Continental - Warum verpaßt?

  • Haben eigentlich alle Continental verpaßt? Einen Thread gibt es nicht, auch keine besonderen Erwähnungen. Dabei waren die Zahlen eigentlich einladend: Schon 2002 "glänzte" Conti bei einem KUV von 0,18 und KCV von 1,5 mit 0,35% Kursgewinn. Bei über 40% Verlust im CDAX eine bemerkenswerte RS. An der Outperformance hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn die Aktie nicht mehr billig ist (aber auch nicht teuer).

    Immerhin handelt es sich um einen Dax-Wert (zwischenzeitlich MDax), und sowas hat man ja auch mal ganz gerne im Depot neben den ganzen Micro-Caps, die von Revolverblättern gepusht werden, oder irgendwelchen ausländischen Papieren, wo man kaum Nachrichten zu findet.
    Das einzige, was man "gegen" Conti anführen konnte, war, dass die Aktie dreisterweise nicht unter Buchwert notierte.

    Performance Continental seit 01.01.2003 +340% plus Dividenden
    CDax seit 01.01.2003 +54,8%

    2005
    Performance +34,43%
    CDax +3,48%

    2004
    KUV 0,63
    KBV -
    KGV 11,9
    KCV 5,9
    Performance +57,71%
    CDax +8,72%

    2003
    KUV 0,35
    KBV 1,9
    KGV 12,7
    KCV 3,2
    Performance +107,64% (Tief 11,53)
    CDax +37,6%

    2002
    KUV 0,18
    KGV 8,5
    KBV 1,1
    KCV 1,5
    Performance +0,35%
    CDax -40,05%

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    Time is on our side (TFF)

    Einmal editiert, zuletzt von Herakles (1. April 2005 um 21:15)

  • Moin Herakles,

    interessante Frage. Ich weiss nicht, wie das bei den anderen aussieht, aber für meinen Teil kann ich sie beantworten.

    Ich hatte 2002 bereits eine mechanische watchlist angelegt, aber mit ein paar entscheidenden Unterschieden:

    In die Liste aufgenommen wurden 2001 nur Aktien, die sowohl beim KBV als auch beim KUV als auch beim KCV zum billigsten Quartil und dann (ab 2002) zu den den billigsten 30% gehörten. D.h. jede Kennzahl für sich diente als cut-off-point und Ausschlusskriterium.

    Die Liste basierte auf dem gedruckten Statistikteil von B:0, bevor der mitten im Crash 2003 vom Verlag auf übelste Weise kastriert wurde.

    Damals waren die Grenzwerte folgendermassen:

    Billigstes Quartil (25%) im Juni 2001:
    - KUV 0,33
    - KBV 1,10
    - KCV 6,0

    Billigste 30% im August 2002:
    - KUV 0,17
    - KBV 0,70
    - KCV 4,50

    Continental hat also offensichtlich bei einer dieser Kennzahlen den Härtetest nicht bestanden.

    Nach meiner heutigen Methode (Aufnahme aller Aktien und Gewichtung der Kennzahlen-Ränge) sähe das vielleicht anders aus. Auf jeden Fall muss man aber in Rechnung stellen, dass es damals (nach heutigen Maßstäben) massenweise Kaufkandidaten gab. Im September 2002 hatten z.B. spätere highflyer wie MDB, Ehlebracht und BayWa ein KUV von 0,03! (Leider galt das aber auch für spätere Pleitekandidaten wie Porta Systems, Vogt Electronic und Vivanco.) Mein System war damals leider noch überhaupt nicht darauf ausgerichtet, Problemfälle auch nur ansatzweise auszusieben (z.B. über Mitberücksichtigung von KGV, Dividenden oder Verschuldung, ganz zu schweigen von zusätzlichen Bilanzchecks auf good will oder latente Steuern - das waren damals für mich persönlich böhmische Dörfer...).

    Nach meiner damaligen Methode war Continental jedenfalls definitiv kein eindeutiger Kaufkandidat.

    Gruss, witchdream

    PS: Als kleine Kostprobe die Liste der Kaufkandidaten per 14.09.2002, mit den damaligen Kursen.

    Aeco 0,17
    Alno 2,01
    Arndt 0,35
    BayWa vink. NA 6,00
    BBS VZ 9,60
    Bien-Haus 7,51
    Cinemaxx 2,00
    Cinemedia 0,65
    Datasave 0,39
    Dyckerhoff VZ 7,95
    F.A.M.E. 0,15
    Fortis 18,80
    Gontard & Metallbk. 0,09
    Hach VZ 3,20
    Haitec 0,75
    Hans Einhell VZ 6,50
    Helkon Media 0,14
    Höft & Wessel 1,80
    Ifco Systems 0,23
    IPC Archtec 2,40
    K & M Möbel 0,83
    KAP Beteil.-AG 13,00
    Kleindienst Datentechnik 2,00
    Knorr Capital 0,16
    Koegel VZ 3,15
    m + s Elektronik i.V. 0,03
    Maxdata 3,20
    MD Bau 7,95
    Media! 1,11
    Möbel Walther VZ 5,92
    MVS 0,85
    Odeon Film 3,20
    Pongs & Zahn 2,10
    Porta Systems 0,05
    RTV Family Entertainment 0,09
    Saltus Technology 2,01
    Sanacorp VZ 15,89
    Sedlbauer 9,91
    SER Systems 0,05
    Splenid Medien 0,47
    Strabag 18,50
    TTL 1,15
    VCL Film + Medien 0,47
    Vivanco 0,65
    Vivendi Universal 13,40
    Vogt electronic VZ 4,80
    Volkswagen VZ 30,75
    W&W NA 12,70
    Wasgau NA 3,40
    Westag & Getalit VZ 4,40

    Aus heutiger Sicht überraschend, wie gut die Selektion beim Zuschalten der RS funktionierte. Wenn man zusätzlich eine RS im besten Drittel forderte (das bedeutete damals eine Kursverlust von höchstens -10% über 12 Monate), dann blieben übrig (in Klammer die Kurse von heute):

    Alno 2,01 (6,90)
    BayWa vink. NA 6,00 (14,73)
    Bien-Haus 7,51 (9,00)
    Hans Einhell VZ 6,50 (37,24)
    KAP Beteil.-AG 13,00 (24,10)
    Kleindienst Datentechnik 2,00 (9,00)
    Sanacorp VZ 15,89 (32,44)
    Strabag 18,50 (48,50)
    Volkswagen VZ 30,75 (27,75)

    Keine dieser Firmen ist pleite gegangen, und bis auf VW und Bien-Haus war das kein schlechtes Portfolio.

  • Ja, es gibt Aktien, die ohne uns steigen.
    Das mag vor der hand erschütternd klingen - ist aber so.
    Die Liste ist lang.
    Da sind die Schifffondsvermittler MPC, Bijoux Brigitte, Puma - alle ohne Erwähnung hier oder nur mit einem späten anerkennenden Blick hinterher.

    Für mich persönlich:
    Conti war zu langweilig, gleichzeitig aber auch kein Exot. Die sind mir einfach nicht aufgefallen - zumal ich "damals" auch durchwachsene Erfahrungen mit einem zweiten Einstieg bei HFs uralter Empfehlung goodyear gemacht habe.

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Hallo,

    Bijou und MPC habe ich selber in 2002 bzw. Anfang 2003 entdeckt. Die Unterbewertung dieser Aktien war einfach zu offensichtlich:

    Bijou hatte in 2002 ein durchschnittl. KUV von 1,18 und in 2003 ein durchschnittliches KGV von 7,42.

    Bemerkenswert sind die damalige und heutige enorme Profitabilität und die bilanzielle Stärke der AG. Bijou war bis Anfang 2004 ein klarer Kauf. bei Bijou lag das Geld auf der Strasse, man hätte nur zugreifen müssen - es war zu offensichtlich ... bei ca. 35 ¤ war ich das erstemal dabei ... :)

    MPC: durchschnittliches KGV in 2002 - 2003 = 6 - 7, dazu die enorme Dividendenrendite die im Schnitt der letzten 4 jahre bei ca. 10 % lag, wie bei Bijou sehr gute Profitabilität und bilanzielle Stärke ...

    Als MPC bei 9 ¤ stand, hatte die Aktie eine Dividendenrendite von über 10% der Vorstand und auch der Acatis-Fonds haben sie gekauft ... ich nicht ... :( , erst bei 18 ¤ :)

    Puma und Continental habe ich komplett verschlafen ...

  • Conti hatte ich am 26.09.01 zu 10,75¤ gekauft und am 21.06.02 zu 17,35 verkauft nachdem die 38-er Linie nachhaltig durchbrochen wurde und ich nicht den gesamten Buchgewinn wieder abgeben wollte. Die Aktie war auch gleich wieder auf der watch , bei den vielen anderen... Den erneuten Einstieg hatte ich wie viele hier ebenfalls verpennt. Zum Jahreswechsel 2002/2003 hatte ich rund 100 verschiedene Aktien auf der Watch und Conti war bei mir deshalb als Depotwert nicht dabei, weil ich aus dem Automobilsektor schon eine Daimler im Depot hatte und BMW oder VW ebenfalls auf der watch stand. Zwecks diversifikation hatte ich dann eben den erneuten Kauf von Conti ausgeschlossen *heul*

    Gruß Sam

  • Verwundert reibt man sich die Augen bei solch abenteuerlichen Kursen von Conti derzeit.

    Gibt es irgendjemanden, der sich mit Conti beschäftigt hat und eine Ahnung davon hat, wieviele Schulden Schaeffler Conti angeblich aufdrücken will?

    Ich sehe es derzeit so, das dies einer der wesentlichen Hinderungsgründe für ein Engagement ist.
    Ansonsten kann Conti wohl kaum als teuer bezeichnet werden, wenn man die Historie betrachtet und die jüngste Untergangsstimmung der Automobilbranche...

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

    Einmal editiert, zuletzt von Zek (19. Januar 2009 um 10:51)

  • Okay, ich rudere da wohl mal wieder teilweise zurück.

    Da sind wohl wegen der VDO-Übernahme die Schulden von 2006 auf 2007 von ca. 6 Mrd Euro auf ca. 21 Mrd Euro gestiegen - ooops. ;)

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
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  • Ich würde die Branche trotzdem im Auge behalten: Mobilität bleibt ein Thema, unabhängig vom Benzinpreis, und die Technik ist inzwischen in der Hand der Zulieferer. So derb verschuldet wie Conti müssen sie allerdings nicht sein.

    "Hey Du, möchtest Du ein A kaufen?" Standard & Poor's (zitiert aus: Marc-Uwe-Kling: Der falsche Kalender - 365 falsch zugeordnete Zitate)

  • Die Reaktion an der Börse mit einem Kurssturz von bis zu 28 Prozent am Montag zeigt die Betroffenheit über die nun nicht mehr zu bezweifelnde Notlage von Schaeffler. Die Franken haben den früheren Conti-Aktionären erst vor drei Wochen 75 Euro für ein Papier bezahlt, das gestern gerade einmal rund 14 Euro Wert war. Schaeffler hat schuldenfinanziert 10 Milliarden Euro ausgegeben für 90 Prozent eines Unternehmens, das heute an der Börse nur noch gut 2 Milliarden Euro auf die Waage bringt.
    ...
    Wie zu hören ist, benötigt Schaeffler Eigenkapital in einer Größenordnung von 3,5 bis 4 Milliarden Euro; die mit den sechs kreditgebenden Banken - darunter Commerzbank, Dresdner Bank, Royal Bank of Scotland und Hypo-Vereinsbank

    http://www.faz.net/s/Rub5A93F08C6…n~Scontent.html

    Was Coba, Dresdner und RBS angeht, liegt das Risiko ja bereits beim unbekannten Steuerzahler.

    8 Mrd verdampft ganz ohne Shortspekulation, da muß Merckle vor Neid erblassen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • http://wirtschaft.t-online.de/c/18/07/64/20/18076420.html

    Zitat

    Der Autozulieferer Continental reagiert auf massive Einbrüche im Reifengeschäft und schließt sein letztes Reifenwerk am hannoverschen Stammsitz und ein Werk in Frankreich. Die betroffenen 1900 Arbeitnehmer würden überwiegend Kündigungen erhalten, sagte Conti-Reifen-Vorstand Hans-Joachim Nikolin in Hannover...

    Damit stellen sie sich echt ein Armutszeugnis aus!

    Wie kann man nur das letzte Reifenwerk im Heimatland und in der Stadt des Firmenhauptsitzes schliessen?!

    :(

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  • Nun sage neimand, Börse ist langweilig.
    "Der hochverschuldete Autozulieferer Schaeffler wollte doch eigentlich Conti schlucken und damit aufsteigen. Jetzt sieht es eher nach einem Untergang aus: Conti plant, sich Schaeffler einzuverleiben".
    "Vor- und Nachteile einer Fusion
    Die Gläubigerbanken - allen voran die krisengeschüttelten Institute Commerzbank und LBBW haben derzeit noch gemischte Gefühle angesichts eines möglichen "Reverse Takeovers". Denn der ginge für sie mit neuen Abschreibungen einher, die sie Experten zufolge kaum verkraften dürften".

    http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_353408

  • Conti heute +10,x%.
    Ein börsennotiertes Unternehmen hat einfach bessere Karten.
    Die Bank entscheidet nach "bei wem sind die Abschreibungen
    kleiner", da ist das Hemd näher als der Rock.

  • "Continental-Schaeffler Banken rechnen Enteignung durch

    Das Szenario sieht derzeit als bevorzugte Variante vor, dass Conti das operative Geschäft von Schaeffler kauft. Den Kredit dafür würden die Schaeffler-Banken stellen, möglicherweise mithilfe einer Staatsbürgschaft. Der Wert von Schaeffler liegt bei 6 Mrd. bis 8 Mrd. Euro - "aber in guten Zeiten", sagte eine informierte Person. Das Geld würden Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg sofort an ihre Banken weiterleiten.
    Vorteil für die Geldhäuser: Sie hätten einen Teil ihrer Forderungen von Schaeffler auf die dann kombinierte Gruppe umgeleitet, die börsennotiert und seit Jahren am Kapitalmarkt aktiv ist. "Das gibt mehr Spielraum für Transaktionen", sagte ein Beteiligter. Dem Plan zufolge bleiben die Schaefflers anfangs zwar formal weiter im Besitz ihrer Conti-Anteile. Sie wären allerdings weiter so hoch verschuldet, dass sie die Kreditvereinbarungen mit ihren Banken brechen würden und diese die Übergabe der Conti-Aktien fordern könnten. Nach jetzigem Stand planten die Banken, Schaeffler einen gesichtswahrenden Anteil am Gesamtkonzern von fünf bis zehn Prozent zu ermöglichen, hieß es".
    http://www.boerse-online.de/aktien/deutsch…rch/509390.html

  • Zitat

    Original von Zero
    ...möglicherweise mithilfe einer Staatsbürgschaft.


    Bekommt die jetzt jeder dahergelaufene Zocker? Oder erpressen sich die Banken sich jetzt bei jeder Kreditvergabe eine Staatsbürgschaft?

    Zitat

    Nach jetzigem Stand planten die Banken, Schaeffler einen gesichtswahrenden Anteil am Gesamtkonzern von fünf bis zehn Prozent zu ermöglichen, hieß es"


    Das kannte ich auch schon aus der Schule: Die Mädchen haben ein wenig auf die Tränendrüse gedrückt, und dann wurde aus der 5 wieder eine 4 Minus.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • "Im Vergleich zu den Schaeffler-Banken haben Continentals Institute in diesem Machtpoker die deutlich stärkere Position Conti alleine steht derzeit im Vergleich zu Schaeffler gut da: Insidern zufolge dürfte der Hannoveraner Konzern auf absehbare Zeit seinen Schuldendienst leisten und seine Kreditvertragsklauseln weitgehend einhalten können. Dagegen benötigt Schaeffler schon jetzt die Hilfe seiner Banken, um überhaupt die Zinsen zahlen zu können. Zudem haben es die Conti-Banken in der Hand zu verhindern, dass sie in die Schaeffler-Probleme hineingezogen werden: Conti braucht für jede größere Akquisition die Zustimmung seiner Kreditgeber mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit".
    Mehr hier.

    http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awer…uebersicht.html

  • Wie stark hängt eigentlich Continental vom Verbrennungsmotor ab? Reifen werden auch Elektroautos benötigen, sogar eher mehr oder bessere, wegen mehr Drehmoment.

    Autoaktien schrecken derzeit ab wegen der unklaren Aussichten. Bei den Zulieferern dürfte es davon abhängen, inwieweit sie davon betroffen sind.

    Continental mit 11,77 Euro im Mittel der letzten 8 Jahre, Kurs derzeit 58,50 Euro, damit ein KGV8 von 5!

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    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Ich hab es mit Automobil und Zulieferern noch nicht eilig.

    Denke da kann man noch warten bis sich die schlechten Nachrichten bzgl. Lieferketten häufen.

    Aber COntinental ist auf der Watchlist. Renault ebenso.

    Was du dir auch mal ansehen kannst, da fokussierter auf Reifen, und damit (noch) unabhängiger von der Antriebsart:

    Goodyear

    KUV 0,11

    KBV 0,45

    Divi 6%

    KGV5 3,1

    Der Chart sieht allerdings extra-übel aus.

    War allerdings vorher schon lange böse am Abrutschen, k.A. was der Grund dafür ist.

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    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Continental ist halt nicht nur Reifen. Und die E-Fahrzeuge "bedrohen" den Rest.

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    “Investment is most intelligent when it is most businesslike.” -Benjamin Graham

  • Angenommen, alles stellt auf Elektromotor um - auch dann werden Reifen benoetigt?

    Die Furcht, dass man in 30 Jahren keine Fossilen Brennstoff-Motoren verbaut, trifft doch Conti nicht so hart?

    Und wie realistisch ist die Energiewende bei schweren LKWs?

    Elektro-Autos stelle ich mir eher filigran vor, leichter gebaut, duennere reifen, weniger gummi.

    Aber Transporter? Ich mag mich taeuschen, doch mir scheint dass es leichter ist PKWs auf elektro umzustellen, als LKWs?

    Und selbst wenn auch LKWs mit Elektromotor fahren werden - Dicke Reifen werden hier dennoch bleiben? und nur das interessiert doch bei Conti.

    Sjute's Tabelle zeigt, das Conti nicht nur Reifen macht.

    Es sieht so aus, als ob Conti eher abhaengig ist von "Schwer", also LKWs.

    Kraeftige Bremssysteme, dicke Reifen,

    Und LKWs werden bestimmt leichter werden, wenn sie leergewicht haben.

    Doch typisch ist doch auch, dass die Hauptmasse eines LKWs eben die Konsumgueter sind, und die werden schwer bleiben, energiewende hin oder her.

    Da der Wechsel von fossil auf gruen doch noch Jahrzehnte braucht, hat Conti genug zeit sich langsam anzupassen. Man sieht anhand der Tabelle, das Conti sich diversifizieren kann.

    Das Thema "Transport" wird es weiterhin geben, egal wie die neue Welt ohne Oel aussehen wird in 30 Jahren.

    Kurzfristig (die naechsten paar Jahre) wird Conti sich mit Autobauern mitbewegen, doch die Zukunftsaussichten erscheinen mir bei Conti weniger duester als bei PKW-Autobauern.

    Skeptisch (andere werden es im Gegenteil gut finden): Continental hat seinen Umsatz ueber die letzten Jahre sehr gesteigert, es ist ein growth-Unternehmen.

    Im Jahr 2003 war den Umsatz noch bei 11.5 mrd, inzwischen ist der Umazt 44 mrd.

    Umsatz stetig gestiegen:

    Hier aus meiner Datenbank, links von 2003 - 1.15E+10 bedeutet 11.5 mrd,

    ganz rechts 2019 Umsatz ist 44478400000, also 44.478 mrd.

    1.15E+10 1.26E+10 1.38E+10 1.49E+10 16619400000 24238700000 20095700000 26046900000 30504900000 32736200000 33331000000 34505700000 39232000000 40549500000 44009500000 44404400000 44478400000


    Hier die Gewinn-Margen zum Umsatz:

    von 2003 bis 2012:

    2.72% 5.35% 6.72% 6.60% 6.14% -4.64% -8.21% 2.21% 4.07% 5.75%

    Seit 2013 habe ich sie nicht mehr separat in meiner Datenbank hinterlegt, kann euch aber sagen, dass sie von 2013 bis 2018 ueber 6% lag. Erst letztes Jahr ist die Marge eingebrochen auf -2.8%.

    Und man will vielleicht nicht ein Unternehmen kaufen, das schoen gewachsen ist, Margen wuchsen auch, und dann hat es einen starken Margeneinbruch.

    Ich glaube an Zyklik bei Margen, und zwar ueber viele Jahre. Ein gut gehendes Geschaeft mit attraktiven Margen zieht Trittbrettfahrer an. Der Trend haelt jahrelang an, bis er bricht, dann fuerchte ich ein erodieren der Margen ueber Jahre, bis die Konkurenz wieder draussen ist (pleite oder aufgegeben hat).

    Da will man nicht einsteigen, wenn der Trend gerade angefangen hat, oder? Und der Margeneinbruch koennte der Anfang sein von 10 Jahren Margenerosion...

    So geschehen z.B. bei Bijou, obwohl das ein komplett anderes Geschaeft/Branche ist. Das Prinzip (meine Philosophie) ist: der Trend bei Margen kann lange anhalten, aber haelt nicht ewig. Deswegen bin ich kein Wachstumsfan, aber habe nichts gegen gleichbleibende Umsaetze, oder sogar leicht schrumpfende Umsaetze ueber Jahre (z.B. Bijou, ehemals ein growth-Unternehmen - vor 10 Jahren. Nun ein Schrumpf-Unternehmen - seit 10 Jahren).

    Also bei Conti koennte ich mir vorstellen, dass man die Umsaetze und die Margen von jetzt ab eher von rechts nach links verfolgen kann, statt bisher von links nach rechts (siehe oben mein Zahlenreihen).

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

    3 Mal editiert, zuletzt von Joe (2. April 2020 um 10:04)