissl Energie sammeln, wird es langsam spannend wie es weitergeht.

    Daher mal ein paar Gedanken zur Diskussion.


    Ich hab hier im Faden vor ca. 14 Monaten als Erster die baldige Pandemie im Westen ausgerufen, daher lehne ich mich einfach mal aus dem Fenster und sage hiermit auch als Erster das baldige Ende der Pandemie im Westen voraus.

    Kann sich noch keiner so richtig vorstellen, weil in den news alles same old boring stories, irgendwelche Impfquerelen, die Frage wie man den nächsten Lockdown benennt, usw, also lohnt seit Monaten ja nicht wirklich überhaupt Nachrichten zu schauen - ich habs dann irgendwann gelassen, sehr entspannend.

    Regeln leidlich beachten (wenn man sie denn verstand), auf seine Impfung warten, sich und die Seinen bestmöglich in der Situation einrichten. Fertig, mehr konnte / kann man doch eh nicht tun.


    Aber das wird bald anders, denn Fakt ist für mich: Die Coronapandemie ist bald vorbei in der westlichen Welt.


    Mag sein dass die Zahlen noch bissl hoch zappeln, aber die knapp 1000 Toten pro Tag vom Januar werden wir in DE sicher nicht wieder sehen.

    In anderen Ländern ähnlich.

    Impfungen in Kombi mit Wetter werden den Spuk m.E. in den nächsten 1-2 Monaten beenden.

    Nicht endgülig natürlich, wie oft besprochen wird uns Corona erhalten bleiben, als eine Art fiesere Grippe, mit jährlichen Impfungen und auch etlichen Toten, vielleicht auch mit milden Massnahmen, also weiter Masken im ÖPNV, regelmäßige Tests oder so.


    Aber als dominater Schrecken ist es bald vorbei sage ich.


    Deswegen höchste Zeit über das danach nachzudenken.


    Wer will sollte mal schleunigst Flüge buchen für den Sommer denn da wird es voll werden und die Preise klettern bereits kräftig.


    Aber das ist ja Nebensache, da wir hier im Aktienforum sind ist die entscheidende Frage: Wie geht es an den Märkten weiter?


    Meine These: Nicht gut.


    Wenn man so will hat sich der Markt nach dem Schreck vor einem Jahr super mit Corona eingerichtet.

    Zahlen waren ihm bald egal, im Gegenteil, jeder Lockdown brachte die Gewissheit neuer Staatsgelder mit sich, die Freude steigender Sparquoten, und auch eine gewisse perfide "Sicherheit".

    Klar, mal gabs lockdown light, mal hart, mal windelweich und dann wieder super-duper-hart, mal war Norwegen das Vorbild, und Timbuktu lief mies, dann wieder war Norwegen furchtbar und Timbuktu hat frohlockt, immer gab es ex-post viele tolle Theorien warum und weshalb. Aber egal, in Summe hielt das alle andere unschönen Themen doch erfreulich fern von der Börse und der Gesellschaft. War doch wie ne Art (wenngleich unbequemer) Winterschlaf, eine Auszeit vom restlichen Lärm der Welt, nicht wahr?


    Der geht aber nun zu Ende.


    Und die Pipeline ist knackvoll mit aufgestauten Themen, die von der Gesellschaft und (für die Performance noch wichtiger) von den Börsen verdrängt wurden seit 13 Monaten.

    Globale Ungleichheit, gesellschaftliche Zerfallserscheinungen, Klimawandel, Verschuldung, Extremismus, Verschwörungen, Geopolitik, EU-Versagen, all das taugt super für schwarze Schwäne. Nach der paradoxen Logik der Börse besonders gerne in dem Moment wo ein dominierendes Problem (Covid) abgehakt wird und sich alle entspannt zurück fallen lassen wollen (Stichwort: fait accompli).


    Die Börsen sind mega-hot, eine ganze neue Generation kennt nur up, der VDAX ist superniedrig. Seltsame Vehikel wie Bitcoin, Spacs etc stehen extrem im Saft, der Kredithahn ist auf Anschlag offen. Gold ist superout. Der Mai steht vor der Tür.


    Kurzum: Wenn es in den nächsten Monaten böse crasht, würde dann in 2 Jahren rückblickend nicht jeder sagen: "War ja klar?".


    Ok, sicher bin ich natürlich nicht, sonst würd ich ja nicht diskutieren hier sondern wäre busy mit verkaufen.

    Ich habe sogar noch meinen 17.300er DAX Call im Depot. Also die Aufwärtskräfte sehe ich schon auch, die sind auch nicht ohne.


    Aber ich habe das Gefühl wenn der DAX die 17.300 knacken will dann muss er mal langsam echt Gas geben, so langsam schließt sich das Zeitfenster der "heilen Corona Finanzwelt" und was danach kommt, nun, das kann eigentlich (was die Börsenstimmung betrifft) nicht besser werden.


    Oder wie seht ihr das?


    woodpecker

    "Calm seas never made a good sailor"

    "Es gibt nichts Schöneres als einen warmen Regen nach einer kalten Dusche"

  • Da bist Du nicht der Erste hier :). Ich weiß auch nicht ob ich es war, aber vor fast einem Monat war ich schon der Meinung:


    Der "Gute Nachrichten" Thread


    Was anderes, hab nicht zum Klug-Sch.. geschrieben, das war jetzt nur zufällig :). Und zwar, Shareholder Letter von Jamie Dimon von JP Morgan. Den empfehle ich generell:


    https://www.jpmorganchase.com/…-to-shareholders-2020.pdf

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • Ich hab hier im Faden vor ca. 14 Monaten als Erster die baldige Pandemie im Westen ausgerufen, daher lehne ich mich einfach mal aus dem Fenster und sage hiermit auch als Erster das baldige Ende der Pandemie im Westen voraus.

    *hüstel* Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung kommst du mit Überlegungen für Post-Corona-Investments gut 5 Monate zu spät. ;-)

    Die Suche nach geeigneten Profiteuren Post-Corona führen wir hier seit Ende Oktober Firmen der Tourismus- und Kulturbranche und auch du hast da fleißig mitdiskutiert. ;-)
    "Meine" Schlussfolgerungen Sixt und ENAV und haben sich seit der Veröffentlichung baldiger Impfstoffe sehr erfreulich entwickelt, ebenso wie die etwas später erworbenen Container- und Öltankeraktien. Ich rechne aber jetzt nicht mehr mit so großen Sprüngen, die Kurse haben sich großenteils wieder sehr gut erholt.


    Meine "Angstbereiche" Post-Corona sind:
    - Finanzaktien: Die Schäden der Corona-Epidemie werden in ihrer Breite erst nach dem Auslaufen der Coronahilfen wirklich sichtbar werden. Ich denke, da werden noch einige Kredite platzen und vielleicht auch einige Versicherungen gefordert sein. Daher sind Finanzaktien für mich derzeit Black Boxes mit hohem negativem Überraschungspotential.

    - Corona-Profiteure von Zoom über Amazon und anderen Technikfirmen, Lieferdienste, teils auch Hersteller von Luxushersteller, die auf die Ferne funktionierten. (Meine Schwierigkeit ist Just Eat Takeaway: Einerseits sehr günstig und ich würde gerne einsteigen, andererseits gibt es bald den vollen Post-Corona-Gegenwind. Einerseits beim Kunden, aber vielleicht noch stärker an der Börse. Hmm...)

    - Anbieter von Börsenmarktplätzen (Deutsche Börse, L&S, wallstreet-online ...), da der Börsenboom nachlässt.


    Ich bin weniger von einem breiten Marktcrash überzeugt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele der Neuanleger ihr in der Krise erspartes Geld und in Aktien angelegtes Geld dort erst einmal liegen lassen (Was für die Rente...). Auch der Bitcoin ging nach dem ersten Blasenplatzen weniger zurück als ich es erwartet hätte, einige haben wirklich ge"hodl"t. Insofern rechne ich mit einem Nachlassen auf der Kaufseite, aber nicht notwendigerweise mit einem stark wachsenden Druck auf der Verkaufsseite.

    Aber da du viele dieser Neuanleger im Kollegen- und Bekanntekreis hast, kannst beim Frühstück/Mitrtag ... mal diee direkte "Marktforschung" vor Ort machen und hier berichten. ;-)


    Disclaimer: Bei meiner Markteinschätzung vor einem Jahr lag ich grottenfalsch, ich rechnete mit schwachen Märkte in der Corona-Krise. Ich kann mich jetzt wieder irren.



    PS: Wir können das gerne wieder in jenen Faden auslagern: Firmen der Tourismus- und Kulturbranche



    PPS: Auch Herzt ist wieder aus der Insolvenz zurückgekehrt. Zum Schluss haben sich die Hedgefonds gegenseitig überboten, wer den Kreditgebern am meisten zurückzahlt. Aus den zwischenzeitlich 10Cent/Dollar sind jetzt immerhin 48 Cent +X geworden:

    Quote

    Aside from that, under the financial terms of the deal, Hertz’s unsecured debt holders had agreed to an exchange of their unsecured debt claims for 48.2 per cent equity in the revamped entity with rights to acquire an additional $1.6 billion worth of equities.

    https://www.financial-world.or…trebridge-warburg-dundon/


    Hier hätte man, ähnlich wie bei Grenke, mit Anleihen eine richtig gute Rendite erzielen können - falls diese Anleihen denn börsennotiert waren.
    Hätte ich damals nie geglaubt, aber darauf kann man bei zukünftigen Insolvenzen auch mal ein Auge haben.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Das Ende von Corona als wirtschaftliches Problem ist meiner Ansisicht nach schon lange eingepreist. Wie heißt es noch, "Buy the rumour, sell the news."?


    Der Joker sind, denke ich, die Zentralbanken. Wenn sie ernsthaft bremsen, kann es locker 50% runtergehen.


    Aber wenn sie entscheiden, jegliche Turbulenzen an den Kreditmärkten auszubügeln - genug Geld gibt es ja - dann geht es eben weiter. Und bis die echte, harte, Verbraucherpreisinflation dem Spuk (so oder so) ein Ende setzt, bis dahin können noch viele komische Dinge passieren.


    Also. Timing war schon immer schwer und ist bestimmt nicht leichter geworden.