Standort Deutschland

  • Ich muss unbedingt meinen Brötchengeber mal drängen mein Gehalt um die ein oder andere Zehnerpotenz zu vervielfältigen. Vielleicht würde mir das auch helfen mir meine sozialistischen Flausen auszutreiben und ich wäre plötzlich dickster Buddy von Typen wie dem.

    LOL :)

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Wenn das dann alles so kommt, werden die Linken das als Beweis verkaufen, dass der böse Kapitalismus nicht funktioniert und noch mehr sozialistischen Schwachsinn anzetteln ...

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Berlin ist schon ein sehr interessantes Experiment.

    Nun können zwei Dinge passieren:

    1) Die Immofirmen fange an zu verkaufen (was der Herr im Interview ja sagt). Die Preise fallen rapide. Auch Baukosten, Handwerkerkosten, Bodenkosten würden in einem solchen Szenario stark fallen wegen wegbrechenden Nachfrage. Andere Gruppen können sich die Immos wieder leisten und ersezten ab einem gewissen Preis die wegfallenden Nachfrage. Also zB Privatanleger, Genossenschaften, der Staat. Dann würde sich ein neues Marktgleichgewicht einpendeln, aber eben mit einer ganz anderen Investorenklientel. Falls diese neuen Gruppen unter dem Strich genauso viel bauen wie bisher, wäre alles soweit gut. Das ist durchaus denkbar, denn ein Deckel auf der Bautätigkeit sind akuell die komplette Auslastung der Baufirmen, keine Verfügbarkeit von Handwerkern, Mangel an Grundstücken. In diesen drei Punkten würde ja dann grade Entspannung einsetzen.

    Ziel wäre dann aus staatlicher Sicht mehr oder weniger erreicht.

    2) Es gibt einen unkontrollierten Crash und wirklich keiner will mehr bauen weil die Spirale nach unten geht. In diesem Fall müsste der Staat die ganze Nachfrage ersetzen. Das war übrigens die Situation in Wien nach dem Krieg, auf lange sicht nicht zum Schaden der Gemeinde. Ob das Berlin zahlen kann und organisiert bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Vermutlich zahlen es wir Bayern via Finanzausgleich, LOL.

    3) Es bleibt alles mehr oder weniger wie bisher. Der Herr jammert halt einfach kräftig rum (ist ja auch sein Job), die Gewinne der Immounternehmen bleiben trotz Deckel immer noch auskömmlich, grade mit Blick auf die Anlagealternativen. Für langjährige Besitzer mit niedrigen EInstandspreisen ist eh alles ok. Für Neuinvestitionen: Die Marktpreise fallen etwas, somit geht ein wenig Luft aus dem Kessel, die Nachfrage der Immos sinkt ein bischen aber andere finden die Rendite immer noch ok. Alle arrangieren sich auf dem neuen Niveau. Nur die Aktienkurse klettern nicht mehr so stark. Die Immopapiere werden wieder lagweilige Divi-Titel statt Wachstumsstars und die Boni des Herren werden etwas magerer.

    Ziel wäre auch leidlich erreicht.


    Ich erpsönlich tippe auf eine Mischung von (3) und (1), einfach weil genug Kapital da ist und genug andere potentielle Käufer bereitstehen (weiterhin Privatleute, denn wohin mit dem Geld, Staat, Genossenschaften, Familien die gerne was eigenes hätten, Chinesen die ihr Geld waschen müssen etc).

    Die Modernisierungen dürften tatsächlich etwas zurück gehen. Das scheinen viele Mieter aber steigenden Mieten gegenüber zu bevorzugen.

    wp

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  • Noch eine Alternative, die ich für recht wahrscheinlich halte:

    4) Die deutschen Gerichte halten den Berliner Mietendeckel für rechtswidrig.

    Und eine Alternative, die ich für eher unwahrscheinlich halte:

    5) Die Leitzinsen steigen, dadurch gehen die Preise für den Immobilienerwerb zurück. Wie sich das auf die Mieten auswirken würde, ist mir nicht klar.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Eine weniger dramatische Stimmer aus Potsdam: Eine der großen (in der DDR entstandenen) Genossenschaften hat freiwillig beschlossen, die Wohnungsmieten bis 2023 nicht zu erhöhen. Man sei mit der Sanierung des Bestandes (DDR-Platte) weitgehend durch, die Einnahmen (deutlich unter Mietspiegel) genügten. Die gesetzliche Regelung lehne man trotzdem ab, andere Genossenschaften könnten die höheren Einnahmen zur Bestandssanierung noch brauchen. https://m.pnn.de/potsdam/mieten…t/24507342.html

    Die pbg baut seit einigen Jahre wieder kräftig neue Wohnungen in Potsdam, genauso wie die anderen Genossenschaften aus DDR-Zeiten. Die DDR-Platte war recht günstig, in Bau und Sanierung, und Wohnungsleerstand gibt es hier faktisch nicht. Dürfte im Berlin ganz ähnlich sein, dort würden viele Genossenschaften auch gerne mehr bauen als aktuell praktiziert, mangels bezahlbarer Bauplätze.

    Bei meiner Genossenschaft rechne ich vorerst nicht mit einem freiwilligen Mietenstopp, sondern weiterhin einer Orientierung am Mietspiegel. Der Wohnungsbestand ist zu 95% aus den Jahren 1903-1935, alles unter Denkmalschutz. Entsprechend teurer die Sanierung. Die komplette Aussen-Erstsanierung des Bestandes seit der Wende dürfte noch ein paar Jahre benötigen, finanziert durch laufende Mieteinnahmen. Danach könnte sie aber auch in den Modus :"freiwilliger Mietenstopp und Wohnungsneubau" umsteigen.

    Um die Baufirmen und Handwerker mache ich mir die geringsten Sorgen, derzeit kommen sie in der Region den Anfragen nicht hinterher.

    Nebenbei: Selbst wenn ich mir ein Häuschen gönnen könnte (ist nicht der Fall), würde ich wahrscheinlich die Wohnung in der Genossenschaft vorziehen. Das "Gartenstädtchen" mit guter ÖPNV-Anbindung an die Innenstadt ist von der Lebensqualität her grandios, und die Verbundenheit der Genossenschaftsbewohner ist schon etwas höher als ich es von anderen Stadtvierteln mit Eigentumshäusern und -wohnungen kenne. Warum sollte ich freiwillig auf diesen verbindenden Geist verzichten?

  • Zur Einordnung: In Potsdam halten die kommunale Wohnungsgesellschaft und die Wohnungsgenossenschaften jeweils etwa 20% aller Wohnungen, also zusammen etwa 40% aller Wohnungen. Dabei halten die 3 großen, in der DDR entstandenen Wohnungsgenossenschaften (primär DDR-Platte) etwa 80% der genossenschaftlichen Wohnungen und die 6 kleineren Vorkriegsgenossenschaften (primär Vorkriegswohnungen) etwa 20% der genossenschaftlichen Wohnungen. Ich denke, 20% Kommune und 20% Genossenschaften sind für Ostdeutschland/Ostberlin durchaus typisch - solange die Kommunen nicht in den neoliberalen Trendzeiten ihre Wohnungen verschleudert haben

    In Potsdam haben Kommune und Genossenschaften gemeinsam den politischen Willen ausgedrückt, am Wachstum der Stadt anteilig zu partizipieren, um ihren prozentualen Wohnungsanteil zu halten, und beteiligen sich entsprechend stark an Neubauprojekten. In Berlin fehlt diese enge Kooperation von kommunaler und genossenschaftlicher Ebene, die Genossenschaften fühlen sich tendenziell von der Politik ignoriert und in ihren Neubauwünschen ausgebremst.

    Sofern wie in obigem Blogbeitrag behauptet die privaten Bauträger aus dem Berliner Wohnungsneubau aussteigen sollten, sollten kommunale und genossenschaftliche Bauträger m.E. einen guten Teil des Ausbaus übernehmen können.

  • Sofern wie in obigem Blogbeitrag behauptet die privaten Bauträger aus dem Berliner Wohnungsneubau aussteigen sollten, sollten kommunale und genossenschaftliche Bauträger m.E. einen guten Teil des Ausbaus übernehmen können.

    Das wäre eine hervorrangende Lösung.

    Das würde ich mir für München auch wünschen, wo Genossenschaften eine sehr kleine Rolle spielen.

    (Obwohl auch viel Platte gebaut wird. Oder besser gesagt die "neue Münchner Platte" wie ich das gerne nenne. Gesichtslose rechteckige Riegel ohne Dach in strahlendem Weiß mit drei Bäumchen in Reih und Glied davor, was dann für 10.000 EUR pro qm als "Höfe", "Parks", "Stadtvillen" vermarktet wird. "Palast" ist dann vermutlich für die Doppelhaushälften vorbehalten :D).

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  • Berlin ist schon ein sehr interessantes Experiment.

    Nun können zwei Dinge passieren:

    Glaube ich nicht. Das ist alles nur Meckerei. Die Berliner initiative bezieht sich explizit nicht auf Neubauwohnungen, es geht nur um Bestandswohnungen.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • Ein interessantes Interview mit einem Headhunter:

    https://www.sueddeutsche.de/karriere/perso…ion-y-1.4499894

    Wenn ich meine Studenten anschaue, würde ich da größtenteils zustimmen.

    Recht haben sie!

    Dieses Schönreden eines internationalen Nomadentums mit 5 Jahre Singapur, 3 Jahre Dublin und danach mal nach Südafrika habe ich persönlich nie so recht verstanden.

    Ich finde es völlig valide, sich nach dem Studium eine schöne Ecke auszusuchen und dann dort zu bleiben. Gerne auch in der Heimatregion.

    Sich verwurzeln, etwas Stabilität reinbringen, sich in eine Gemeinschaft / Region dauerhaft integrieren und sich einbringen, dazu möglichst kurze Fahrzeiten zu Freundeskreis und Familie.

    Das ist viel wert und auch gut für die Umwelt.

    Klar, muss man nicht so sehen. Aber viele tun das offenbar. Wenn der Arbeitsmarkt es hergibt: Glückwunsch junge Generation!

    Das Lamentieren mit der globalen Konkurrenz ist lächerlich, da wir Vollbeschäftigung haben und einen Rekordexportüberschuss und Millionen hier her wollen zum Arbeiten.

    Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist offenbar famos und fusst glücklicherweise auf anderen Dingen als auf Ausbeutung der Angestellten.

    wp

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  • Ein paar Anmerkungen dazu:

    1. Das Thema kommt immer gut an bei der älteren Generation und das schon seit mehr als 5000 Jahren:

    https://bildungswissenschaftler.de/5000-jahre-kri…nd-arbeitswelt/

    2. Ich persönlich arbeite aktuell mit sehr vielen Anfang/Mitte 20ern zusammen. In Summe sind die motivierter als meine Genration das vor 25 Jahren war.

    3. Man darf nicht vergessen dass die heutige Akademiker Generation mit Anfang 20 in den Arbeitsmarkt kommt und potentiell 40-45 Jahre arbeiten muss. Die Generation die jetzt gerade in Rente geht hat meistens bis Ende 20 Anfang 30 studiert und geht schön mit Ende Fünfzig in die Altersteilzeit. Logisch will man da nicht gleich am Anfang verheizt werden.

    4. Bei einem sehr guten Arbeitsmarkt wie aktuell können die jungen Bewerber eben auch mal Ansprüche stellen, insbesondere die guten. Allerdings ist die internationale Konkurrenz nicht ohne. Wir bekommen auf Ausschreibungen mittlerweile hunderte Top Bewerbungen aus aller Welt weil alle aktuell nach Deutschland wollen.

    In Summe macht mir die junge Generation aktuell am wenigsten Sorgen. Gefährlich sind eher die Alten.

  • In Summe macht mir die junge Generation aktuell am wenigsten Sorgen. Gefährlich sind eher die Alten.

    Bin Mitte 30 und habe das "Glück" , das nach mir immer weniger "taugliche" Leute auf den Markt kommen. Damit meine ich nicht nur ppt und networking, sondern auch "machen".

    Wir bekommen auch viele Bewerbungen, aber haben große Probleme "top" Leute zu finden:

    - Probleme ehrlich und proaktiv ansprechen

    - Unternehmerische und kundenorientierte Sichtweise

    - Verantwortung übernehmen statt finger-pointing

    In meinem Bereich (IT) ist der Anspruch an Studium und Ausbildung rückläufig. Das mache ich an den mir vorliegenden Prüfungs- und Laboraufgaben fest. Viele Absolventen können nicht mal was über design pattern oder standard algorithms sagen ohne Google zu benutzen.....

    Im Selbstbewusstsein und der Darstellung stelle ich subjektiv einen starken Anstieg fest. Damit sind sie bestens gerüstet für den Stuhltanz in den Konzernen, aber wir verlieren nach und nach unsere Technologieführerschaft, auf der wir uns viel zu lange ausgeruht haben.


    Edit: Beim nochmaligen lesen stelle ich fest, dass ich wohl bereits jetzt zu den alten, frustrierten Meckerern gehöre :D

    Ich wünsche mir zutiefst, dass ich das alles subjektiv übertreibe und meine Kinder Deutschland auch noch als reiches Hochtechnologieland erleben werden :thumbsup:

    2 Mal editiert, zuletzt von 1000prozent (12. Juli 2019 um 15:44)

  • Zitat

    Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

    Von Sokrates ca 400 v.Chr. ...

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  • Egal ob dieser Text von Sokrates stammt oder ihm nur in den Mund gelegt wurde (es spricht wohl Viel für zweiteres), dieses Zitat kann nicht oft genug herausgekramt und wiederholt werden!

  • ein paar Anmerkungen dazu:

    1. Die Beschwerden über die jüngeren Generationen gibt es schon seit 5000 Jahren: Das ist richtig, entkräftet aber nicht die Beschwerden. Im Gegenteil: Die Tatsache, dass die entsprechenden Kulturen untergegangen sind (Sumerer, Chaldäer, ...) spricht eher dafür, dass die nachfolgenden Generationen nicht an die Errungenschaften ihrer Altvorderen anzuknüpfen vermochten.

    Auch die Zitate, die Sokrates zugeschrieben werden, ob berechtigt oder nicht einmal hintangestellt, werden durch die Geschichte eher belegt als widerlegt: Athens Blütezeit welkte mit Sokrates dahin. Zwar gab es mit Platon auch nach Sokrates noch eine geistige Elite in Athen, aber mit der politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Vorherrschaft Athens war es vorbei.

    Aristoteles und Alexander kamen nach Sokrates, waren aber definitiv keine Athener.

    2. Über die vergangenen Jahrzehnte hinweg habe ich die verschiedensten Motivationslagen bei den jeweils 20-30-Jährigen kennengelernt. Eine allgemeine Aussage würde ich nicht ehrlich treffen können; sie wäre statistisch auch nicht signifikant belegbar.

    3. Die Lebensperspektiven der jeweiligen Alterskohorten werden bestimmt durch die jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, wie auch durch die Demographie. Eine derartig luxuriöse Situation, wie sie die gerade in Rente gehende Generation vorgefunden hat und auch weiterhin durchlebt, wird in absehbarer Zeit wohl keine weitere Generation mehr erleben. Der demographische Stresstest für die europäischen Sozialsysteme, der in Frankreich schon angefangen hat, trifft demnächst auch Deutschland und wird hier aller Voraussicht nach in etwa 15 Jahren seine volle Wucht entfalten. Ob man dann noch mit einer Perspektive von 40-45 Jahren Arbeit rechnen wird oder aber mit höheren Zahlen, wird sich zeigen.

    4. Zur Arbeitsmarktlage Vorhersagen machen zu wollen, ist müßig. Die Jüngeren werden gebraucht, mehr als jemals zuvor.

    Ich mache mir durchaus Sorgen um die Jüngeren - weil die Älteren zahlenmäßig überhand nehmen und daher zu einer Gefahr für das Ganze werden. Die Tatsache, dass ich zu den geburtenstärksten Jahrgängen zähle, macht mich natürlich parteiisch.

  • Der demographische Stresstest für die europäischen Sozialsysteme, der in Frankreich schon angefangen hat,

    Interessant. Woran machst Du das fest?

    Ich habe Frankreich als Land mit einer der höchsten Reproduktionsraten in der EU in Erinnerung.

  • Ich habe Frankreich als Land mit einer der höchsten Reproduktionsraten in der EU in Erinnerung.

    Um das noch mit Daten zu untermauern, hier Zahlen (Kinder/Frau) von 2016 (Quelle: Wikipedia) :

    Frankreich: 2,07

    Irland: 1,98

    Großbritannien: 1,89

    Schweden: 1,88

    Russland: 1,66

    VR China: 1,60

    Schweiz: 1,55

    Spanien: 1,49

    Österreich: 1,47

    Deutschland: 1,44

    Italien: 1,43

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Interessant. Woran machst Du das fest?

    Ich habe Frankreich als Land mit einer der höchsten Reproduktionsraten in der EU in Erinnerung.

    Die Altersstruktur der Bevölkerung in Frankreich lässt sich -grob vereinfacht- so beschreiben:

    Ein Jahr nach dem zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Zahl der Geburten und blieb seitdem konstant.

    Tatsächlich war der Faktor kleiner als 2 und danach stieg die Zahl; Mitte der 60er gab es einen kleinen Pillenknick ..., das grobe Bild aber passt.

    Die Franzosen gehen zwischen dem 60'ten und dem 65'ten Lebensjahr in Rente; die Rente funktioniert, wie in Deutschland, nach dem Umlageverfahren. Grob gerechnet gehen also seit 2010 jährlich doppelt so viele Leute in Rente als in den Jahren zuvor. Der Bestand an Rentnern wächst zur Zeit also deutlich (als grobe Schätzung um knapp 0,3 Mio pro Jahr: etwa 800 k 65-Jährige, 600 k Sterbefälle, davon 15% unter 65 Jahre), während der Bestand an Beitragszahlern in etwa konstant bleibt.

    Die Altersstruktur in Deutschland ist deutlich verschieden: In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg ging die Zahl der Geburten zurück. Die Babyboom-Jahre waren dann von 1955 bis Ende der 60er Jahre. Das führte dazu, dass die deutsche Rentenversicherung in der vergangenen Dekade eine Atempause bekam. Zur Zeit kommen etwa 1 Mio Einwohner pro Jahr ins Rentenalter. Gleichzeitig kommen etwa 1 Mio Eiwohner pro Jahr ins beitragszahlende Alter (20-30). Das sind die Kinder der Babyboomer. In 10 Jahren kommen 1,4 Mio pro Jahr ins Rentenalter, 0,7 Mio ins beitragszahlende Alter. Zur Zeit steigt die Zahl der Rentner um etwa 0,2 Million pro Jahr (Zahl der 65-Jährigen: etwas über 1 Mio, Zahl der Sterbefälle etwa 930 000, davon 15% unter 65), die Zahl der Beitragszahler dürfte stagnieren.

    In 10 Jahren dürfte die Zahl der Rentner in Deutschland jährlich um eine halbe Mio steigen, die Zahl der Beitragszahler jährlich um eine halbe Mio sinken. (Alles grobe Schätzungen anhand der destatis-Zahlen).

  • Die Bevölkerungspyramide in Deutschland ist deutlich unvorteilhafter als die in Frankreich (Quelle: https://www.populationpyramid.net/, Stand 2016)

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