phoenics und 1000prozent: Interessante Einsichten. Passt vielleicht hier gerade:
Joe: 1. NVidia, das teuerste Unternehmen der Welt? Auch Microsoft und Alphabet dürften von der KI-Fantasie getrieben sein, und Tesla nicht nur von Autos, sondern von der Aussicht auf humanoide Roboter.
2. Es geht vor allem um die hohen Investitionen in KI, die derzeit viele Firmen und damit auch das BIP treiben (Umsatz).
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Ein gewisser Jim Paulsen vertritt die These, die Märkte würden jetzt dauerhaft höher bewertet werden. Leider überzeugt mich keines seiner Argumente.
Das Argument, weniger Rezessionen - siehe Thread über die historischen Bewertungen - würden eine höhere Bewertung begründen, denn wegen der Zyklik seien doch auch Wachstumsunternehmen (korrekt wäre eigentlich: defensive) höher bewertet. Wenn aber keine zyklischen Rückschläge mehr zu fürchten sind, gilt das für alle. Genau dieses Argument gab es schon in den 1990er Jahren: Die Risikoprämie sei einfach gesunken, um es akademisch zu formulieren. Die Zentralbanken hätten alles im Griff! Dazu der globale Sieg der Marktwirtschaft, keine politischen Risiken mehr. Richtig ist: Es gibt seltener Rezessionen, aber dafür umso brutalere, die es früher mit Ausnahme der 1930er nie gab. Vermutlich eine Folge der Geldpolitik? Allerdings werden sie stets mit noch größeren Stimuli bekämpft, siehe Covid, was seinerseits zu immer höheren Bewertungen führt. Nicht absehbar, wann und wie das endet, aber es ist gefährlich. Wenn die Musik aufhört zu spielen, dann wird das KGV nicht auf 14 sinken, sondern wahrscheinlich erst einmal deutlich darunter. Eine blöde Situation: möglicherweise wartet man länger darauf, als man lebt, bis das passiert (ihr jedenfalls), oder man setzt sich einem Risiko aus, das wahrscheinlich deutlich größer ist als nur minus zwei Drittel Verlust.
Zum Argument mit der höheren Liquidität: Ist das nicht einfach eine Folge der Geldpolitik? Dann ist es zwar eine Erklärung, bedeutet aber nicht, daß das so bleiben muß, siehe oben.
Das Argument mit der höheren Produktivität pro Beschäftigtem: Das dürfte korrelieren mit der Profitquote am BIP und damit mit den Profitmargen? Oder anders gesagt, mit niedrigen Löhnen. Hussman erwartet, daß sich das wieder normalisiert. Keine Ahnung, was KI künftig bringt. Aber die Bewertung durch diese Metrik zu teilen ist etwas gewagt, um nicht zu sagen gaga.
Der Vergleich des Forward-KGVs mit der 1-Monatsrendite ist Scharlatanerie. Wen interessiert das?