• Zitat

    Original von best_choice am 20.01.2009 15:03


    Ich denke auch, hohe Anleihequote. Allerdings erwarte ich, dass besonders die Staatsanleihenquote hoch ist. Ich habe gerade gestern geschrieben, dass ich aus dem Grund meine Versicherungsaktien verkauft habe. Denn was passiert mit den Presien der jetzigen miniverzinsten Anleihen, wenn die Wirtschaft erste Anzeichen der Stabilisierung zeigt und die Gelddruckerstaaten angemessene Verzinsungen zahlen müssen?


    Allianz mit knapp 1 Milliarde Euro in griechischen Staatsanleihen.. 25.02.10 09:42

    MÜNCHEN (dpa-AFX) Europas größter Versicherer Allianz ist mit knapp einer Milliarde Euro in griechischen Staatsanleihen engagiert. Netto belaufe sich das Engagement bei dem hochverschuldeten Staat auf rund 900 Millionen Euro, heißt es in einer Präsentation von Allianz-Vorstand Paul Achleitner zur Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in München. Steuern, Anteile von Minderheitsgesellschaftern und Anteile der Versicherungsnehmer sind dabei allerdings schon herausgerechnet. Insgesamt verfügte die Allianz zum Jahreswechsel über Kapitalanlagen von 409 Milliarden Euro.

    Die Commerzbank hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass sie von der Schuldenkrise Griechenlands über ein Portfolio von 3,1 Milliarden Euro betroffen sein könnte. Dabei handle es sich überwiegend um Staatsanleihen. Die Commerzbank hatte von der Allianz vor gut einem Jahr deren frühere Tochter Dresdner Bank übernommen./stw/zb

    "If it sounds too good to be true, it probably is."

    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."

    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • gleich 2 Deals wurden heute präsentiert:

    Prudential PLC kauft für 35 Mrd. USD das Asiengeschäft von AIG. Das entspricht gut dem 1,5 fachen der Marktkapitalisierung....Fortis lässt grüßen

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/ba…von-aig;2538050

    Und Merck KgaA für 7 mrd USD das US Unternehmen Millipore.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/in…euro-zu;2538061


    Tja, eine Runde scheint wohl nochmal zu gehen im großen Übernahmekarussel...

    MMI

  • ... rechnet jetzt keiner?

    a) der Euro steigt wieder auf 1.50 USD
    b) der DAX steigt auf 6500 und der S&P 500 auf 1400
    c) Griechendland plaziert ganz cool eine Staatsanleihe ueber 10 Jahre Laufzeit zu 6.x%

    Balkenchart

  • Tja, die Lage ist leicht schräg: das Erdbeben in Chile hat die Erdachse verschoben. Ich verlange eine UNO-Resolution, die Erde ultimativ aufzufordern, ihre Achse wieder zurückzuschieben.
    Alternativ könnten die Moslems oder zumindest Gaddafi der Erde den Dschihad erklären.

    Time is on our side (TFF)

  • Hallo,

    Griechenland hat heute 10-jaehrige Anleihen fuer 5 Mrd EUR problemlos emittiert. Der Marktzins liegt bei ca 6.1% - die Neuemission duerfte ebenso mit 6.x% verzinst sein.

    Also doch erstmal keine Mittelmeerinseln fuer Deutschland.

    Balkenchart

  • Hat Ghaddafi eigentlich schon den Steinbrück und den Münte in seinen Generalstab aufgenommen?
    und gibt es unter einem Oberst überhaupt Generäle?

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Zitat

    Original von Balkenchart
    Hallo,

    Griechenland hat heute 10-jaehrige Anleihen fuer 5 Mrd EUR problemlos emittiert. Der Marktzins liegt bei ca 6.1% - die Neuemission duerfte ebenso mit 6.x% verzinst sein.

    Also doch erstmal keine Mittelmeerinseln fuer Deutschland.

    Balkenchart

    Greece Prices 5 Billion Euros of 10-Year Bonds to Yield 6.385%

    By Esteban Duarte
    March 4 (Bloomberg) -- Greece priced 5 billion euros of 10-
    year bonds to yield 300 basis points over swaps, or 6.385
    percent
    , according to a banker involved in the transaction.

    Das tut zwar weh, ist aber 1% billiger wie noch vor 4 Wochen.

    MMI

  • Deppert sind die. Haette ich das Sagen in Griechenland, ich haette vielleicht 2 Mrd aufgenommen und das dann auch noch kurzfristiger. Und dann nach und nach haette ich weitere Milliarden aufgenommen (groesser oder kleiner - je nachdem), wenn ein bisschen Gras ueber das Thema gewachsen ist (in 2 Wochen). Solche Themen koennen nicht immer wieder lang und breit aufrechterhalten werden. und spaetestens nach der dritten Milliarden emmission hat man sich dann daran gewoehnt.
    Im schlimmsten Fall wuerde fuer Griechenland wohl kaum hoeher Zinsen zustandekommen, es gibt keinen Grund sich dermassen zu beeilen, und sich diese Zinsen fuer 10 Jahre zu "sichern".

    Was anderes: Warum kann sich Japan eigentlich eine Verschuldung in Hoehe von 200% des BIPs leisten und dabei mickrige Zinsen zahlen? Und warum geht das nicht analog auch fuer Griechenland?
    Wer ist denn so verrueckt und ganz wild auf die Unmengen japanischer Staatsschuldverschreibungen?
    Gibt es irgendeinen Faktor (ausser der BoJ), die die Zinsen fuer den japanischen Staat erhoehen koennte?

    “It’s the little things that matter. It’s one thing to tell someone they look like the first day of spring. It’s another thing to tell them they look like the last day of a long, hard winter.” - Zig Ziglar

    Einmal editiert, zuletzt von Joe (4. März 2010 um 19:31)

  • Die 5 Mrd. Euro sind nicht so wahnsinnig viel, die Zinslast erhöht sich damit nicht spürbar.

    Japan ist offenbar eine Sondersituation? Eine Erklärung dafür habe ich auch nicht, aber eine mögliche Antwort auf die Frage:
    Gibt es irgendeinen Faktor (ausser der BoJ), die die Zinsen fuer den japanischen Staat erhoehen koennte?
    Die Japaner sind nicht mehr die Sparernation, die sie einmal waren, ganz im Gegenteil. Mit zunehmender Überalterung entsparen sie. Die Pensionsfonds stehen heute bereits auf der Verkäuferseite. Hat aber bisher nichts geändert.

    Was das Zinsniveau an sich angeht, abgesehen von der Bonität (und solange das Zinsniveau so niedrig ist, kann Japan seine Schulden wohl genauso gut bedienen wie jedes andere Land), so ist es durchaus nicht irrational, Geld für 0,15% am kürzeren Ende oder 1% für 10jährige anzulegen, jedenfalls nicht irrationaler als in anderen Ländern. Bei einer aktuellen Deflationsrate von 1,3% (war schon 2,5% im Oktober) sind das genauso reale +2,3% wie die nominalen 3,5% bei uns bei aktueller Inflationsrate von 1% im Euroland. Für die USA ergibt sich sogar mit 3,4% minus 2,6% ein deutlich niedrigerer Realzins - wobei natürlich die Erwartungen entscheidend sind und nicht die Momentanwerte.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Hallo,

    Japan hat bisher keine Probleme, weil
    a) nur ein geringer Teil der Staatsschulden im Ausland liegt (allerdings Tendenz steigend wegen der Alterung der Bevoelkerung)
    b) Japan hohe Devisenreserven hat
    c) die Zinsen niedrig sind, so dass sich Japan das problemlos leisten kann.

    Punkt (c) geht natuerlich nur solange, wie es geht, aber das ist an der Boerse ja normal.

    Balkenchart

  • (c) geht so lange wie Japan an einer schwächeren Währung interessiert ist. Eine Abschwächung bringt Exportnachfrage und gewünschte Inflation.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • Die Erklärung für die niedrigen Zinsen dürfte also vermutlich vor allem die Deflation sein. Die schwache Kreditnachfrage aus der Wirtschaft würde nicht so recht überzeugen, denn beim realen Wirtschaftswachstum schnitt Japan im letzten Zyklus auch nicht schlechter ab als z.B. Deutschland.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
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  • Ich meine gelesen zu haben, daß GR heuer 70 Mrd refinanzieren muß, da können sie nicht allzu wählerisch sein. Bei der Staatsverschuldung muß ja der meiste neue Kredit beschafft werden für die Tilgung des Alten, da Staaten Schulden niemals abbauen sondern nur umschulden.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Bei anhaltender Deflation wird die Staatsverschuldung alleine dadurch schon hoeher, dass die Schulden immer mehr wert werden. Selbst wenn sie im absoluten Betrag stagnierten.

    Aber wenn in Japan (endlich) die ersehnte Inflation kommt, dann ist der Realzins negativ, oder Japan bricht unter der Schuldenlast zusammen sobald die BoJ den Zins ueber 2.5% hebt. Allerdings - warum sollte die BoJ am Niedergang Japans interessiert sein. Die BoJ wird deshalb den Zins nicht anheben.
    Es klingt verrueckt, und hoechst gefaehrlich was da abgeht.
    Derzeit sehe ich allerdings nicht, wie dieses japanische System ueberhaupt zusammenbrechen koennte. Die BoJ wird niemals dazu gezwungen werden die Zinsen anzuheben. Wenn die Realzinsen negativ sind, dann ist das auch nicht schlecht weil ja dann effektiv entschuldet wird.

    Devisenreserven braucht es hierzu uebrigens nicht. Wenn Japan kaum Devisenreserven haette - das wuerde auch nichts ausmachen.

    Gruss, Joe

    “It’s the little things that matter. It’s one thing to tell someone they look like the first day of spring. It’s another thing to tell them they look like the last day of a long, hard winter.” - Zig Ziglar

  • Ich "fühle" in den letzten Monaten einen regen Anstieg der hiesigen Forumsbeteiligung. Ursache ist vermutlich, dass hier inzwischen wieder "richtig Geld verdient wird".

    Bleibt die Frage: Ist das ein vor- oder ein nachlaufender Indikator? Ich tippe mal ketzerisch eher auf "nachlaufend". Und das bei den Antizyklikern. :-)

    Aufklärung könnte ein Plot "gleitendes 30-Tage-Mittel der Anzahl der Postings" gegen den DAX liefern.

    Gibt es denn Infos über die Zahl der Postings pro Tag oder so?

    "SpontanVERkäufe ohne gründliche Analyse sind die Hauptursache teurer Fehlentscheidungen" (HF, 15.3.2007, modif.)

  • Aber warum blieben auch die langfristigen Zinsen so niedrig? Die BoJ konnte ja nur aufgrund der Gesamtlage die Zinsen dauerhaft so niedrig halten, wegen der Deflation oder der fehlenden Inflation. Nach gängiger Theorie hätte der Niedrigzins der Notenbank die Inflation befeuern müssen. War aber nicht so - dieses Erklärungsmuster versagt hier. Würde dagegen die Inflation steigen, dann sollte auch die BoJ irgendwann gegensteuern.

    Ein normales Zinsenniveau würde Japan wohl nicht verkraften.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Zitat

    Original von Winter
    Aber warum blieben auch die langfristigen Zinsen so niedrig? Die BoJ konnte ja nur aufgrund der Gesamtlage die Zinsen dauerhaft so niedrig halten, wegen der Deflation oder der fehlenden Inflation. Nach gängiger Theorie hätte der Niedrigzins der Notenbank die Inflation befeuern müssen. War aber nicht so - dieses Erklärungsmuster versagt hier.


    Schau mal in das Buch von Richard Werner. Wenn er recht hat, dann zeigt der niedrige Zins nur an, dass die Wirtschaft eingebrochen ist, hat aber keinerlei Bedeutung fuer die Zukunft (der Zins hinkt der BIP-Entwicklung hinterher).

    Balkenchart

  • Das Buch hört sich interessant an und ich sollte ihn wohl lesen, seufz. Das wäre auch spontan meine Erklärung gewesen, aber dann schau Dir mal das reale BIP-Wachstum in Japan im letzten Zyklus an. Die Erklärung mit der Stagnation in Japan hört sich ja schön an, weil es oft zu lesen ist, läßt sich aber kaum bestätigen? In den Jahren um die Jahrtausendwende war es so, danach aber nicht mehr. Die Zinsen blieben trotzdem unten. Könnte man es vielleicht so erklären, daß es aus welchen Gründen zwar temporär Wirtschaftswachstum gegeben hat, die Kreditmenge aber trotzdem sank in Japan (wenn es denn so war), wahrscheinlich noch aufgrund der vorherigen Exzesse, und damit die Nachfrage nach Krediten ebenso?

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Hallo Winter,

    Werner sagt, dass das Angebot an Krediten fuer Investitionen gesunken ist. Kredit ist knapp und daher kommt es auf das Angebot an. Die Rechnungen dazu sind im Buch beschrieben.

    Balkenchart