Spekufrist weg - Besteuerung aller Aktiengewinne

  • könntest du bitte meiner (fehlenden) Erinnerung auf die Sprünge helfen und konkret Ross und Reiter nennen?
    "eine Vielzahl" muss nicht sein, aber vielleicht so 3 oder 4?

    Ich hatte das bereits einmal ausformuliert, aber habe leider nicht das Elefantengedächtnis wie Du, daß ich sofort verweisen könnte auf Beitrag #3.286 in Thread 147, und mir fehlt die Zeit, jetzt alles nochmals zusammenzutragen, und es kostet leider Zeit, es präzise auszuarbeiten. Ich wüßte nicht einmal ein Suchstichwort. Obwohl, es war in der Zeit der "Abschiebeoffensive" der Regierung Scholz, aus der wieder einmal nichts wurde.

    Um das von Dir zuletzt aufgegriffene Beispiel zu nehmen, mit dem fehlenden Willen zur Rücknahme: Trump hat das in Bezug auf Kolumbien vorexerziert. Die wollten auch ihre Leute nicht zuücknehmen. Nenn es, wie Du willst, Methode Trump oder Don Corleone, oder im Börsenjargon würde man sagen "the art of execution". Es geht alles, wenn man nur will. Wenn man nicht will, dann findet man Gründe.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Um das von Dir zuletzt aufgegriffene Beispiel zu nehmen, mit dem fehlenden Willen zur Rücknahme: Trump hat das in Bezug auf Kolumbien vorexerziert. Die wollten auch ihre Leute nicht zuücknehmen. Nenn es, wie Du willst, Methode Trump oder Don Corleone, oder im Börsenjargon würde man sagen "the art of execution". Es geht alles, wenn man nur will. Wenn man nicht will, dann findet man Gründe.

    Der komplette Titel falls jemand das Buch nicht kennt: Lee Freeman-Shor - The Art of Execution: How the world's best investors get it wrong and still make millions. Hier geht es neben der Art zu kaufen auch darum, wenn nötig, bei Verlust zu verkaufen. Man muß nur einen Käufer finden - geht bei Aktien leichter. Die andere Variante bei Verlust ein weiteres Drittel zu kaufen war glaube ich von Trump nicht gemeint.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."

    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."

    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Wäre schön, wenn wir wieder zum Thema zurück kämen

    Ok, also Sozialgedöns auf weitere Einkünfte u.a. Kapitalerträge

    Aktuell wissen wir, dass wir praktisch nichts wissen zur angedachten Ausgestaltung, ja noch nicht mal zu den ggf. betroffenen Sozialversicherungsarten noch Einkunftsarten, Beitragshöhe, Beitragsgrenzen, Gegenleistungen oder auch nur Personenkreisen.

    Das Thema ist reichlich komplex. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass das in dieser Legislaturperiode was werden sollte. Aber danach dürfte der Druck vielleicht hoch genug sein. Der wird ja gerade durch zusätzliche Mütterrente und zunehmende Anzahl Boomer-Rentner noch mal erhöht werden.

    Personenkreis:
    Grundsätzlich sinnvoll und systemkonform finde ich es, das Gesamteinkommen natürlicher, versicherungspflichtiger Personen den jeweiligen Sozialversicherungsbeiträgen zu unterwerfen. Wunderte mich schon im letzten Jahrtausend, dass das nicht längst schon so ist. Schließlich sollen die Versicherten ja innerhalb der jeweiligen Versicherungsgruppe solidarisch sein.

    Beamte, Unternehmer wären damit nicht betroffen, soweit nicht versichert.

    Beim Arbeitnehmer stiegen die Abgaben für RV, GKV, PfV und evt ALV bis zu einer ggf vorhanden Höchstgrenze.
    Beim Rentner RV Beiträge zu erheben fände ich ziemlich unsinnig. Aber warum nicht für GKV und PfV. Dann könnte man den KvdR Rentner und den freiwillig GKV-Versicherten angleichen. Ok, das gibt natürlich heftigen Unwillen beim Wahlvolk. Ich höre schon tränendrüsendrückende Aufschreie a la „der arme kleine Rentner“ [auch der mit den drei Mietshäusern bzw. der fetten zusätzlichen Beamtenpension oder dem Millionenkonto?]. Gegenmittel Sparerfreibetrag deutlich erhöhen? 10000 p.a.? Oder kommt dann nichts mehr rüber?

    Einkunftsarten:
    Kapitalerträge, vermutlich Mieteinnahmen und evt private Einnahmen aus selbständigen Tätigkeiten / Unternehmen. Vielleicht ja auch Schenkungen und Erbschaften? Oder Lotteriegewinne? Warum sind letztere eigentlich steuerfrei? Und was ist z.B. mit gesparter Miete bei selbstgenutzter Immo?

    Bemessungsgrenze:
    mit, ohne, ggf. erhöht?

    Hm, da war verfassungsrechtlich was bei Krankenversicherung, dass die Beitrage in (halbwegs) sinnvoller Relation zur eingekauften Leistung stehen müssen. Bei RV oder ALV kein Problem.

    Aber bei der GKV ist das bei den heutigen Höchstbeträgen m.E. schon sehr grenzwertig. Höchstbetrag GKV/PfV ohne Krankentagegeld und ohne Kinder aktuell bei ca. (1226*12) = 14700  p.a.. Anekdotisch: Bei der PKV/PfV liege ich nach neuester heftiger Preisanpassung für 2026 im Alter 66 real unter 9000, mit voller SB bei 10000.-, nach ggf. Beitragrück unter 8000.-.

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    Europäische Werte: vorübergehend vernünftig
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…-a-1100180.html

    Einmal editiert, zuletzt von chfin (8. Dezember 2025 um 09:35) aus folgendem Grund: typo

  • Valide Überlegungen. Als Detail würde mir noch fehlen wie man mit negativen Erträgen also Verlusten umgeht. Verluste mit Aktien oder grosse Renovierungsaufwände oder Mietausfälle beim Vermieten.

    Wie kommt man auf die Idee gesparte Miete bei Eigentum zu verbeitragen? Was kommt danach? Gesparte Beiträge für öffentliche Verkehrsmittel bei eigenem Auto? Gesparte Lebensmittelsausgaben bei eigenem Garten?
    Es wird immer besser.

    Die ganze Beitragsdebatte geht aus meiner Sicht am wichtigsten Punkt vorbei - wie wird D wieder ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort, damit der Wohlstand erwirtschaftet werden kann, der verteilt werden soll?

    1) Wie wird Arbeiten wieder attraktiver? Hier könnte man argumentieren, dass man durch Verbeitragung von sonstigen Erträgen die Lohnnebenkosten senken könnte. In dem Sinne positiv.


    2) Ich sehe es persönlich negativ, wenn mehr Geld umverteilt wird. Weil Umverteilen erdrückt Motivation zum Arbeiten, Investieren und nährt die All-Inclusive Versicherungsmentalität in Deutschland. Lohnt sich Leistung überhaupt noch, fragt man sich da. Die Leistungswilligen wandern aus. Der Rest versumpft. Wollen wir das wirklich? Ist das unsere Zukunft?

    3) Niedrigere Lohnnebenkosten für die Unternehmen und Arbeitnehmer wären gut. Mehrbeiträge gingen zulasten von Investoren - allerdings nur von privaten kleineren Investoren. Professionelle Investoren liegen über den Beitragsbemessungsgrenzen oder haben direkt GmbHs gegründet. Die Vermieter würden sicherlich die Miete erhöhen. Der Markt gibt das her.

    Aktiengewinne wären eher schwierig zu erhöhen, da weltweiter Wettbewerb. Daher würde hier dann weniger investiert. Deutschland gingen Investitionen verloren. Man kann vermuten, dass dies nicht ins Gewicht fällt, da es ja nur die kleinen Privat Investoren betrifft. Allerdings sind diese auch eher Deutschland verbunden, was immer das wert ist.

    4) Privat Investoren werden darauf reagieren und Ausweichmöglichkeiten gibt es genug:

    - Auswandern ( extrem aber nicht unrealistisch siehe Grenzgebiete)

    - nicht investieren sondern konsumieren ( die rente ist ja sicher und andere bezahlen)

    - gmbh gründen

    - miete erhöhen

    - Job kündigen (die rente ist ja sicher und andere bezahlen. YOLO)

    —> Wie soll das funktionieren? Das wird eine Nehativspirale. Das Volk wird einfach nur ärmer.

    5) Deutschland wird ärmer bzgl. der Beiträge durch Privatinvestoren, aber evtl. reicher durch Unternehmen, die attraktivere Lohnnnebenkosten sehen. Bei Vermietern vermute ich ein Nullsummenspiel. Bei Arbeitnehmern, die zur Miete wohnen, werden höhere Mieten sicherlich den Wunsch nach höheren Gehältern verursachen. Die Demografie und Arbeitnehmer Knappheit lässt das Durchsetzen höherer Gehälter nicht unrealistisch erscheinen und so wird es auch für Unternehmen zum Nullsummenspiel.

    6) Man darf auch nicht vergessen, dass Kapitalerträge nur mit 25% versteuert werden, da auf Unternehmensebene bereits 30% (???) versteuert werden.

    7) Gleichzeitig macht man so die private Vorsorge fürs Alter schwieriger. Wir retten mit der fiunktionierenden privaten Vorsorge, die nicht funktionierende staatliche Rentenvorsorge. Warum stärkt man nicht die private Vorsorge, die nachgewiesenermassen in vielen Löndern (Usa, Norwegen, u.a.) funktioniert?

    —-

    Mein Fazit ist: Es wird eigentlich alles teurer. Also massive Inflation. Die höheren Renten werden weginflationiert. Diejenigen, die auf die „neue, höhere, sichere“ Rente vertrauen, werden verarscht. Nur sie merken es vermutlich zu spät. Im ineffizienten Getriebe der Umverteilung durch den sich immer fetter mästenden Staat gehen unglaubliche Geldmengen verloren.


    Es mag auf den ersten Blick so aussehen, dass die Lohnkosten und Nebenkosten sinken. Das wird nominal sein, aber nicht real.


    Rein finanziell ist es also zunächst ein Nullsummenspiel, was hier passiert. In der Praxis wird es am Ende ein Negativ-Summenspiel werden.


    Wir müssen uns einfach nur fragen, was wir fördern wollen: Eigenverantwortung und Engagement oder Versicherungsmentaltät und Neiddebatten

    Ich denke es rettet uns nur das richtige Mindset und das müssen wir fördern. Leisten wollen und Verantwortung übernehmen und dazu ein schlanker Staat.


    Von Merz erwarte ich keine Reden wer wie zu wenig arbeitet, sondern Rahmenbedingungen die Arbeit und Investieren attraktiv machen.

    Einmal editiert, zuletzt von phoenics (6. Dezember 2025 um 23:00)

  • Ich denke es rettet uns nur das richtige Mindset und das müssen wir fördern. Leisten wollen und Verantwortung übernehmen und dazu ein schlanker Staat.

    :thumbup::thumbup::thumbup:

    Blöderweise geht es in die Gegenrichtung.
    Der Staat soll es richten. Nudging und Vollversorgung.
    Und jede Menge Neid ggü den Erfolgreichen.

  • Wie kommt man auf die Idee gesparte Miete bei Eigentum zu verbeitragen?

    Ganz einfach. Man hat mal in der Schweiz gewohnt

    Zitat

    Mietwert

    Der Mietwert ist eine Besonderheit der schweizerischen Vermögensbesteuerung. Er stellt das fiktive Einkommen aus selbst genutztem Wohneigentum dar. In der Praxis zahlen Schweizer Immobilienbesitzer Steuern auf die theoretischen Einkünfte, die sie aus der Vermietung ihrer Immobilie erzielen könnten. Auf diese Weise wird der Mietwert zur Einkommenssteuer hinzugerechnet.

    Alternativ: man ist alt genug und hat in den 19?60/70ern Besteuerung von selbstgenutzten Wohnungen wahrgenommen.
    Ich meine, das gab es damals auch in D. Aber da war ich Pre-teen. Wenn auch schon damals finanzinteressiert. ;)

  • dass Kapitalerträge nur mit 25% versteuert werden, da auf Unternehmensebene bereits 30% (???) versteuert werden.

    nur?

    Was bitte wird höher besteuert als Dividenden

  • Das löst langfristig das Problem nicht, kurzfristig bringt es allerdings Linderung, weil erst die Beitragseinnahmen kommen, und die Ausgaben für erworbene Ansprüche erst über die nächsten Jahrzehnte. Dann ist die Situation aus Sicht der Rentenversicherung wieder genausoweit wie jetzt.

    Der Nachteil für die Betroffenen ist jedoch, daß die private Vorsorge massiv belastet und damit unattraktiv gemacht wird. Genau diese private Vorsorge braucht es aber, für diejenigen, die im Alter den Lebensstandard halten wollen, zumindest wenn sie nicht Geringverdiener sind und von der Grundrente profitieren.

    Es ist der falsche Anreiz - ich bin nicht schnell dabei, das zu sagen, aber das ist ein Anreiz besonders für (durch Arbeit ungebundene) Privatiers, in ein anderes Land umzuziehen, z.B. Österreich. Merz hatte diese Idee der Grünen vor der Wahl ausgeschlossen - aber das galt für die Verschuldung genauso.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Vielleicht hilft es, beim Thema noch mal auf "LOS" zurück zu gehen, also auf die Regelungen, die vor 22 Jahren zu Beginn dieses Threads in DE galten - auch wenn das aus heutiger Sicht eher traumhaft erscheint. Interessant vermutlich insbesondere für diejenigen Foren-Mitglieder, die nach 2003 ins Forum gekommen sind...

    Im Jahr 2003 waren sämtliche Kursgewinne nach einem Jahr sechs Monaten ("Spekulationsfrist") steuerfrei.

    Dividenden wurden mit dem halben persönlichen Steuersatz besteuert ("Halbeinkünfteverfahren").

    Der persönliche Freibetrag für Kapitalerträge war doppelt so hoch wie heute.

    Kapitalerträge wurden in keiner Weise mit Sozialabgaben belastet, also KV, RV, ALV usw. (PV gab es noch nicht).

    Kurz gesagt: Im Jahr 2003 (zu Beginn dieses Threads) waren Kapitalerträge noch als Komponente einer privaten Altersvorsorge erkennbar.

    Die Abschaffung der steuerfreien "Spekulationsfrist" war ein erster Axt-Hieb gegen die private Vorsorge.

    Die jetzt angedachte (erweiterte) Sozialversicherungspflicht von Kapitalerträgen ist m.E. eine Bankrott-Erklärung zum Thema "private Altersvorsorge". Es ist die konsequente staatliche Unterhöhlung von Eigenverantwortung und privater Vorsorge.

    Es ist eine Fortsetzung der Politik, die sich zu Beginn dieses Threads - im Jahr 2003 - bereits abzeichnete.

    Es läuft auf eine Schwächung der Eigenvorsorge hinaus.

  • Es gibt doch schon ein sehr erfolgreiches Modell in den USA (401k). Niedrige Gebühren + breit diversifiziertes Anlagespektrum + Zusatzanreiz durch den Arbeitgeber. Das ganze ist simpel und wirkungsvoll.

    Es ist schlichtweg ein Mentalitätsproblem. In den USA geht man davon aus, dass die Bürger und Unternehmen wissen, was das beste für sie ist. In Deutschland glaubt man, dass jeder verdiente Euro als erstes mal durch Staatshände fließen muss, um gute Politik zu gestalten. Das Resultat ist eine extreme Bürokratie (Förderung, Richtlinien, Deutschlandticket etc.) sowie Riester-Rente und Co.

    A nation which can prefer disgrace to danger is prepared for a master and deserves one.

  • Als Detail würde mir noch fehlen wie man mit negativen Erträgen also Verlusten umgeht. Verluste mit Aktien oder grosse Renovierungsaufwände oder Mietausfälle beim Vermieten.

    Da findet sich schon was. Kommt mir simpel vor:

    Ich rate mal
    - Mindestbeitrag könnte man berechnen nach dem pflichtversicherten Einkommensteil (z.B. Arbeitnehmer bis Beitragsbemessungsgrenze) oder falls freiwillig versichert einen Mindestbeitrag wie jetzt auch schon bei Selbständigen
    - zusätzliche Beiträge auf Kapitalerträge/Mieten etc entsprechend steuerlichem Ertrag ohne negative Beiträge.

  • Das löst langfristig das Problem nicht, kurzfristig bringt es allerdings Linderung, weil erst die Beitragseinnahmen kommen, und die Ausgaben für erworbene Ansprüche erst über die nächsten Jahrzehnte. Dann ist die Situation aus Sicht der Rentenversicherung wieder genausoweit wie jetzt.

    Seehr kurzfristig. Da braucht es seehr heftige weitere Maßnahmen.

    Beiträge auf Kapitalerträge/Mieten etc helfen in der RV und GKV keine Jahrzehnte. Vielleicht 2-3 Jahre.

    Warum? Na, einfach mal das Potential abschätzen.
    25% Abgeltungssteuer zzgl. Soli auf Kapitalerträge sind aktuell bei ca. 18 Mrd p.a. also reden wir von ca. 68 Mrd Kapitalerträgen nach Freibeträgen. Und die stammen nur zum Teil (geraten: 50%) von RV/GKV-Versicherten, welche ja jetzt schon Beiträge auf ihre AN-Einkommen/Renten etc zahlen. Sprich soo viel Spanne zum Höchstbetrag für potentielle Mehrbeiträge ist da aktuell gar nicht, bestenfalls 50%.
    Kämen zu den Steuern weitere 20% für Soziales hinzu (aktueller AN-Anteil), dann wären das rund 14 Mrd. Aber bei Begrenzung auf aktuell Sozialversicherte und mit Beitragsbemessungsgrenze bleibt davon deutlich weniger. Geraten: unter 5 Mrd p.a.

    5 Mrd p.a. sind sehr wenig - schlappe 4% - im Verhältnis allein schon zum aktuellen Bundeszuschuss zur RV von >120 Mrd. Und der steigt wg Demographie (Boomerrenten) absehbar jährlich um ein paar Prozent (? 4%). Die Klemme der GKV haben wir dabei noch gar nicht angesehen.

    Ergo:
    Den zahlungspflichtigen Personenkreis werden wir aufbohren. Und die Beitragsgrenzen ebenfalls.
    Am einfachsten nennen wir das nicht Sozialbeiträge für Sozialversicherte auf Kapital sondern Sozial-Soli für alle auf alles.


    PS / Edit

    Bei obiger Abschätzung habe ich die Mieterträge schlicht weggelassen.
    Weil:
    "rund 5,5 Millionen vermietenden Haushalte"
    "Die mittleren Nettomieteinnahmen lagen 2022 bei rund 5.475 Euro pro Jahr"

    5,5 Mio * 5475 = 30 Mrd

    Für die gelten die gleichen Abschätzungen wie oben für die Kapitalerträge. Sprich, da kommen vielleicht weitere 2 Mrd Beiträge p.a. rum. Peanuts.

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    Europäische Werte: vorübergehend vernünftig
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…-a-1100180.html

    Einmal editiert, zuletzt von chfin (8. Dezember 2025 um 11:09)

  • Wenn neue Regelungen eine Verbesserung bringen sollen, können sie nur darin bestehen, den Rentnern weniger zu geben und den Beitragszahlern mehr zu lassen. Alles andere verschlimmert das Missverhältnis nur.

    Da aber die Deutschen unbedingt das dritte Mal Vollsozialismus ausprobieren wollen, diesmal mit Öko und ohne Energie/Industrie, dürfte praktisch an der Angleichung von Rente und Sozialhilfe bei maximal möglicher Besteuerung/Verbeitragung von Einkommen der Arbeitenden kein Weg vorbei führen - wie das beschlossene Rentengesetz zeigt. Gesprochen wird von Reformen, gemacht wird das Gegenteil.

    Mal sehen, wann der Vorschlag kommt, die Rente zu kürzen bei vorhandenen sonstigen Alterseinkünften bzw. Vermögen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Mal sehen, wann der Vorschlag kommt, die Rente zu kürzen bei vorhandenen sonstigen Alterseinkünften bzw. Vermögen.

    Das gibt es schon, nämlich bei der Grundrente. Wer mindestens 33 Jahre eingezahlt hat und trotzdem nur eine niedrige Rente hat, bekommt diese aufgestockt, allerdings nur insoweit keine sonstigen hohen Einkünfte vorliegen. Die fungiert bereits heute als Auffangnetz, weshalb ein sinkendes Rentenniveau wohl nicht so dramatisch ist wie von der SPD dargestellt. Langfristig wird es darauf hinauslaufen, darauf konnte sich doch auch längst jeder einstellen, der eins und eins zusammenzählen kann. Ggf. flexibles Eintrittsalter.

    Den Vorschlag der Umverteilung in der Rente gab es von Marcel Fratzscher auch schon ("Boomer-Soli").

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Danke für die oberschlägige Rechnung. Hoffe die Bundesregierung und die Rentenkommission können auch rechnen.

    Wenn man damit also nur "Peanuts" reinholt, die dem strukturellen Problem der Rentenbeiträge nicht helfen, muss es ja einen anderen Vorteil geben.

    --> Macht es Dinge einfacher wie z.B. weniger Bürokratie oder effizientere Abläufe?

    --> Ermöglicht es neue Chancen zur Entwicklung?

    --> Macht es Deutschland gerechter und fairer?


    Ich würde gerne mal die Gegenrechnung aufmachen, wieviel Rentenzahlung der gesetzlichen Rente man einsparen könnte, wenn man die private Vorsorge mit einem gewissen Aktienanteil als Standard für die meisten Bürger gestaltet. Also z.B. 30-50% der AN + AG Anteile werden in MSCI EuroStoxx ETFs investiert. Der Staat reduziert die gesetzliche Rente dementsprechend und darüberhinausgehende Erträge kommen dem Rentner zugute.

    Wieviel würde die Stärkung des EU-Kapitalmarktes dazu zuzätzlich Positives bewirken, wenn man in den EuroStoxx investiert.?

  • Ich würde gerne mal die Gegenrechnung aufmachen, wieviel Rentenzahlung der gesetzlichen Rente man einsparen könnte, wenn man die private Vorsorge mit einem gewissen Aktienanteil als Standard für die meisten Bürger gestaltet. Also z.B. 30-50% der AN + AG Anteile werden in MSCI EuroStoxx ETFs investiert. Der Staat reduziert die gesetzliche Rente dementsprechend und darüberhinausgehende Erträge kommen dem Rentner zugute.

    Rentenzahlung der gesetzlichen Rente eingespart würde per sofort kein einziger Cent.

    Die Rente der Deutschen Rentenversicherung ist ein Umlagesystem ohne Kapitaldeckung. Alles was reinkommt wird unverzüglich ausgekehrt.
    Wenn du also umstellen möchtest, dann musst du ZUSÄTZLICH ansparen und bist in ca. 50 Jahren fertig mit der Umstellung. Deshalb gab es doch damals in den 80ern die Diskussion und die Aussage von Blümchen mit treuherzigem Augenaufschlag: "die Rente ist sicher" (Minute 03:40)

    Ist sie ja auch heute noch. Nur was sie kostet, wer wieviel zahlt und was man davon kaufen kann, das ist halt offen.

    muss es ja einen anderen Vorteil geben.

    Klar, die aktuelle Regierung kann die Dose für diese Legislaturperiode weiterkicken und hoffen, nochmal gewählt zu werden.

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    Europäische Werte: vorübergehend vernünftig
    http://www.spiegel.de/kultur/gesells…-a-1100180.html

    Einmal editiert, zuletzt von chfin (8. Dezember 2025 um 12:30)