Und der Bürger wird noch gläserner...

  • Bundestag ebnet Weg für Volkszählung 2011


    Berlin (dpa) - Mit den Stimmen der großen Koalition hat der Bundestag am Donnerstag den Weg für eine neue Volkszählung freigemacht. Durch das sogenannte Zensus-Vorbereitungsgesetz wird eine Erhebung ermöglicht, die voraussichtlich im Jahr 2011 stattfinden wird.


    Zuvor muss noch ein «Zensus-Anordnungsgesetz» verabschiedet werden. Die vorige Volkszählung in der Bundesrepublik fand 1987 statt, in der DDR 1981.


    Begründet wurden die Pläne unter anderem damit, dass die seit 1987 fortgeschriebenen Daten veraltet seien. Auch in den anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union soll es in vier Jahren solche Zählungen geben. Für das Gesetz stimmten die Abgeordneten von Union und SPD. FDP und Grüne enthielten sich. Die Fraktion Die Linke lehnte das Gesetz ab. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat bereits seine Zustimmung signalisiert.


    Anders als vor zwei Jahrzehnten sollen nicht mehr alle Bundesbürger befragt werden, sondern «nur» rund 25 Millionen, darunter die etwa 17,5 Millionen Eigentümer von Wohngebäuden. Erfasst werden sollen Geburtsland und -ort, Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Familienstand. Dazu kommen Daten aus Haushalt, Erwerbsleben sowie zur Bildung. Die Gesamtkosten der neuen Volkszählung werden auf etwa 450 Millionen Euro geschätzt.


    Gegen die Volkszählung 1987 hatte es heftige Proteste gegeben. Gegner warnten damals vor dem «gläsernen Bürger» und vor dem Weg in den Überwachungsstaat. Die verschiedenen Boykottaufrufe wurden aber nur wenig befolgt. Statistiker fordern schon seit längerem eine neue Datenbasis. Nach ihrer Schätzung leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen weniger, als auf Basis der Volkszählung von 1987 fortgeschrieben wurde. Das Statistische Bundesamt geht derzeit von 82,3 Millionen Einwohnern aus. Auch die Zahl der Ausländer liegt nach Schätzungen wahrscheinlich zu hoch.


    © Welt
    erschienen am 21.09.2007 um 07:30 Uhr


    Eine halbe Milliarde für Datenerfassung - es sind ja sonst keine Probleme da...

    "Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk."

  • http://www.heise.de/newsticker…-Borders--/meldung/142114


    Bewegungsprofile Europaweit, USA haben auch Zugriff drauf.
    Einziges Aergernis ist nicht etwa, dass die Briten sowas machen, sondern das Aergernis ist, dass die anderen Laender es nicht von den Briten uebertragen bekommen. Nun, das laesst sich sicherlich aus der Welt schaffen. Ich nehme mal an, dass wenn es in Deutschland illegal ist, Daten zu sammeln, dann ist es bestimmt nicht illegal, wenn die deutschen Behoerden solche Daten in Empfang nehmen (selbstverstaendlich zur sicheren Verwahrung). Selbst wenn das ein Problem sein sollte, so wird Deutschland dann halt eben gezwungen, solche Daten entgegenzunehmen.


    Jetzt bin ich nur noch gespannt darauf, wann die Daten ausgetauscht werden wann wer Geld an welchem Automaten abgehoben hat und wieviel, bzw. wo ueberall per Kreditkarte bezahlt wurde (Bewegungsprofil). Kameras, die per Gesichter mit gesammelten Bildern aus datenbanken per Biometrie abgleichen sind ja schon im Einsatz, deren Einsatz wird dann immer weiter ausgeweitet, ich habe keine Ahnung wie weit man hier schon ist.


    Frage: Kann man eigentlich Orten von wo ein Handygespraech gefuert wurde? Ist sowas auch schon im Einsatz?


    Gruss, Joe

  • Ja klar kann man das orten, wird gern zur Terroristenfahndung verwendet.
    http://en.wikipedia.org/wiki/IMSI-catcher
    http://de.wikipedia.org/wiki/IMSI-Catcher
    BTW, neulich sah ich das Google-Mobil hier (nahe London) durch die Gegend fahren. Muß mal auf Google Earth schauen, ob es mich auch abgelichtet hat...

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

    Edited 3 times, last by cktest ().

  • "Frage: Kann man eigentlich Orten von wo ein Handygespraech gefuert wurde? Ist sowas auch schon im Einsatz?"


    man kann meines wissens nach nur ermitteln bei welchem sendemast dein handy sich ins netz eingewählt hat. der ort kann also auf vielleicht 50+x meter begrenzt werden. das wird bei der polizei schon benutzt. außerdem gibt es ja auch noch dienstleister die anbieten mittels dieser methode zu ermitteln wo der freund / in oder ehepartner / in sich gerade aufhalten.

  • Quote

    Original von naked...außerdem gibt es ja auch noch dienstleister die anbieten mittels dieser methode zu ermitteln wo der freund / in oder ehepartner / in sich gerade aufhalten.


    Wo gibt es so einen Dienst?


    Ich weiss, dass es mal einen Fun-Dienst in dieser Richtung gab/gibt, der letztlich aber nur Fake war/ist...


    Es wäre höchstbedenklich, falls so ein Dienst tatsächlich genutzt werden könnte.

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • Okay, imemrhin habe ich dies hier gefunden:


    http://www.inside-handy.de/news/5788.html


    Quote

    ...Auf der Internetseite handyfinder.de, kann man Mobiltelefone über das Internet lokalisieren. Kinder, Lebensgefährten oder Mitarbeiter lassen sich so lokalisieren. Voraussetzung zur Ortung von Personen über das Mobiltelefon ist deren Einverständnis. Diese Zustimmung wird per SMS eingeholt. Der Dienst funktioniert mit Handys der Mobilfunkanbieter E-Plus, o2 und Vodafone...


    Das relativiert das Ganze dann wieder stark!

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • "Diese Zustimmung wird per SMS eingeholt"


    ja, das ist der einzige haken. wenn man aber wirklich will ist das bei einer nahe stehenden person sicher nur eine kleine hürde. irgendwann verfügt man mal über ein paar unbeobachtete minuten zum versenden einer sms.

  • Quote

    Original von naked...wenn man aber wirklich will ist das bei einer nahe stehenden person sicher nur eine kleine hürde. irgendwann verfügt man mal über ein paar unbeobachtete minuten zum versenden einer sms.


    Ist das Handy bzw. die Handynummer denn dann dauerhaft für die Ortung freigeschaltet?

    3.) Gib nie mehr für einen Erwerb aus, als absolut nötig
    16.) Geschäft ist Geschäft (... bis sich ein besseres anbietet)
    218.) Kauf nie ohne zu wissen, was Du kaufst

  • Quote

    Original von Joe
    Frage: Kann man eigentlich Orten von wo ein Handygespraech gefuert wurde? Ist sowas auch schon im Einsatz?


    Das nennt sich Vorratsdatenspeicherung!


    Edith meint Du bist Terrorist!

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

    Edited 2 times, last by dev ().

  • Mal ein Praxisbeispiel zum Thema Vorratsdatenspeicherung:


    Bei meinem letzten Arbeitgeber sind Daten von einem Server gelöscht worden. Verdächtigt wurde ein ehemaliger Mitarbeiter, der kurz zuvor das Unternehmen "verlassen mußte". Es wurde Anzeige gegen unbekannt erstattet, in den Logfiles auf dem Server konnten sogar verdächtige Logins ausgemacht werden. Dummerweise konnte der DSL-Provider keine Aussagen dazu machen, wem die Adresse zu dem fraglichen Zeitpunkt zugeordnet war, die Verbindungsdaten seien schon gelöscht worden, dabei war das noch nicht einmal eine Woche her. Soviel dazu.

  • Quote

    Original von caedmon
    Mal ein Praxisbeispiel zum Thema Vorratsdatenspeicherung:
    ...


    Wie lange ist das her?


    Edith: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

    Edited once, last by dev ().

  • Quote

    Original von caedmon
    Das ist knapp ein Jahr her.


    Also im Sep. war ich noch bei der VDS-Demo, sollte also seit Jahresanfang aktiv sein!


    Wichtiger Termin: http://vimeo.com/5595741

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

    Edited once, last by dev ().

  • Performance-Patch für den Blackberry entpuppt sich als Schnüffelware
    "Im Nachhinein stellte sich nun heraus, dass die verteilte Software eine ganz andere Funktion hatte, berichtet ITP Net: Der in Doha tätige Programmierer Nigel Gourlay analysierte das Programm. Ihm zufolge könnte der Provider damit sämtliche E-Mails mitschneiden, die über das Gerät verschickt werden. Anders als bei Telefonaten und SMS hat der Provider normalerweise keinen Zugriff auf mit dem Blackberry verfasste oder gelesene E-Mails, da deren Transport verschlüsselt über externe Server läuft".


    http://www.heise.de/newsticker…ffelware--/meldung/142198

  • »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Das Verwaltungsgericht München hat eine Klage gegen das automatische Scannen von Autokennzeichen auf den Straßen des Freistaats abgewiesen (Az. M 7 K 08.3052). Die Kammer widersprach der Auffassung des Klägers, des Informatikers Benjamin Erhart, dass die entsprechenden Vorschriften im Bayerischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) zu unbestimmt und überdies unverhältnismäßig seien. Da es zum massenhaften Scanning in Bayern aber noch keinerlei Rechtsprechung gebe, lässt die Kammer bewusst eine Berufung zu. "Es gibt durchaus gute Argumente, auch der anderen, der hier unterlegenen Seite zu folgen", meint das Gericht.

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • Seit heute wurde in unserem Ort schon die blaue Papiertonne "gechipt".


    Ich denke mir ja "nichts" böses bei der Datensammlerei... *ironie aus*


    DAQel

    "Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk."

  • werden die Tonneninhalte auch einzeln abgeholt und 6 Monate gespeichert?

    Das Drehbuch für den Untergang steht fest - es geht nur noch um den Preis für die beste Maske (H. v. Buttlar)

  • ...Du greifst der nicht allzu nahen Zukunft voraus...


    ;D ;D ;D
    DAQel


    By the way - ich frage mich aber doch ernsthaft, was für einen Sinn es macht, die blaue Papiertonne zu chippen und datentechnisch zu verarbeiten, wo ich hier doch der Allgemeinheit einen Rohstoff zur Wiederverwertung zur Verfügung stelle.


    Ich möchte allerdings nicht, auch wenn es nur Papier ist, daß im Rathaus bekannt ist, wie viele Kartons oder Briefe ich im Monat entsorge.


    Irgendwo fängt die Überwachung an, irgendwo hört sie auf - und wenn es jetzt schon in den Müllbereich geht wird es mir langsam aber sicher doch zu viel.


    Denn nicht alles was technisch machbar ist muß auch getan werden. Zumal diese Daten dann bei irgendeinem unausgebildeten Sesselhocker in der Gemeinde landen.

    "Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk."