Französische Aktien

  • Welcher Broker ist das?


    Ich erinnere mich ganz grob an einen ähnlichen Fall von einem Freund (ich glaube der Broker war DAB). Er hat dann beim Broker und der BAFIN nachgefragt auf welcher rechtlichen Grundlage der Broker in Deutschland die französische Finanztransaktionssteuer einbehält. Außerdem konnte der Broker nicht nachweisen, dass er die erhobene Steuer an Frankreich abführt. Ganz bekomme ich den Fall nicht mehr zusammen ...

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Die letzten Wochen mussten Französische Nebenwerte teilweise ganz schön Federn lassen. Dar CAC 90 Small z.B. ist -15% im Minus dieses Jahr im Vergleich zum SDAX mit -7,5%.


    EIn paar Titel auf meiner extended Watchlist sehen aktuell soptisch ehr billig aus, z.B. Maisons France and Guillin.


    Mir ist nicht klar, warum Frankreich aktuell so viel schlechter sein sollte. Allein schon durch die anstehende Senkung des Steuersatzes für Unternehmen wird die nächsten Jahre mehr Gewinn hängen bleiben:


    https://home.kpmg.com/xx/en/ho…n-newly-enacted-laws.html


    Quote
    • In 2018, the 28% rate of corporate income tax will apply for amounts of taxable profit up to €500,000 and a corporate income tax rate of 33⅓% will apply for amounts of profit above €500,000.
    • For financial years opened as from 1 January 2019, the standard rate of corporate income tax will be reduced to 31%, with the first €500,000 of profit being still subject to the 28% rate.
    • For financial years opened as from 1 January 2020, the 28% rate of corporate income tax will become the new “ordinary rate” (for all profits).
    • For financial years opened as from 1 January 2021, the ordinary rate of corporate income tax will be reduced to 26.5%.
    • For financial years opened as from 1 January 2022, the ordinary rate of corporate income tax will be reduced to 25%.
  • Vielleicht Selling on good news. Frz. Nebenwerte sind in den letzten Jahren sehr gut gelaufen.

    Bei Guillin spielt neben hohen Rohstoffkosten wohl noch rein, dass sie sich mit verschärften Umweltauflagen für Plastik auseinandersetzen müssen.

    "I am not buying anything right now. I am mainly looking out the window." (Jim Rogers, Feb. 2012)

  • Einige aufmunternde Worte zu Guillin im aktuellen Monatsbericht zweier Fonds von Amiral Gestion:

    Groupe Guillin got hammered in September, falling nearly 18%. This manufacturer of thermoformed plastic containers has been hit by sharp increases in input prices, as these oil-derivatives have risen steadily with oil prices. Although the company has raised its own prices, the delayed impact of this has put a dent in margins near term. Longer term, we do not think these trends are particularly worrying, as the company has come through several oil-price cycles. What’s more, the media and regulatory environment are weighing on sentiment, as there is currently much talk of the oceans polluted with plastic waste. This topic is more complex than it appears, and EU directives that favour the circular economy are sensible measures. Moreover, Groupe Guillin has signed a partnership agreement with the Paprec group, France’s leading recycler, with a view to producing items that are easier for recycling centres to treat. These moves reflect both the company’s leadership in these areas, indispensable for an improvement in the perception of plastic, a material that has many advantages relative to potential substitutes such as cardboard, glass or Aluminium.


    Wen es interessiert, zu Maisons France gibt es einen älteren Kommentar von Ennismore (aus 2012, Aktie dort nicht mehr im Portfolio):

    http://www.ennismorefunds.com/…/NL%20OEIC%20Nov%2012.pdf



  • Guillin hat gestern Ergebnisse gemeldet:


    https://www.worldreginfo.com/c…99524AC0F86&id_language=6


    Gewinn ging um knapp 15% zurück v.a. wg. höherer Rohstoffpreise, Umsatz stabil.


    Vor kurzem haben sie angekündigt einen Papier/Karton Verpackungshersteller zu übernehmen:


    https://www.worldreginfo.com/c…0925205FA77&id_language=6


    Strategisch nicht ganz blöd finde ich.

  • DOM Security wird ja in SFPI "aufgesogen", Verhältnis Aktien 20:1.

    Aktuell in Mr. Market nicht ganz effizient:

    DOM gibt es zu 53€ /20 = 2,65 €

    Für SFPI muss man 2,95 zahlen.

    Ich hatte einige DOM zu 51€ zugekauft.

  • Verschmelzung von DOM auf SFPI per 23.11.18 (rückwirkend zum 01.01.2018) Genehmigungen liegen vor, Aktienkurse kommen in Bewegung.

    Deepl übersetzt:

    GROUPE SFPI und DOM SECURITY geben bekannt, dass ihre jeweiligen Verwaltungsräte am 16. November 2018 den endgültigen Abschluss der Fusion durch Aufnahme von DOM SECURITY durch GROUPE SFPI, die zuvor mit großer Mehrheit von ihren Hauptversammlungen vom 13. November 2018 auf der Grundlage eines Umtauschverhältnisses von 20 GROUPE SFPI-Aktien für 1 DOM SECURITY-Aktie genehmigt worden war, zur Kenntnis genommen haben.

    Die Fusionsaufnahme, die zur Auflösung ohne Liquidation von DOM SECURITY führt, ist am 16. November 2018 mit Wirkung zum Ende der oben genannten Verwaltungsräte von DOM SECURITY und GROUPE SFPI erfolgt. Sie wird am 23. November 2018 bei Euroclear Frankreich erfasst. Die Verschmelzungsaufnahme erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2018 für bilanzielle und steuerliche Zwecke.

    Die neuen GROUPE SFPI-Aktien werden ab dem 21. November 2018 im Segment B von Euronext Paris unter dem ISIN-Code FR0004155000 zum Handel zugelassen. Das Delisting von Euronext Paris, als DOM SECURITY-Aktien, wurde am 20. November 2018 nach Börsenschluss eingestellt.

    Die GROUPE SFPI plant, die im Rahmen der Fusionsaufnahme von DOM SECURITY bis zum 31. Dezember 2018 erhaltenen Beteiligungen bestimmter Tochtergesellschaften in ihre Tochtergesellschaft DOM PARTICIPATIONS einzubringen, um die funktionale Organisation der DOM SECURITY-Gruppe neu zu gestalten.

    GROUPE SFPI begrüßt den Abschluss der oben genannten Operationen, der zur Vereinheitlichung und Vereinfachung der Konzernstruktur beiträgt.


    Original:

    https://www.euronext.com/fr/cp…urity-par-groupe-sfpi-le-

  • Auf W O hat User El_Matador über eine Firmenpresentation von Thermador geschrieben:


    Thermador Groupe

    * Praesentation von PDG Guillaume Robin. Am Messestand konnte ich mit ihm noch ein sehr angenehmes persoenliches Gespraech fuehren. * Thermador ist eine Holdinggesellschaft mit 14 operativen Unternehmen, ein Grosshaendler von Produkten fuer den Gas-, Wasser-, Heizungs- und Sanitaerbereich (also Pumpen, Ventile, Kompressoren, Lueftungen, Gas- und Sanitaermaterial, …), der zwischen den Produzenten und kleineren Grosshaendlern angesiedelt ist. Holding und operative Gesellschaften sind in einem Industriepark 25 km oestlich von Lyon angesiedelt.

    * 90% des Umsatzes werden in Frankreich gemacht. Die internationale Expansion wird sehr behutsam vorangetrieben.

    * Gruendung durch Guy Vincent im Jahr 1968, mit dem Geschaeftszweck des Imports und der Distribution von Heizungs- und Sanitaermaterial in Frankreich. Der Gruender hat aktuell noch 5.3% des Aktienkapitals.

    * Boersengang 1987 bereinigt zu heutigem Kurs zu 2.99€ (aktuell 42.50€).

    * Kennziffern (2017): - Umsatz 271.6 M€, +17.4% Y/Y wie berichtet, +10.3% Y/Y auf vergleichbarem Perimeter - Operativer Gewinn 37.7 M€ (13.9%), +18.7% Y/Y wie berichtet - Nettogewinn 26.2 M€ (9.7%) - Eigenkapital 189.7 M€ (Quote 64%) - Vorraete 102.9 M€ - Verschuldung 30.8 M€ - Liquiditaet 28.6 M€ - Marktkapitalisierung aktuell 387 M€ - KGV 2017 bezogen auf den aktuellen Kurs 14.8 - 439 Mitarbeiter (7 in der Holding)

    * Im Geschaeftsbericht sind die Kennziffern ueber einen 10-Jahreszeitraum tabellarisch und grafisch dargestellt, schoen stetig LuRo-foermig.

    * Die Vorraete sind fuer ungefaehr 6 Monate Geschaeft ausgelegt, weshalb das Unternehmen auch in kritischen Monaten (z.B. waehrend der Sommerferien) immer lieferfaehig ist. Neumodische Leute wuerden darueber vielleicht die Nase ruempfen, aber die wissen schon, weshalb sie das so machen. Robin hat das in seinem Vortrag erlaeutert.

    * Das Unternehmen ist Eigentuemer seiner Immobilien (Bueros, Lager), was sich fuer sie als beste Loesung herausgestellt hat. Dieser Teil wird im Geschaeftsbericht ebenso uebersichtlich behandelt.

    * In 2017 wurden 5 Akquisitionen getaetigt. In 2018 ging es weiter. Die letzte wurde erst im Oktober angekuendigt und duerfte den Umsatz naechstes Jahr kraeftig anschieben (35.3 M€ in 2017 mit 92 Mitarbeitern).

    * 369 Mitarbeiter halten 4.1% des Aktienkapitals. Robin sowie ein weiterer langjaehriger Geschaeftsfuehrer einer wichtigen Tochtergesellschaft haben jeweils 0.5% der Aktien. Die Interessen mit individuellen Aktionaeren sind also identisch. Eine hohe Identifikation und Motivation der Mitarbeiter zieht sich wie ein roter Faden durch die Darstellungen und den Vortrag, was auf mich authentisch wirkte.

    * Die Wertentwicklung mit reinvestierten Dividenden in den letzten 17 Jahren betraegt nach Firmenangaben +14.8% p.a.

    * Die Rendite der letzten Dividende bezogen auf den aktuellen Aktienkurs betraegt splitbereinigt 4.0% mit einer Ausschuettungsquote von 59%.

    * Das Family Office des Bonner Verlegers Rentrop hat nach der Finanzkrise knapp ueber 9% der Aktien gekauft. Dem Geschaeftsbericht entnahm ich, dass offenbar sein Sohn im Verwaltungsrat ist. * Die Aktie ist von 66€ im Januar auf aktuell 43€ gefallen, wofuer es keinen fundamentalen Grund gibt. Aehnlich ging es vielen anderen Aktien, besonders mittelgrosser Unternehmen.

    * Vorlaeufiges Fazit: Ich finde, dass dies ein interessantes normales Geschaeftsmodell ist, was in diesem speziellen Bereich wohl zukunftssicher sein duerfte. Fuer mich ist Thermador daher nun ein starker Kandidat auf meiner PEA PME Watchlist. Ich hoffe, dass der Kurs sich nicht zu schnell stark erholt und ich auch naechstes Jahr noch einsteigen kann.


    https://www.wallstreet-online.…-langfristdepot-2012-2022

    MMI hat den Wert auch im Portfolio und vor einigen Jahren darüber geschrieben:

    https://valueandopportunity.co…den-champion-from-france/

  • Ein toller Laden, aus dem ich aus zwei Gründen in diesem Jahr ausstieg:

    - Der Umstieg von rein organischem Wachstum auf Wachstum durch viele (kleine) Übernahmen behagt mir nicht.

    - Der Wert wurde mir zu teuer. Zusätzlich verschoben sich das Aktionärsspektrum. Institutionelle Anleger wie Fonds etc nahmen eihnen stetig wachsenden Anteil ein, und das sind nach meiner Erfahrung zittrigere Anleger bei fallenden Kursen.

    Insofern verstehe ich den Kursrückgang.


    Bei 35€ kommt Thermador wieder auf meine Watchlist.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • @ Al

    Ich habe den Wert auch verfolgt, war etwas spät dran und der Kurs ist davongelaufen.

    Ich bin dabei, in meinem Depot (einige wenige) Änderungen vorzunehmen und dabei Aktien zu kaufen als Dauerinvestment.

    Dabei habe ich diese Woche eine halbe Position Thermador gekauft.

    Ob Fonds investiert sind, interessiert mich eigentlich nicht - wenn du Recht hast und diese verkaufen, freue ich mich bei niedrigeren Kursen aufzustocken.

  • Bislang gab es "Nur

    heisst es nicht,


    "to buy when there's blood in the streets."


    Trifft doch aktuell auf Frankreich zu , ode

    Ich finde den Vergleich etwas unpassend, v.a. da franz. Nebenwerte schon vorher unterperformt haben und wirklich Blut auf der Strasse war in Frankreich aufgrund der Islamistischen Terroranschläge schon genug.


    Es ist leider so dass momentan in unserer anscheinend von Trump geprägten Zeit langfristige Reformprogramme keine Chancen mehr haben. Macron's Reformprogramm ist eigentlich vernünftig und dafür wurde er auch gewählt. Das "Volk" will jetzt aber kurzfristige Vorteile, keine langfristigen Verbesserungen.


    Aber wie schon andernorts angemerkt, für Frankreich ist das nicht ungewöhnlich und immerhin werden keine Journalisten eingesperrt o.ä.

  • Es ist leider so dass momentan in unserer anscheinend von Trump geprägten Zeit langfristige Reformprogramme keine Chancen mehr haben.

    Ist zwar etwas off-topic, aber ich denke du verwechselst hier die Kausalität.


    Sowenig ich ihn mag, es ist nicht Trump der die Zeit prägt, sondern seine Wahl und auch die Gelbwesten sind Symptome unserer Zeit.


    Dazu geführt hat das weit verbreitete Gefühl, staatliches und wirtschaftliches Handeln haben nicht mehr das Wohl der ganzen Gesellschaft zum Ziel sondern nur noch das kleiner Gruppen: Eliten, Politiker, Bosse, Autofirmen, Netzwerke, Privilegierte usw.


    Obwohl ich unter dem Strich vermutlich zur Gruppe der Profiteure gehöre, kann ich das nachvollziehen.

    Wir haben das vor Jahren ja am Beispiel Steuerflucht schon mal diskutiert.


    Es ist die primäre Aufgabe der Gegenwart, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen und Vertrauen wieder herzustellen.

    Bis das geschafft ist, wird es kaum mehr möglich sein irgendwelche langfristigen Reformen die mit Schmerzen verbunden sind anzugehen.


    wp

  • Bislang gab es "Nur

    Ich finde den Vergleich etwas unpassend, v.a. da franz. Nebenwerte schon vorher unterperformt haben und wirklich Blut auf der Strasse war in Frankreich aufgrund der Islamistischen Terroranschläge schon genug.

    Wenn Dich die "blood in the streets" Metapher aus gegebenen Anlass stört, dann solltest Du die "Schlachtfest" Formulierung nochmal überdenken...

  • Die Franzosen haben doch immer schon gerne Reifen angesteckt.


    Kurzfristig agiert hier doch Macron, wenn er in seiner Weisheit meint, die Landbevölkerung bräuchte nicht Auto zu fahren, damit die urbanen Eliten sich schuldfrei fühlen können, soll er das gefälligst durchziehen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Nach meinem Verständnis bedeutet "Blood in the Street" wenn auf der Kurstafel alles rot ist und die Kurse stark gesunken sind.


    Ich fand den Kommentar sehr zynisch, insbesondere auf dem Hintergrund der Terroranschläge. Aber vileiiecht habe ich mich geirrt.


    Es bleibt aber die Tatsache dass Franz. Nebenwerte bereits vor den Protesten stark unterperformt haben.


    Trotz aller Kritik dürften die neuen Maßnahmen von Macron schon auf den Konsum auswirkungen haben, ich bin deswegen eher positiv gestimmt für Frankreich, aber das hängt natürlich auch von den globalen Entwicklungen ab.

  • Ich fand den Kommentar sehr zynisch, insbesondere auf dem Hintergrund der Terroranschläge. Aber vileiiecht habe ich mich geirrt.

    Ich denke das hast Du falsch interpretiert bzw. ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich hatte keine Hintergedanken, nur bezogen auf das "Schlachtfest" an der Börse in Frankreich.

    Ich habe diesen "Satz" auch verwendet, als es in der Türkei auf den Strassen Tumulte gab.

    Hab mich schon gewundert, warum ein Seitenhieb auf (ich vermute mal Türkei) "Einsperren von Journalisten in anderen Ländern" kam.