• hallo zusammen,
    habe mich die vergangenen tagen intensiv mit der artnet ag beschäftigt.

    "Das Unternehmen
    artnet hat mit seinen speziellen Dienstleistungen für die gewerbliche Kunstwelt das Geschäft mit Kunst modernisiert. Das Kernelement des Geschäfts von artnet ist das Gallery Network, das mit mehr als 1.000 Galerien, über 90.000 Werken und über 18.000 Künstlern weltweit das größte seiner Art ist. Das Netzwerk dient Händlern und Kunstkäufern gleichermaßen: Es gibt ihnen einen Überblick über den Markt und die Preistrends und bietet die Möglichkeit zur sofortigen, kostengünstigen und globalen Kontaktaufnahme. Zu den anderen bedeutenden Bereichen zählen das artnet Magazin, ein kostenloses, täglich online erscheinendes Kunstmagazin, und die artnet Price Database, der Branchenstandard für bebilderte Auktionslisten."

    artnet ist im jahre 1999 an die börse gegangen. die marktkapitalisierung betrug zum damaligen zeitpunkt ca. 200 mio. euro.
    nachdem im vergangenen jahr noch ein fehlbetrag von 520.000 (0,09¤/aktie)euro verbucht werden musst, konnte im ersten quartal 2005 ein gewinn von 240.000 (0,04¤/aktie) erzielt werden.
    auffällig ist, dass die aufwendungen über die letzten quartale hinweg relativ konstant geblieben sind, wohingegen die umsätze stark gesteigert werden konnten. dieser trend dürfte meiner meinung nach auch in zukunft weiter bestand haben.
    die aktuelle marktkapitalisierung beträgt ca. 10 mio. euro. der aktienkurs beträgt derzeit ca. 1,60.
    rechnet man das ergebnis aus dem ersten quartal auf das gesamtjahr hoch, so ergibt sich ein kgv von ca. 10.

    das geschäftsmodell von artnet halte ich für äußerst interessant und zukunftsträchtig.

    das risiko besteht meiner meinung nach in dem geringen ek von ca. 1 mio. euro und der niedrigen liquidität von ca. 600.000 euro

    gibt es hier meinungen zu diesem wert?
    gruß broker

    Einmal editiert, zuletzt von Broker21 (13. Juni 2005 um 14:40)

  • Kleine Warnung: derzeit fließt offenbar viel Geld in den Kunstmarkt. Es könnte sein, dass eine Firma wie Artnet schnell vor dem Aus steht, wenn sich die Lage wieder dreht.

    Der Fehlbetrag des letzten Jahres entspricht etwa der Hälfte des noch existierenden Eigenkapitals - was hätte das im Verlustfall zu bedeuten?

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • hallo cktest,
    artnet profitiert wenn nur indirekt über kapitalflüsse in den kapitalmarkt. da das geschäftsmodell auf abo-basis (ausnahme werbung)funktioniert rechne ich nicht damit, dass die umsätze rückläufig sein sollten.
    das von dir erwähnte gerine eigenkapital (liquidität) habe ich ja bereits angesprochen und als einen nachteil herausgestellt.
    für ist jedoch die betrachtung von umsatz und aufwand bei diesem geschäftsmodell vorrangig.
    sicherlich werden wir alle nach den zahlen zum 2. quartal mehr wissen. für mich bahnt sich hier jedoch eine überaus interessante geschichte an.
    weitere meinungen?
    gruß broker

  • Moin, moin,
    ich nehme mal an, dass der Emissionspreis nicht unter 10DM gelegen hat (wir schätzen konservativ ;-)). Bei damals vielleicht auch schon 6,6Mio Aktien kommt man auf eine nette Summe; selbst in Euronen ist es noch ausreichend. Stellt sich die Frage, wo das geblieben ist? Ich wüßte momentan nicht, wie ich bei seriöser Geschäftsführung innerhalb von nicht mal 10 Jahren vielleicht 100Mio Oiros verbrennen sollte...
    Nic

  • es wurde damals ca. 1 mio. aktien zu 46 euro platziert. der verlustvortrag beträgt z. z. ca. 55 mio. euro.
    aber genau das ist ja das interessante. jetzt, wo scheinbar der break-even geschaft ist, verfügt artnet über eine lächerliche bewertung. zudem werden bei dem verlustvortrag die nächste jahre wohl keine steuern anfallen.m
    ärgern müssen sichb die alten aktionäre, die die langen verlustreichen jahre mitgemacht haben. aktionäre, die jetzt einsteigen können davon profitieren.
    hier noch ein interessanter link aus der vergangenheit:
    http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/mainhattan-inv…lyse-artnet.htm

    gruß broker

  • Ich meine, das mit den Verlustvorträgen hat man geändert, so dass langjährige Nullsteuer-Quoten für profitable Unternehmen nicht mehr möglich sind.

    Time is on our side (TFF)

  • interessant ist der im w:o board geäußerte vergleich zu artprice.com. diese betreiben eine preisdatenbank, die vergleichbar mit der von artnet ist.
    der kurs von artprice.com hat sich im gegensatz zu artnet in den letzten wochen ver6facht. dabei erzielt artprice geringere umsätze als artnet und schreibt verluste.
    gruß broker

  • Verlustvorträge

    Die erste Million des Gewinnes kann vollständig mit früheren Verlusten verrechnet werden. Der Rest nur zu 60%.

    Bsp: 3 Millionen Gewinn, dann müssen von 2 Mill. 40 versteuert werden. Bei 40% Steuern wären dies 320.000.
    Gewinn nach Steuern: 2,68 Mill.

    Grüße
    skeptiker

  • die aktie entwickelt sich auch ganz schön. ein ähnlicher verlauf wie bei artprice.com wäre wünschenswert.
    gruß broker
    gibt es sonst noch meinungen zu diesem wert?

  • Broker21

    Den Wert der Aktie kann und will ich nicht beurteilen. Bei artnet ist mir aufgefallen, daß die Liste der im Index aufgeführten Künstler etwas mager ist. Für die "Großen" und auch für die Selbstdarsteller braucht man artnet sicher nicht.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."

    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."

    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Das Geschäftskonzept von Artnet ist gut. Der Unterschied zu Artprice ist, daß ich bei Artprice auf Anhieb fündig geworden bin :)

    Artnet hat meiner Meinung nach folgendes Problem. Es ist ebenso teuer wie Artprice hat aber scheinbar eine wesentlich kleinere Datenbank. Bevor ein Sammler ein derartiges Abo kauft, sucht er natürlich als Erstes, ob er Künstler aus seiner eigenen Sammlung findet. Ein Abo nehme ich aber nur bei dem Anbieter, bei dem ich fündig geworden bin. Die Website von artnet ist zwar gefälliger und artnet scheint mehr in Richtung Angebote von Galerien zu gehen, für mich zählt aber nur die Datenbank. Ich nehme an, Kunsthändler sehen das ähnlich. Für das Gebotene müßte Artnet zur Zeit noch gratis abfragbar sein.

    L.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."

    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."

    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • hast du mehrere abfragen gestartet und das gefühl das man dies verallgemeinern kann?
    was kann man zur qualität der abfrageergebnisse sagen?
    optisch macht artnet auf mich einen´wesentlich professionelleren eindruck.
    aber die preisdatenbank ist ja nur ein teilbereich von artnet. (ich glaube bei artprice das hauptgeschäft)
    gruß broker

  • es werden kosten eingespart wo man nur kann. musst schön etwas schmunzeln als ich folgenden hinweis auf der einladung zur hv gelesen habe:

    "Aufgrund der aktuellen Situation der Gesellschaft wird in diesem Jahr auf eine Beweirtung während der Hauptversammlung verzichtet."

    gruß broker