• Ist an dieser Meldung was dran oder ist das Dummfug?
    Wenn es stimmt, wäre Venezuela, abgesehen davon, dass es dann wohl US-Invasionsziel Nr. 1 vor Iran wäre, ja auch ein interessantes Investionsziel:

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    EMFIS
    Hugo Chavez will Ölpreis bei 50 USD/Barrel
    Dienstag 11. April 2006, 19:34 Uhr

    Caracas

    Der venezolanische Präsident Hugo Chavez sagte heute, dass er sich bei der OPEC für einen langfristigen Ölpreis von 50 USD/Barrel stark machen wolle.

    In den 90er Jahren bewegte sich der Ölpreis bei rund 20 USD/Barrel und erreichte seinen Tiefstand bei einem Preis von 10 USD/Barrel im Jahr 1999.

    Chavez sagte, dass err versuchen wolle, ein Gleichgewicht herzustellen, 50 USD/Barrel seien ein guten Preis, so der Präsident.

    Wie Analysen des US Energieministeriums zeigten, hat bei einem Ölpreis von 50 USD/Barrel innerhalb der OPEC Venezuela und nicht Saudi Arabien die größten Vorräte. Beim heutigen Preis hat Venezuela größere Reserven als der gesamt Nahe Osten zusammen.

    Time is on our side (TFF)

    Einmal editiert, zuletzt von Herakles (11. April 2006 um 19:40)

  • Kommt wohl darauf an, wie man sich die Daten für seine Statistik wählt...
    Die unter
    http://www.eia.doe.gov/emeu/international/reserves.html
    veröffentlichten Daten sprechen zunächst noch eine andere Sprache.

    Allerings gehe ich davon aus, dass die Saudis und Co. (a) weniger Öl haben. Wer die Statistiken über die Jahre verfolgt. Wurden die Reserven trotz Förderung häufig vom Vorjahr abgeschrieben und besseren Fördertechniken begündet. Westliche Konzerne wie Royal Dutch haben dagegen die Reserven nach unten korrigiert...

    (b) wird bei einem hohen Ölpreis so manches Barrel plötzlich fördernwert. Nicht umsonst laufen derzeit auch auf den Falklandinseln etc. Untersuchungen ab, ob man dort Ölfelder erschließt.

    Ich denke, das Thema Öl wird uns in den nächsten Jahren mit zunehmender öfters über den Weg laufen.

  • Hallo,

    also die Meldung oben verstehe ich nicht. Der Oelpreis liegt seit Anfang des Jahres bei 60 USD/barrel und hoeher. Die OPEC hat zwar auf dem Papier noch ein Preisziel in der Gegend von 30 USD, aber entweder hat sie nicht mehr die Macht oder gar nicht den Willen, den Preis in diese Richtung zu beeinflussen. Sind die 30 nicht schon vor ca 2 Jahren ueberschritten worden?

    Die Bemerkung zu den Reserven ist natuerlich bullshit.

    Viele Gruesse,

    Balkenchart

  • Herakles

    Ich konnte den Link eben erneut problemlos aufrufen.

    Balkenchart
    "Die Bemerkung zu den Reserven ist natuerlich bullshit."
    Bitte um Erklärung. Bullshit, weil Reservenhöhe nicht richtig in Relation zum Ölpreis - oder bullshit weil Du der Meinung bist, dass das ganze Bedeutungslos ist.

  • Jo, jetzt geht's. Was ist denn von dem Verbreiter dieser Meldung zu halten? Ist eine Art Börsen-Revolverblatt, aber da gibt es ja Unterschiede. DIe hängen glaube ich auch immer auf der Homepage von WO rum.

    http://www.emfis.com/

    Das Impressum klingt ja sehr verlockend:
    EMFIS GbR
    R. Hahn, A. Lambrou & M. Boujataoui GbR
    Hauptstr. 17-19
    55120 Mainz

    Time is on our side (TFF)

  • Hi,

    tschuldigung, war gestern abend schon etwas muede. Antwort: beides. Wenn sie die Reserven in Abhaengigkeit vom Oelpreis angeben, dann hat schon jemand eine Schaetzung gemacht, wieviel Oel vorhanden ist und zu welchen (heutigen) Kosten man es (mit der heutigen Ausruestung) foerdern kann.

    Die Aussage ist nur spannend, wenn Saudiarabien tatsaechlich das Oel ausgeht und Venezuela am Ende noch etwas uebrig hat (oder zumindest wenn wir den Punkt erreichen, wo das relevant wird). Dann ist die Annahme eines konstanten Preises aber ziemlich unrealistisch. Davon sind wir noch mindestens 20-30 Jahre von entfernt, und dann schaetz mal einer, wie hoch der Oelpreis dann ist und was dann alles technisch machbar ist.

    Daneben finde ich die Laenderreihenfolge dubios - was ist mir Iran, Irak, Kuwait? Ausserdem, wenn das Oel wirklich am Ende knapp wird, kommt es auch auf Russland und Kanada an.

    Balkenchart

  • @ Herakles

    Also ich halte Emfis.com für eine der seriösesten Adressen, wenn es um Informationen zu den Emerging Markets geht. Bin selbst seit über einem Jahr Abonnent dieses Dienstes und sehr zufrieden damit. Die Analysen von Rainer Hahn und Andreas Lambrou sind sehr interessant auch wenn ich nicht immer die Meinung teile. Beide haben übrigens auch das Buch "Investieren in Asien - Der große Leitfaden für Investitionen in Fernost" geschrieben, welches letztes Jahr vom FinanzBuch Verlag herausgegeben wurde.

    Nur aufgrund einer freiempfangbaren Meldung, welche im übrigen auch von anderswo übernommen sein kann, auf ein Revolverblatt zu schliessen, hinkt in meinen Augen etwas.


    Zu Venezuela

    Aktuell kann nur CANTV als einziger venezolanischer Wert in D gehandelt werden.

    Grundsätzlich sollte sich jeder bei Investitionen in Venezuela bewußt sein, daß er neben dem Risiko Emerging Markets ein weiteres Risiko, aufgrund der politischen Verhältnisse trägt.

    Präsident Chavez ist ein unberechenbarer Knabe, welcher nicht nur ständig gegen Bush und Amerika stänkert, sondern auch für andere Überraschungen gut ist.

    Beispiele gibt es nachfolgend:

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-20…kel-5885285.asp

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-20…kel-6191011.asp

    Dafür lockt CANTV aber auch mit einer klasse Dividendenrendite.

    Gustl

  • Mit Revolverblatt meine ich, dass die teilweise recht reißerische Titel verwenden. Die zugänglichen Artikel auf der Seite sehen ganz informativ aus.

    Ansonsten: Wenn man seinen Namen über eine Meldung schreibt, sollte man vorher vielleicht einen Blick drauf werfen, sonst fällt der Inhalt auf einen selbst zurück. Diese Meldung mußte man ja nicht verbreiten, wenn es nur eine offensichtliche Propaganda-Rede von Herrn Chavez ist, jedenfalls nicht als Börsendienst.

    Herr Chavez ist definitiv etwas überspannt, allerdings ist keineswegs klar, ob er der bad guy in dem Spiel ist. Es gibt da aufschlußreiche, seriöse Fernsehdokumentationen.

    Time is on our side (TFF)

  • es geht nicht schlimmer, legen sie in Venzuala noch einen drauf:

    Erst denkt man, das schlimmste ist vorbei nach dem Tod von Chavez, dann legt der Nachfolger erst richtig los:

    http://www.faz.net/aktuell/politi…en-12672604.htm

    Ich beobacht schon seit längerem 2 Aktien mit Venezuela Exposure:

    - East Asiatic aus Dänemark (Tochter Primrose) und

    Externer Inhalt chart.finance.yahoo.com
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    - Duro Felguera aus Spanien (Minenausrüster, 40% Umsatz in Venezuela)

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    Wie heisst es so schön: In der Mitte des Tunnels ist es immer am dunkelsten. Aber das weiss man meistens auch nur im Rückblick....

    Auf jeden Fall Watchlist. Bei der nächsten großen Abwertungsrunde oder bei einem politischen Umbruch könnten diese Aktien interessant sein.

    mmi


    P.S.: Kennt sonst noch jmd. Aktien mit hohem Venezuela Exposure ?

  • Zitat

    Original von memyselfandi007
    ...

    P.S.: Kennt sonst noch jmd. Aktien mit hohem Venezuela Exposure ?

    Venezuela- und PdVSA-Anleihen fahren schon selbst ziemlich Achterbahn. Da brauche ich keine Aktien mehr. (Disclaimer: Bin nicht engagiert).

    "Hey Du, möchtest Du ein A kaufen?" Standard & Poor's (zitiert aus: Marc-Uwe-Kling: Der falsche Kalender - 365 falsch zugeordnete Zitate)

  • Zitat

    Original von nixda
    Manche Tunnel erweisen sich auch als Bergwerkstollen ohne Ausgang....

    Mancher Tunnel Bergwerksstollen hat sich schon als Goldmine erwiesen ... (grrrmmmpfff.....).

  • Da ich Venezuela auch unter antizyklischen Gesichtspunkten interessant finde, hier zwei Anleihen, die ich interessant finde (hätte ich auch unter schöne Anleihen stellen können):
    A1APF6 und A1APHE. Beide mit kurzen Laufzeiten. Venezuela ist ganz schwierig (s.o: Achterbahnfahrt).
    Ein Report von Barclays dazu:

    Venezuela
    Too little, too late might lead to
    another downgrade

    https://live.barcap.com/PRC/servlets/d…&bcllink=decode

    Fazit: Barclays sieht für dieses Jahr keine Liquiditätsengpässe, so dass die Rückzahlung nicht in Frage stehen soll.

  • Venezuela gibt den Bolívar frei:

    http://www.wsj.de/article/SB1000…2705178058.html

    und

    http://www.theglobeandmail.com/report-on-busi…rticle16771856/

    = Fast alle haben das "Boot" verlassen (letzter Absatz):

    Not everyone will leave. For all its troubles, Venezuelas production costs are still lower than many of its competitors, such as Brazils pre-salt fields or Albertas oil sands. Companies are staying because they know PDVSA will have to make changes eventually they are staying to have an entry point for when the change comes, said Luis Vincent Leon, who heads the market analysis firm Datanalisis. They cant afford the cost of not being here.

  • http://blogs.wsj.com/frontiers/2014…i-oil-minister/


    Sozialismus in Aktion ist schon "beeindruckend" und ziemlich heuchlerisch.

    Zitat

    “Venezuela’s position on climate change is that the capitalist system is unsustainable for the life of the planet,” Mr. Ramirez told delegates this week.

    There’s no shortage of irony, however.

    Venezuela is the biggest oil producer on the continent, the region’s leader in CO2 emissions and, thanks to a generous fuel subsidy, sells gasoline for less than a penny a gallon. As a result, domestic consumption has soared in recent years to around 700,000 barrels a day, meaning Venezuela dedicates about a quarter of its crude production to supply its population of 30 million.

    Schon komisch, selbst im Sozialismus gelten die Gesetzte von Angebot und Nachfrage... Mit dem sinkendem Ölpreis und den Segnungen des Sozialismus in voller Fahrt, es wird kritisch für Venezuela.

    beati pauperes spiritu

    "we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ W.C.

    “Facts do not cease to exist because they are ignored.” – Aldous Huxley


  • http://blogs.wsj.com/frontiers/2014…i-oil-minister/


    Sozialismus in Aktion ist schon "beeindruckend" und ziemlich heuchlerisch.

    ...

    Schon komisch, selbst im Sozialismus gelten die Gesetzte von Angebot und Nachfrage... Mit dem sinkendem Ölpreis und den Segnungen des Sozialismus in voller Fahrt, es wird kritisch für Venezuela.

    Das ist auch gut so, man kann nur hoffen dass der Laden da zusammenklappt und Venezuela eine Chance für einen Neuanfang bekommt.
    Was Chavez und dann Maduro aus dem Land gemacht habe ist wirklich deprimierend.
    Wenn man überlegt dass in den 80ern Venezuela ganz ok dastand und Kolumbien das Sorgenkind war...heute ist es genau andersrum.

    Hab nen Kumpel der mit einer Venezuelanerin verheiratet ist und auch einige Zeit dort lebte...schauerlich was der erzählt.

    wp

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Venezuela ist schon seit Jahrzehnten ein klassischer Oil State, bei dem auch vor Chavez die "Boom & Bust"-Zyklen extrem stark auftraten. Das alleine zerrüttet die allermeisten Gesellschaften (Hut ab vor Norwegen!). http://de.wikipedia.org/wiki/Ressourcenfluch
    Ich behaupte mal, dass das Land sich erst dauerhaft stabilisiert, wenn die Ölförderung nicht mehr die Volkswirtschaft dominiert und das Land die tiefe Krise wegen der ausbleibenden Öleinnahmen überwunden hat. Der Sozialismus dürfte hier eher zweitrangig sein.