• Kennt eigentlich jemand von Euch die konkreten Pläne, wie Die Linke sich in Berlin die zukünftige Vermietung der enteigneten Wohnungen vorstellt? Also die Finanzierung und Entschädigungsfrage mal völlig außen vor: Nehmen wir an, viele, viele Wohnungen werden verstaatlicht: Was passiert danach?

    • Werden die Wohnungen umgewidmet in Sozialwohnungen?
    • Wenn ja: müssen die aktuellen Mieter dann ausziehen, um Platz zu machen für Sozialwohnungs-Berechtigte?
    • Werden die aktuellen (angeblich extrem überteuerten) Mieten dann abgesenkt? Wenn ja, auf welches Niveau?
    • Oder bleiben die Mieten, wie sie sind, und die Stadt Berlin verdient sich mit den überteuerten Mieten eine goldene Nase?
    • Wer übernimmt die Verwaltung des Wohnungsbestands? Die aktuellen städtischen Angestellten und Beamten? Oder gibt es dafür einen neuen Verwaltungsapparat? Wie viele Leute? Wo werden die dann wohnen?
    • Wird die Stadt auch die Pflege und Renovierung der enteigneten Wohnungen in die eigene Hand nehmen? Also städtische Handwerker, Reinigungsgesellschaften und Architekturbüros? Oder wird das mehr oder weniger teuer outgesourced?

    Keine Ahnung, ob Die Linke und die Enteignungsbefürworter solche trivialen Fragen schon mal diskutiert oder sogar vorab geklärt haben.

  • Kann man die Immobilienkonzerne überhaupt enteignen zu 40% des Nennwertes ohne dass die pleite sind?

    Ich dachte die seien alle hoch verschuldet. Wenn man da die Hälfte der Substanz und der Basis der Gewinne wegnimmt, was passiert mit den Krediten? Wie reagieren die Gläubiger?

    Oder werden ggf. auch die Gläubiger enteignet? Wer sind die Gläubiger - ich rate mal: Versicherungen, Renten-Versorgungswerke, Städte und Länder, u.a.

  • Enteignet würden doch nur die Aktionäre, die Firma mit Assets und Schulden bliebe, wie sie ist.

    Falls ein Aktionär seine Aktien verpfändet habe sollte, Pech gehabt. Was ist er auch reich.

    Spaß beiseite, ich glaube, das ist wie mit dem AfD Verbot, sie wollen nur laufend drüber reden, um Dumme zu fangen, werden es aber nicht ins Werk setzen.

    Ich glaube, ich kaufe auch ein paar Vonovia wegen des erwarteten Kurshüpfers, wenn die anderen ohne Linke Partei eine Regierung bilden.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Lando: Das wäre eine Spekulation. Ich schätze auch, daß der CDU-Typ Bürgermeister wird, getragen von SPD und Grünen. Die SPD wird wegen der Enteignungsfrage und anderen Dingen nicht mit der Linken koalieren wollen.

    Enteignet werden sollen aber schon die Wohnungen, und nicht die Deutsche Wohnen SE. Deren Kurs ist in den letzten Wochen auf ein Zehnjahrestief gefallen, trotz Garantiedividende durch Vonovia, aktuell 6,3%. Ich vermute auch, die bekommen dann Schwierigkeiten bei der Refinanzierung der Kredite. Erster Google-Treffer, "was wird vergesellschaftet": https://dwenteignen.de/unser-gesetz DW wurde gleich dreimal von Ennismore besprochen in den Monatskommentaren, ich weiß wirklich nicht, was die sich dabei denken, (nicht nur) das läßt einen an denen zweifeln. Sie investieren auch in Defama, deren verlogener CEO mich auf X geblockt hat.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Da ist meine Bemerkung oben Käse, sorry. Das ist ja völlig irre.

    Und das haben die Berliner angeblich in einer Volksabstimmung gewählt? Obwohl sie bereits jede Menge disfunktionale Ämter mit horrendem Krankenstand haben, wollen sie ein weiteres Riesenamt aufmachen, das die Wohnungen verwaltet? Glauben die im Ernst, dass ihre Wasserhähne und Heizungen dann schneller repariert werden und die Mieten sinken?

    Offenbar hat da Putin bereits was ins Trinkwasser gerührt ...

    Aber gut, sollen sie machen, desto schneller ist der kommunistische Spuk vorbei, das kann keine 40 Jahre lang halten wie das letzte Mal.

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    Einmal editiert, zuletzt von Lando (22. September 2026 um 09:13)

  • Und irgendwo stand noch, dass der durchschnittliche QM-Preis von Vonovia bei um die 8 € liegen würde. Das ist alles andere als teuer. In B Städten wie Münster kosten neubezogene Mieteohnungen locker das Doppelte. Bestand im Umland von MS auch 9-10€.

    Wie will man da günstiger werden ohne die Substanz verwahrlosen zu lassen. Investitionen in energetische Massnahmen oder effizientere Heizung vermutlich gar nicht mehr finanzierbar.

    Haben die alle die Schule geschwänzt? So viel Unwissen über grundlegende Zusammenhänge. Gut, dass der Strom aus der Steckdose und das Essen vom Späti kommt. Bis es das mal irgendwann nicht tut.

  • Ich fürchte auch, bei einer Enteignung zu 40-60% des Verkehrswertes, was vielleicht sogar noch deutlicher unter Buchwert liegt (relevant für den Verschuldungsgrad), könnte es eng werden für DW. Und auch Vonovia wird in der Folge heftig getroffen werden. Auch wenn Klagen es verzögern würden, schießen die Refinanzierungskosten zwischenzeitlich in die Höhe. Eine Insolvenz dürfte auch auf die Berliner Banken durchschlagen, aber die wollen sie passenderweise gleich als nächstes enteignen.

    Die Grünen haben doch glaube ich prinzipiell Zustimmung signalisiert? Die Linken wollen es zur Bedingung für eine Koalition machen. Nur die SPD ist dagegen. Aber auch wenn es diesmal anders kommen sollte, kann das bei der nächsten Wahl wieder aufs Tapet kommen. Die Mehrheit scheint in Umfragen zwar dagegen zu sein, aber es gibt eben die erfolgreiche Volksabstimmung von 2021.

    Ohne mich damit beschäftigt zu haben: Die Frage, ob die Bundesregierung wie geplant ein wirksames Gesetz erlassen kann, welches so ein Vorhaben den Ländern verunmöglicht, dürfte auch wieder vor dem Verfassungsgericht landen und wird nicht so eindeutig sein, das wird gut begründet werden müssen. Das verzögert es vielleicht nur.

    Unter diesem Damoklesschwert würde ich die Finger von Vonovia lassen.

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  • Ich glaube nicht, dass da am Ende etwas enteignet wird. Es gibt juristische Hürden (Enteignungen sind nur zum Wohle der Allgemeinheit erlaubt, aber ein paar Mieter sind nicht die Allgemeinheit), der Bund wird vermutlich noch ein entsprechendes Bundesgesetz machen, falls notwendig, es gibt kein Geld, es gibt keine Verwaltung usw.

    Das eigentliche Problem ist, dass in Berlin jetzt natürlich niemand mehr irgendetwas baut. And the Winner is...: Vorläufig ich mit meiner Eigentumswohnung. Die Mieten werden eher steigen.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • witchdream die SED Linke hat doch 40 Jahre Erfahrung mit der Verwaltung von Wohnungen .... und dem sozialistischem Wohnungsmangel.

    Copilot sagt mir aus den Prompt "wie wurden in der DDR die Wohnungen zugeteilt?" folgendes. Da können sich die zukünftigen Mieter in Berlin schon freuen. Aber es gibt auch Tipps, wie man die Wartezeit verkürzen kann [/zynismus]

  • Die Wohnungszuteilung an biodeutsche Steuerzahler ist doch genau, was die Berliner AFD im Programm hatte. Da schließt sich gemäß der Hufeisentheorie der Kreis zwischen links und rechts...

    Dummheit schafft Freizeit!

  • Die Enteignungsstory ist nichts anderes als linkspopulistisches Wahlkamnpfgewäsch.

    Schaut man sich das Pamphlet der Linken einmal genauer an, zerfällt deren "geniale" Idee schnell zu Staub.

    1) Die einzige Begründung für die Enteignung ist der Versuch einen als ungerecht empfundenen "Übergewinn", der in einer kurzen Marktphase entstanden ist, abzuschöpfen. Diese alleinige Begründung gibt das Grundgesetz aber nicht her. Zudem könnte man den per Enteignung (zu einem willkürlich zu niedrig angesetzten Wert!) erbeuteten Übergewinn ja nur dann "ernten", wenn man die Wohnungen anschließend zum Markwert an den Meistbietenden Verscherbelt. Aber das ist ja offensichtlich nicht vorgesehen. Der Gewinn aius dem Raubzug bleibt damit lediglich virtuell.

    2) DIe Marktphase für die Ermittlung des Übergewinns ist willkürlich gewählt. Ausgehend vom einem zyklischen Tief im Immobilienmarkt bis zu einem zyklischen Hoch. Die Preisentwickliung vor dem gewählten Startpunkt war jedoch über viele Jahre ziemlich grottig. Und auch nach dem Hochpunkt 2023 sind die Preise schon wieder 15 bis 20 % zurückgekommen. Die behauptete Vier-bis Versechsfachung ist ein reiner Phantasiewert. Viielleicht findet sich - wenn man nur lange genug sucht - ein einzelnes Objekt, auf das diese Preisentwicklung zutrifft, aber ganz sicher gilt das nicht für die Breite des Marktes, und schon gar nicht für die eher einfachen Immobilienstandorte, in den die großen Wohnungsbaugesellschaften ihre Wohnungen besitzen.

    3) Bei Wohnungen in großen Mehrfamilienhausanlagen machen die Bodenpreise nur einen relativ kleinen Teil des Gesamtwertes aus. Zudem sollen für den Gebäudeanteil sogar die Wiederbeschaffungswerte angesetzt werden. Letzteres wiederum würde kein Käufer am freien Markt für eine betagte Wohnung bezahlen. Die erwarteten "Gewinne" aus der Enteignungaktion dürften sich damit nicht einmal auf dem Papier einstellen.

    4) Die Enteignung schafft keinen einzigen Quadratmeter neuen Wohnraum. Wo ist also der Nutzen für die Allgemeinheit?

    5) Wie sollen die Mietervon der Aktion profitieren? Will man die Mieten senken oder nur einfrieren? Was sind die Konsequenzen? Die Wohnungsbaugesellschaften verdienen ja aktuell keine goldenen Berge, wenn sie regelmäßig die Mieten maßvoll innerhalb der gestzlichen Rahmenbedingungen nach oben anpassen: Hält man die Mieten der nunmehr staatlichen Wonungen spürbar unter dem Marktpreis, wird man ziemlich schnell in die Verlustzone rutschen - auf Kosten der Allgemeinheit! Wo das endet, hat man seinerzeit bei der gewerkschaftlichen "Neuen Heimat" gesehen. Da wollte man aus lauter Verzweiflung den gesamten Bestand ( es waren glaube ich 200.000 Wohnungen) für eine D-Mark an einen Bäcker verkaufen.

    6) Die Enteignung, sollte sie jemals stattfinden, wird gerichtlich überprüft werden. Dann wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit allerspätestens beim Bundesverfassungsgericht kassiert werden. Selbst wenn nicht, würde die rein willkürliche Entschädigungsregelung sicher nach oben angepasst werden.

    Fazit: Ein Sturm im Wasserglas!

  • Man kann der Linken Partei (vormals SED) durchaus rationales Handeln bescheinigen: Durch ihr Enteignungs-Geschwätz sichert sie, dass in Berlin in der kommenden Wahlperiode kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird und das Thema Mietwucher ihr auch bei der nächsten Wahl neue Stimmen bringen wird.

    • 4 EL Limonensaft, 2 EL Zucker, 1 EL Fischsoße, 2 Knoblauchzehen, 1 Vogelaugenchili, Pfeffer
    • Britannia ruled the waves and America waives the rules
  • (vormals SED)

    Hmm, nach 36 Jahren noch immer so gestrig?

    P.S.

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    Ich hab die nicht gewählt und finde diese Enteignung auch bescheuert. Statt dessen sollte man bauen, um das Wohnungsproblem zu beseitigen.

    Dennoch kann ich dieses Argument nicht mehr hören.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

    Einmal editiert, zuletzt von dev (22. September 2026 um 13:48)

  • Traditionell haben Gesellschaften es bisher immer vermieden, die Jungspunde ans Steuer zu lassen. Weil, die können weder auf ihren Zuckerkonsum noch auf ihren Bildschirmkonsum achten, Maßhalten beim Alkohol ist auch schwierig, aber hey, lasst sie alle wählen, was soll da schon schiefgehen ...

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Hmm, nach 36 Jahren noch immer so gestrig?

    Offenbar. Dass die alten Konzepte (Enteignung, Russlandhörigkeit, Antisemitismus), mit denen ein Staat schon einmal vor die Wand gefahren wurden, nun von jüngeren Leuten vertreten werden, macht die Sache nur noch bizarrer.

    • 4 EL Limonensaft, 2 EL Zucker, 1 EL Fischsoße, 2 Knoblauchzehen, 1 Vogelaugenchili, Pfeffer
    • Britannia ruled the waves and America waives the rules
  • Hmm, nach 36 Jahren noch immer so gestrig?

    Ich hab die nicht gewählt und finde diese Enteignung auch bescheuert. Statt dessen sollte man bauen, um das Wohnungsproblem zu beseitigen.

    Dennoch kann ich dieses Argument nicht mehr hören.

    Der letzte SED-Vorsitzende, Gregor Gysi, war immerhin am Wahlabend im TV und wurde auch zum Therma Enteignung in Berlin interviewt. Seine Empfehlung war, die Bevölkerung nochmal - diesmal dann aber verbindlich... - über das Thema abstimmen zu lassen. So richtig distanzieren wollte er sich nicht von der Idee - er hofft wohl eher, dass die zweite Volksabstimmung scheitert.

  • Da kann man nur kotzen, wenn einem 8 Tage der letzten ~36 Jahre vorgeworfen werden.

    Wahnsinn, das ich das verteidige!

    ... aber genau das ist das Problem!

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

  • dev ich stimme dir zu. Ich konnte es lange Zeit auch nicht mehr hören. Was mich wundert/ärgert ist, dass die jüngeren bei den Linken, die sich nicht mehr an die SED erinnern bzw. sie nie erlebt haben, deren sozialistischen Methoden wieder aufleben lassen.
    In der DDR wurde hinter Gittern in dem größten Freilandgehege das Experiment Sozialismus ausführlich unter Realbedingungen getestet. 40 Jahre, also eine ganze Generation, halte ich für ausreichend lange, um beurteilen zu können, dass das Experiment gescheitert ist (nicht alles, aber sehr viel). Wenn man aus dieser Erfahrung nichts lernt, war das ganze Opfer der (Zwangs-)Beteiligten vergeblich (aber nicht umsonst, denn viele Betroffene mussten teuer bezahlen). Wegen der mangelnden Lernfähigkeit und der leichten Vergesslichkeit musste ich einfach das noch vor 30 Jahren vorhanden Wissen wieder auffrischen und an die SED erinnern. Ging leider nicht anders.

    Und bevor jemand mit dem whataboutism "ja, aber der Kapitalismus ist auch böse" kommt: dem stimme ich auch zu. Ich halte trotzdem marktwirtschaftliche Prinzipien verbunden mit Rechtsstaatlichkeit und einer größtmöglichen Chancengleichheit (das ist nicht das selbe wie Gleichheit. Es gibt keine Gleichheit und das ist auch gut so) für das beste aller schlechten Wirtschaftssystemen.