• Ich habe das nicht zum ersten Mal, aber ich werde deshalb dieses Jahr den Gann machen und morgen etliches verkaufen (bzw. schon heute, weil ich morgen nicht da bin).

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Was mir nicht gefällt sind folgende Punkte:

    1. auf Twitter posten immer mehr „Finanzmarkt-Experten“ (aber auch seriöse) Ihre Erfolge , Ihre 10-bagger, Ihr Depot Größe und wie toll es ist Geld an der Börse zu gewinnen.

    2. Es ist zu einfach durch Zinsen in der Türkei in Euro richtig Geld zu verdienen.

    3. Die Industrie / Tourismus hat es mit der Gierflation übertrieben

    4. das Fußvolk realisiert, dass der Immo-Kauf überall auf der Welt unmöglich geworden ist

    5. Lego Preise fallen schon vor Release und EOL Produkte gehen nicht mehr weg.

    6. Alle sind froh nicht direkt an der Börse zu sein, haben nur einen ETF und somit weniger Risiko (ich denke aber das ist aktuell das größte Risiko, zu wenige ETFs für die Masse an Geld , das direkt in die NVIDIas der Welt geflossen sind.

    7. Ebike Lager bumsvoll, Preise purzeln

    8. Auto zur Inspektion in die Werkstatt zu bringen ist für viele mittlerweile zum Alptraum geworden

    Gibt noch viel mehr, aber mir ist alles irgendwie zu ruhig . Russland /Ukraine Krieg, Israel Krieg , Türkei , Argentinien krasse Inflation, Urlaub nur noch Abzocke …

    Keinen juckst.

  • Also mir fiel das selber neulich auf, habe erst gestern mit meiner Frau drüber gesprochen:

    Wir hatten dieses Jahr die Zügel bislang enorm locker - für einen mit dem Frugalismus sympatisierenden Haushalt.

    Fetter Familienurlaub Ostern, weiterer Urlaub Pfingsten, etliche Kurztrips, grade die (sauteure) Fähre nach Newcastle / England gebucht, Sohn (sauteure) Sprachreise, neue (ebenfalls sauteure) Heizung ist leider fällig, viel Essen gehen trotz hoher Preise, usw.

    Nun ist doch langsam Halbmast auf dem vormals prall gefüllten Verbrauchskonto.

    Und genau wie du sagst: War auch bissl getrieben durch "ach egal, mal lebt nur einmal" und satte ATHs des eigenen Depotstands.

    Sag ich zu meiner Frau:

    Den Sommerurlaub genießen wir noch, aber danach müssen wir mal wieder etwas auf die Bremse gehen.

    Auch Türkei...sorry, aber ist echt bissl unsexy geworden bei den Preisen, den teuren Flügen, überfüllten Flughäfen etc.

    Könnte wirklich spannend werden nach der Urlaubssaison, mal schauen.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Ich habe das nicht zum ersten Mal, aber ich werde deshalb dieses Jahr den Gann machen und morgen etliches verkaufen (bzw. schon heute, weil ich morgen nicht da bin).

    Habe es nicht so verfolgt....was macht denn "Gann"?

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Um mal eine Gegenthese aufzubauen. Was ist, wenn man den zugegebenermaßen teuren US-Leitmarkt nicht fallen lassen kann und will, weil man dies als für alle sichtbares Zeichen des Niedergang global interpretieren würde („jetzt ist die Bastion USA Sturmtief geschossen), Zinssenkungen stehen vor der Tür und der Weg bis zur Wahl unf das erste Präsidentschaftsjahr sind grundsätzlich (wenn ich mich recht erinnere) statistisch Bullish. Der Crack-up Boom setzt sich fort bzw. geht in seine heiße Phase, flankiert mit Zinssenkungen und einem brutalen „America First“. Da war der Inflation Reduction Act erst ein kleines Vorgeplänkel, jetzt würde es ernst werden, in der Konfrontation der Systeme. Trump zieht gnadenlos durch. Was würde das mit dem Markt machen? Short würde ich da auf keinen Fall sein wollen (hat auch keiner hier vorgeschlagen). Grundsätzlich bin ich auf der Seite aller warnenden Meinungen hier (Länge der Hausse, Überbewertungen, Sand im Getriebe der Tech-Stocks,..) und das Portfolio ist entsprechend aufgestellt, aber abwegig ist auch das vorgenannte nicht.

  • Gemäß dem presidential cycle ist aber das Jahr vor der Wahl das beste, also 2023. Das Wahljahr selbst ist nur durchschnittlich.

    Die Hoffnung auf sechs(?) Zinssenkungen bereits 2024 hatte den Aktienmarkt bereits beflügelt. Daß man jetzt nur noch mit einer(?) rechnet, auch egal.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Um mal eine Gegenthese aufzubauen. Was ist, wenn man den zugegebenermaßen teuren US-Leitmarkt nicht fallen lassen kann und will, weil man dies als für alle sichtbares Zeichen des Niedergang global interpretieren würde („jetzt ist die Bastion USA Sturmtief geschossen), Zinssenkungen stehen vor der Tür und der Weg bis zur Wahl unf das erste Präsidentschaftsjahr sind grundsätzlich (wenn ich mich recht erinnere) statistisch Bullish. Der Crack-up Boom setzt sich fort bzw. geht in seine heiße Phase, flankiert mit Zinssenkungen und einem brutalen „America First“. Da war der Inflation Reduction Act erst ein kleines Vorgeplänkel, jetzt würde es ernst werden, in der Konfrontation der Systeme. Trump zieht gnadenlos durch. Was würde das mit dem Markt machen? Short würde ich da auf keinen Fall sein wollen (hat auch keiner hier vorgeschlagen). Grundsätzlich bin ich auf der Seite aller warnenden Meinungen hier (Länge der Hausse, Überbewertungen, Sand im Getriebe der Tech-Stocks,..) und das Portfolio ist entsprechend aufgestellt, aber abwegig ist auch das vorgenannte nicht.

    Kann ich mir gut vorstellen, dass das die Absicht ist. Es hätte ja den Effekt, dass es in usa länger „gutgeht“ und irgendwann dann richtig übel kommt. Das Irgendwann kann aber ggf. auch gar nicht kommen, weil man doch die Kurve kriegt.


    Das Vorgehen schwächt trotzdem auch die USA selbst, weil deren traditionelle Verbündete geschwächt werden. Ist also eigentluch sehr kurzsichtig, weil die werden das nicht hinnehmen und nach alternativen (brics?) suchen. Zudem ist ein Starker alleine immer durchsetzungsschwächer als eine gruppe von „mittelstarken“ Verbündeten.


    Ist das nicht insgesamt das klassische Gefangenendilemma?

  • Kann ich mir gut vorstellen, dass das die Absicht ist. Es hätte ja den Effekt, dass es in usa länger „gutgeht“ und irgendwann dann richtig übel kommt. Das Irgendwann kann aber ggf. auch gar nicht kommen, weil man doch die Kurve kriegt.


    Das Vorgehen schwächt trotzdem auch die USA selbst, weil deren traditionelle Verbündete geschwächt werden. Ist also eigentluch sehr kurzsichtig, weil die werden das nicht hinnehmen und nach alternativen (brics?) suchen. Zudem ist ein Starker alleine immer durchsetzungsschwächer als eine gruppe von „mittelstarken“ Verbündeten.


    Ist das nicht insgesamt das klassische Gefangenendilemma?

    Das klassische Gefangenendilemma hat eine gleiche Auszahlungsstruktur für die beiden Gefangenen (Symmetrie) - das wäre hier nicht der Fall. Denn definitiv sind die Gefangenen hier ungleich in den Outcomes der Strategie.

    Mal noch eine weitere These: was bedeutet es für den Markt, wenn sich Donald Trump mit Russland „aussöhnt“, in der Voraussicht, dass der große Kampf gegen China nur angegangen werden kann, wenn man einen Keil gegen die neue Allianz RUS/China und das aufsteigende Kooperationsformat BRICS/SCO treibt. Wenn China als „biggest threat“ in den Blick genommen wird und das Verhältnis zu Russland und die Eindämmung von Russland als europäisches Problem überlassen wird?


    Im Sinne von: „Russland ist nur euer Problem und ihr bezahlt jetzt adäquat für eure Wehrtüchtigkeit, denn ihr werdet sie brauchen, wir werden nicht helfen!“ - das wäre eine harte Hand des Poker Spielers Trump.

  • Das klassische Gefangenendilemma hat eine gleiche Auszahlungsstruktur für die beiden Gefangenen (Symmetrie) - das wäre hier nicht der Fall. Denn definitiv sind die Gefangenen hier ungleich in den Outcomes der Strategie.

    Mal noch eine weitere These: was bedeutet es für den Markt, wenn sich Donald Trump mit Russland „aussöhnt“, in der Voraussicht, dass der große Kampf gegen China nur angegangen werden kann, wenn man einen Keil gegen die neue Allianz RUS/China und das aufsteigende Kooperationsformat BRICS/SCO treibt. Wenn China als „biggest threat“ in den Blick genommen wird und das Verhältnis zu Russland und die Eindämmung von Russland als europäisches Problem überlassen wird?


    Im Sinne von: „Russland ist nur euer Problem und ihr bezahlt jetzt adäquat für eure Wehrtüchtigkeit, denn ihr werdet sie brauchen, wir werden nicht helfen!“ - das wäre eine harte Hand des Poker Spielers Trump.

    Darüber habe ich auch schon nachgedacht.

    Es wäre mehr als logisch, und strategisch der nächste geschickte Schachzug aus US-Sicht. (Also erst alle Bande zwischen EU und Russland zerschlagen, eine europäisch - asiatische Annäherung verhindern, die Energieversorung Europas komplett von USA (Lieferungen + maritime Handelswege) abhängig machen, die Rüstungskäufe hier ankurbeln.

    Um sich dann zurück zu ziehen und eine kaputte Ukraine und ein militärisch jetzt erst richtig erstarktes Russland Europa zu überlassen (und Waffen sowie Schutz zu "Freundschaftspreisen" zu liefern).

    Das macht Sinn aus deren Sicht, und ist in etwas das was Balkenchart früher nicht ganz zu unrecht monierte: Dass es für die USA Strategie (und nicht Fehler) sei, verbrannte Länder zu hinterlassen.

    -

    OK, aber was würde das für die Märkte bedeuten? Wie könnte man profitieren?

    Der deal den Russland mit Trump machen würde wäre vermutlich: Irgendwas in Ukraine aufgeben, damit Trump wie ein harter Hund aussieht. Und gleichzeitig (recht unscheinbar, möglichst MSM-unauffällig) als Gegenleistung die Sanktionen lockern, Russland wieder an das Finanzsystem anbinden, etc.

    Unmittelbare Wirkung wäre, dass Russisches Öl (und Gas?) wieder ungehinderter auf den Markt käme. Kosten und Transportumwege würden sinken. Der Ölpreis vermutlich auch. Nicht so gut für unsere Oiler-Aktien, aber gut für Trump wenn Öl billiger wird.

    Gleichzeitig könnte mit den ADR wieder was vorwärts gehen, wobei ich darauf nicht zocken würde....falls das überhaupt geht.

    Profitieren könnten auch Westfirmen, die noch Assets in RU haben. Fällt da jemand was ein?

    Dann alle Firmen die traditionell stark nach RU exportierten und nun unter den Sanktionen litten.

    Alles in allem nicht so einfach davon zu profitieren würde ich sagen.

    Es sei denn eben die Kaltduschervariante, also irgendwie an russische Aktien kommen...gibt es zB diesen Osteuropa Fonds noch mit dem hohen RU-Anteil? Vergessen wie der hieß...

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Spannende Punkte. Grundsätzlich würde ich mutmaßen in solch einem Szenario ist Wehrtechnik/Rüstungsindustrie weiter ein gesuchtes Feld. Gegebenenfalls eigene Europäische Champions bei Abkopplung, die sich entwickeln werden bzw. Ihre bisherige Position ausbauen können. Wer macht in Europa was mit Drohnen? Auch Raumfahrt (OHB), EADS usw. Usf. Grundsätzlich wäre hier davon auszugehen, dass das vorläufige Ende des Ukraine-Kriegs Überbewertungen nivellieren bzw. Kurse erstmal fallen lassen sollte- das wäre dann der Moment des Zupackens?!


    Sofern die USA sich aus dem Ukraine-Krieg zurückziehen, wird auch Europa bald einknicken (müssen) und den Konflikt einfrieren. Gegebenenfalls wird Polen weiter an Bedeutung gewinnen und als „Bollwerk-Staat“ im Osten etabliert werden. Mit all den Subventionen, Begünstigungen und Aufbauprozessen staatsnaher Sektoren. Bei einem „friedlichen Einfrieren“ des Konflikts wird man der Ost-Ukraine im Großraum Polen/Ukraine (der verbleibenden West-Ukraine) zeigen wollen, wie überlegen unser System ist. Marshall-Plan 2.0?


    Zweiter Aspekt wäre ein Blick an die Börse Wien und die Profiteure einer Belebung des Osteuropa-Geschäfts. Wie beispielsweise die Banken (Raiffeisen Centrobank?) ggf. Auch Logistiker und Baustoffindustrie dort. Die alten Netzwerke/Kontakte bestehen weiterhin, die Vermutung. Ebenso müsste das auch für Ungarn als theoretischer Profiteur des Wiederaufbau gelten, wenn da nicht Orban wäre.

    Was die USA und ein Eskalieren Richtung China angeht: man wird dies im Hintergrund innerhalb 3-4 Jahren vorbereiten und sollte versuchen zwischen den Zeilen zu lesen. Systematisch werden Schlüsselindustrien und „China-Independency“ aufgebaut, mit Staatsgeld intensiv eigene Unternehmenszweige ausgebaut, Halbleiterbranche, chipindustrie wäre da nur ein Beispiel. Wann es soweit ist, kann der Stand der Ausbaubemühungen bzw. der Independency markieren. Vermutung: China wird das auch tracken und im Vorfeld losschlagen wollen: die nächsten 2Jahre werden entscheidend. Alternative: schauen ob die USA eine „Readiness for war“ hinbekommen. Gut möglich, dass sich das Problem von selbst löst und man die USA selbst implodieren sieht. China also auf Zeit (10Jahre+) spielt, weil es die Tendenzen der finanziellen Instabilität der USA und die Abkehr vom Petrodollar sukzessive erstarken sieht und bei Bewertung den unmittelbaren Konflikt als zu kostspielige Alternative ansieht. Wie auch immer, wir werden intensive Sanktionen im westlichen System Richtung China sehen. Sozusagen Krieg auf anderer, softer Ebene - in China würde ich da ungern investiert sein wollen.

    Ob man an die russischen Investments wieder ran kommt bzw. neue Positionen eingehen sollte. Schwierig, ist was für institutionelle Investoren mit dem entsprechenden Backing, nichts für Normalsterbliche.

    Aber: weitere Vermutung - der Finanzplatz Zypern belebt sich weiter, bei Verbesserung der Lage. Da sitzt klassisch viel russisches Geld. Wie man über Investments in Aktien dort partizipiert bin ich aber überfragt.

  • Mal noch eine weitere Überlegung: unter Trump kann es zur Situation kommen, dass er artikuliert „2% vom BIP als NATO-Beitrag reichen nicht - Gefahr steht unmittelbar vor Eurer Tür, eure Beiträge müssen signifikant angepasst werden“. Das wäre der Start in einen europäischen Abnabelungsprozess eines eigenen europäischen Heers und den Aufbau von militärischer Souveränität. Eigentlich auch eine große Chance, richtig gespielt. So Megaloman wie Trump wird niemand anderes in der Führungsposition der USA sein, das ist wie ein Ball auf dem Elfmeterpunkt. Mit militärischer Souveränität kommt politische Souveränität für ein geeintes Europa. Gegebenenfalls werden wir der neutrale Dritte im Konflikt USA <> China. Man wird nur versuchen es zu verhindern, wo es nur geht, von US-Seiten. Nur unter Trump haben wir die Tür offen. Wieder: Long europäische Rüstungsindustrie, E-Technik, Engineering.

  • Spannende Punkte. Grundsätzlich würde ich mutmaßen in solch einem Szenario ist Wehrtechnik/Rüstungsindustrie weiter ein gesuchtes Feld. Gegebenenfalls eigene Europäische Champions bei Abkopplung, die sich entwickeln werden bzw. Ihre bisherige Position ausbauen können. Wer macht in Europa was mit Drohnen? Auch Raumfahrt (OHB), EADS usw. Usf. Grundsätzlich wäre hier davon auszugehen, dass das vorläufige Ende des Ukraine-Kriegs Überbewertungen nivellieren bzw. Kurse erstmal fallen lassen sollte- das wäre dann der Moment des Zupackens?!


    Sofern die USA sich aus dem Ukraine-Krieg zurückziehen, wird auch Europa bald einknicken (müssen) und den Konflikt einfrieren. Gegebenenfalls wird Polen weiter an Bedeutung gewinnen und als „Bollwerk-Staat“ im Osten etabliert werden. Mit all den Subventionen, Begünstigungen und Aufbauprozessen staatsnaher Sektoren. Bei einem „friedlichen Einfrieren“ des Konflikts wird man der Ost-Ukraine im Großraum Polen/Ukraine (der verbleibenden West-Ukraine) zeigen wollen, wie überlegen unser System ist. Marshall-Plan 2.0?


    Zweiter Aspekt wäre ein Blick an die Börse Wien und die Profiteure einer Belebung des Osteuropa-Geschäfts. Wie beispielsweise die Banken (Raiffeisen Centrobank?) ggf. Auch Logistiker und Baustoffindustrie dort. Die alten Netzwerke/Kontakte bestehen weiterhin, die Vermutung. Ebenso müsste das auch für Ungarn als theoretischer Profiteur des Wiederaufbau gelten, wenn da nicht Orban wäre.

    ...

    Aber: weitere Vermutung - der Finanzplatz Zypern belebt sich weiter, bei Verbesserung der Lage. Da sitzt klassisch viel russisches Geld. Wie man über Investments in Aktien dort partizipiert bin ich aber überfragt.

    Wehrtechnik Europa - generell ja, aber da ist viel eingepreist. Rheinmetall ist grade so fair bewertet wenn man 20%(!) Wachstum annimmt, über die nächsten 7 Jahre. Das ist eine Vervierfachung von Umsatz, Gewinn, etc.

    Es ist aber bei aller neuen Rüstungsbegeisterung doch unwahrscheinlich dass sich der Verteidigungshaushalt vervierfachen wird?

    Dazu mehr unten.

    Drohnen - definitiv. Habe ich ja bereits vor einen Jahr gepostet - das ist die Waffe der Zukunft.

    Habe aber keine Aktien gefunden mit denen man da direkt drauf zocken kann. Wenn wer was hat, gerne. Wobei ich fürchte mittlerweile ist das zu mainstream diese Idee.

    Österreich, Osteuropa - gute Idee, hat witch ja bereits schön rausgearbeitet. Mir fehlt neben den Baufirmen noch bissl der Grip was da optimal sein könnte.

    Polen - interessante Frage.

    Wie lief es denn damals als DE "Frontstaat" war?

    Da hat man das schon ordentlich aufgebaut, da hast du Recht. Immer besser wenn man gute Infrastruktur an der Front hat, Straßen, Eisenbahn, Industrie, eine Bevölkerung die zufrieden ist.

    Also Polen Baufirmen - das wäre einen Blick wert. Oder eben doch Österreichische, die gute Porr, Strabag.

    Zypern - kenn ich mich nicht aus? Kann man da was machen oder ist das aktienmäßig zu schmuddelig?

    Zitat

    China also auf Zeit (10Jahre+) spielt, weil es die Tendenzen der finanziellen Instabilität der USA und die Abkehr vom Petrodollar sukzessive erstarken sieht und bei Bewertung den unmittelbaren Konflikt als zu kostspielige Alternative ansieht. Wie auch immer, wir werden intensive Sanktionen im westlichen System Richtung China sehen. Sozusagen Krieg auf anderer, softer Ebene - in China würde ich da ungern investiert sein wollen.

    China wird definitiv auf Zeit und nicht auf Angriff spielen. Das ist ganz offensichtlich wenn man sich nur ein wenig mit deren Mindset und Geschichte auseinander gesetzt hat.

    Die USA dagegen werden darauf spielen, China zum Angriff zu zwingen, weil sie in solchen Situtationen optimal agieren können (als selbstloser "Retter" von xy - diese Position ist für die USA enorm wichtig weil sie sonst den immer etwas wackeligen Rückhalt in Inland und Ausland schnell verlieren).

    Wie also zockt man darauf?

    In Chinesische Militärnahe Aktien wäre das Beste - einfach weil hier die Kurse niedrig, und das Wachtum voraus relativ hoch sind.

    Bin aber bei dir, kaum möglich, sehr riskant politisch.

    In US Militäraktien dagegen funktioniert auch nicht so recht. Schau dir Huntington Ingall an, Marineproduzent. Problem ist: Das US-Militär ist bereits derart riesig, selbst wenn man die eigenen und die Volkswirtschaft der Verbündeten noch mehr ausquetscht (und viel mehr geht nicht ohne Rückhalt zu verlieren), reicht das nur für wieviel? 10%? 20% Wachstum im Militärbudget?

    In China dagegen ist eine Verdoppelung/Vervierfachung vom jetzigen Niveau aus gut möglich.

    Man bräuchte also kleine, spezielle Firmen, wo ordentlich Heben durchschlägt. So wie Leonardo neulich. Aber die sind nun auch schon teuer.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Mal noch eine weitere Überlegung: unter Trump kann es zur Situation kommen, dass er artikuliert „2% vom BIP als NATO-Beitrag reichen nicht - Gefahr steht unmittelbar vor Eurer Tür, eure Beiträge müssen signifikant angepasst werden“. Das wäre der Start in einen europäischen Abnabelungsprozess eines eigenen europäischen Heers und den Aufbau von militärischer Souveränität. Eigentlich auch eine große Chance, richtig gespielt. So Megaloman wie Trump wird niemand anderes in der Führungsposition der USA sein, das ist wie ein Ball auf dem Elfmeterpunkt. Mit militärischer Souveränität kommt politische Souveränität für ein geeintes Europa. Gegebenenfalls werden wir der neutrale Dritte im Konflikt USA <> China. Man wird nur versuchen es zu verhindern, wo es nur geht, von US-Seiten. Nur unter Trump haben wir die Tür offen. Wieder: Long europäische Rüstungsindustrie, E-Technik, Engineering.

    Glaub ich nicht dran.

    Die USA werden den Grip auf Europa (ihre besten Povinz) nicht aufgeben. Bzw. vorallem nicht auf Deutschland, eine der Kernprovinzen.

    Frankreich ist da was anderes, die leisten mehr Widerstand. UK geht auch teils eigene Wege.

    Aber DE, Polen etc, das ist US-Vorfeld, 100% in deren Kontrolle, warum sollte man das aufgeben? Auch unter Trump nicht.

    Man wird sagen: Ihr braucht 3% statt 2%, und davon zahlt ihr für die Raketen die wir bei euch aufstellen.

    Sorry, aber so wird es laufen.

    Europa hat nicht die Kraft eigenständig zu werden. Oder sich zu einen.

    Und nicht die Mittel - IT, Energie, Politik, Finanzsystem, Handelsrouten, alles in US-Hand, no way ever das abzuschütteln.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh


  • Zweiter Aspekt wäre ein Blick an die Börse Wien und die Profiteure einer Belebung des Osteuropa-Geschäfts. Wie beispielsweise die Banken (Raiffeisen Centrobank?)

    Banken vor Ort sollten in unserem Szenario ordentlich profitieren.

    Ich halte Erste Group. Die läuft ganz gut, und zahlt schöne Divi.

    Magst du zu Raiffeisen Centrobank was sagen?

    Kenn ich nicht...ist das das gleiche wie Raiffeisen International? Die sieht ja ganz lecker aus auf den ersten Blick bei Simply Wallstreet...

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Mit Raiffeisen Centrobank meinte ich die Raiffeisen International, genau. Sieht in der Tat sehr gut aus, kann nur da hoc nichts fundiertes beitragen, da im Urlaub ohne Rechner und Tools. Von den Kennzahlen sieht sie auf den ersten Blick wirklich gut aus, aber im Peer Group Vergleich Underperformer (BAWAG ist stark). Hat jüngst eine Gewinnrevision vorgenommen und ist erstmal Analystenseitig abgestuft worden, mal sehen ob und wie Nachzügler kommen und sie weiter in ihrer negativen Coverage mit nach unten ziehen.

    Schnelle Kennzahlen der Raiffeisen International:

    KGV26exp von 3,3.

    Book Value zu Price bei >250%
    Eigenkapitalquote > 8%
    Dividendenrendite (erwartet) > 8%


    Was Drohnen und Wehrtechnik angeht sind gegebenenfalls die französischen Unternehmen Profiteure der Entwicklungen: Thales und Dassault. Thales sieht ebenfalls so aus, als dass man sich mit Ihnen fortlaufend tiefer beschäftigen kann.

    Im Bereich der Drohnenhersteller bzw. Zulieferer außerhalb USA ist schon viel gelaufen, Israel bietet hier interessante Unternehmen: Airobotics klein und markteng mit Abwärtstrend. Elbit schon ambitioniert bewertet, aber grundsätzlich auch nochmal einen Blick wert, perspektivisch sicher hochspannend, wenn auch nicht nach Value-Gesichtspunkten und antizyklisch.

  • Beeindruckend wie Venezuela heruntergewirtschaftet wurde (und der Grund ist wirklich nicht die bösen USA und deren Politik)

    Externer Inhalt pbs.twimg.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    https://www.unhcr.org/emergencies/venezuela-situation

    Zitat

    By the end of 2023, the Americas was host to over 7 million Venezuelan refugees and migrants, an increase of 661,800 from a year earlier.

    Für ein Nicht-Kriegsland sind 7,7 Millionen schon recht sportlich...

    beati pauperes spiritu

    "we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ W.C.

    “Facts do not cease to exist because they are ignored.” – Aldous Huxley


  • Hm. Kommt grade tatsächlich etwas Musik rein in den Laden.

    Ich bin gespannt...würde mich nicht wundern wenn demnächst noch mehr Musik reinkommt.

    Der Markt scheint nun endlich an dem Punkt zu sein den wir immer erwartet haben, der sich dann aber doch lange rauszögerte:

    Wo derart hohe Wachstums-Erwartung im Voraus eingepreist wurde, dass jede Enttäuschung zu herben Abschlägen führt.

    Sowas kann zu einer Umkehr der Stimmung führen, wo dann plötzlich angefangen wird, schlechte Erwartungen im Voraus einzupreisen.

    Noch ist diese Stimmungsumkehr nicht da, dazu rappelt es erst zu kurz.

    Aber falls sie kommt, kann das bei der luftigen Höhe ganz schön ungemütlich werden.

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Jetzt wird es wirklich interessant:

    Das sieht ganz schön nach Tech-Crash aus. :evil:

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst