Der mit dem Bär tanzt...

  • Gibt es die ersten Anzeichen, dass wir jetzt, Anfang 2008, in einen Bärenmarkt einlaufen?


    Der DAX hat sich dreimal an der 8000er Marke versucht, und ist jedesmal abgeprallt. Für den Dow gilt ähnliches an der 14000er Marke. Wir haben einen der schwächsten Jahresanfänge in den letzten 5 Jahren. Die Smallcaps proben den gemeinsamen Untergang, trotz günstiger Bewertungen geht es weiter nach unten. Das Gespenst der Inflation geht um und der Goldpreis ist auf einem ATH.


    Die Textbuchtheorie sagt, das Bärenmärkte nicht mit einem Knall starten, sondern mit einer "Congestion" am Top. Sie dauern 12-24 Monate mit einem Mittelwert von 18 Monaten. In den ersten beiden Dritteln taucht 1/3 des Wertverlustes auf, im letzten Drittel die anderen beiden Drittel (Die 2/3-1/3 Regel). Ein Bärenmarkt endet mit einem "V", einem kurzen Durchsacken bis zum endgültigem Tief und einem vehementen Aufstieg danach.


    Alles richtig oder alles falsch? Sind wir soweit? Was spricht dafür, was dagegen? Rettet uns die Fed?


    Was ist zu tun (außer Gold kaufen)?


    Edit:typo

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

    Edited once, last by nixda ().

  • Hallo nixda,


    gute Frage!
    Wenn man sich den SDAX ansieht, könnte man die Hoffnung haben, das erste Drittel läge hinter uns.
    Dann läge die Zielzone für den Index nach deiner Formel immer noch < 0, was mir hinreichend vorsichtig erscheint. ;)



    Mein Eindruck ist, dass die Zeiträume, die die Börse für Anpassungen braucht, sich ständig verkürzen. Deshalb könnte ich mir auch eine verkürzte Baisse vorstellen.

  • Quote

    Original von nixda
    Gibt es die ersten Anzeichen, dass wir jetzt, Anfang 2008, in einen Bärenmarkt einlaufen?


    ...


    Was ist zu tun (außer Gold kaufen)?


    Erste Frage: ja. Rezession in den USA ist sicher, allerdings weiß ich nicht wie tief und wie lang (woher auch). Und die USA haben nach wie vor großen Einfluß auf die Weltwirtschaft, trotz allem Geunke, vor allem psychologisch.


    Kurse Gesamtmarkt in DE fallen ja bereits und werden weiter fallen.


    Was tun? Strengstens SL beachten, Kapitalerhalt geht vor und shorten.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Quote

    Original von Herakles
    Nach meiner Rechnung steht der Sdax dann noch knapp über 1000, nicht unter 1000.


    *g* ich hoffe mal nicht dass die Prognose eintritt...


    Ich persönlich denke (und hoffe), dass es sich um eine kleine normale und gute Abkühlung der Wirtschaft handelt. Ein Szenario wie 1990 wäre optimal.



    Gegen einen Bärenmarkt spricht, dass im Moment die Stimmung ziemlich mies ist. Das Bull/Bear Barometer schlägt eindeutig in Richtung Bearmarket. Wenn mich Leute anrufen und fragen, was sie jetzt mit Ihren Aktien machen sollen - die sich sonst überhaupt nicht daran kümmen ist das eigentlich ein gutes Zeichen.


    Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir unter großem Getöse seitwärts laufen.


    Es muss ja nicht immer ein Jahrhunderteinsturz wie 2002/03 sein.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Quote

    Gibt es die ersten Anzeichen, dass wir jetzt, Anfang 2008, in einen Bärenmarkt einlaufen?


    m.E. stecken wir schon mitten drin, in der Baisse. Das Ausmass der Baisse wird nur kaschiert durch ein paar Indexschwergewichte in DAX und TecDAX. Diese beiden Indices sehen dadurch noch einigermassen "gesund" aus, obwohl die Mehrhait der DAX- und TecDAX-Aktien bereits massiv verloren hat.


    Nur als Schlaglicht: Mittlerer Kursrückgang seit Ende Juni 2007 (gemessen als Median der jeweiligen Indexaktien):


    DAX -7%
    MDAX -19%
    SDAX -25%
    TecDAX -12%
    sonstige im CDAX Prime: -15%
    CDAX Prime insgesamt: -16%


    CDAX General Index: -10%
    Sonstige: -11%


    Wenn das keine Baisse ist, fress ich nen Besen. Zumindestens in jeder empirischen Untersuchung würde so ein Einbruch des Gesamtmarkts als Baisse gewertet.

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Ferner hageln seit kurzem täglich die Gewinnwarnungen mit den passenden 20%-Kurseinbrüchen rein. Heute Bijou Brigitte und Praktiker. Auch nach vorher bereits 50% und mehr Kursverlust geht es weiter erdrutschartig in den Keller.


    Wohl dem, der sich schon vor einiger Zeit Kaufkandidaten und -Kurse zurechtgelegt hat. Da war ich leider zu faul bzw. habe das noch für die derzeit unpassende Strategie gemacht. Nur Sixt zu 20 EUR habe ich noch im Kopf... Und natürlich meinen Fleischverpacker für 8 EUR.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Quote

    Original von Herakles
    Wohl dem, der sich schon vor einiger Zeit Kaufkandidaten und -Kurse zurechtgelegt hat. Da war ich leider zu faul bzw. habe das noch für die derzeit unpassende Strategie gemacht. Nur Sixt zu 20 EUR habe ich noch im Kopf... Und natürlich meinen Fleischverpacker für 8 EUR.


    Wieso wohl dem???


    Du kannst doch im Moment fast alle kleineren Werte zu Tiefstkursen einsammeln...

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  • Da wär ich noch ein bißchen vorsichtig mit dem Sammeln, daß die jetzt kerzenmäßig wieder davonlaufen, die Gefahr besteht wohl eher weniger.


    Börse soll doch vorwegnehmen - was das Jahr bringen wird für die realen Geschäfte, zeichnet sich doch in Umrissen bereits ab: Ende des Gewinnwachstums, höhere Lohnforderungen, bald höhere Beiträge (Krankenkasse), höhere Energie- und noch steigende Rohstoffkosten, höhere Zinsen, das alles bei Druck auf die Preise wegen Kontraktion. Die Werte fallen heute, weil sie in zwei bis drei Qs schlechtere Zahlen liefern werden.


    Das gibt jetzt keine jahrelange Baisse/Tristesse, aber 2 Quartale mag es schon drücken.

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    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Ich habe da zwar keine statistischen Daten, meine dumpfe Erinnerung sagt mir aber, das nachrichtenlose = baissegeschuldete Kursrückgänge meist eine Bodenbildung über etliche Monate (ideal mit dem berühmten Doppelboden) benötigen (das ist dann das W), während V-förmige Kurserholungen eher nach konkreten Einzel-Nachrichten (war ja doch nicht so schlimm) stattfinden.


    Derzeit fallen leider viele Aktien unter das Novembertief, also nix Doppelboden. Da bleibt noch Zeit zu Sammeln.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Noch was, allgemeine Börsenweisheit:


    Einerseits ist oft schnelles Handeln nötig, um Verluste zu begrenzen oder Kaufgelegenheiten zu nutzen. Andererseits führt Aktionismus selten zum Erfolg. Zwischen den beiden Polen klemme ich noch oft. Als Privatier wäre das einfacher.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Den Vorteil eines Privatiers sehe ich hier auch nicht. Irgendwann muss jeder in den sauren Apfel beißen und gegen sein Bauchgefühl kaufen - Privatier hin oder her. Einzige Alternative: Auf die nächste Hausse warten und den Kursen hinterherlaufen.


    (Edit: Falsch. Weitere Alternative: Voll investiert durch die Baisse tauchen.)


    Kleine Entscheidungshilfe: Die Kurse sind heute niedriger als vor sechs Monaten.

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

    Edited once, last by witchdream ().

  • Eine kleine Liste mit Kaufkursen habe ich schon.
    Vieles müsste aber noch fallen.
    Einige Aktien werde ich halten auf Biegen und Brechen um
    bei niedrigeren Kursen nachzukaufen.
    Das Problem ist also gleich.
    Niemand kennt die Tifstkurse.
    Je näher dran umso besser.

  • Quote

    Eine kleine Liste mit Kaufkursen habe ich schon.


    Sollten wir uns wirklich am Anfang eines Baerenmarktes befinden, dass duerfte das zu frueh sein. Deutlich zu frueh sogar.


    Ich habe mit heute mal einen Short-Zertifikat auf den Russel2000 ins Depot gelegt.

  • pantarhei :


    Die SDAX-Kurve koennte vielleicht schon den ganzen Baeren zeigen: In 4 Monaten 500 Punkte verloren, in den folgenden 2 noch einmal 1000. Zumindest das Chartbild stimmt schon einmal, wenn auch nur ein weing zu kurz. Vielleicht kommt doch noch etwas...


    Das Baerenmaerkte allerdings eine fraktale Selbstaehnlickeit besitzen, hat wohl nicht einmal Mandelbrot behauptet.

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

    Edited once, last by nixda ().

  • Hallo nixda,


    die Baisse wird schon 18-24 Monate dauern. Vor uns liegt noch eine recht gute Berichtssaison mit dann schon durch die gesenkten Konjunkturprognosen verhalteneren Ausblicken. Im Moment kaufen die Firmeninsider kräftig Aktien, da der Konjunkturabschwung noch nicht bei den Unternehmen angekommen ist.


    Bis von schwächeren Auftragseingängen, Prognosesenkungen, Abstufungen und Gewinnwarnungen alles in die Statistiken eingearbeitet ist, braucht es seine Zeit.


    Die amerikanische Wirtschaft wird auf lange Sicht Sorgen machen. Die Abkopplung der Weltwirtschaft von den USA wird sich beschleunigen, und das wird nicht schmerzfrei ablaufen. Je beharrlicher die Finanzwelt die USA als den Nabel der Welt betrachtet, desto ausgeprägtere Unterbewertungen werden wir sehen.


    Sorry, der Blick in die Glaskugel ist eigentlich nicht meine Sache.

  • Natürlich ist es zu früh.
    Eine Liste kann man immer machen,die Kauf-Kurse sind auch
    eingetragen.
    Die Kaufkurse sind aber noch nicht vorhanden.
    Die Kaufkurse müssen auch je nach Lage angepasst werden.
    Also ich stimme euch zu.