Wege aus der Bankenkrise: was kann die Politik tun?

  • Viel schockierender fand ich , dass Hr. Kukies aktives SPD-Mitglied ist und Vorgänger von der Nahles bei den Jusos war....


    https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Kukies

    Quote

    Parallel zu seinem Studium war das SPD-Mitglied An­fang der 1990er Jah­re Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz der Jusos (der Vorgänger von Andrea Nahles).

  • Wie schockierend! Nachdem ich das jetzt weiß, kann ich bestimmt heute Nacht nicht mehr schlafen.


    Wobei: Ist der neue Finanzminister nicht auch aktives SPD-Mitglied und ist es daher so überraschend, dass er einen Staatssekretär beruft, der auch SPD-Mitglied ist? Dass Minister Staatssekretäre mit gleichem Parteibuch benennen, soll, glaube ich, schon öfters vorgekommen sein...


    Und was genau ist eigentlich das schockierende: Dass er aktives SPD-Mitglied ist, dass er bei den Jusos war, dass er aus Rheinland-Pfalz kommt oder dass er mal der Vorgänger von Andrea Nahles in einem Amt war (oder die Kombination aus allem zusammen)?


    Was den Vorgänger und Nachfolger angeht z.B. denke ich, dass sich daraus schwer allgemeingültige Aussagen ableiten lassen. Wenn ich mich recht erinnere, war ein Oskar Lafontaine einmal der Vorgänger von Schröder als SPD-Bundesparteivorsitzender; aber beiden gemein ist wahrscheinlich, dass sie mit dem jeweils anderen eher nicht in einem Atemzug genannt werden wollen.
    Und Siegmar Gabriel war in dem gleichen Amt der Vorgänger von dem Mann mit den Haaren im Gesicht, der ihn dann wiederum (und angeblich absprachewidrig) als Außenminister absägen wollte, was ihm letztendlich auch gelungen ist, aber nicht wie ursprünglich geplant zu seinem eigenen, persönlichen Vorteil, sondern auf ganz andere, von ihm sicherlich so nicht geplante Weise....
    Was sagt uns das jetzt über die Beziehung von Vorgängern zu Nachfolgern? Vermutlich gar nichts, weil es da gar keine einheitliche Beziehung gibt?


    Manchmal beneide ich die Leute, die so ein schön klares Weltbild haben und alles immer so schön Schwarz-Weiß sehen können, keinerlei Grautöne kennen, und sich ihr ganzes Leben lang immer in ihren eigenen Vorurteilen suhlen. Das macht die Antworten auf alle Fragen immer so einfach und selbst das schockiert zu sein...

  • In Anlehnung an den Threadtitel, das hat die Politik nach der Krise getan:


    https://www.welt.de/wirtschaft…lmedia.twitter.shared.web


    Darüber redet sie aber gar nicht gerne ... und noch viel weniger darüber, was sie bei den ganzen Staatsbanken VOR der Krise bzw. FÜR die Krise getan hat.


    Aber Schwamm drüber, wir sind ja nette Leute und wollen auf keinen Fall Hetzjagden veranstalten ...

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Was daran jetzt neu sein soll, dass die Banken mit dem Geld der Steuerzahler gerettet worden sind, erschließt sich mir nicht; das war schließlich beispielsweise in den USA genauso. Nur hat sich die deutsche Regierung besonders blöd dabei angestellt. Denn die amerikanische Regierung hat mit ihrer Rettungsaktion einen Gewinn eingefahren, die deutsche einen Verlust. Das ist auch einer der Gründe (oder vielleicht sogar der Hauptgrund), warum sich die Staatsverschuldung von 2009 auf 2010 so sprunghaft erhöht hat (von 1,7 auf 2,0 Bio. EUR). Vielleicht wäre es besser gewesen, die Banken pleite gehen zu lassen und die 300 Mrd. EUR für die Entschädigung der Sparer aufgewendet zu haben.


    Edit: lt. Wikipedia stieg die Staatsverschuldung pro Kopf von 2009 auf 2010 von 20.698 auf 24.607 EUR. Der Grüne Gerhard Schick sagt, die Bankenrettung habe eine vierköpfige Familie 3.000 EUR gekostet. Wenn das korrekt ist, könnte der sprunghafte Anstieg nicht nur auf die Bankenrettung zurückzuführen sein. Ein weiterer Grund ist, dass seit 2010 auch die Schulden der deutschen Sozialversicherung mit in der Staatsverschuldung enthalten sind.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Der "Rohstoff-Fluch" ist bekannt. Gesellschaften, deren volkswirtschaftliche Wertschöpfung überproportional auf der Gewinnung von sehr profitablen Rohstoffen wie Öl beruht, entwickeln sich auffallend häufig auf mittlere bis lange Sicht erschreckend schlecht.


    Gibt es auch einen vergleichbaren "Banken-Fluch", wenn die Finanzindustrie einen übergroßen Anteil der nationalen Volkswirtschaft einnimmt? Interessante Betrachtung am Beispiel London/Großbritannien.

    https://www.theguardian.com/ne…ndon-makes-britain-poorer

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)