Wo noch so überwacht wird...

  • ...wußte zumindest ich bisher noch nicht:


    14.02.2008 17:22


    EU-Kommission kritisiert Wasserzeichen auf Farblaser-Ausdrucken
    EU-Justizkommissar Franco Frattini sieht die mysteriösen Punktmarkierungen auf Ausdrucken von Farblaserdruckern verschiedener Hersteller wie Canon oder Xerox skeptisch. Er kenne zwar kein spezielles Gesetz, gegen das die Wasserzeichen verstoßen würden, erklärte er auf Anfrage des finnischen EU-Abgeordneten Satu Hassi von den Grünen in einer schriftlichen Stellungnahme. Sollten sich jedoch individuelle Nutzer durch das ausgedruckte oder kopierte Material identifizieren lassen, könnte eine solche Datenverarbeitung "fundamentale Menschenrechte" sowie bestehende Datenschutzregeln verletzen.


    Der Electronic Frontier Foundation (EFF) war es bereits 2005 nach eigenen Angaben gelungen, die Punkte auf den Farbausdrucken zu entschlüsseln. Demnach ergeben sich daraus Datum und Uhrzeit des Ausdrucks sowie die Seriennummer des Druckers. Den Bürgerrechtlern zufolge werden die Codes auf Veranlassung des US-amerikanischen Secret Service angebracht, um den Ursprung von Fälschungen ermitteln zu können. Die EFF würde daher nun auch gern wissen, inwieweit die EU Druck auf den Verbündeten ausübe, die geheimen Abmachungen mit den Druckerherstellern zu ändern, oder ob sie in die Geheimnisse der Entschlüsselung eingeweiht worden sei. Neugierig ist die Organisation ferner, ob eventuell auch andere Regierungen die Ausdrucke ihrer Bürger kontrollieren können und um welche Staaten es sich dabei handle. (Stefan Krempl) / (vbr/c't)

    "Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk."

  • Ja doch das haben die mit so gelben Punkten gemacht - ganz schön krass.


    Wo wir gerade beim Thema sind - die meisten wissen nicht, dass Skype wirklich "böse" ist:


    http://www.heise.de/newsticker…newsticker/meldung/84955/


    Soweit mein wissensstand ist, wird die eindeutige Seriennummer des Mainboards - irgendwo im Internet abgeliefert. Mit der könnte man dann - sollte man das Mainboard - oder den Rechner irgendwo per EC Karte gekauft haben - eindeutig zurückverfolgen - wer Skype nutzt.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Ist aber schon mehrere Jahre bekannt!


    http://de.wikipedia.org/wiki/Machine_Identification_Code

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Wenn man wirklich irgendetwas "krummes" machen will, nimmt man am besten neue Hardware, bezahlt dies Bar, und geht damit nicht online. Deshalb wird das ganze auch nur bei den Dümmsten aller denkbaren Verbrecher helfen, stärkt aber trotzdem die flächendeckende staatliche Überwachungsmöglichkeit erheblich.


    Solange wir in einem demokratischen Regime leben, mag das und Schäubles Bundestrojaner harmlos erscheinen. Was wäre diese Überwachungsinfrastruktur in den Händen der Nazis oder der Stasi Wert gewesen?

  • Quote

    Original von nixda
    ...
    Solange wir in einem demokratischen Regime leben, mag das und Schäubles Bundestrojaner harmlos erscheinen. Was wäre diese Überwachungsinfrastruktur in den Händen der Nazis oder der Stasi Wert gewesen?


    Ach ja?! Dieses demokratische Deutschland ist schon weiter als es die Stasi jemals war!


    - Sie benötigen viel weniger Personal um Profile erstellen zu können!
    - Rasterscan der gesamten Bevölkerung möglich

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Was mir da viel mehr Sorgen bereitet ist, dass die Engländer und die Amis - als eigentlich extrem freiheitsbetonte Völker das ganze in keinster Weise schlecht finden.
    In England gibt es so viele Kameras - das ist der Hammer!!!


    Und zu Nixda: Du hast völlig Recht. "richtige" Terroristen werden immer das Geld haben - um sich Know How zu kaufen. Und mit ein bisschen Know how - lässt sich schon extrem viel umgehen.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • ...der nächste Schritt zum totalen Überwachungsstatt, dieses Mal müssen angeblich die Hooligans zur Einführung herhalten:


    15.02.2008 20:20


    Sächsische Polizei testet "fliegendes Auge" für die Beweissicherung
    Die sächsische Landespolizei hat am heutigen Freitag mit dem Test eines Quadcopters begonnen, der aus einer Höhe von etwa 50 Metern die Beweissicherung am Boden unterstützen soll. Das von der Kreuztaler Firma Microdrones gelieferte 65.000 Euro teure Gerät wird in Sachsen "SensoCopter" genannt. Es soll ein Jahr lang in wechselnden Ausstattungsvarianten (Videokamera, hochauflösende Fotokamera und andere Geräte) unter verschiedenen Einsatzbedingungen getestet werden. Bewährt sich das System bei der Erstellung von Lagebildern in Echtzeit und vor allem bei der Identifizierung von Fußball-Hooligans, will der Freistaat weitere Exemplare der nahezu lautlos (unter 63 dBA) fliegenden Geräte ordern.


    Quadcopter, auch Überwachungsdrohnen, "Unmanned Aerial Vehicle" (UAV), Luftnägel oder "fliegende Augen" genannt, sind en vogue. Hacker spielen mit selbstgebauten Modellen herum, die Sicherheitsforscher nutzen sie zur Vorfeldaufklärung. Nach einer Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gisela Piltz (FDP) gab das Bundesinnenministerium bekannt, dass die Bundespolizei bereits zwei Quadcopter testet. Nun startet die Landespolizei Sachsen ihren SensoCopter-Feldversuch. Bereits auf dem europäischen Polizeikongress hatte der sächsische Innenminister Alfred Buttolo in der Runde erklärt, dass Sachsen mehr Probleme mit Fußball-Hooligans denn mit seinen Landesgrenzen habe. Zum Start des Feldversuchs wurde darum in der Lokalpresse der sächsische Landespolizeipräsident Bernd Mebitz zitiert, der den Hooligans bestens dokumentiert auf der Spur bleiben will: "Unbekannte Gewalttäter werden wir auf Litfaßsäulen heften."


    Während sich der SensorCopter vor der zahlreich erschienenen Presse in den kalten Februarhimmel schraubte, wurde eine Erklärung von Innenminister Buttolo verteilt, der auf dem benachbarten Flughafen Dresden festsaß und auf seinen Hubschrauber warten musste: "Der Bürger erwartet vom demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich eine wirksame Verfolgung und Ahndung von Straftätern. Voraussetzung dafür ist eine ordentliche Beweisführung." In Abwesenheit des Ministers übernahm Jürgen Scherf, Pressesprecher der Landespolizeidirektion die Erklärung des Systems: "Niemand muss Angst haben, dass dieses Gerät durch die Straßen fliegt und in seine Fenster schaut. Es untersteht direkt dem Einsatzführer und wird nur zur Beweissicherung benutzt. Es ist eine fliegende Dokumentationskamera, die die Arbeit der Kollegen vor Ort unterstützt, mehr nicht."


    Während Scherf aus "einsatztaktischen Gründen" keine technischen Details nennen wollte, waren die Techniker der Lieferfirma Microdrones aufgeschlossener. Sie zeigten Bilder der herkömmlichen Videokamera in PAL-Auflösung, aber auch solche, die zuvor mit einer 10-Megapixel-Kamera aufgenommen wurden. Aus 50 Metern Höhe waren die Gesichter des auf den Minister wartenden Trüppchens von Journalisten und Polizisten gestochen scharf zu sehen. Auch Kfz-Kennzeichen konnten identifiziert werden. "Mauersteingenau" nannte Thorsten Kanand von Microdrones das Auflösungsvermögen, während unter den Journalisten Diskussionen darüber begannen, ob Hooligans die Drohne beschädigen könnten. "Das schafft kein Hool und wenn, dann hat er eine Waffe benutzt, die ihm gleich eine Verhaftung einbringen könnte", war die Antwort. Ob das stimmt, dürfte bald die Praxis zeigen: Neben dem Test der sächsischen Landespolizei soll eine größere Zahl von fliegenden Augen dabei helfen, dass die Fußball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich ein friedliches Fest bleibt.


    Bedenken der Datenschützer kamen bei der Vorführung in Dresden nicht zur Sprache. Sie monieren, dass die nahezu lautlosen Fluggeräte zu einer heimlichen Überwachung führen können und fordern, dass Quadcopter nur zur Verkehrsüberwachung oder bei konkreten Bedrohungslagen wie zum Beispiel einer Geiselnahme eingesetzt werden dürfen. Weit abseits des Polizeigeländes demonstrierte vor dem Zaun unterdessen eine kleine Gruppe von Autonomen gegen die "neue Qualität des Überwachungsstaates". (Detlef Borchers) / (pmz/c't)


    Nun wird also nicht nur überwacht, welche Kontobewegungen ich mache (was völlig ok ist), sondern auch wohin ich fahre, wann ich bei einem Fußballspiel bin, was ich ausdrucke, wohin ich reise, wem ich eine Mail schreibe oder mit wem ich telefoniere (Vorratsdatenspeicherung) usw. - ich glaube die Stasi hätte weniger über mich in Erfahrung bringen können.


    DAQel

    "Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk."