Option Writing

  • Im Gegensatz zu Optionsscheinen, kann man bei richtigen Optionen ja auch auf der "Verkäufer-Seite" der Option stehen und die Optionsprämie(Zeitwert) einstreichen. Das ganze ist nur sinnvoll, wenn man es relativ kurzfristig macht, wenn die Optionen am meisten Zeitwert verlieren.

    Das Risiko besteht darin, dass man bei einem Put dann quasi kaufen und bei einem Call quasi verkaufen muss.

    Ich habe mich auf dem Papier seit einiger Zeit mit dem Optionwriting betätigt. Ich wollte überprüfen, ob es auf mehrere Jahre sinnvoll sein kann. (über 80% aller Optionen verfallen wertlos) Dabei habe ich folgende Regeln eingehalten:

    1) Nur Covered Calls, d.h. Calls verkauft, wenn ich die Aktie im Depot hatte
    2) Nur Puts verkauft, wenn ich die Aktie wirklich bei diesem Kurs kaufen würde.

    Bsp: Anfang Juni2009 bis Juli2009
    100 Salzgitter (~67) und 1 ETF (DAX:5050) als Grundlage
    Depotwert: 11.750¤

    Verkauf 100 Put/SZG/Jul/52: 0.75 ¤ = 75¤
    Verkauf 100 Call/SZG/Jul/76: 0.8 ¤ = 80¤
    Verkauf 1 Put/DAX/Jul/4200: 12¤
    Verkauf 1 Call/DAX/Jul/5550: 22¤

    Summe: 188¤ = ~1.6% (bezogen auf den Depotwert)

    Wäre Salzgitter über 76 gegangen wäre ich meine Aktien losgeworden und hätte nicht am weiteren Gewinn partizipiert.
    Wäre Salzgitter auf unter 52 gefallen hätte ich Liquidiät vorhalten müssen, weil ich dann 100 Aktien hätte kaufen müssen.

    Da die Optionen aber ausgelaufen sind ohne das eine Verpflichtung eingetreten ist, habe ich 1,6% auf das Depotvolumen generiert. Hochrechnen auf 12 Monate ist glaube ich nicht so sinnvoll.

    Hat jemand Erfahrung mit dieser Strategie? Ist es sinnvoll manchmal seine Aktienbestände zu veroptionieren? Zumindest solche, die großer Volatilität (Optionen werden teuer) unterworfen sind --> Salzgitter...

    Soweit ich das sehe, sind die Chancen relativ interessant, wenn man es konservativ handhabt: Nur CoveredCalls und nie ohne Aktien die man auch wirklich zu dem Kurs haben wollte.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

    2 Mal editiert, zuletzt von Matze (18. Juli 2009 um 15:29)

  • #Matze
    für Faule gibt es die Covered Call Strategie für den DAX als "Fertigprodukt":

    Den Lyxor DAXplus Covered Call ETF.

    Zumindest ist die Wertenwicklung über die letzten 2 Jahre relativ besser als der DAX.

    Externer Inhalt www.wallstreet-online.de
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    Generell wird man mit dieser Strategie bei volatilen Seitwärtsbewegungen besser fahren, in Jahren mit starker Entwicklung nach oben verliert man dafür einiges an relativer Performance.

    Das größte Problem an diesen Strategien ist die Tatsache, dass langlaufende Vola sehr schwer zu pricen ist, da die gehandelten Optionen meistens nur sehr kurz laufen.


    MMI

    Einmal editiert, zuletzt von memyselfandi007 (18. Juli 2009 um 16:06)

  • Moi MMI,

    Du hast natürlich Recht, wenn der langfristige Einfluss der Vola echt risikoreich ist. Allerdings nimmt man da deshalb ja nur Optionen die 1-2 Monate laufen, wo man täglich sehen kann wie der Zeitwert schwindet.

    Sollte man einmal einen Schwung nach unten haben (die Fat-Tails gelten ja praktisch nur für negative Renditen), muss man schon wirklich die Aktie haben wollen --> In diesem Fall ETF bzw. Salzgitter. Sonst ist es völlig sinnlos. Bei einer Infineon die man nie im Depot haben will darf man natürlich keine Puts schreiben ;D

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  • Zitat

    Original von Matze
    Ich habe mich auf dem Papier seit einiger Zeit mit dem Optionwriting betätigt. Ich wollte überprüfen, ob es auf mehrere Jahre sinnvoll sein kann. (über 80% aller Optionen verfallen wertlos) Dabei habe ich folgende Regeln eingehalten:


    Ich oute mich auch mal. Ich mache das auch schon seit einiger Zeit auf dem Papier.

    Ein paar Kommentare:

    1) die 80% der Optionen verfallen nur deshalb wertlos, weil die Positionen, die im Geld stehen, vor dem Verfall geschlossen werden - das Ausueben kostet naemlich oft mehr Gebuehren

    2) wenn die Optionen nach Black-Scholes gepreist sind, ist der Zeitwertverfall am Ende hoch, weil der Random walk nur noch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit zum Strike laeuft. Sofern die Aktie tatsaechlich einen random walk macht, leitet sich daraus noch keine besondere Gewinnchance ab.

    3) Du kannst mit dem Verkauf von Optionen nur dann Geld verdienen, wenn Du mehr weisst als der random walk. Im Gegensatz zu fundamental orientierten Investieren kannst Du aber nichts aussitzen, sondern musst auf Sicht von 1-3 Monaten richtig liegen. Das ist erstmal extrem schwer.

    Es gibt aber z.B. eine neue Studie, nach der die Optionspraemien von Aktienoptionen, die weit aus dem Geld liegen, kurz vor dem Verfall deutlich zu hoch sind. Um das auszunutzen, muesstest Du aber mehr Puts verkaufen, als Du Bargeld vorhalten kannst. Damit hast Du das Risiko, (mehr als) alles zu verlieren, kommt also nicht in Frage.

    4) Nach meinen bisherigen Rechnungen lohnt sich dennoch das Schreiben von Puts mit ca 1 Monat Restlaufzeit bei Aktien, die ich auch fundamental kaufen wuerde. Ich habe aber noch keine so guten Zahlen, dass ich das auch mit echtem Geld machen wuerde. Aber bisher ist mein Eindruck, dass fundamental ausgewaehlte Aktien auch schon auf Sicht von 1 Monat nicht den random walk machen, nach dem sich die Optionspraemien richten. Im besten Fall koennte man da einen Verstaerkungseffekt zusaetzlich zur fundamentalen Strategie mitnehmen.

    5) Ich wuerde grundsaetzlich nie ungedeckt arbeiten, also nur Puts schreiben, wenn ich das Bargeld habe, und nur Calls schreiben, wenn ich die Aktien habe. Man liest immer wieder von Leuten, die mit dem Schreiben von Optionen Geld machen. Die meisten von denen haben nicht die noetige Deckung und werden irgendwann in der Zukunft einmal alles verlieren.

    Gruss,

    Balkenchart

  • Super danke für den Kommentar - dann liegen wir glaube ich in der Denke ziemlich gleich. Wie lange führst Du schon Buch? Ich denke ich werde erstmal 2-3 Jahre regelmäßig Buch führen und mich dann entscheiden, ob das Risiko nicht doch zu groß ist ;D

    Uncovered und über die Maße (freies Bargeld) geht das natürlich überhaupt nicht und ist viel zu risikoreich.

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  • könnte ich bei Interesse zu Verfügung stellen.

    Ich nutze eine Software, die Daten aus dem Netz zieht. Da ich dies seit 2004 einsetze, habe ich lange Historien vorhanden.
    Wenn man also eine Idee testen möchte, kann man dies ohne Probleme tun. Das gute ist die Software ist Freeware. Man muss aber min. alle 2 Wochen Daten aus dem Netz ziehen (läuft automatisch nach Start), damit man keine Datenlücke hat.

    Ich selber verkaufe Puts auf den Dax mit einer Restlaufzeit von 1 Monat. Dabei mache ich mir das Open Interest zu nutze. Ich "verstecke" mich hinter den Großen im Markt. Das ist relativ stressfrei, bringt natürlich aber nicht die Renditen, die man bekommt, wenn man nahe Basispreise verkauft.

    Falls Interesse einfach eine pn.

    Gruß
    ediric

  • Naja was heißt man bekommt nicht "die" Renditen...

    Das verkaufen von Puts hat ja - wenn man mal die Sicherheitsleistung absieht, die man ja relativ häufig auch so auf dem Konto liegen hat - im Grund eine unendliche Rendite da der Kapitaleinsatz praktisch bei Null liegt.

    Langfristig macht 1-2% pro Jahr fürs Gesamtdepot ordentlich was her. Beim DAX ist natürlich das Problem, dass man Cash-Settlement bekommt. ETF-Optionen sind ja sehr jung...

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  • Covered Calls werden in Deutschland unter dem Namen "Discount Zertifikate" unter die Leute gebracht.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

  • Heute ist der erste Handelstag nach Verfall Juli. Ich habe eine neue Position Dax-Puts verkauft.

    Basis 4450 Laufzeit Aug09 zu 18,50. Macht pro Kontrakt 92,5 Euro.

    Ich habe mich hinter zwei dicken Blöcken im OI gestellt. Die stehen bei 4700 und 4500. Diese werden Ihre Positionen in der Regel verteidigen.

    Gruß
    ediric

  • Zitat

    Original von nixda
    Covered Calls werden in Deutschland unter dem Namen "Discount Zertifikate" unter die Leute gebracht.

    Jaaa ist mir schon klar ;D
    Allerdings ist da immer das Emmitentenrisiko und die bepreisung ist teilweise grottig. (zumindest im wirklich interessanten kurzlaufendem Bereich)

    Ansonsten können Discounter (Deepdiscounter) - insbesondere in Marktphasen wie im März wenn die Vola exorbitant ist schon interessant sein.

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  • Zitat

    Original von ediric
    Heute ist der erste Handelstag nach Verfall Juli. Ich habe eine neue Position Dax-Puts verkauft.

    Basis 4450 Laufzeit Aug09 zu 18,50. Macht pro Kontrakt 92,5 Euro.

    Ich habe mich hinter zwei dicken Blöcken im OI gestellt. Die stehen bei 4700 und 4500. Diese werden Ihre Positionen in der Regel verteidigen.


    Mit Aktien, die ich auch long kaufen wuerde, koennte ich mir das auch so vorstellen. Aber den Dax? Im worst case musst Du den DAX zu 4450 'kaufen'. Das ist ca 10% unter dem heutigen Kurs und dafuer kriegst Du 0.4% Praeme fuer einen Monat. Lohnt sich das wirklich? Zweitens hast Du im schlimmsten Fall effektiv den DAX im Depot, der auch jede Menge Schrott enthaelt und nicht nur die Aktien, die Du Dir ausgesucht hast.

    Bist Du sicher, dass Du da langfristig einen guten Schnitt machst?

    Balkenchart

  • mir das Risiko einer Bewegung in Einzeltiteln zu groß ist. Ich will ja keine Aktien oder dergleichen. Ich möchte meine Prämie, die ich bekommen habe vereinnahmen und somit eine der immer wieder angesprochenen 80% der Optionen die wertlos verfallen haben.

    Ich hatte ja schon weiter oben geschrieben, dass ich die Sache immer sehr konservativ angehe. Ich hätte auch Basis 4650 verkaufen können. Hier hätte ich das doppelte an Prämie bekommen. Würde mich allerdings nicht wohl fühlen. Bleibe lieber hinter großen in Sicherheit.

    Klar macht man damit nicht das Geld, aber es läuft und die Laufzeit mit einem Monat ist überschaubar.
    Seit 2005 mache ich das nun Monat für Monat und bis auf den Jan2008, wo es dann doch ein wenig brenzlig wurde, klappt es.
    Ich habe diese Strategie aus den USA von einem Trader, der die auf den S&P handelt. Dort ist seit 17 Jahren noch nichts angebrannt. Der Zeitwertverfall in den letzten 30 Tagen ist so stark, dass selbst Kursrückgänge kaum zum Anstieg der Prämien führen, wenn man weit genug entfernt ist vom aktuellen Kurs des Basiswertes.

    Man kann dies auch schön mittels der Software, die ich einsetze nachverfolgen.

    Aber ich mache mir auch nichts vor. Es könnte passieren, dass ich die Position glattstellen müsste und dabei Geld drauflege.

    Ich werde einfach mal jeden Monat die Käufe einstellen.

    Gruß
    ediric

  • Zitat

    Original von ediric
    Ich hatte ja schon weiter oben geschrieben, dass ich die Sache immer sehr konservativ angehe. Ich hätte auch Basis 4650 verkaufen können. Hier hätte ich das doppelte an Prämie bekommen. Würde mich allerdings nicht wohl fühlen. Bleibe lieber hinter großen in Sicherheit.

    Klar macht man damit nicht das Geld, aber es läuft und die Laufzeit mit einem Monat ist überschaubar.
    Seit 2005 mache ich das nun Monat für Monat und bis auf den Jan2008, wo es dann doch ein wenig brenzlig wurde, klappt es.
    Ich habe diese Strategie aus den USA von einem Trader, der die auf den S&P handelt. Dort ist seit 17 Jahren noch nichts angebrannt. Der Zeitwertverfall in den letzten 30 Tagen ist so stark, dass selbst Kursrückgänge kaum zum Anstieg der Prämien führen, wenn man weit genug entfernt ist vom aktuellen Kurs des Basiswertes.

    Man kann dies auch schön mittels der Software, die ich einsetze nachverfolgen.

    Aber ich mache mir auch nichts vor. Es könnte passieren, dass ich die Position glattstellen müsste und dabei Geld drauflege.


    Nochmal nachgefragt. Wenn Du den DAX-Put zu 4450 verkaufst und dafuer EUR 18.50 bekommst, hast Du dann die ganze Zeit EUR 4450 auf dem Konto? Dann haettest Du eine Rendite von 0.4% monatlich oder knapp 5% p.a.

    Das kann ich mir nicht vorstellen. Wieviel Kapital haeltst Du denn vor?

    Balkenchart

    Einmal editiert, zuletzt von Balkenchart (20. Juli 2009 um 20:56)

  • Ich habe pro verkauften Kontrakt 18,5 x 5 EUR = 92,5 Euro bekommen.
    Je nach dem bei welchem Broker du handelst, musst Du dafür Margin zahlen (Sicherheitsleistung). Bei IB zahle ich pro Kontakt ca. 1000 - 1500 EUR. Das richtet sich wohl nach der Vola und anderen Regeln. Verfällt die Option, weil der Kurs nicht unter 4450 gefallen ist (am Verfallstag), bekomme ich meine Margin wieder (ist die ganze Zeit auf dem Konto, allerdings gesperrt).

    Bei Aktienoptionen rechnet man allerdings anders. Hier gilt Kontrakte x Preis x 100.
    z.B. 40 Kontrakte BASF Aug08 Put 28 heute 40 x 0,27 x 100 = 1080 EUR Prämie kassiert. Das Risiko wäre mir aber zu groß.

    Gruß
    ediric

  • Zitat

    Original von Balkenchart
    Nochmal nachgefragt. Wenn Du den DAX-Put zu 4450 verkaufst und dafuer EUR 18.50 bekommst, hast Du dann die ganze Zeit EUR 4450 auf dem Konto? Dann haettest Du eine Rendite von 0.4% monatlich oder knapp 5% p.a.

    Das kann ich mir nicht vorstellen. Wieviel Kapital haeltst Du denn vor?

    Balkenchart

    Von der Rendite her müsste es passen. Durchgängiges Optionsschreiben könnte in diesen Rahmen passen. Allerdings wirst Du ja nie dein ganzes Portfolio veroptionieren, so dass längerfristig und konservativ darstellbar eine Mehrrendite von 1-3% machbar sein sollten. (natürlich ist diese Rendite nicht "risikolos").

    Wird allerdings erst richtig interessant, wenn Anleihen oder Aktienpakete als Sicherheit hinterlegt werden dürfen. Bei Bargeld als Margin sind die Opportunitätskosten natürlich nicht zu verachten.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Matze (20. Juli 2009 um 21:43)

  • Zitat

    Original von ediric
    Ich habe pro verkauften Kontrakt 18,5 x 5 EUR = 92,5 Euro bekommen.
    Je nach dem bei welchem Broker du handelst, musst Du dafür Margin zahlen (Sicherheitsleistung). Bei IB zahle ich pro Kontakt ca. 1000 - 1500 EUR. Das richtet sich wohl nach der Vola und anderen Regeln. Verfällt die Option, weil der Kurs nicht unter 4450 gefallen ist (am Verfallstag), bekomme ich meine Margin wieder (ist die ganze Zeit auf dem Konto, allerdings gesperrt).

    Bei Aktienoptionen rechnet man allerdings anders. Hier gilt Kontrakte x Preis x 100.
    z.B. 40 Kontrakte BASF Aug08 Put 28 heute 40 x 0,27 x 100 = 1080 EUR Prämie kassiert. Das Risiko wäre mir aber zu groß.

    Gruß
    ediric


    Danke, das mit dem Margin habe ich, denke ich, verstanden. Meine Frage war, ob Du das Risiko eingehen willst, die Puts zu verkaufen, obwohl sie nur teilweise durch Cash gedeckt sind.

    Z.B. passiert folgendes. Schweres Erdbeben in Kalifornien oder irgendein Irrer im Nahen Osten zuendet eine Atomwaffe. Dann ist der Dax und der ganze Optionshandel ein paar Tage ausgesetzt und dann eroeffnet der DAX bei 3000. Wenn Du die DAX-Puts mit Strike 4450 verkauft hast, stehst Du pro Kontrakt etwa bei 5 EUR*(3000-4450) = -5*1450 EUR. D.h. Dein Margin von 1500 EUR ist weg und Du schuldest dem Broker zusaetzlich noch ca EUR 5500. Das ist dann das Ende Deiner Boersentaetigkeit.

    Der stinknormale Antizykliker kratzt bei DAX 3000 alles verfuegbare Cash zusammen, pumpt sich noch was bei den Verwandten und kauft, was er kriegen kann. Dann wartet er 1,2,3... Jahre und steht am Ende vielleicht sogar im Plus.

    Schau mal hier
    http://www.turtletrader.com/pdfs/gladwell.pdf

    Gruss,

    Balkenchart

  • Interessantes PDF, aber auch Taleb's Investment-Strategie war nicht sonderlich erfolgreich und funktioniert nur in Zeiten hoher Volatilität, wie z.B. 2000 oder 2008. Genaues über die Performance der Investment-Vehikel Empirica (bis 2004) und Universa ist natürlich nicht herauszufinden; ich bin versucht, ähnliche Schlußfolgerungen zu ziehen wie die FTD über Marc Faber.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • Ich würde drum wetten, dass der Taleb mehr mit seinen Büchern verdient als mit seinen Fonds...

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  • #ederic

    Seit 2005 mache ich das nun Monat für Monat und bis auf den Jan2008, wo es dann doch ein wenig brenzlig wurde, klappt es.
    Ich habe diese Strategie aus den USA von einem Trader, der die auf den S&P handelt. Dort ist seit 17 Jahren noch nichts angebrannt.

    Ein paar Anmerkungen:

    17 Jahre ist nicht besonders lang, ich kann mich persönlich z.B. an einen Oktober im Jahr 1987 erinnern. Ausserdem ist der DAX deutlich volatiler als der SPX.


    Hier findest Du z.B. monatliche Dax Renditen über einen längeren Zeitraum (leider nur bis 2001):

    http://emilea-stat.stochastik.rwth-aachen.de/cgi-bin/WebObj…8F-785624BC126E

    Man sieht, dass es einmal -20% in einem Monat gab und zweimal was in der Nähe von -17%. Wenn Du also immer 10% aus dem Geld schreibst, hätte es Dich da schon 3 mal in 10 Jahren ordentlich zerlegt.

    Je nachdem wie schnell Du auflösen kannst, musst Du dann ganz schön lange wieder Deine 0,4% verdienen um den Break even zu schaffen. Ausserdem dürfte wohl auch einiges an Gebühren anfallen.


    Mir persönlich ist sowas eher unheimlich. Ich würde da wohl eher die Gegenposition eingehen, also momentan lieber 0,4% pro Monat opfern um dann nach unten abgesichert zu sein oder gleich die von Balkenchart vorgeschlagene Strategie mit dem guten alten Cash.

    Aber so hat halt jeder seinen eigenen Stil ;-)

    MMI

  • Zitat

    Original von memyselfandi007
    Je nachdem wie schnell Du auflösen kannst, musst Du dann ganz schön lange wieder Deine 0,4% verdienen um den Break even zu schaffen. Ausserdem dürfte wohl auch einiges an Gebühren anfallen.


    Wenn Du hebelst, wie ediric es offenbar tut, dann machst Du natuerlich mehr als 0.4% des eingesetzten Margin pro Monat. Wenn er nur das Minimum von EUR 1500 pro Kontrakt hinterlegt, sind es z.B. in der obigen Rechnung 5*18.50/1500=6.2% pro Monat oder 104% pro Jahr.

    Wer sowas ernsthaft in Erwaegung zieht, sollte auf jeden Fall das Buch und die Artikel von Edward O. Thorp zum Kelly-Kriterium lesen (mit Anekdoten zum Ende von LTCM).

    Zu Taleb: In seinen Fonds haette ich mein Geld auch nicht gesteckt. Aber ich fand das PDF interessant wegen dieses Niederhofer oder wie man den schreibt.

    Gruss,

    Balkenchart