Welcher Online-Broker?

  • ihr habt mich überzeugt. Hab gerade mein Konto eröffnet... mit dem Userinterface komme ich allerdings noch nicht so klar, gibt es da irgendwelche Sachen die man beachten muss?!?

    Naja IB ist von Profis/Händlern gebaut für Profis. Die Gesellschaft ist ausserordentlich gut kapitalisiert (was nicht unwichtig ist) und auch in heissen Zeiten an der Börse läuft das System stabil. Da kann man schon ziemlich alles machen was grössere Hedgefonds auch machen. Da kann man sich die wildesten Algos und Strategien zusammenbauen.


    Daher würde ich in Ruhe anfangen. Youtube hat haufenweise Hilfsvideos. Das sieht hässlich aus - ist aber extrem tiefgängig.


    Als Anfänger ist es unintuitiv, dass wenn Du bspw. 100 Volkswagen verkaufst (ohne sie zu haben) Du dann wirklich short bist. Ohne viel tam tam - da steht dann -100 VW.


    Wirklich gefährlich ist IB nur wenn man Leverage benutzt. Die zwangsverkaufen Positionen (MarginCall) wenn es gegen einen läuft.


    Das ist schon der Werkzeugkasten mit den schärfsten Waffen den man als Normalo besitzen kann. Das heisst aber auch dass man vorsichtig anfangen muss und sich an die Werkzeuge gewöhnen muss. Und ich meine auch, dass nicht jeder Anleger jedes Werkzeug auch nutzen muss.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Nein, der Trick funktioniert nicht jedes Jahr. Nach dem ersten Jahr, in dem Du Gewinne versteuerst, bekommst Du einen Steuervorauszahlungsbescheid. In der Erwartung, dass Du im nächsten Jahr wieder Gewinne machst, musst Du diese, vom Finanzamt erwarteten Gewinne, im Voraus versteuern.

  • Hatte in Regensburg und Bayern Probleme damit so dass die sich mehrfach gemeldet haben und ich vorstellig werden musste.


    Ich habe zu sowas eine klaren Gedanken: Opportunitätskosten meiner Zeit und die empfinde ich als sehr hoch.

    Außerdem habe ich eine eigene Investment GmbH für den großen Teil meines Vermögens - Steuerquote 1.8%

    "Three rules for a career: 1) Don't sell anything you wouldn't buy yourself; 2) Don't work for anyone you don't respect and admire; and 3) Work only with people you enjoy." Charlie Munger

  • Hatte in Regensburg und Bayern Probleme damit so dass die sich mehrfach gemeldet haben und ich vorstellig werden musste.


    Ich habe zu sowas eine klaren Gedanken: Opportunitätskosten meiner Zeit und die empfinde ich als sehr hoch.

    Außerdem habe ich eine eigene Investment GmbH für den großen Teil meines Vermögens - Steuerquote 1.8%

    Wie ist diese GmbH ausgestalten und was für laufende Kosten sind zu erwarten für diese Struktur?

  • Nein, der Trick funktioniert nicht jedes Jahr. Nach dem ersten Jahr, in dem Du Gewinne versteuerst, bekommst Du einen Steuervorauszahlungsbescheid. In der Erwartung, dass Du im nächsten Jahr wieder Gewinne machst, musst Du diese, vom Finanzamt erwarteten Gewinne, im Voraus versteuern.

    Dem müsstest Du aber einen leichten Riegel vorschieben können. Das sind nicht prognostizierbare Gewinne und damit kann man dagegen vorgehen.

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  • Dem müsstest Du aber einen leichten Riegel vorschieben können. Das sind nicht prognostizierbare Gewinne und damit kann man dagegen vorgehen.

    Zinsen und Dividenden laufen unter prognostizierbaren Gewinnen. Dagegen kann man nicht vorgehen.

    Kursgewinne und Kursverluste laufen natürlich separat. Hier kann (und muss regelmäßig) dagegen vorgegangen werden. Aber dann sollte man auch nicht mehrere Jahre hintereinander Gewinne ausweisen. Sonst verweist das Finanzamt darauf, dass es doch regelmäßig ist ... .


    Über Tipps und Argumentationslinien, wie man die Steuervorauszahlung vermeiden kann, würde ich mich sehr freuen.

  • ihr habt mich überzeugt. Hab gerade mein Konto eröffnet... mit dem Userinterface komme ich allerdings noch nicht so klar, gibt es da irgendwelche Sachen die man beachten muss?!?

    Ich hatte und habe damit auch meine Probleme.
    Und rufe dann gerne die Service-Hotline an. Einfach um Dinge zu verstehen, denn die agieren teils deutlich anders als mir bekannte deutsche Broker.


    Ich fing mit dem Browser-LogIn an, aber das bietet nur abgespeckte Möglichkeiten (beispielsweise keine freie Wahl der Börsenplätze).

    Kontte ich mir niocht vorstellen, rief an - und ließ mir dann telefonisch erklären, wie ich das in der Trader Workstation (eigene kostenlose Software zum Handeln, die aber recht komplex ist und mich anfangs überforderte) läuft. Und dann rief ich noch mehrfach an, weil 1. meine gewünschte Aktie (Fujifilm) in Deutschland nicht über IB/Captrader handelbar ist (konnte ich mir auch nicht vorstellen, ist aber so. Wie Captrader recherchierte, sogar schon seit 2007).

    Nachdem ich etwas Geld in Yen getauscht hatte, konnte ich meine Wunschgröße nicht erwerben. Nächster Anruf, ich lerne: Die japanische Börse handelt gerne in Lots, also Mindesthandelsgröße 100 Aktien, in dem Fall etwas über 5.000€.


    War jetzt nicht die von mir erwünschte Auskunft (Merke: Zweitkonto neben IB muss nicht verkehrt sein, da dort ein bisschen nicht geht, was bei deutschen Brokern geht), aber es war in jedem Fall eine freundliche und kompetente Telefonberatung auf Deutsch von Leuten, die deutsche Befindlichkeiten kennen. Schon deshalb ist für mich Captrader besser als IB.


    Ach ja: An europäischen Leitbörsen (Frankfurt, Paris, Mailand) lagen meine Gebühren mit 2,00-2,50€ je Trade sogar unter den offiziellen Preisen von Captrader (4€). Habe ich anderswo auch noch nicht erlebt!

  • Nein, der Trick funktioniert nicht jedes Jahr. Nach dem ersten Jahr, in dem Du Gewinne versteuerst, bekommst Du einen Steuervorauszahlungsbescheid. In der Erwartung, dass Du im nächsten Jahr wieder Gewinne machst, musst Du diese, vom Finanzamt erwarteten Gewinne, im Voraus versteuern.

    Uua, würg.

    Das wiederum ist aber GANZ ekelig.


    Wenn ich also, z.B. dieses Jahr vor Corona, mein ganzes Depot leergeräumt habe mit den erfreulich aufgelaufenen Gewinnen der letzten Jahre, dann bekäme ich nicht nur nächstes Jahr einen dicken Steuerbescheid (wo ich ja schon aufpassen muss das Geld zurück gelegt zu haben) sondern ggf. auch noch ne entsprechend fette Voraussteuer für das Jahr danach? Die ich zumindest nicht 100% sicher abwenden kann?!


    Hat da jemand mal konkrete Erfahrungsdaten statt nur Mutmassungen?

    "Nicht Völker führen Kriege gegeneinander, sondern Regierungen führen Kriege gegeneinander"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh


  • Und ich dachte, Du zahlst gerne Deine Steuern. Oder habe ich da was falsch in Erinnerung?


    Und ja, ich muss vierteljährlich Steuern vorauszahlen. Und ja, auf dem Bescheid ist regelmäßig ein Posten "Kapitaleinkünfte".

  • Wenn die Gewinne im lfd. Jahr niedriger sind als für die Vorauszahlung angenommen, kann man die Vorauszahlung entsprechend herabsetzen lassen. Wenn man das begründen kann, muss das Finanzamt das akzeptieren.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


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  • Über Tipps und Argumentationslinien, wie man die Steuervorauszahlung vermeiden kann, würde ich mich sehr freuen.

    Bei meinem Finanzamt hat's durch einen freundlichen Brief mit dem Betreff "Antrag auf Herabsetzung der Steuervorauszahlungen" geklappt. Wenn man es sinnvoll begründen kann, sollte das eigentlich kein Problem sein.


    Man sollte aber schon darauf achten, dass es am Ende einigermaßen hinkommt, sonnst könnte der Sachbearbeiter zukünftige Anträge irgendwann ablehnen, wenn man sich öfter deutlich "verschätzt".

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  • Merke: Zweitkonto neben IB muss nicht verkehrt sein, da dort ein bisschen nicht geht, was bei deutschen Brokern geht


    Das ist absolut notwendig! Bei IB (und deren Introducing Brokern) kann man vieles nämlich gar nicht handeln. Keine Anleihen, Genußscheine, Investmentfonds etc., und nicht an den Regionalbörsen (außer Stuttgart) usw. Die wirklich komplizierten steuerlichen Sachen (Investmentfonds!) können bei IB somit gar nicht erst anfallen. Bei ausländischen Quellensteuern ist es aber schonmal nicht ganz einfach, das muß man alles selbst herausfinden, was in D anrechenbar ist. Ich wage mal die Behauptung, daß es bei IB keinerlei Service und Entgegenkommen gibt. Meiner Erinnerung nach scheiterte schon die wertlose Ausbuchung einer Aktie, die mußte ich zu Consors übertragen lassen.

    Ausländische Aktien kann man u.U. auch nur an den Auslandsbörsen handeln und mußt erst die Fremdwährung beschaffen, selbst wenn sie eigentlich an deutschen Börsen handelbar wären.


    Das mit der Steuervorauszahlung ist mir auch einmal passiert, wegen IB. Wurde auch problemlos anerkannt als "außerordentlicher Kursgewinn".

    Aber mit den später zu zahlenden Steuern zu arbeiten funktioniert halt nur, wenn Du nicht zu 100% investiert bist, ansonsten mußt Du evtl. zum ungünstigen Zeitpunkt irgendwas verkaufen, um die Steuern zahlen zu können.


    Frag doch mal den Sbroker an wegen Quellensteuer-Vorabbefreiung, die haben sehr viele Börsen im Angebot, u.a. auch Dublin, die es nichtmal bei IB gibt. Kosten 14,99 Euro Aufpreis pro Order.

    Ich will deswegen noch Smartbroker anfragen, die mit festen 4 Euro pro Order zu den günstigen Brokern gehören (je nach Ordergröße natürlich...). Backend ist die DAB Bank und damit die BPN wie bei Consors.


    P.S. Als Commerzbank (comdirect)-Kunde muß man sich wahrscheinlich langsam Gedanken machen angesichts der Bewertung der Coba-Aktie.

    "Kommunismus - das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes." – nach Lenin

  • Ausländische Aktien kann man u.U. auch nur an den Auslandsbörsen handeln und mußt erst die Fremdwährung beschaffen, selbst wenn sie eigentlich an deutschen Börsen handelbar wären.


    Der Vorteil des Handels an der Heimatbörse der Aktien sind aber auch ein geringerer Spread, ein höheres Volumen und viel geringere Gebühren.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • S-Broker könnte tatsächlich eine gute in Deutschland beheimatete Alternative sein.

    Ist relativ günstig und hat viele Börsen angeschlossen.

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  • Ich nutze u.a. Sbroker und bin ganz zufrieden. In Irland bin ich sogar irgendwie um die Stamp Duty rumgekommen. Traue mich aber gar nicht zu fragen warum.

  • Außerdem habe ich eine eigene Investment GmbH für den großen Teil meines Vermögens - Steuerquote 1.8%

    Ist die Steuerquote auch so niedrig, wenn Aktien nur kurzfristig gehalten werden (z.B. Realisierung kurzfristiger Trading-Gewinne)?


    Mit anderen Worten: Unterscheidet sich die Steuer beim Aktienverkauf, je nachdem ob die Aktie im Anlage- oder Umlaufvermögen gehalten wurde?

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Ich bin neben der comdirect hauptsächlich bei meiner lokalen Raiffeisenbank. Nachdem ich die Depot-Gebühren hart verhandelt habe, bin ich recht zufrieden. Mit dem Konto weniger, da berechnen sie jetzt Kontoführungsgebühren, da bin ich allergisch.


    Aber was ich fragen will, niemand bei der ING? Ich hab nen Kollegen, der ist da und findet's ziemlich gut. Und mich würde es interessieren. Als Alternative und als Aktionär.

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.

  • In Irland bin ich sogar irgendwie um die Stamp Duty rumgekommen. Traue mich aber gar nicht zu fragen warum.


    Das mit der Stamp duty erklärt sich nun: es gibt sie nicht mehr, seit 2017! Ich hatte mich ja auch schon gewundert, warum ich die zahlen muß. Nach einem Monat hat wohl die Börse Dublin eine Neuabrechnung veranlaßt ("außerbörslich"), die bei Consors dazu geführt hat, daß ich jetzt keine stamp duty und keine Ordergebühren mehr bezahle... ;) (Consors ließ auch mit sich handeln, weil ich übersehen hatte, daß die hohe Grundgebühr pro Teilausführung gilt, bloß wäre das bei IB gar nicht erst nötig geworden, weil die viel günstiger sind).

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  • niemand bei der ING

    Ich bin bei der ING. Ist aber nichts, wenn man an ausländische Börsen will. Hat nur USA und Kanada. War früher mal ein Tick günstiger als Comdirect &Co., hatte höhere Zinsen auf Guthaben als andere und informiet auch unangenehmes (z.B. Zinssenkungen) proaktiv. Inzwischen haben sie die Preise an Comdirect&Co. angepasst und die Zinsen sind nur zur Show für Rankings in Suchportalen, aber immerhin (noch) nicht negativ. Für die meisten hier dürfte das Angebot zu eingeschränkt sein. Aber sie funktionieren und sind schlicht und einfach. Ich schaue mich inzwischen allerdings auch nach einem weiteren Broker um.

  • S-Broker könnte tatsächlich eine gute in Deutschland beheimatete Alternative sein.

    Ist relativ günstig und hat viele Börsen angeschlossen.

    Dann werd ich mir den mal ansehen.

    Hab eh ein Konto bei der guten alten Sparkasse.


    Sind die denn mittlerweile bezahlbar und haben ein brauchbares GUI ?


    Ich hatte mal ein Depot bei der Spaßkasse und bin vor ca. 15 Jahren weg von denen zur DKB (mein Zweitdepot neben Comdirect) weil sie unsäglich teuer waren und die Webseite grottig.

    Aber das ist ja nun schon bissl her....

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