Optionsscheine und Volatilität

  • Hallo,

    bisher habe ich mich nicht weiter mit Optionsscheinen beschäftigt. Mir ist aber auch nicht entgangen, daß das Aufgeld für Optionsscheine und die Volatilität direkt zusammenhängen. Die Volatilität des Dax ist heute auf ein Rekordtief gefallen. (17)
    Es gibt also aus antizyklischer Sicht gleich zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen. Einerseits durch fallende Kurse und andererseits durch steigende Volatilität.

    Könnten vielleicht mal Leute die schon praktische Erfahrungen gesammelt haben ein Paar Tips geben, worauf man besonders achten sollte etc.

    Im Chart sieht man wie ein neues Tief in der Volatilität nicht durch ein neues Hoch im Dax bestätigt wurde. Diese Divergenzen könnten auf ein baldiges Ende der Rally hindeuten.

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    They did not know it was impossible, so they did it! --Mark Twain

    Einmal editiert, zuletzt von spud (19. Februar 2004 um 18:59)

  • Allzuviel praktische Erfahrung habe ich nicht, aber ich habe auch bemerkt, dass der VDAX extrem niedirg steht. Mindestens seit 3 Jahren stand er nicht tiefer.

    Aufgeld und Volatiltät kann man ineinander umrechnen. Heute ist es allgemein üblich zur Preisfeststellung von Optionsscheinen die Black-Scholes-Merton Formel zu verwenden. Mann kann dan den Preis des Optionsscheins als implizite Volatilität des Scheins angeben. Die Formel bzw. das Verfahren ellgemein hat zwar reichlich Macken, aber es gibt nicht anderes praktikables. Jedenfalls für Normalanwender.

    Meines Wissens gibt es keine Möglichkeit eine Option oder ein Zertifikat auf den VDAX zu kaufen.
    Wenn ich also auf eine steigende Volatilität spekulieren will, mach ich folgendes. Ich kaufe gleichzeitigs Puts und Calls auf den Dax. Und zwar in der gleichen Menge und zum gleichen Ausübungspreis und Fälligkeitsdatum. (Ich nehme an, dass du Optionscheine kaufst und nicht direkt an der EUREX handelst)

    Damit kannst du erreichen, dass die Summe ihrer Preise steigt, wenn die Vola steigt, unabhängig von der Richtung die der DAX nimmt.

    Du wirst Geld verlieren, wenn die Vola sinkt und wenn du einfach wartest. Denn der Zeitwert der Optionen wird mit jedem Tag sinken.

    Man sollte also Optionen (Optionsscheine) mit nicht zu kurzer Laufzeit wählen (mindestens>6 Monate würd ich sagen) und am besten mit einem Ausübungspreis nahe dem aktuellen Kurs des DAX. So ist der Hebel auf die Vola nämlich am größten.

    Letzeres ist aber schwierig, es gibt im Moment fast nur Puts mit einem Strike über 5000 Punkte.

    Wenn du das machst, sag mal Bescheid mit welche Scheine du nimmst.

    Guntfred

  • Guntfred:

    Deine Aussage "es gibt derzeit fast nur Puts (auf den DAX) mit einem Strike über 5000 Punkte" kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn ich den Optionsscheinselektor bei Comdirect bemühe und Puts auf den DAX im Bereich 4000-4150 Punkte suche (also +- 75 Punkte auf den heutigen Tagesschlußkurs), die noch mindestens 6 Monate Laufzeit haben, springen mich 55 Hits an (das sind allerdings weniger als 55 Scheine, weil sämtliche gehandelten Möglichkeiten aufgeführt werden, also z.B. Stuttgart, Düsseldorf und Live Trading bei der Commerzbank). Mit 4000 Punkten gibt es jedoch wesentlich mehr Scheine als mit 4100.

    Je nach Laufzeit haben die Dinger (ich berücksichtige jetzt mal nur 1:100, es gibt auch 1:1000) Preise zwischen ca. 2,25 EUR (Basispreis 4000, Laufzeit bis Ende September 2004) und knapp 5 Euro (Basispreis 4000, Laufzeit bis Ende Dezember 2007). Welchen soll man nun nehmen?

    (Daher mag ich idR die Shortzertifikate von ABN Amro lieber - aber wenn man mit dem steigenden VDAX Geld verdienen will, sind sie natürlich ungeeignet.)

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

    2 Mal editiert, zuletzt von cktest (20. Februar 2004 um 18:07)

  • Ich hatte mal bei onvista gesucht und mir da welche mit der Laufzeit >12 Monate anzeigen lassen. Da war die Auswahl eher gering.

    Bei onvista kannst du sie auch nach der impliziten Volatilität sortieren lassen. Mach das mal. Nimm möglichst billige (Vola niedrig) die auch ein entsprechendes Gegenstück haben. Also Put und Call mit möglichst gleicher Ausstattung existieren. Idealerweise sollten Put und Call diesselbe, vergleichsweise niedrige implizite Vola haben. ICh würde eine Laufzeit >= 12 Monate vorschlagen. Wenn du z.B. 6 monatige nimmst, und 3 Monate lang passiert nix, verlierst du sonst schon so viel Geld, dass du das später mit einem nervöseren Aktienmarkt und höhere Vola kaum aufholen kannst. Wieviele geeignet Paare findust du denn?

    Disclaimer:
    Ich kenne die Theorie von Optionen. Praktische Erfahrung habe ich nicht so viel.

    Guntfred

  • Hallo,

    erstmal vielen Dank für eure Antworten, ich werde mich am Wochenende mal näher damit beschäftigen.

    They did not know it was impossible, so they did it! --Mark Twain

  • Ich weiß gerade nicht, wo ich das sonst unterbringen soll, aber hier paßt es zumindest einigermaßen. Das Zertifikate-Journal hat in seiner jüngsten Ausgabe VDAX-Zertifikate angeguckt und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis:

  • Mich würde einmal interessieren, wie die Volatilität mit der Anzahl der Postings bei w:o korreliert... :)

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)