• Ich bin nicht rueckfaellig geworden, mich hat Market-Timing schon immer fasziniert und angezogen.

    Das hat mit Joes Kapitalmaßnahmen überhaupt nichts zu tun.

    Genau! Ich zocke nicht, trotzdem ist es etwas hektischer.

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

  • Anders gesagt, Du bist nie abstinent geworden. ;)

    Ich verstehe die Faszination auch, weil man als Antizykliker solchen Manien abhold ist. Wir sind die uncoolen Kids. Aber schauen wir uns einmal die folgende vermeintlich beeindruckende Statistik an, vermutlich nachträglich konstruiert. Hätte es mit "6 Signalen in den letzten 4 Wochen" auch noch funktioniert? -24% annualisiert, über wie lange jeweils, drei Wochen? Das wäre dann jeweils -1,6%. Kaum ausnutzbar, und man müßte nach drei Wochen wieder einsteigen, was jedes Mal Transaktionsgebühren + Handelsspanne kostet, ganz besonders bei Nebenwerten. Überhaupt, wann steigt man wieder ein? Es gab auf dem Weg nach oben jede Menge Signale, die vielleicht sogar kurzfristig "funktioniert" haben, aber eben nur, wenn man sehr zeitnah wieder eingestiegen ist.

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    Das Volumen der Indexoptionen (hier Calls) steigt immer weiter, und das ist keineswegs durch gestiegene Kurse zu erklären. Muß nichts heißen, kann aber das Gesamtsystem anfälliger machen.

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    Ich muß gestehen, daß ich mich zunehmend auch unwohl fühle. Ich fühle mich an Talebs paranoiden Truthahn erinnert, der 1000 Tage lang falsch liegt, bis zum Tag vor Thanksgiving...

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Wenn die zu erwartende Rendite negativ ist, lohnt sich das Aussteigen eher als wenn die Rendite noch deutlich positive ist. Darum soll man das HO nicht nutzen, wenn es noch einigermassen billig ist. Somit filtert sich alles vor 1998 weg, oder?

    Das Problem beim draussen bleiben ist, dass man nur mikrige Zinsen auf dem Konto bekommt, waehrend auch schlechte 3.5% (statt der Siegelschen 7%) gegen einen Laeuft. Jedes Jahr wo man nicht dabei ist, kostet es dann eben "nur 3.5%".

    Doch jetzt? Die zu erwartende Rendite ist laut CAPE 1.3% (laut Gurufocus) und laut Buffet Indikator sogar -1.1%. Ein draussenbleiben bedeutet also, man verpasst nicht viel bei diesem teuren Markt. Draussen bleiben bei einem billigen Markt ist natuerlich dann ganz was anderes.

    Meine neue Kunst ist es, nicht in Cash zu gehen, sondern die Laufzeit der Aktien zu verkuerzen. Tatsaechlich zeichnet sich bei mir ab, dass die allgemeine kurzfristige Rendite besser ist als die allgemeine Bond rendite. Und genau wie man mit antizyklischen Strategien besser als der Markt abschneiden kann, so kann man mit geschickter auswahl die allgemeinen Renditen der kurzfristigen Aktien auch schlagen. Tate & Lyle ist eine Aktie die man fuer 510p vielleicht auch einfach long kaufen koennte. Ist nicht toll, gibt guenstigeres, aber wenn man sie schon haette, koennte man sie "halten" so verkehrt ist sie nicht als long-position. Und das ist mein Sicherheitsnezt: wenn meine erhoffte Rendite bei Tate nicht hinhaut, habe ich eine Aktie gekauft die einigermassen ok bewertet ist. Gut genug.

    Das Crash Risiko habe ich damit erheblich reduziert.

    Das ist also die Verbesserung: wohin gehen, wenn man raus geht aus dem Markt? Nein, nicht in Cash! und auch keine Aktien leer verkaufen.

    Hier also eine echte alternative, man wechselt von long duration auf short duration - nur dummerweise sind viele Aktien die uebernommen werden eben doch viel zu teuer. Wenn es schief geht, hat man eine Aktie im Depot, die man niemals gekauft haette. Bei Tate & Lyle ist es anders: die kann man beim Kurs von 500p auch halten.

    Ich habe es nicht geschafft, komplett alle long positionen abzubauen. Aber immerhin, erheblich etwas. Wenn es crash erwischt es mich dann eben, aber nicht so heftig wie es den normalen Aktionaer erwischt, wobei ich mir sicher bin, dass einige nicht verstehen was ich da tue. Einfach weil es ungewoehnlich ist.

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  • Ich bin nicht sicher, ob Du selbst weißt, was Du tust. ;) Die empirische Evidenz dafür fehlt, ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Long-Strategien.

    Ja, stimmt schon, Bewertung als notwendiges Kriterium. Für Deutschland gibt auch Gurufocus allerdings nur "fair bewertet" aus mit um die 5% Rendite, Norbert sieht eher 7%. Plus ggf. Überrendite. Kurzfristig bliebe sehr wahrscheinlich zwar auch Deutschland nicht verschont von einem Crash - der ist allerdings kaum vorherzusagen, allenfalls die längerfristige Renditeerwartung, und die ist eben für den gleichen Zeitraum besser für die europäischen Märkte, und gerade auf die lange Sicht sollte nur die gelten, denn wenn nicht, welchen Sinn hat dann ihre Betrachtung? Nichtmal bei einer Makrosituation wie mit dem Iran klappt es kurzfristig - zumindest bisher.

    Und kleine Korrektur: Die Siegel'sche Rendite und auch die anderen Renditeangaben sind in realer Rechnung. Nominal also mehr, und mit Überrendite sowieso.

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  • Das Ausweichen in billigere Laender als den US Markt - ja, deren Rendite sollte die Rendite sein, auf die es auf lange Sicht ankommt.

    Allerdings(!) - wenn die USA jetzt ein Land waere mit der Groesse wie die Niederlande, dann ist das bestimmt so.

    UniversumEnthaltenUSA-Gewicht
    Globale Aktien inkl. EMUSA, Europa, Japan, UK, Kanada, Australien, EM usw.ca. 61–63%
    Developed Markets onlyUSA, Europa, Japan, UK, Kanada, Australien usw., aber keine EMca. 70–72%

    Wobei die Erfahrung lehrt: Emerging markets und auch schwer investierbare exotische Maerkte (Frontier Maerkte) wie Nigeria - in einem Crash Scenario spielen die Anleger "Risk-off" - "bloss raus aus allem was riskant ist!" - und d.h. emerging Markets werden als riskanter gesehen. Da spielt dann fundamentales keine Rolle mehr - schmiert der US-Markt ab, zieht er alle in den Abgrund.

    Dann, wenn der initial Crash 30% reduziert hat, und der Crash in die zweite oder dritte Runde geht, dann koennte es anders laufen: guenstige Maerkte fallen kaum noch, waehrend der US-Markt weiter faellt, und endlich sein hohes Gewicht an der Welt verliert. So stelle ich es mir vor.

    Ausserdem: selbst wenn die guenstigsten Maerkte so wahnsinnig guenstig werden dass man sich verwundert die Augen reibt (beispielsweise Kurs unterhalb der Dividende), dann lohnt diese Aktien zu kaufen, egal was da noch die naechsten Monate kommen mag. Wenn man Aktien kauft fuer 2 Euro das Stueck, und sie fallen auf 1 Euro, aber in der Erholung dann 10 Euro, weil auch die Dividende 1 Euro pro Aktie ausmacht, dann kauft man fuer 2 Euro und muss da durch, aber man hat halt guenstig gekauft. Ab einer gewissen unglaublich guenstigen Bewertung ist der Crash auch egal.

    Nur: dort sind wir in Deutschland nicht. Und auch sonstwo sehe ich keine unglaublichen Kurse. Nur guenstig, aber 20% Rendite erwartung bei geringem wirtschaftlichen Risiko? Sowas gibt es derzeit nicht, oder? Wenn es sowas gibt, hat es immer einen Haken, etwas wo man sich sagt, ok, nicht so schlimm, ich mach's trotzdem. Beispielsweise Rohstoff-Aktien, oder nicht ESG-konforme Aktien (echte "Stinker"), hochverschuldete Aktien, Aktien in politischen Scheixx-Laendern.

    Hingegen wenn es besseres gibt bei unglaublichen Kursen, muss man nicht das Ende des Crashs erwischen. Derzeit erscheint mir der Lauf der Internationalen Maerkte etwas ausgereizt, beispielsweise:

    Japan mit 6% Welt-Mcap Gewicht, ca. verdoppelt seit April 2025 (verdoppelung in knapp einem Jahr?!)

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    Sued-Korea mit 2.7% Welt-Mcap gewicht, man beachte die Entwicklung seit April 2025:

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    Taiwan mit 3% Welt-MCap Gewicht:

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    Will sagen: ausserhalb der US-Boersen gibt es auch allerlei Euphorie, und ich frage mich wie nachhaltig derlei Kursgewinne sind, und ob da vielleicht ein Technologie-Klumpen-Risiko auch noch dabei ist, das ist ein bisschen so wie damals als man es Dot-com-Blase und Nemax-Index nannte. Da crashte es bei allem was "dot" oder "com" im Namen hatte heftigst, aber auch alles andere hat bluten muessen, nur nicht so extrem (Nemax verlor 90% seines Wertes, Nasdaq 80%).

    Es ist nicht so, dass es schon die ganze Zeit sehr teuer war und stueck fuer stueck eben etwas teurer. Nein, der Anstieg war zuletzt rasant, so wie man es von einer "echten" Blase erwarten wuerde, waehrend man durchaus argumentieren koennte, dass es eine Bewertungsverschiebung geben koennte, man frueher mehr Rendite bekam, bei gesaettigten Industriellen reifen Wirtschaften die Siegle'schen 7% nicht mehr zu halten sind. Maerkte bleiben dauerhaft teurer, CAPE bei durschnittlich 17 kommt nie mehr zurueck, man muss langfristig mit weniger rechnen - ich vermute sowas, denn 31 Jahre lange stets "zu teure" Maerkte (seit ca. 1995) ist zu lange um als Blase bezeichnet zu werden? Da hat sich irgendwas grundsaetzlich verschoben, ich denke schon. Siegel-Konstante ist nicht mehr, nie mehr. Vielleicht korreliert es auch mit der Bevoelkerungsexplosion - sie laesst nach. Und die Bevoelkerungsexplosion korreliert mit Wirtschaftswachstum, beides startete so um 1820, davor gabs kaum Wirtschaftswachstum (eher so 0.1% pro Jahr).

    Und doch, der Anstieg der Bewertung seit 2020 ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Es geht verrueckt zu, und seit April 2025 ist es extrem Euphorisch. Da ich kaum mit Aktionaeren spreche, und mich kaum jemand nach Aktientips fragt, vielleicht ist da noch immer keine Euphorie? Aber Woodpecker sagte, doch, es wird wieder verstaerkt von Aktien gesprochen.

    Schwer zu sagen, ob die "Gier" und das Aktienfieber auch noch die Putzfrauen, die Taxifahrer und ihre Muetter erfasst hat.

    Der Crash - ich glaube der ist in greifbarer Naehe, das ist nicht nur ein Bewertungshoch, es ist ein ploetzlicher Anstieg, waehren old economy bereits am Fallen ist: ein Zeichen wie es eben Hindenburg-Omen feststellt.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Iran-Krise sich doch noch loest, koennte jeden Moment passieren, und das ist dann steigt die ganze Chausse nochmal ein Stueck weiter - fuer ein paar Tage.

    Aber ist natuerlich wilde Spekulation. Es fehlen mehr HO-Signale. Eins ist zuwenig, und es ist umstritten ob es ueberhaupt getriggert wurde: wenn dann sehr knapp.

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  • Anfang Oktober obacht geben ... ;)


    Lando
    16. Februar 2026 um 11:05

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Wow. Korea und Taiwan sind offenbar durch die KI-Ökonomie getrieben. Wenn die einmal platzt, dann leiden vermutlich nicht nur die Chiphersteller darunter, sondern das ganze Land und damit auch alle anderen Aktien.

    Es gibt keinerlei Grund, von dauerhaft hoher Bewertung auszugehen. Die ist wie gesagt gar nicht so hoch, nur die Gewinnmargen sind es. Der Knackpunkt ist, ob die sich wieder normalisieren. Solange sie das nicht tun, gibt es keinen Grund für den großen Crash, vielleicht einmal eine 20% Korrektur von KGVe 22,5 auf 18. Wobei das auch schon recht viel ist - top dollar for top dollar in den Worten von Hussman.

    Das spricht so gesehen eher für Korrekturbedarf, aber es geht typischerweise länger als man sich vorstellen kann. Dann allerdings würde es alles treffen.

    Der Nemax hat übrigens 96,5% verloren. Da bleibt nochmals zwei Drittel weniger bzw. der Ausgangswert war dreimal so hoch.

    Wegen der durch Big Tech getriebenen Rallye ist die Marktbreite dünn. Wir sind im untersten Perzentil - wie auch schon 2020, 2021, 4x 2023, 2x 2024 und 2025. 🤷🏻‍♂️ Beidesmal das gleiche gilt für den Risikoappetit:

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    Den Irankonflikt sehe ich nach wie vor als mögliche Crashursache. Es ist nichts gelöst, nur aufgeschoben, aber mit Verfalldatum, und dieses rückt mit jedem Tag näher. Anfang Juni, Ende Juni, Juli oder spätestens September. Wobei die Ölanalysten bisher nicht besser im Timing waren als die Goldbugs, wo die Inflation seit 20 Jahren auf sich warten läßt und Gold zwischendurch lange 12 Jahre stagnierte.

    Lando, wenn schon Saisonalität, war nicht das zweite Jahr im US-Präsidentschaftszyklus das schwierigste? Sell in May and go away?

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    Einmal editiert, zuletzt von Winter (23. Mai 2026 um 15:29)

  • Samsung hat übrigens diese Woche mit den Gewerkschaften vereinbart, dass jeder Mitarbeiter USD $350.000 Sonderprämie bekommt.

    WTF?

    Samsung: Abstimmung über Boni von Hunderttausenden Euro pro Mitarbeiter
    Nach einem abgewendeten Streik stimmen Samsung-Mitarbeiter über eine Einigung ab, die Rekordboni in Höhe von bis zu 340.000 Euro vorsieht.
    www.heise.de


    Gibt es eine Aktie für Koreanische Ferienimmobilienanbieter?

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • Apropos Market Timing. Ich habe mir mal auf der Website von Yardeni die Bewertung und die Profitmargen der MSCI World Sektoren Indizes angeschaut. Der Healthcare Sektor scheint aktuell unter sinkenden Margen zu leiden.

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    Andere Sektoren wie bspw. Materials/Utilities und Tech konnten ihre Margen historisch gesehen deutlich erhöhen.
    Die Bewertung auf Basis des Forward KGVs ist nicht allzu hoch:

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    Da unsere Gesellschaft stark altert könnte man hier evtl. ein diversifiziertes Portfolio von günstigen Pharmatiteln zusammenstellen. Positiv könnten sich Trends wie Abnehmspritzen/Pillen, Peptide, Longevity, etc. auswirken. Unsere Gesellschaft ist immer mehr von Selbstoptimierung geprägt so mein Eindruck.

    Auf der anderen Seite gibt es den Druck durch Regierungen, Preise zu senken.

    Da ich keine Ahnung von Pharmaaktien und der dahinterliegenden Wissenschaft habe, halte ich einen günstigen ETF für eine ganz gute Investitionsmöglichkeit. https://etf.dws.com/de-de/IE00BM67…e-ucits-etf-1c/


    Ich habe generell den Eindruck, dass viele Valueinvestoren Pharmaaktien untergewichtet haben (oder liege ich falsch?). Also würde ein Investment auch ein gewisses Potenzial bieten, zu diversifizieren. Zudem habe ich den Eindruck, dass viele Pharamunternehmen finanziell solider dastehen als Firmen aus anderen Sektoren. Zudem könnte man argumentieren, dass Pharmaaktien im Falle der nächsten Pandemie profitieren, sollte es dazu kommen.

    A nation which can prefer disgrace to danger is prepared for a master and deserves one.

  • Samsung hat übrigens diese Woche mit den Gewerkschaften vereinbart, dass jeder Mitarbeiter USD $350.000 Sonderprämie bekommt.

    WTF?

    https://www.heise.de/news/Samsung-A…r-11303431.html


    Gibt es eine Aktie für Koreanische Ferienimmobilienanbieter?

    Oh, das werden sie wohl ablehnen. Nur 10,5% der Gewinne, die Gewerkschaften wollten 15%, und zwar dauerhaft jährlich.

    Time is on our side (TFF)

  • Off-Topic, aber das erinnert mich an etwas ähnliches aus Deutschland bei der Deutschen Börse Group, die auf einem Geldberg von wenn ich mich korrekt erinnere 1.5 Milliarden saß.

    Das wären auch 300.000Euro je Mitrbeiter gewesen, hat man dann aber an die Aktionäre ausgeschüttet. :|

  • Zitat

    Den Irankonflikt sehe ich nach wie vor als mögliche Crashursache. Es ist nichts gelöst, nur aufgeschoben, aber mit Verfalldatum, und dieses rückt mit jedem Tag näher.

    Das ist eher wie mit Covid (nur schwaecherer Trigger): erst sind alle verschreckt, dann aber gehen die Kurse wieder nach oben. Covid war noch nicht zuende, der erste Lockdow war nicht zu Ende, und doch stiegen die Kurse bereits wieder. Warum? Weil, ganz richtig, es nur eine Richtung gab: "kann nur noch besser werden".

    Nein, der Trigger war schon, der Zug ist abgefahren. Wenn sich nichts aendert bleibt der Oelpreis ungefaehr dort wo er ist, und hat keine Crash Auswirkungen. Umgekehrt, bei positiven News... da kann die Heidi am Aktienmarkt nach oben nochmal so richtig abgehen, dann geht es mit Schmackes nach oben. Trigger fuer Melt-up: Ja. Crash-Trigger: Ausgeschlossen!

    Ja noch sind wir im Aufwaertstrend. So teuer es auch sein mag, noch ist die Vola niedrig und die Indizes oben. Und war doch erst ein HO (und noch nichteinmal ueberall bestaetigt, sondern gerade mal so), da muessen noch weitere HOs kommen.

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  • Du hast leider immer noch absolut nichts verstanden! Ich habe die zugrundeliegende Mechanik hinlänglich erklärt. Geholfen haben Lagerstände bei Kriegsbeginn auf sehr hohem Niveau. Geholfen hat auch das Jawboning, das fortlaufende Manipulieren der Märkte durch Fake News. Die Einigung ist um die Ecke! So wie heute auch wieder, wir hatten ähnliches schon gesehen.* Geholfen hat auch die natürlich stets bestehende Möglichkeit einer schnellen Auflösung. Niemand will zu einem hohem Preis kaufen, wenn es zwei Tage später schon wieder viel günstiger ist. Lieber fährt man die Lagerbestände runter. Das ist auch richtig, wenn die Lösung vor deren Leerlaufen kommt. Aber das funktioniert nur für begrenzte Zeit, es hat ein Ablaufdatum.

    Es geht hier letztendlich NICHT um Psychologie, sondern um Ölmoleküle, und die kann man nicht drucken, das ist anders als während COVID. Dazu muss auch nichts "Neues" passieren. Es müssen nur die Lager leerlaufen, das ist alles. Es ist auch nicht so, daß Öl für die Weltwirtschaft nicht mehr wichtig wäre. Wir können nur hoffen, daß wir das nicht herausfinden müssen. Denn die Nachfragezerstörung hat nicht bereits stattgefunden.

    Das heißt nicht, daß es im Falle einer schnellen Lösung nicht zu einer Erleichterungsrallye kommen kann.

    * : Es wurde z.B. berichtet, der Iran habe der Öffnung der SoH zugestimmt. Der Iran daraufhin: Die Straße soll unter iranischer Kontrolle bleiben. Und es soll wohl 30 Tage verhandelt werden. Über das Uran erst nach weiteren 30 bis 60 Tagen. Die Strategie des Irans besteht vernünftigerweise darin, die Sache in die Länge zu ziehen, bis die Lager leer sind. Ich kann mir deswegen vorstellen, daß der Schalter nur mit einem einzelnen Beamten besetzt sein wird, man findet ja so schwer Fachkräfte, der leider, leider nur 30 Schiffe am Tag abfertigen kann. So hält man die andere Seite bei der Stange. In dem Moment, an dem der Markt in Panik gerät, hätten sie Trump an der Angel. Wenn sie vorher einen vernünftigen Deal bekommen, wird es ihnen auch recht sein. Ich vermute, Trump ist gelangweilt von dem Thema, seine Aufmerksamkeitsspanne ist nicht sehr hoch. Gleichzeitig wird Israel alles versuchen, so einen Deal zu torpedieren. Bezüglich des Urans kann ich mir den kleinen Unterschied in der Formulierung etwa so vorstellen: Irans Vorschlag ist "Wir behalten alles Uran, aber schwören bei Imam Ali, es nicht weiter anzureichern." USA: "Es muß alles angereicherte Uran an uns übergeben werden." Oder sie stehen vor einem "agree to disagree". Man wird beobachten müssen, wie viele Schiffe tatsächlich passieren.

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  • Man wird beobachten müssen, wie viele Schiffe tatsächlich passieren.

    Ist es nicht das eigentlich interessante, ob und wie viele Schiffe da wieder *rein* fahren? Stellt euch mal vor, ihr wäret Reeder. Was müsste man euch zahlen, um da einen Pott wieder *rein* fahren zu lassen? Also ich zum Beispiel könnte mir fast keinen Preis vorstellen, zu dem ich in den nächsten Monaten dazu bereit wäre. Außer vielleicht die zahlen mir einen neuen Kahn oder sowas. Und selbst dann würde ich bis zur Lieferung des neuen nichts verdienen.

    "If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it."

    Ronald Reagan, 15.08.1986

  • Sehr gut überlegt! Selbst wenn tatsächlich geöffnet wird - abgesehen davon, daß eventuell noch Seeminen geräumt werden müssen, was auch noch dauert - müssen Reeder, Versicherungen und Besatzungen mitspielen. Und bis alles wieder voll läuft, dauert es ohnehin noch eine Weile. Bis dahin leeren sich die Lager erstmal weiter.

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  • Was die Öl-Situation betrifft, bin ich voll und ganz bei Winter : Bisher verhindern die hohen Öl-Lagerbestände das Schlimmste, aber die schmelzen kontinuierlich ab. Die Produktion ist um 9,1 mio Barrell / Tag gedrosselt (weil die Zwischenlager rund um die SoH voll sind), und die Reserven schmelzen aktuell um 8,7 mio Fass / Tag (siehe hier).

    Nebeneffekt: Die Inflation steigt bereits jetzt stärker, als den Zentralbanken recht ist - und auch die Zinsen sind so hoch wie z.T. seit Jahrzehnten nicht mehr. Das alles ist pures Gift für die Konjunktur und für den Aktienmarkt. Das sit auch nichts, wasa sich durch ein TACO-Manöver bereinigen läßt.

    Mich erinnert die Inflation ein bisschen an die Covid-Zeit: Da waren die Konsumentenpreise im Keller, aber die Erzeugerpreise stiegen im zweistelligen Bereich. Das wurde monatelang ignoriert, bis die Preiswelle volle Granate bei der Bevölkerung ankam. Resulat: Zinserhöhungen um 5% aus dem Stand.

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    Was das market-timing betrifft: In der Situation hat man m.E. mit reichlich Cash (und kurzfristigen Zinsen) ein vernünftiges Chancen/Risiko-Verhältnis. (Disclaimer: Mein Cash-Bestand ist bei 45%).

    Die Ausweichstrategie von Joe finde sehr spannend, aber ich fürchte, dass bei einem ernsthaften Crash auch solche Nischen mitgerissen werden - bei einem Crash steigt der Cash-Bedarf querbeet sprunghaft, weil die Aktienkredite glatt gestellt werden müssen. Selbst Gold kann dann crashen.

  • Zitat von witchdream

    Die Ausweichstrategie von Joe finde sehr spannend, aber ich fürchte, dass bei einem ernsthaften Crash auch solche Nischen mitgerissen werden - bei einem Crash steigt der Cash-Bedarf querbeet sprunghaft, weil die Aktienkredite glatt gestellt werden müssen. Selbst Gold kann dann crashen.

    Das ist richtig. Das habe ich sogar schon im Mini-"Crashlein" im Maerz erlebt - man kam noch guenstiger auch an das kurzfristige zeug heran.

    Allerings: meine kurzlaufenden Investments laufen selten laenger als 2 Monate. Wenn es crashen sollte, passiert das normalerweise nicht so schnell wie im Covid-Crash (war bisher der schnellste von allen, oder? Nur 3 Wochen bis zum Tief). Wenn ich dann endlich ans Cash rankomme, jede 1-2 Wochen etwas (wird nicht alles gleichzeitig faellig), und innerhalb von 2 Monaten das meiste - das reicht noch um einigermassen das Tief zu erwischen. Vielleicht hindert es einen zum Glueck sogar daran, nicht den vermeintlich "Dip" nach 2 Wochen zu kaufen, bzw. nicht viel davon. Das meiste wird frei.

    Meine langfristigste Aktie dieser Art ist vermutlich Tate & Lyle (8 monate), schon das naechste dauert nur noch 6 Wochen. Normalerweise nehme ich nicht 8 Monate, aber hier halt doch, vielleicht auch ein bisschen aus "Verzweiflung", weil es nun doch nicht soviele Exit Moeglichkeiten gibt wie es mir vorkam, als die Irankrise der Boerse noch etwas mehr Angst und Volatilitaet einfloesste. Da gab es bessere kurzfristige Schnaeppchen.

    Das Kurzfristige crasht nicht so heftig.

    Was soll man denn machen? Geldmarktfond gibt einem garantiert nur 3-4%, nach Inflation ist das zu wenig. Die Kurzlaeufer erwischt es im Crash etwas, aber nicht zu herb. Dann verkauft man notfalls (wenn man noch nicht abgegeben hat zum eintauschen) mit einem bisschen Verlust, um dafuer umzuschichten in die gepruegelten Aktien. Ich gehe dann long.

    Was aber wenn der Crash auf sich warten laesst? Dann rentieren meine Kurzlaufenden Aktien oft mit 8% und besser.

    Und auch wenn das Crashrisiko nicht vollkommen eliminiert ist, so ist es doch deutlich gedaempft. Das ist schon was. Allerdings, es macht einen Haufen Arbeit staendig was neues zu finden, weil es kurzfristiges auch nicht gerade ueppig gibt.

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  • Dann rentieren meine Kurzlaufenden Aktien oft mit 8% und besser.

    Da verwechselst Du die Prämie mit der Rendite.

    Das Problem ist nicht die Liquidität oder daß solche Aktien vielleicht 2% fallen in einem Crash, sondern daß die Angebote dann zurückgezogen werden, sofern dies möglich ist! Und die Frage, ob nach Scheitern, Transaktionsgebühren usw. eine Mehrrendite über dem Geldmarkt herauskommt, die die aufgewandte Arbeitszeit rechtfertigt. Ich habe dafür einen eigenen Thread aufgemacht. Daneben bleibt auch die Frage, ob es Grund zur Annahme eines zeitnahen Crashs gibt und nicht nur eine langfristig dünne Renditeerwartung für US-Aktien (bzw. die Indizes). Das ist ein großer Unterschied, und die Erfahrung der letzten Dekade spricht nicht dafür.

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  • Zeitnaher Crash Signal? --> HO Signal. Mal wieder. Allerdings unbestaetigt.

    draussenbleiben ist teuer, besonders dann wenn die zu erwartende Rendite eben doch positiv ist.

    Auf der anderen Seite ist "draussen" bleiben eben doch nicht teuer, wenn "drinnen" bleiben eine mickrige Rendite bedeutet.

    Wenn der US-Aktienmarkt crasht bleibt in Europa kein Auge trocken. Auch das lehrt "die Erfahrung der letzten [3] Dekade(n)"

    Und leider ist es nicht so dass nur der US-Markt teuer ist. ein paar der nicht-US-Indizes sind ebenso teuer, es ist mitnichten "teuer vs billig", sondern billig gibt es fast nirgendwo mehr.

    Die Sache ist doch die: was Du als ausweichen siehst (US-Markt vermeiden), das sehe ich doch auch so (US-Markt vermeiden), nur ist aus meiner Sicht auch das long-engagement leicht zu vermeiden wenn man doch auch kurzfristige Investitionen taetigen kann. Die Masse kann das nicht, aber Du, als individueller, kannst Dich in dieses Rettungsboot setzen. Es ist klein, und wir haben nicht alle darin platz. Nur komischerweise scheine nur ich darin zu sitzen - oder hat irgendjemand von euch angefangen nach tender offern, oddlots, squeeze outs, wind-downs, und deutschen Spruchverfahren zu suchen?

    Das Rettungsboot ist so klein, dass ich nicht einmal die Namen der Kurzfristigen Aktien preis geben moechte. Mein Tipp alleine genuegt schon, dass hilft bereits den verlorenen Schluessel dort zu suchen wo es dunkel ist (wo man ihn verloren hat) anstelle dort zu suchen, wo die Laterne schoen hell ist, man aber unter der Laterne den Schluessel nicht verloren hat, sondern eben da hinten, im Dunkeln!

    Jedenfalls: es gibt eine Alternative zum allgemeinen Aktienmarkt: der Aktienmarkt der Spezialsituationen! Und streng genommen, was Woodpecker macht: Kazachstan und exotische Boersen, auch Rohstoff-Aktien - sie korrelieren nicht mit dem allgemeinen markt. Im gegenteil, in einem crash koennen sie sogar steigen. Auch sein Engagement in der Tuerkei, ein Aktienmarkt der schwer zugaenglich ist, das schuetzt auch ein bisschen von der Grosswetterlage. Zu sehr schuetzt es leider nicht, aber wie Witchdream richtig erkannt hat: auch das kurzfristige zuckt in einem Crash - letztlich ist nur Bares eben Wahres. Und doch, man kann schon dem anstehenden Crash ausweichen.

    Es gibt schon eine ernsthafte Alternative zum allgemeinen Markt. Burford (und leider auch LCM) ist schon die richtige Idee, aber man ist manchmal auch vom Pech verfolgt. Unabhaengig vom allgemenen Marktgeschehen sind diese Aktien durchaus. Derzeit: leider!

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    Einmal editiert, zuletzt von Joe (25. Mai 2026 um 22:44)

  • Naja, Aktien wie Kaspi werden hauptsächlich an den westlichen Märkten gehandelt und hängen von dessen Stimmung ab. Rohstoffe, hm, Uran vielleicht nicht (Kazatomprom, jedoch wirklich nicht mehr antizyklisch), aber Industrierohstoffe sind sehr zyklisch, hängen stark von der Konjunktur ab und dürften eher noch stärker reagieren als alles andere. Sonst gehören m.W. nur Agrarrohstoffe wie z.B. Palmöl nicht dazu. Auch deswegen hatte ich M.P. Evans, die ich mittlerweile verkauft habe. Ob sich die Emerging Markets diesmal abkoppeln würden können, bleibt abzuwarten, scheint mir recht zweifelhaft. Dabei hängt es auch von Form und Ursache ab, ob Ölpreisschock oder KI-Investitionsbust, oder ob nur Luft aus der Bewertung abgelassen wird, wofür es wie gesagt wenig Grund gibt, weil jene mitnichten so hoch ist, und ohne fundamentalen Grund geschieht dies eher nicht. Die GFC hat man sicherlich überall gesehen, den Dotcombust nicht notwendigerweise.

    Burford & Co sind zwar operativ nicht von der Konjunktur abhängig, das gilt aber für andere defensive Aktien auch. Sie werden sich aber nicht von der allgemeinen Stimmung abkoppeln können, wenn alles günstiger wird.

    Im Prinzip kommen dann alle Risikoassets unter Druck, relativ unterschiedslos. Das einzige, was hilft, ist eine begrenzte Laufzeit mit nominal fester Rückzahlung, oder mit festem Kupon. Das sind Deine Barabfindungen, und erstmal nur diese unter den Sondersituationen. Es gibt noch weitere, die das erfüllen, namentlich Liquidationen. Dazu aber eher der Thread "Anlagen für die trübe Zeit" oder der für Sondersituationen.

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