• Daten zu interpretieren können die meisten nicht - und der Autor des obigen Artikels kann es auch nicht.

    Ich hatte das ja alles schon geschrieben, aber auf mich hört man ja nicht: Wertpapierkredite und die MCap korrelieren zwar, aber das Verhältnis ist mitnichten konstant, sondern es schwankt innerhalb einer gewissen Bandbreite. Das macht es mitnichten per se ungeeignet als Indikator - das ist bei der Bewertung (MCap/Gewinne) doch auch nicht anders. Was für ein Quatsch also. Der Bezug zur MCap ist a priori der einzig logische Bezug!

    Der Bezug zum BIP und zu M2 scheitert nicht nur aus den vom Autor genannten Gründen, sondern wie von mir bereits ausgeführt an genau dem, was der dem ersten Indikator vorwirft, nämlich daß man etwas sehr ähnliches mißt wie MCap/BIP (Buffett-Indikator) oder MCap/M2, was in der Tat ziemlich sinnlos ist.

    Die Idee mit der Wachstumsrate ist zugegebenermaßen originell, weil so die Beschleunigung gegen Ende eines Booms sichtbar wird. Es gab aber mehrere Instanzen ohne folgenden "Crash". Beim Punkt mit der "net credit balance" gebe ich Joe recht, da fehlt der relative Bezug. Daß die Wertpapierkredite insgesamt gewachsen sind, daß es einen langfristigen positiven Trend gibt, hat halt mit dem zu tun, was der Autor "credit expansion" nennt, was einfach nur an deren Verfügbarkeit für die breite Masse liegen könnte und keiner mean-reversion unterliegen dürfte, sondern sich irgendwann auf einem dauerhaft hohen Niveau einpendeln könnte.

    Ich sehe derzeit keine unmittelbare Gefahr, im Gegenteil läuft es wie geölt. Das tat es zwar wohl vor/an jedem Hoch - dieses ist dadurch gekennzeichnet, daß die Marktteilnehmer die Lage am Tag danach nur ein winziges bißchen weniger optimistisch sehen, wie Howard Marks zu sagen pflegt, es wird nicht geklingelt -, aber das tut es eben auch sonst die meiste Zeit. Keine Information.

    Noch ein Wort zu der zitieren Renditeerwartung von Gurufocus: Das gilt für die nächsten hier 8, meistens eher >10 Jahre, ausdrücklich nicht für das nächste Jahr, und nur für den S&P500-Index. Für europäische Value-Nebenwerte ist das nicht meine Erwartung. Mit den richtigen Aktien wird man sehr wahrscheinlich dick im Plus sein.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Daten zu interpretieren können die meisten nicht - und der Autor des obigen Artikels kann es auch nicht.

    Ich hatte das ja alles schon geschrieben, aber auf mich hört man ja nicht: [...] Der Bezug zur MCap ist a priori der einzig logische Bezug!

    Das ist auch nur teilweise richtig, denn da fehlt noch eine wichtige Dimension: Es macht ja einen großen Unterschied, ob für die Wertpapierkredite eine üppige Sicherheits-Margin vorliegt oder ob sie knapp auf Kante genäht sind - unabhängig von ihrer absoluten oder relativen Höhe.

    Eine Kennzahl, die das alles kombiniert, könnte so aussehen: Ein Maß x (z.B. "margin call sensitivity" = MCS), das angibt, wieviele Prozent (oder Promille oder ppm...) der Index-Marketcap von einem margin call betroffen sind, wenn der Index um - sagen wir - 10% korrigiert.

    Da fließt dann sowohl die Höhe der Kredte in Relation zum Index ein, als auch die "Bonität" der Kredite.

  • ... das habe ich auch nicht geschrieben, daß man es darum nicht ergänzen dürfe.

    ---

    Das Grundproblem des Spread-Tradings ist: Solange die Aktie sich in einer konstanten Handelsspanne bewegt oder steigt, funktioniert es - man sammelt ein paar Penny vor der Dampfwalze. In einem fallenden Markt hat man die Stücke immer mit Verlust im Depot. Wenn der Kurs steigt, hat man hingegen stets schon verkauft. Die Idee, intraday zu verkaufen, um nicht über Nacht halten zu müssen, ist originell, aber das setzt voraus, daß man die Stücke auch los bekommt - ggf. muß man selbst vor Handelsende zum ungünstigen Kurs verkaufen. Besonders in einem Crash wird es auch intraday Bewegungen geben, vielleicht auch als Reaktion auf andere Nachrichten außer den earnings.

    Man macht somit lange Zeit kleine Gewinne, und im Crash einen größeren Verlust. Kurzfristig scheint es daher erstmal zu funktionieren, langfristig ist es zumindest nicht risikolos.

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  • NOCH sind wir im Bullenmarkt, oder? :)


    (Mein Termin für einen Rücksetzer ist um den 7.Oktober, s. Landos Hokuspokus)

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    Wenn die Arbeitslosigkeit ansteigt ist das eine Warnung die einen vor einer Rezession vorwarnt. Wegen Covid kam es zu extremer Schwankung, jetzt sollte es sich normalisiert haben. Zuletzt ist es bullisch zu werten (Tendenz fallend)

    Lando vermutlich ja. Es kommt darauf an, wie Du es definierst. Trends halten solange bis sie brechen. Derzeit wuerde ich sagen sind wir am oberen Trendkanal, "Buy-the-dip" ist definitiv vorbei. Selbst fuer kurzfristiges Trading wuerde ich mit einem leichten Ruecksetzer diese Woche rechnen. Alles nicht so leicht. Kospi faellt, HongKong faellt wieder, aber USA steigt. zu erwartender Newsflow? SoH oeffnet, Russland Krieg wird beendet. Ob das die Kurse dann positive bewegt? Ein bisschen schon, vermutlich. Wenn es so bleibt wie es ist, schadet es den Kursen nicht. Natuerlich gibt es vielleicht bald keine Oel-Reserven mehr, so heisst es, doch Fakt ist: der Oel Preis steht nicht bei $120, auch nicht bei $100, noch nicht einmal $90. Da ist also "nichts", es spielt keine Rolle.

    Der Beste Vergleich ist vielleicht:

    Zitat

    Die Reise nach Jerusalem (auch Stuhltanz genannt) ist ein bekanntes Partyspiel. Man stellt einen Stuhl weniger auf, als es Spieler gibt. Alle laufen bei Musik im Kreis. Stoppt die Musik, müssen sich alle schnell setzen. Wer keinen Stuhl abbekommt, scheidet aus.

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

  • Noch ein paar Zahlen (die hoffentlich stimmen) von Simon Betschinger auf X, der scheint, allerdings einschränkend, als Börsenzeitungsherausgeber ein Perma Bulle zu sein


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  • Joe

    'Reise nach Jerusalem' trifft es ganz gut. Aber eigentlich ist es doch immer so an der Börse, denn gehandelt werden doch ausschließlich subjektive Erwartungen, die nur entfernt etwas mit der wirtschaftlichen Realität der jeweiligen Firmen zu tun haben.

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  • Ich weiss nicht so recht ob der Stuhltanz immer gespielt wird. Eigentlich nur bei ATHs.

    Im Crash erinnert es mich eher an das Becher-Spiel: "unter welchem Becher liegt die Kugel, guck genau hin!" oder an Russisch Roulette oder einfach nur an Pokern: Jetzt All-in? oder aussteigen?

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  • Der Arbeitslosenrate ist ein klassischer konjunktureller Spätindikator. Das läuft nach, nicht voraus.

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  • Wenn ich mir den Chart angucke, ist es kein Spaet-Indikator. Das wird immer behauptet, aber es stimmt nicht. Der Anstieg passiert immer vor der Rezession. Die Rezessions-Feststellung ist ein Spaet-indikator. Sicher, wenn die Arbeitslosenzahlen drastisch ansteigen, reagiert die Boerse sofort: -5%. Doch lohnt dann immer noch ein Ausstieg? Ja!

    Die AI-Disruption ist offensichtlich nicht passiert. Kommt sie noch? Die AI ist nochmal deutlcih besser geworden, seit weniger als 2 Wochen. Jedenfalls ist mein GPT-5.6 Sol ploetlich mehr als doppelt so schnell, bzw. bei gleicher Zeit schafft er mehr. Das ist so deutlcih spuerbar, dass ich mich wunderte und nachforschte, denn ich sehe doch, es ist immer noch das gleiche Model: GPT-5.6 Sol. Wie kann das sein? Ich habe im KI thread dazu geschrieben. Token Preis stuerzt ab, umstellen lohnt. Wer auch immer zurueck ruderte weil unzufrieden mit GPT 4.x, oder auch GPT 5.0 - der wird nochmal zurueck rudern. GPT (und wohl auch andere) werden immer besser, und das sehr schnell. Wirklich!

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    2 Mal editiert, zuletzt von Joe (17. August 2026 um 10:56)

  • Die Nasdaq wird eine weitere "trading session" von 9pm bis 4am am 6.12.2026 einführen.

    Die Ruh' ist hin ... spricht eher für peak Bewertung.

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  • Hatten wir die gehebelten ETFs schon in der Betrachtung?


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  • Energieträgeraktien dürften bei einem Krach irgendwie besser wegkommen, oder?

    Ich dachte immer, während eines Krachs wird alles, was nur irgendwie liquide ist, in den Verkauf gestellt.

    • 4 EL Limonensaft, 2 EL Zucker, 1 EL Fischsoße, 2 Knoblauchzehen, 1 Vogelaugenchili, Pfeffer
    • Britannia ruled the waves and America waives the rules
  • "Versorger" (u.a. Energietraegeraktien) sind tatsaechlich stabiler. Sie stuerzen tendenziell nicht so stark ab, dafuer haben sie bei einem "V"-Crash auch weniger Erholungspotential.

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  • Erinnerung von Wes Gray, daß Market-Timing vergeblich ist (zumal die langfristige Rendite-Erwartung für europäische Value-Nebenwerte nicht niedrig ist):

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  • "Versorger"

    Versorger sind ja eher nur "Durchlauferhitzer". Ich meinte Produzenten von Energieträgern, also Öl, Gas, Kohle, Uran. Hätte vielleicht schreiben sollen "Energierohstoffaktien".


    Wir sind halt Börsianer, Aktionäre - da will man nicht Selbstmord machen aus Angst vor dem Tod und jetzt alles verkaufen, bloß weil es hoch bewertet ist ...

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  • Ich wuerde sagen, das Energietraeger Produzenten im Prinzip zwar auch Versorger sind, doch zusaetzlich haben sie Risiken die eben zu hoher Volatilitaet fuehren koennen, je nach dem was es ist: sie haengen stark vom Rohstoffpreis ab.

    Im Crash haben (Energie)-produzenten jedoch auch eine Chance, und koennten sogar steigen, sie korrelieren nicht so stark mit dem allgemeinen Markt.

    Deshalb sind sie zur Diversifizierung im Portfolio sehr geeignet, sie sind eine (unsichere) Alternative. Wie sie sich im Crash verhalten ist schwer zu sagen, aber historische Charts zeigen wie sie sich in welchem Crash verhalten haben. Tendenziell ist in einem Crash Liquiditaet gefragt, also faellt "Alles" an besonders harten Crash-Tagen, aber nunja, jeder Crash hat Zwischenerholungen: es erholt sich nicht "Alles" .

    - - - -

    BTC ist so schlecht, dass es zuviele Akteure dazu verleitet hatte, BTC zu shorten: entsprechend hatten wir einen heftigen Short-Squeeze.

    Diesen sollte man zum Ausstieg nutzen, Short-Squeezes halten nicht lange an, manchmal ist schon innerhalb einer Stunde alles vorbei, manchmal dauert es 2-3 Tage, aber eigentlich nie Wochen. Short Squeezes koennen sich wiederholen, sind meist jedesmal jedoch schwaecher.

    Woran man einen Short-Squeeze erkennt? kann man nicht wirklich, es bleibt eine Vermutung. So heftig wie BTC sich erholte, vermute ich es.

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  • BTC ist so schlecht, dass es zuviele Akteure dazu verleitet hatte, BTC zu shorten: entsprechend hatten wir einen heftigen Short-Squeeze.

    Meinst du den aktuellen Aufschwung der letzten beiden Tage?

    Bodenbildung beim BTC ist etwas verfüht mit dem Peak abgeschlossen worden. Jetzt geht es seitwärts mit steigender tendenz. Wir sehen vermutlich nochmal kusre kleiner 70k $ und ich wäre froh, wenn es nochmal kleiner 60k $ gehen würde, aber safür braucht es schon nen grösseren allgemeinen crash.

    BTC wird bald massiv steigen. Evtl. meinst du das mit short sqeeze. Der wird aber ungewöhnlich lang werden - mal mindestens nen Jahr.