Eurokai 570653

  • "Der Hamburger Hafen hat die Wirtschaftskrise überstanden. Der Containerumschlag, das wichtigste Teilgeschäft im größten deutschen Seehafen, legte nach Abendblatt-Informationen in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund elf Prozent auf etwa sechs Millionen Containereinheiten (TEU) zu.
    Zum Wachstum hatten vor allem das dritte Quartal und dabei ein starker September beigetragen. (..)"

    http://www.abendblatt.de/hambu…echst-um-elf-Prozent.html



    "(..) Im Kerngeschäft der bremischen Häfen, dem Containerumschlag, knüpfte der Standort Bremerhaven an die Aufwärtsentwicklung der ersten beiden Quartale 2010 an. Von Januar bis September wurden an der Weser 3,63 Millionen Container (TEU) umgeschlagen. Das waren 9,0 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2009 (3,33 Millionen TEU). Europas viertgrößter Containerhafen profitiert von der anhaltenden Erholung der Weltwirtschaft und speziell von den aktuellen Erfolgen der deutschen Exporteure, sagte Günthner. Für 2011 erwartet der Senator einen weiteren Anstieg des Containerumschlags an der Bremerhavener Stromkaje. (..)"
    http://weser-ems.business-on.d…res-anstieg-_id15567.html

  • Importe steigen auf Rekordniveau


    Die deutschen Einfuhren sind im November 2010 auf ein neues Rekordniveau geklettert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhten sie sich um 33,3 Prozent auf 75,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf vorläufiger Basis mitteilte. Damit wurde der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1950 erreicht. Die deutschen Ausfuhren legten im November 2010 um 21,7 Prozent auf 88,0 Milliarden Euro zu. (...)
    http://www.boerse-go.de/nachri…niveau,a2434656,b117.html


    Unabhängig von den nicht gerade attraktiven Fundamentaldaten könnte man kurzfristig weiter darauf spekulieren, dass Nachrichten wie diese dem Kurs Auftrieb verleihen, z.B. weil Infrastrukturfonds kaufen oder irgendwelche Börsenbriefe zum Einstieg blasen. Wobei man bei der Meldung nicht vergessen darf, dass für den Umschlag an den Terminals nicht allein die deutschen Im-/Exporte relevant sind, sondern auch der Transitverkehr, vor allem in den Ostseeraum. Da hier bei der Bewertung (auf Basis der Zahlen von 2009) soetwas wie eine "Sicherheitsmarge" nicht existiert, kann die Spekulation natürlich auch schnell in die Hose gehen.

  • Tochter Eurogate hat gestern Umschlagszahlen für 2010 veröffentlicht. Mit +5,2% nicht gerade berauschend, ich hatte mit einem knapp zweistelligen Zuwachs gerechnet. Hamburg sogar mit Umschlagsrückgang. Bei den +7,4% in Bremerhaven muss man berücksichtigen, dass Eurogate hier bei Angabe der Zahlen nicht zwischen den eigenständig betriebenen und den dedicated Terminals unterscheidet. Erfreulich der hohe Zuwachs beim relativ neuen Terminal in Marokko. Durch den Verkauf der Beteiligung am Terminal in Livorno wirds nen Einmalertrag geben.


    Also wenn man nur die Umschlagsentwicklung von Eurogate in 2010 betrachtet, werden beim Eurokai Aktienkurs vermutlich erstmal keine Bäume in den Himmel wachsen.


    http://www.eurogate.de/live/eg…26&nodeid=46&_language=de

  • Ah, interessant, wusste garnicht, dass der Hamburger Hafen an der Börse ist.
    Aber warum machen die eigentlich so bescheidene Gewinne, der Hafen dort scheint doch aktuell zu brummen ohne Ende?

    "Nicht Völker führen Kriege gegeneinander, sondern Regierungen führen Kriege gegeneinander"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh


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    Original von woodpecker
    Ah, interessant, wusste garnicht, dass der Hamburger Hafen an der Börse ist.
    Aber warum machen die eigentlich so bescheidene Gewinne, der Hafen dort scheint doch aktuell zu brummen ohne Ende?


    Konkret ist die HHLA an der Börse, nicht der Hamburger Hafen.


    Brummen ist relativ. Hamburg hat vor allem mit der Tiefgangsbeschränkung (und "Begegnungsbeschränkungen") auf der Elbe zu kämpfen. Da die eingesetzten Schiffe besonders in jüngster Vergangenheit immer größer geworden sind, wird das immer mehr zum Standortnachteil. Das geht so weit, dass der Vorstand auf der HV die Elbvertiefung als "Schicksalsfrage" bezeichnet hat.
    Davon abgesehen hat der Wettbewerbsdruck durch Zunahme der Terminalkapazitäten in der "Nordrange" deutlich zugenommen.

  • Wie bei allen kapitalintensiven Branchen gilt auch hier: Sind die (überkapazitäten) erstmal da, können die Preise so lange runtergehen wie noch positive Deckungsbeiträge erzielt werden können.


    Erst wenn Kapazitäten weg gehen oder die Nachfrage stark steigt wird es wieder besser. Und das ist nicht abzusehen.


    Interessant is bei HHFA dass US Value Investor First Eagle mit mittlerweile 4% dabei ist.


    MMI

  • HHLA ist kennzahlentechnisch m.M. nach immer noch recht hoch bewertet. KBV= 2


    Ich denke, dass niemand rumjammern muss wegen schlechten IPO-Möglichkeiten, wenn man sieht was so die letzte 5 Jahre mit IPOs abging. HHLA fällt seit IPO bei 60 Euro ... Scheint für die Stadt Hamburg ein nettes KBV beim IPO gewesen zu sein :D

  • Quote

    Original von benny_m
    Ich denke, dass niemand rumjammern muss wegen schlechten IPO-Möglichkeiten, wenn man sieht was so die letzte 5 Jahre mit IPOs abging. HHLA fällt seit IPO bei 60 Euro ... Scheint für die Stadt Hamburg ein nettes KBV beim IPO gewesen zu sein :D


    Na ja, soll man Hamburg daraus jetzt einen Vorwurf machen? Das Timing war einfach super (siehe Eurokai-Chart). Damals war man halt auf dem Höhepunkt der Globalisierungs-/Containerisierungswelle. Die Margen waren super und man ist davon ausgegangen, dass die Umschlagszahlen auch weiterhin zweistellig wachsen.

  • Das KBV ist bei einer Toll-Bridge was hier im wahrsten Sinne des Wortes ja vorliegt nun wirklich egal.


    Versuch mal ein Hafengelände in gleicher Größenordnung in der pyhsischen Nähe für 1.2 Mrd. Euro hinzubauen --> viel Spaß... Du wirst nicht mal für den doppelten Preis was adäuqates finden...


    Es kommt hier doch ausschließlich auf die Earningspower, bzw. den freien Cashflow den Du rausziehen kannst an und der hat hier extrem wenig mit dem gelisteten Eigenkapital zu tun.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

    Edited 2 times, last by Matze ().

  • Quote

    Original von Matze
    Das KBV ist bei einer Toll-Bridge was hier im wahrsten Sinne des Wortes ja vorliegt nun wirklich egal.


    Versuch mal ein Hafengelände in gleicher Größenordnung in der pyhsischen Nähe für 1.2 Mrd. Euro hinzubauen --> viel Spaß... Du wirst nicht mal für den doppelten Preis was adäuqates finden...


    Es kommt hier doch ausschließlich auf die Earningspower, bzw. den freien Cashflow den Du rausziehen kannst an und der hat hier extrem wenig mit dem gelisteten Eigenkapital zu tun.


    Scheinbar ist es keine Toll-Bridge. ;)


    Und wenn man auf den FCF von 2007 schaut, dann war die Bewertung ein Klacks.


    4 Milliarden für 70 Mio FCF. Auch wenn man nur den operativen CF nimmt ist es immer noch ein KCV von 15 gewesen...


    Die Finanzbranche ist selbst schuld, wenn keine Sau mehr IPOs haben will bzw. die Ausgabekurse uninteressant für einen IPO wären. Außer man hat ne tolle gefakte Story ala Hess :D

  • Quote

    Original von benny_m
    .....


    Die Finanzbranche ist selbst schuld, wenn keine Sau mehr IPOs haben will bzw. die Ausgabekurse uninteressant für einen IPO wären. Außer man hat ne tolle gefakte Story ala Hess :D


    Apropos IPO. Evonik ist ja auch ein Riesenerfolg!
    Fragt sich nur für wen?
    Achso David Einhorn ist bestimmt auch begeistert :-)


  • Ist es nicht?


    Wie willst Du denn anders Waren über den Meerweg in den Norddeutschen Raum, bzw. auf die Transitstrecke nach Prag bekommen? Rotterdam und Antwerpen haben 300-400km Nachteil ggü. Hamburg. Der Weserport hat kein funktionierendes Schienensystem für eine größere Menge an Gütern und die Schienenkilometer sind es die richtig Geld kosten. Ein Wasserkilometer kostet ein Bruchtteil eines Schienenkilometers. Daher hat ein Hafen schon Pricingpower, weil der Reeder immer möglichst weit in Richtung Ziel will. Ich würde das Toll-Bridge nennen.


    Problem ist, dass bei denen 70% der Kosten fix sind und durch den Verlust von Volumen seit 2007 i.V.m Kapazitätsausbau halt sofort massiv durchschlagen.


    In 2008 haben die 340 Mio. operativen Cashflow gemacht, wobei die in den letzten Jahren munter in neue Kapazität und Automatisierung investiert haben. Dieser Capex wird also nicht ewig so sein und wenn wir mal großzügig 140 Mio. im Jahr als Erhaltungscapex annehmen, dann kommst Du auf theoretisch 200 Mio. frei verfügbaren Cashflow bei normaler Auslastung.


    Bei 1,5 Mrd. Euro EV (ohne massive Verschuldung) jetzt nicht ultrabillig mit 7,5x FCF aber angesichts dessen was für andere Infrastrukturassets bezahlt wird auch nicht teuer.


    Es ging ja auch nicht um die damalige Bewertung sondern um heute. Das die Bewertung in 2007 bevor die größten Investitionen durch waren schon etwas sportlich war - da sage ich nichts gegen. Zumal Du mit der Stadt Hamburg einen Eigentümer im Boot sitzen hat der mit Shareholder Value wenig am Hut hat - denen geht es ja eher um Arbeitsplätze und Pi pa po.

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    Edited 3 times, last by Matze ().

  • Die Toll-Bridge würde ich nicht überbewerten. In den letzten Jahren gab es immer wieder unerwartete Entwickungen, besonders weil sich die Reedereien immer wieder etwas neues einfallen lassen müssen, um überhaupt noch Geld zu verdienen. So würde es mich auch nicht wundern, wenn demnächst nenneswerte Ladung nicht über die Häfen der Nordrange, sondern über Mittelmeerhäfen nach Prag gelangt.


    Zudem ist die Lage des Hamburger Hafens momentan eher Nachteil als Vorteil. Neben den Problemen mit der Revierfahrt auf der Elbe (inbes. bei den großen Frachtern) häufen sich Negativmeldungen über den Nord-Ostsee-Kanal. Man darf nicht vergessen, dass Hamburg einen nennenswerten Transshipmentanteil hat. Das sind Container, die in Hamburg von den großen, aus Asien kommenden Frachtern auf kleinere Feederschiffe zum Weitertransport auf dem Seeweg umgeladen werden. Das ist dann Ladung, die z.B. in die Ostsee geht (Russland, Baltikum, Polen, Skandinavien). Und dieser Umschlag ist sehr schnell mal abgewandert (nach Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rotterdam, ...). Außerdem gibt es verstärkt größere Containerschiffe, die direkt in die Ostsee fahren. Diese Container werden also überhaupt nicht mehr in Hamburg umgeschlagen.


    Natürlich sind die Eintrittsbarrieren sehr hoch, schon allein deshalb, weil die Terminals/Häfen Infrastruktur und damit immer auch politisch sind. Von der Planung bis zur Inbetriebnahme vergehen meisten über 10 Jahre und es sind unzählige Probleme zu meistern. Das spielt momentan aber alles keine große Rolle, weil die zu Boomzeiten geplanten Kapazitäten auf den Markt kommen bzw. gekommen sind. Und diese Überkapazitäten sind Gift für die Margen.

  • Im Nachhinein war es gut, bei den Häfen die Finger weg zu lasen.


    Allerdings sieht die HHLA jetzt echt "billisch" aus. Obwohl Corona natürlich Auswirkungen hat. 2019er P/E um die 10, Dividende immer noch bei 0,70 EUR (5%).


    Kurs ziemlich nah beim All time low. Bei Eurokai sieht es ähnlich aus.


    Müsste ich wählen zwischen Flughäfen und Seehäfen würde ich aktuell eher Seehäfen nehmen.

  • Argh, hättest Du das mal vor ein paar Wochen gesagt. Ich hatte mich bei Fraport nicht durchringen können. HHLA genau um 40% gestiegen seit des Tiefs, da wären sie wirklich attraktiv gewesen, auch mit besseren KBV. Ist aber wieder so ein Fall, wo der Buchwert um null vorankam während der letzten zehn Jahre, obwohl die Ausschüttungsquote nur bei 50-60% lag.


    Meinst Du wegen mittelfristig Corona-Folgen oder langfristig wegen Anti-CO2-Politik? Seehäfen dürften weniger betroffen sein, weil Welthandel unerläßlich ist im Gegensatz zu Urlaubs- und Geschäftsreisen, und weil die Schifffahrt auch nur 3% der CO2-Emissionen ausmacht.

    „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht." – Benedikt Lux, Grüne Berlin

  • Sorry, bin leider auch erst heute drauf gestossen.


    Ich denke Seehäfen werden wegen der Konjunktur kurzfristig negativ betroffen sein, müssen aber anders als Flughäfen nicht so viel umstellen. Und ja, Kaffee und ähnliche Güter werden wir trotz Klimawandel noch länger nicht hier anpflanzen können ;-)

  • Stimmt...einen Seehafen/Schiffsverkehr sollte man auch unter Abstandsgebot recht gut weiter betreiben könnnen und der Handel ist essentieller als Tourismus.

    Mittelfristig mag das Frachvolumen natürlich erstmal geringer bleiben wegen Rezession, aber da könnte man sich mal die Finanzkrise als Dummy ansehen....

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