Neu im Depot: MAN Vorzüge

  • Den Maschinenbauer MAN kennt Ihr als DAX-Wert, auch wenn er dauernd auf der Kippe steht und wegen relativ niedriger Kapitalisierung droht, aus dem DAX zu fliegen. Das ist auch der Hintergrund meiner Spekulation auf MAN Vorzüge (WKN 593703), die heute zu 19,00 Euro ins Depot gewandert sind. Die Vorzüge sind deutlich billiger als die DAX-Stammaktien, die etwa 25% höher als die Vorzüge notieren. Es ist damit zu rechnen, dass MAN die Vorzüge in Stämme tauschen wird, um den DAX-Erhalt zu sichern. Ein entsprechendes Aktienrückkauf-Programm für die Vorzüge ist offenbar beschlossene Sache.


    Hier zwei kurze Analysen zu dem Thema und zu MAN:


    07.06.2001
    MAN VZ empfehlenswert
    Focus Money  


    Das Anlegermagazin Focus Money empfiehlt derzeit dem Investor die Vorzugsaktien von MAN (WKN 593703).


    Sollte der Maschinenbauer auch im nächsten Jahr an beiden Aktiengattungen festhalten, dürfte der Rauswurf aus dem Konzert der großen 30 DAX-Werte besiegelt sein. Schon jetzt gelte MAN als Wackelkandidat. Doch die Münchener würden bereits vorbauen. Über ein Aktienrückkaufprogramm nehme das Unternehmen seit Beginn des Jahres Vorzugsaktien bis zu einem Anteil von 5 Prozent des Grundkapitals vom Markt.


    Die Börse setze ohnehin auf einen Tausch der verbleibenden Vorzüge in Stammaktien. Grund: MAN gelte als langem als potenzieller Übernahmekandidat.


    Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Anlegermagazin Focus Money ein Engagement in die Vorzugsaktien.



    30.07.2001
    MAN VZ attraktives Investment
    Austria Börsenbrief  


    Die Aktienexperten des "Austria Börsenbrief" sehen in den Aktien der MAN AG (WKN 593703; VZ) ein attraktives Investment für langfristige Anleger.


    In den ersten vier Monaten des aktuellen Geschäftsjahres habe das Unternehmen den Umsatz um drei Prozent auf 4,6 Mrd. Euro steigern können. Zudem habe der Auftragsbestand Ende April mit 11,8 Mrd. Euro um acht Prozent über dem Stand von Ende Dezember 2000 gelegen. Für das Geschäftsjahr 2001 erwarte der Konzern einen Umsatz von insgesamt 16,5 Mrd. Euro.


    Die Aktie werde auf Basis der Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr aktuell gerade einmal mit einem KGV von acht bewertet. Hinzu komme eine Dividendenrendite von über fünft Prozent und die Absicht der Firma weitere Vorzugsaktien zurückzukaufen.


    Gemäß den Wertpapierspezialisten des "Austria Börsenbrief" handelt es sich somit bei den MAN AG Vorzugsaktien um ein attraktives Investment für langfristig orientierte Anleger.


    Ich hab leider keinen vernünftigen Langfrist-Chart für die Vorzüge gefunden - das hier muss genügen:



    Ich geh mal davon aus, dass die langfristige Trendunterstützung bei etwa 18 € liegt. In Verbindung mit dem Rückkauf-Programm dürfte das Risiko minimal sein, wenn die Firma nicht gerade gegen die Wand gefahren wird.


    Was kriegt man dafür? Einen günstigen DAX-Ableger mit folgenden Kennzahlen:
    - KCV 2,9
    - KBV 1,3
    - KUV 0,20


    Gewinnreihe 2000-2002: 2,60 / 1,70 / 1,90 - gibt ein 2002er KGV von exakt 10,0.
    Die Dividende wird bei runden 1,00 Euro erwartet, macht eine unrunde, aber satte Dividende von 5,26%.


    Der Konzern als solcher hat momentan eine schlechte Presse - auch die Stammaktien sind vom Kurs her stark gedrückt und nahe den langfristigen Unterstützungsen:



    [i]05.09.2001
    MAN Nutzfahrzeugbau in der Krise
    DG Bank  


    Bei MAN (WKN 593700, VZ) haben sich sowohl im Inland als auch im Ausland die konjunkturellen Rahmenbedingungen eingetrübt. Dies berichten die Aktienexperten von der DG Bank.


    Hinzu würden hausinterne Probleme kommen. So habe sich zum Beispiel die Produktivität in der Fertigung deutlich verschlechtert. Darüber hinaus sei es bei de

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    nixda

  • Aus aktuellem Anlass ein Update zum Depotwert MAN:


    Wie bei vielen meiner Aktien hat B:0 auch bei MAN die Erwartungen für Dividende und Gewinne zurückgenommen - die aktuelle Gewinnreihe für 2000-2002 liegt jetzt bei 2,60 / 0,90 / 1,40 € / Aktie, und die erwartete Dividende für das Jahr 2001 (auszuzahlen in 2002) bei 0,50 €.


    Trotzdem ist die Aktie in den letzten Wochen erstaunlich gut gelaufen, wie der Kurzfrist-Chart zeigt:



    Vielleicht hängt das mit einem potenziellen Grossauftrag aus Grossbritannien zusammen, über den die FTD heute berichtet:


    Aus der FTD vom 14.1.2002
    MAN und Mercedes kämpfen um Lkw-Großauftrag
    Von Sven Clausen, München


    Das britische Verteidigungsministerium hat einen Milliardenauftrag für rund 8500 Lastwagen ausgeschrieben und die beiden deutschen Hersteller Mercedes und MAN um ein Angebot gebeten.


    Der Auftrag sei rund 1,4 Mrd. britische Pfund schwer, teilte das Ministerium mit. Neben den beiden deutschen Herstellern bemühen sich um den Auftrag die US-Konzerne Oshkosh und Stewart & Stevenson sowie der britische Hersteller Leyland, der seit 1998 zum US-Hersteller Paccar gehört.


    Die Entscheidung soll im Herbst fallen. Erste Fahrzeuge müssten 2005 geliefert werden. Es gehe um ein breites Spektrum von leichteren Fahrzeugen bis zu 15-Tonnern. Die Ausschreibung dürfte zu einem besonders harten Wettbewerb um führen, da die Branche in einer ernsten Krise steckt.


    "Wir rechnen uns gute Chancen aus", sagte ein MAN-Sprecher zu der Ausschreibung. Grund für den Optimismus: Das britische Verteidigungs-Ministerium ließ durchblicken, Hersteller mit starker britischer Präsenz zu bevorzugen. Dies trifft außer auf Leyland auf MAN mit der britischen Tochter ERF und auf Mercedes zu. "Dies ist der größte Auftrag für Lkw des Verteidigungsministeriums seit mehr als 20 Jahren und eine riesige Gelegenheit für die britische Industrie", hieß es.

    © 2002 Financial Times Deutschland


    Pikanterweise hat die erwähnte britische Tochter ERF, die bei diesem Auftrag u.U. hilfreich ist, vorher bei MAN wegen Bilanzmanipulationen für massive Probleme gesorgt - wallstreet online sprach im November von einem "Seuchenjahr" für MAN. Kurz darauf zog der Aktienkurs massiv an. Jaja, die Antizyklik ...


    Gruss, witchdream


    PS: Die Vorzüge von MAN notieren bei 20,70 € und die Stammaktien bei 26,70 € - ergibt eine nette Spekulation auf Umtausch der Vorzüge in Stämme, so wie jüngst bei König & Bauer (dort im Verhältnis 1:1).


    [i]ANALYSE - MAN: Das Seuchenjahr
     
    Konjunktur und Bilanzmanipulation bei der Tochter verhageln die Konzernbilanz. Ausblick ist sehr vage
     
    Die Zahlen der MAN-Gruppe sind erwartet schlecht. Die rückläufige Nachfrage nach Nutzfahrzeugen, der konjunkturelle Abschwung und hausgemachte Probleme machen dem Unternehmen schwer zu schaffen. Nur gut, dass MAN die wirklich schlechten Nachrichten bereits im Vorfeld der Zahlen lanciert hat. So fällt auch die Entwicklung der Aktie anfangs nicht so dramatisch aus. Zeitweilig stehen die MAN-Stämme sogar mit einem kleinen Plus auf dem Kurszettel.


    Nach neun Monaten des Geschäftsjahres bleibt in der MAN-Gruppe vor allem die Nutzfahrzeugsparte weit hinter den Erwartungen zurück. Der Auftragseingang nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent auf rund 4,7 Mrd. Euro ab. Der Umsatz fiel auf Grund des guten Auftragspolsters um 8 Prozent höher aus. Das Vorsteuerergebnis ist nach neun Monaten mit minus 56 Mio. Euro allerdings deutlich negativ. Eine Reihe von Sonderfaktoren belasten die Ertragslage hier außergewöhnlich.


    Zum einen entstanden durch eine Parallelproduktion der neu

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    nixda

  • Zur Depotpflege: aktualisierte Einschätzung des Austria Börsenbriefes. Im Vergleich zur "Analyse" vom 30.7.2001 (siehe oberster Beitrag in diesem Thread) würde ich das mal als downgrade werten.


    Gruss, witchdream


    14.01.2002
    MAN VZ spekulativ kaufen
    Austria Börsenbrief  


    Die Vorzugsaktie der MAN AG (WKN 593703) eignet sich nach Auffassung der Experten vom Austria Börsenbrief lediglich für den risikobewussten Anleger.


    Aufgrund einer in 2001 angespannten Wirtschaftslage sei es beim Maschinen- und Nutzfahrzeughersteller zu einer deutlichen Verschlechterung der Auftragslage gekommen. Auch sei die Investitionsbereitschaft vieler Kunden durch die Terrorattacke in den USA im letzten Herbst deutlich gesunken.


    In Anbetracht der prognostizierten Konjunkturerholung erwarte der Vorstand Rudolf Rupprecht im laufenden Geschäftsjahr eine bessere Geschäftsentwicklung als in 2001.


    Trotz eines deutlichen Kursanstiegs in den letzten Wochen verfügt die MAN-Vorzugsaktie aus charttechnischer Sicht noch über Kurspotential bis 24 Euro. Allerdings sollten auf dem gegenwärtigen Niveau nach Einschätzung der Analysten vom Austria Börsenbrief nur spekulative Anleger einsteigen.

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    nixda

  • ...und noch zwei Analysen, diesmal zu den Stammaktien von MAN, die im DAX notieren:


    Nummer 1 (Neutral):


    15.01.2002
    MAN neutral
    Morgan Stanley Dean Witter  


    Die Aktienexperten Daniel Cunliffe und Sofia Colas von Morgan Stanley Dean Witter bewerten die Aktie des deutschen Maschinenbaukonzerns MAN (WKN 593700) neutral.


    Die Experten würden Ganzjahresumsatzzahlen für das Jahr 2001 in Höhe von 15,2 Milliarden Euro erwarten, wovon 3,9 Milliarden Euro aus dem 4. Quartal resultieren würden. Zudem würden ein EBIT in Höhe von 306 Millionen Euro (91 Millionen Euro im 4. Quartal) und ein Vorsteuergewinn in Höhe von 126 Millionen Euro (58 Millionen im 4. Quartal) erwartet. MAN offeriere einen starken Restrukturierungsplan, wodurch die Kosten um 3% bis 4% des Umsatzes reduziert werden könnten.


    Die jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro aus der Rationalisierung der LKW-Produktion und die Reduzierung der Mitarbeiterzahl um 6.000 würden nach Meinung der Experten wahrscheinlich zu einer starken Gewinnverbesserung für das Jahr 2002 führen. Zusammengefasst solle die scharfe Schuldenreduzierung und die positive Wende des freien Cashs die Leistungsfähigkeit der Unternehmensgruppe zur Aneignung von Marktanteilen bei Erholung der Wirtschaft unterstreichen.


    Somit bewerten die Wertpapierspezialisten Daniel Cunliffe und Sofia Colas von Morgan Stanley Dean Witter die Aktie von MAN neutral.



    ... und Nummer 2 (Übergewichten):



    15.01.2002
    MAN übergewichten
    Helaba Trust  


    Die Analysten der Helaba Trust empfehlen die Aktie der MAN AG (WKN 593700) überzugewichten.


    Am kommenden Donnerstag werde die Q4-Berichtssaison der Industriewerte durch die Volumenzahlen des MAN-Konzerns eröffnet. Bei den Auftragseingängen dürfe nach Erachten der Analysten nicht damit gerechnet werden, dass die Münchener ihre Vorgabe vom November, im Gesamtjahr 2001 zwischen 15,5 und 16,0 Mrd. Euro zu erzielen, spielend eingehalten hätten. Vielmehr könnte eine verschärfte Schwäche bei Nutzfahrzeugen und der Attentismus der Druckmaschinen-Kunden sogar dazu geführt haben, dass die Spanne nicht ganz erreicht worden sei. Einen Wert von rd. 15,3 Mrd. Euro halte man gleichwohl für eskomptiert, so dass erst bei noch größeren Abschlägen eine signifikant negative Kursreaktion zu erwarten sei.


    Die Umsatzerlöse sollten dagegen - die üblichen Abrechnungseffekte im Schlussquartal berücksichtigt - im oben genannte Zielband gelandet sein. Zu Ergebnissen werde, wie auf Nachfrage bestätigt worden sei, noch nicht Stellung genommen.


    Für den Aktienkurs könnte dies bedeuten, dass sich die aktuelle Konsolidierung oberhalb der 200-Tage-Linie noch eine Weile fortsetze und der Kampf mit der wichtigen Marke bei 26,50 Euro erst in ein paar Wochen wieder aufgenommen werde.


    Ein Überschreiten dieses Niveaus wäre nicht nur aus charttechnischer Sicht wichtig, es bilde gleichzeitig - ziehe man die historischen Bewertungsspannen in Betracht - eine bewertungstechnische Trennlinie zwischen Rezessions- und Aufschwungsstimmung. Die Analysten würden auf letzteres setzen, obwohl von den LKW-Herstellern das laufende Jahr mit Nachfragerückgängen von 10-15% bereits abgehakt werde.


    Die Empfehlung der Analysten der Helaba Trust für die MAN-Aktie lautet "übergewichten".

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    nixda

  • Wer MAN-Vorzüge im Depot hat, weiss es schon: ab Montag bis 23. August können die Vorzüge gegen Zuzahlung von 3,50 ¤ in Stammaktien umgetauscht werden. MAN erwartet sich dadurch eine Erhöhung des Streubesitzes und mehr Gewicht / den Verbleib im DAX.


    Auf den ersten Blick scheint mir das Angebot fair zu sein. Oder wie seht ihr das?


    Gruss, witchdream

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    nixda

  • ... sagen wir so, das Umtauschverhältnis ist nicht unfair, theoretisch wäre es natürlich auch 1:1 gegangen. Bei den Vorzügen von RWE verspreche ich mir ein solches Umtauschverhältnis, da die Anzahl der VZ lediglich ca. 6,8% des Gesamtkapitals ausmacht und das Programm VZ im Rahmen eines dicken Rückkaufprogramms als abgeschlossen angesehen wird.Für mich ist die Wandlung nur eine Frage der Zeit, vielleicht die erste gute Tat des neuen Vorstandsvorsitzenden in 03/2003.


    Gruß Agio

  • Hallo,
    das Umwandlungsangebot lautet ab 15.7 Zuzahlung von 3,30 Euro.
    Was soll man tun? Annehmen?
    Was passiert, wenn man nicht annimmt? Kann man dann später zu einem schlechteren "Deal" gezwungen werden?
    Wie sähen mögliche Zenarien aus?


    mit Bitte um Hilfe,
    hichs

  • Hallo hichs,


    seit Bekanntgabe des Umtauschs sind die MAN Vorzüge beim Kurs 1:1 an die Stammaktien gekoppelt - mit genau 3,30¤ Preisunterschied. Bis zum Ende der Umtauschfrist wird das auf jeden Fall so bleiben. Bis zum 23. August ist also keine Eile geboten.


    Was danach passiert? Man könnte auf ein besseres "Abfindungsangebot" spekulieren. Kann aber auch sein, dass die Vorzüge sich von den Stämmen abkoppeln und in Vergessenheit geraten. Das wäre worst case. Keine Ahnung, ob bei geringen Restbeständen an Vorzügen ein Squeeze-Out der restlichen Anleger möglich wäre. Falls ja, wäre die entsprechende Zwangsabfindung wohl in der gleichen Grössenordnung wie das jetzige Angebot - MAN würde es nichts bringen, ein paar Kleinanleger über den Tisch zu ziehen und sich so den eigenen Ruf bei Anlegern zu ruinieren.


    Ich persönlich werde wohl umtauschen. Wenn du kein Cash für den Aufpreis hast, kannst du ja einen entsprechenden Teil der Vorzüge verkaufen.


    Generell ist wohl entscheidend, wie man die Aussichten für MAN einschätzt. Das Omnibus-Geschäft bereitet Probleme (siehe Analyse weiter unten). Andererseits kann man MAN als zyklischen Maschinenbauer betrachten, der von einer Konjunkturerholung profitieren sollte. Im letzten Jahr hat sich die Aktie im DAX sehr gut gehalten, und langfristig gibt es bei der Performance "Nachholbedarf". Kann sein, dass ein paar Fonds bei MAN einsteigen, wenn der DAX-Verbleib nach dem Umtausch gesichert erscheint. (Müsste man mal gucken...)


    Noch eine Möglichkeit: MAN Vz verkaufen und in Volkswagen Vz umtauschen - die haben deutlich günstigere Fundamentaldaten. Für eine reine LKW-Spekulation kämen auch Kögel in Frage.


    Last not least ist die jeweilige Depotstruktur ein Aspekt. Ich habe bereits 2 Maschinenbauer mit gutem Gewinn verkauft (Kugelfischer und Jungheinrich) - da bleibt MAN eine gute Diversifikationsmöglichkeit.


    Tja - ich sehe schon - das ist zuviel "einerseits - andererseits", um wirklich hilfreich zu sein...


    Gruss, witchdream



    HINTERGRUND - Nutzfahrzeuge sind das Sorgenkind der Autobranche

    - Von Peter Wübben -


    Frankfurt, 11. Jul (Reuters) - Die ohnehin mit Absatzschwächen und ruinösem Preiswettbewerb kämpfende Autoindustrie steckt an einer Stelle ganz besonders im Tief: Der konjunkturell äußerst sensible Nutzfahrzeugmarkt wird sich zumindest in absehbarer Zeit wohl nicht nachhaltig erholen.


    Nach zuvor sieben fetten Jahren durchläuft die Industrie für Lastkraftwagen, Transporter und Busse seit 2000 eine Magerkur. Je größer die Konjunktursorgen, desto schwächer die Verkäufe, sagen Analysten. Auf lange Sicht sehen sowohl Experten als auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) für die hiesigen Hersteller insgesamt jedoch allmählich Licht am Ende des Tunnels.


    Um 14 beziehungsweise elf Prozent brachen im ersten Halbjahr 2002 Produktion und Absatz der deutschen Nutzfahrzeughersteller ein. Für das Gesamtjahr rechnet der VDA für alle Nfz-Klassen mit einem achtprozentigen Absatzrückgang auf 273.000 Fahrzeuge. In Westeuropa werde ein Absinken des Marktes von sechs Prozent auf knapp 2,1 Millionen Fahrzeuge erwartet, in den USA dürfte sich das Minus sogar im prozentual zweistelligen Bereich bewegen.


    OHNE AUFSCHWUNG KEINE LKW-ERHOLUNG - EXPORTE ZIEHEN AN
    "Langfristig - und weltweit gesehen - bleibt das Nutzfahrzeuggeschäft jedoch ein Wachstumsmarkt", gibt sich VDA-Präsident Bernd Gottschalk verhalten zuversichtlich. Eine Einschätzung, die Analysten grundsätzlich teilen - aber nur unter der Voraussetzung, dass der weltweite Konjunkturmotor wieder richtig anspringt.


    Mittlerweile hätten die Hersteller von Lastkraftwagen, Bussen und Transportern den Tiefpunkt wohl durchschritten, glaubt auch Arndt Ellinghorst, Auto-Analyst der WestLB. Für eine echte Trendumkehr fehlten aber noch die konjunkturellen Impulse, vor allem aus dem Inland: "Nutzfahrzeuge sind definitiv ein Investitionsgut, und wenn der Aufschwung kommt, wird es früher oder später auch in diesem Bereich wieder aufwärts gehen."


    Das "frühzyklische" Nutzfahrzeuggeschäft hängt direkt von der allgemeinen Wirtschaftslage ab. Umso voller die Auftragsbücher der Firmen, desto mehr haben die Speditionen auszuliefern und je größer ist eben die Nachfrage nach Lkw. Erste Anzeichen einer solchen Entwicklung spüren die deutschen Nutzfahrzeughersteller aber bisher allenfalls aus dem Ausland: "Die Exporte laufen schon etwas vor, aber der richtige Schub muss noch kommen", sagt Analyst Ellinghorst.
    ...


    MAN INSBESONDERE VON SCHWACHEM BUSGESCHÄFT BELASTET
    Der in den vergangenen Monaten zusätzlich mit strukturellen Aufgaben stark beschäftigte Münchener Lkw-Hersteller MAN kämpft insbesondere mit der Marktschwäche bei Linien- und Reisebussen. Vor dem Jahr 2004 sei hier nicht mit schwarzen Zahlen zu rechnen, räumte Vorstandschef Hakan Samuelsson jüngst erst ein. 2001 hatte MAN mit Bussen Verluste von 50 Millionen Euro eingefahren, dieses Jahr dürften es noch mehr werden.


    "Der Bus-Bereich ist weiterhin schwach und bleibt für MAN kritisch", urteilt Ralf Dörper, zuständiger Experte bei der WestLB. Sowohl die Ausgaben im öffentlichen Nahverkehr als auch in der Touristik seien weiter auf einem schwachen Niveau. Aber auch bei Lkw werde MAN im Zuge der allgemeinen Branchenkrise von sinkenden Verkäufen belastet, so dass der von dem Unternehmen prognostizierte Absatzrückgang von insgesamt zwölf Prozent in diesem Jahr wohl Realität werden dürfte, sagte Dörper.

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    nixda

  • Morgen, 23.08. läuft die Umtauschfrist für die Vorzüge ab. Ich persönlich habe getauscht.


    Gruss, witchdream


    20.08.2002
    MAN VZ umtauschen
    Volksbank Karlsruhe

    Die Analysten der Volksbank Karlsruhe empfehlen den Umtausch der MAN-Vorzugsaktien (WKN 593703) in die Stammaktien (WKN 593700).


    Noch bis 23. August 2002 hätten die Vorzugsaktionäre der MAN die Möglichkeit, unter Zuzahlung von 3,30 Euro ihre Vorzugsaktien (WKN: 593 703) in Stammaktien (WKN: 593 700) des Unternehmens zu tauschen. MAN empfehle den Vorzugsaktionären zu wandeln.


    Bereits heute seien Vorzugsaktien bei institutionellen Anlegern unbeliebt. Künftig würden bei der DAX-Gewichtung nur noch Stammaktien berücksichtigt. Um im DAX verbleiben zu können sei des deshalb erforderlich, dass möglichst viele Vorzugsaktionäre tauschen würden. Nach Ablauf der Umtauschfrist dürfte nur noch ein geringer Handel mit Vorzugsaktien stattfinden, die zudem unter Abgabedruck geraten könnten.


    Die Analysten der Volksbank Karlsruhe empfehlen den Umtausch der MAN-Vorzugsaktien in Stammaktien.

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    nixda

  • Nach Ablauf der Umtauschfrist sieht es nun so aus:



    MAN - Kaufen (WGZ-Bank)


    83,5% der Vorzüge in Stämme gewandelt


    Die 6-wöchige Frist f. d. Annahme des Angebots an die Vorzugsaktionäre zur Umwandlung ihrer Aktien in Stammaktien ist am verg. Freitag abgelaufen. Gestern meldete MAN, dass 83,5% dieses Angebot angenommen haben und gegen Zahlung von 3,30 ¤ je Vorzugsaktie neue Stammaktionäre geworden sind. Diese neuen Stammaktien sollen ab dem 02.09. in den Börsenhandel einbezogen werden. Bis dahin bleiben die zum Umtausch eingereichten Vorzugsaktien als Lieferansprüche auf MAN-Stammaktien handelbar. Die nicht getauschten Vorzüge bleiben unverändert börsennotiert. Der Spread zu den Stämmen sollte sich jedoch dtl. ausbauen. Das seitens der Gesellschaft deklarierte Ziel einer Wandlungsquote von 80% + X wurde erreicht. MAN fließt durch diese Transaktion insgesamt 101 Mio. ¤ an Liquidität zu. Die Chancen auf einen Verbleib im DAX - MAN ist seit Jahren Wakkelkandidat- verbessern sich durch diese Kapitalmaßnahme, da sowohl die Liquidität der Aktie, als auch die Marktkapitalisierung steigen. Der Free Float beträgt nunmehr 71,78% (63,93%), der zum DAX-Verkettungstermin am 20.9. berücksichtigt wird.


    (Quelle: WGZ-Bank)
    28.08.2002 12:06

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    nixda

  • Die Financial Times berichtet heute, dass VW an eine Übernahme der Nutzfahrzeug-Sparte von MAN denkt. VW wolle damit eine der letzten Lücken in der Produktpalette füllen - den Bereich zwischen Transporter und Schwer-LKWs (hier hat VW bereits eine Beteiligung an Scania).


    http://www.ftd.de/ub/in/1057486287553.html?nv=hptn


    Heute auch die Meldung, dass VW über eine Milliarde Euro in neue Produktionsanlagen in China investieren wird - geplant ist auch ein Ausbau der LKW-Produktion. Auch hier würde ein Kauf von MAN Sinn machen.


    Die Aktie von MAN springt heute kräftig um fast 10%. Auf Maliese's aktueller Liste rangiert sie auf Platz 28 und 30, ist also sehr günstig bewertet.

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    nixda

    Edited once, last by witchdream ().

  • Nach dem Desaster bei den Wella-Vorzugsaktien würde ich mir aber einen Umtausch in MAN Stämme überlegen, falls Du auf Übernahmegewinne spekulieren willst.


    Nachteil ist natürlich der Preis: eine MAN-Stammaktie (WKN 593700) kostet zur Zeit auf XETRA 16,90 EUR, eine MAN-Vorzugsaktie (WKN 593703) ist schon für 14,60 EUR zu haben. Zu deutsch: der Übernahmegewinn ist möglicherweise schon (teilweise) eingepreist. Bei Wella betrug der Aufschlag von Stamm- (92,25 EUR) auf Vorzugsaktien (65 EUR) allerdings mehr als 40%.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

    Edited once, last by cktest ().

  • Hi cktest,


    ich würde - so wie du - auch vermuten, dass die Stämme bei einer Übernahmespekulation besser laufen. Ich hab sowieso letzten August ganz offiziell umgetauscht und brav 3,30 EUR Aufpreis für die Stämme bezahlt. Mit etwas Glück könnte sich das jetzt lohnen - bisher war MAN kein highflyer im Depot...

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    nixda

  • Pauschal sehe ich Vorzugsaktien bezogen auf die DR im Vorteil da diese i.d.R. billiger sind. Bei einer evtl. Übernahme jedoch sind eben die "Stimmberechtigten" das Objekt der Begierde. Dies sind zwei völlig unterschiedliche Gesichtspunkte. Eine Übernahmespekulation zahlt sich (fast immer) an der Börse besonders dann aus wenn man bereits vorher investiert bzw. investiert ist. Die Fusionitis ging in den letzten Jahren stark gegen null zurück. Das könnte sich m.M. nach jedoch bald ändern. Nach 3 Jahren Baisse gibt es etliche Unternehmen die für eine Übernahme lukrativ sind.


    Grüße Sam

  • MAN hat seit meinem Kauf (Tage vor dem 09/11/2001) eine wilde Talfahrt durchgemacht und sich seit den Tiefstständen im Oktober 2002 bald wieder verdreifacht. Ich habe mittlerweile ein Plus von 40% (incl. Dividenden), während der CDAX im Zeitraum 10% verloren hat (Outperformance +56%).


    Nachdem die Aktie zu aktuellen Kursen weder in der wisi- noch in der B:0-Datenbank zum "harten Kern" gehört, nachdem sie einen stellaren Kursanstieg hinter sich hat, und nachdem ich die 30 ¤ als massiven charttechnischen Widerstand deuten würde, fliegt MAN heute zu 29,90 aus dem Depot.

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Quote

    Original von Cooler-Analytiker 2.10.2002
    Tja - wer derzeit auf MAN schaut, bekommt wahrscheinlich feuchte Augen:


    Auch wunderschön antizyklische Investments können noch locker um 50% oder mehr abschmieren.....


    Der Trostchart für aktuelle Investments:


    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.