Rohstoffexplorer umweht oft ein Hauch von Abenteuer, man fühlt sich unwillkürlich in historische Schatzsucher-Zeiten zurückversetzt und fiebert den neuesten Bohrergebnissen entgegen. Wer dies mag, wird auch diesen spekulativen "Early Bird" mit interessanter Hintergrundstory und hohem Kurzfristpotenzial interessant finden:
Die Jet Gold Corp. (WKN A0BKRV, Homepage: https://www.antizyklisch-investieren.com/www.jetgoldcorp.com) hat mit einem aktuellen Kurs von 0,33 CAD bei insgesamt ca. 21,5 Mio Aktien eine Marktkapitalisierung von etwa 6,5 Mio CAD, ist also (noch) ein echter Winzling. Der Wert wird unter dem Kürzel JAU an der TSX-V gehandelt; in Deutschland ist er nicht gelistet.
Jet Gold ist ein bereits 1987 gegründeter Explorer/Produzent und besitzt Beteiligungen an mehreren Gold-, Öl- und Gas-Projekten, die teilweise Einnahmen generieren, sich aber oft auch noch im "grass-roots" Stadium befinden. Bis vor kurzem war die Firma eine graue Maus, die sich von Hunderten ähnlicher Firmen durch nichts abhob.
Interessant wurde die Story erst im letzten Jahr mit einer Pressemitteilung vom 22. März 2006, die unter folgender Schlagzeile lief:
JET GOLD CORP. ACQUIRES LOST COAL PROPERTY!
Was war geschehen? Die Geschichte reicht nahezu 100 Jahre in die Vergangenheit zurück, nämlich ins Jahr 1914. Damals entdeckte der staatliche Geologe G. F. Monckton im nördlichen British Columbia (Naskeena) ein Steinkohle-Depot von beachtlicher Größe und hohen Reinheitsgraden, das er in zwei Berichten (hier ist einer davon: http://www.em.gov.bc.ca/DL/COALReports/229.pdf ) detailliert beschrieb. Leider wurde die Liegenschaft in den zugehörigen Karten falsch eingezeichnet (Monckton hatte die Lage des Little Cedar River falsch eingetragen) und konnte so viele Jahrzehnte lang nicht mehr aufgefunden werden.
Im Jahre 2005 wurden die verstaubten Reports von externen Jet Gold Consultants überprüft. Die beteiligten Geologen glaubten, den in der Karte enthaltenen Fehler gefunden zu haben und machten sich auf die Suche nach Moncktons Steinkohleschatz. Und tatsächlich: sie entdeckten das beschriebene Gebiet und es entsprach exakt den historischen Schilderungen.
Das Jet Gold Management entschloss sich zu einer Überprüfung der Story und schickte ein eigenes Team in die Region. Da die geologischen Voraussetzungen der Lagerstelle allem Anschein nach überzeugend waren (man sieht die Kohle an vielen Stellen direkt an der Oberfläche), sicherte sich Jet Gold kurzerhand die Ausbeutungsrechte in einem 4500 Hektar großen Gebiet.
Soweit der spannende Schatzkarten-Teil der Geschichte. Um das große Potenzial dieses mittlerweile als Naskeena Coal Project bezeichneten Fundes abschätzen zu können, bedarf es einiger weiterer Informationen, die ich nachfolgend zusammenzufassen versuche:
Der ursprüngliche Report von Monckton beschreibt die Ausdehnung der Kohleablagerung mit etwa 17 Quadratmeilen. Monckton berichtet darin weiter: The coal series is remarkable for its regularity as compared with most coalfields in these mountain regions, but if we allow one-fifth of the area for barren ground not workable to a substantial profit, we should still have around 15,000 acres of coal available. Supposing that only ten feet of coal was to be found workable, an absurdly small amount in view of my present indications, this would give us a total of 240 million tons after making allowance for the slope of the seams, and reckoning on an extraction of 12,000 tons to the acre. Of this, about one hundred and ninety million tons would be above the railroad level.
Glaubt man den historischen Angaben, dann warten in dem Gebiet also schätzungsweise 200 Mio Tonnen Steinkohle darauf, abgebaut zu werden. Seit einer Woche (seit dem 04. Mai 2007) laufen nun die ersten Bohrungen auf dem Gebiet, um eine aktuelle Resourcenkalkulation nach dem NI 43-101 Standard zu erstellen.
Was sind diese 200 Mio Tonnen momentan wert? Die weltweite Nachfrage hat den durchschnittlichen Preis je Tonne Importkohle aus China, Südafrika oder Australien bereits auf etwa 60 Euro gegenüber 40 Euro im Jahr 2003 hochschnellen lassen. Der Preis der Steinkohle orientiert sich aber auch an ihrem durchschnittlichen unteren Heizwert, er zeigt die Qualität der Kohle an. Die teuerste Steinkohle mit dem höchsten Heizwert (etwa 30 Gigajoule je Tonne) und Einsatzfähigkeit für metallurgische Prozesse (z. B. für die boomende Stahlerzeugung etc.) kommt aus den USA und kostet bis im Extremfall bis zu 150 Euro je Tonne. Die preiswerteste Drittlandskohle mit einem unteren Heizwert von nur 25 Gigajoule stammt aus Kolumbien und wird für unter 50 Euro je Tonne gehandelt.
Es gibt Anzeichen dafür, dass die Kohle der Naskeena-Ablagerung von sehr guter Qualität und Reinheit ist. In Moncktons Bericht von 1914 wurde nach Analysen zweier Proben exzellente Kohlenstoffgehalte zwischen 75% und 79% sowie sehr geringe Asche- und (noch wichtiger) niedrige Schwefelanteile erwähnt; diese Werte würden für high grade smokeless thermal coal (also für metallurgische Qualität) locker ausreichen. Erste Leitfähigkeitstests von Jet Gold bestätigen den hohen Kohlenstoffanteil, Zitat Jet Gold: Moreover, field testing with a voltmeter of a number of grab samples shows excellent conductivity, which in turn would seem to indicate an extremely high carbon content in the coal beds. Although not conclusive, if this can be verified by lab testing it would mean that the coal could be highly suitable for power generation and for the metallurgical markets.
Rechnet man nun relativ konservativ mit Preisen von 50 Euro pro Tonne (und somit für Kohle von bestenfalls durchschnittlicher Qualität), ergäbe dies bei 200 Mio Tonnen bereits einen In-Ground-Value von 10 Mrd. Euro. Metallexplorer werden des öfteren für Summen übernommen, die 2 bis 10 % des Bodenwertes entsprechen. Ich weiß nicht, ob diese Kalkulation auch für Kohleexplorer aufgemacht werden kann, aber wenn man auch hier wieder konservativ 2 % ansetzt, entspräche der Wert allein des Naskeena-Projektes somit geschätzte 200 Mio Euro. Die Diskrepanz zum momentanen Firmenwert von 6,5 Mio CAD und das Multibagger-Potenzial ist offensichtlich.
Hinzu kommt, dass Jet Gold bereits im Verlauf der ersten Arbeiten auf dem Projektgebiet weitere Kohlelager entdeckt hat, die in den historischen Berichten nicht erwähnt wurden. Zitat Jet Gold: As a result of the field work and the discovery of additional coal showings, their observation was that the project is of a far bigger scale than they had anticipated by reviewing the historical data.The elevation of the (historical) main showings range from 250m to 300m. This main showing is bracketed by new discoveries of coal, which when coupled with the regularity of the bedding suggest that the potential for the property is significant. A new showing located 4.8 kilometres to the northwest is less than 200m from the highway. The elevation of this showing is 290m and at this time only rudimentary work has been done to expose the bed. The significance of this bed is that it has some of the flattest bedding found to date. A second showing was found 4.2km to the north of the main showing on the flank of Stirling Mountain. It is at an elevation of 520m. A third new showing, 5.1km to the southeast of the main showing, at Clear Creek, has multiple beds at an elevation of 410m. The new showings of coal will enable the Company to drill in four areas with surface showings of coal versus working out from the known original showing.
Als zusätzliches Schmankerl besteht zusätzlich noch die Chance, dass sich Ölvorkommen in dem Gebiet befinden, da laut Monckton an einigen Stellen Öl an der Oberfläche ausgetreten ist (Zitat Monckton: I think that a very important oilfield may be discovered in these beds).
Die beste Kohle nützt natürlich nichts, wenn sie nicht profitabel abgebaut und abtransportiert werden kann. Aber auch in dieser Beziehung scheinen die Rahmenbedingungen bestens zu sein:
- Sowohl der historische Bericht als auch die aktuelle Begutachtung durch Jet Gold bestätigen die oberflächennahe Ablagerung der Kohle mit zahlreichen sichtbaren Outcroppings. Damit wird ein Open Pit Mining mit entsprechend geringen und konkurrenzfähigen Abbaukosten wahrscheinlich
- Sogar die infrastrukturelle Anbindung ist eigentlich viel zu schön, um wahr zu sein: Das weitläufige Gelände wird von einer gepflasterten Straße und einer Hochspannungsleitung durchzogen, in einer Distanz von nur 27 Meilen befindet sich außerdem die Terrace BC Eisenbahnstrecke. Hierdurch besteht auch direkter Zugang zum etwa 100 Meilen entfernt liegenden Kohle-Tiefseehafen (Ridley Island Ocean Shipping Coal Terminal, Prince Rupert, B.C.)
Was gibt es sonst noch Erwähnenswertes zu berichten? Vielleicht ein von Sprott Assett Management durchgeführtes Private Placement in Höhe von etwas über einer halben Mio Dollar ( http://www.24hgold.com/24hpmdata/arti…20060073682.pdf ).
Zum eigenen Nachlesen hier alle News Releases von Jet Gold, die über das Naskeena Coal Project berichten:
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…t-Coal-Property
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…d-Coal-Resource
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…ploration-Plans
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…o-Focus-on-Coal
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…oal-Exploration
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…a-Coal-Property
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…ts-Co-Ordinator
http://www.jetgoldcorp.com/s/NewsReleases…as-Gas-Holdings
Soweit die mir bekannten Fakten. Wie gesagt, seit dem 04. Mai wird gebohrt, die ersten Teilergebnisse könnten also Ende des Monats eintrudeln. Wer interessiert ist, sollte also bevorzugt in den nächsten 14 Tagen einsteigen. Sofern hier keine arglistige Täuschung vorliegt (aufgrund des real existierenden historischen Berichtes von Monckton gehe ich eigentlich nicht davon aus), halte ich das Chance/Risiko Profil einer Investition in Jet Gold für ausgezeichnet. Ich bin auf jeden Fall seit gestern mit einer spekulativen (d.h. halben Depotposition) und einem Einkaufskurs von 0,30 CAD dabei.
Hier ist noch der auch recht ansprechend ausschauende Chart:
Ich bitte um ehrliche Meinungen.
Viele Grüße, Mickymoto
Nachtrag: Die Aktie ist noch ziemlich unbekannt und wird nur mit geringem Durchschnittsvolumen gehandelt. Also bei einem eventuellen Kauf auf jeden Fall Limits setzen und mit Teilausführungen rechnen (bei Cortal Consors kostet m.E. jede Teilausführung in Kanada 50 Euro Grundgebühr).