Mechanisch investieren - Index kaufen ?

  • Sind Aktienindexzertifikate eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio ? 0

    1. Nur Strategiezertifikate (0) 0%
    2. Nur Sectorzertifikate (0) 0%
    3. NEIN (0) 0%
    4. Nur Branchenzertifikate (0) 0%
    5. JA (0) 0%

    Widerspruch oder nicht ?


    Abgesehen von Momentum- und von Sektorrotationsstrategien, die nach eigenen ( anderen ) Regeln funktionieren, ist der Kauf von Indexzertifikaten das Eingeständnis, daß die eigene mechanische Strategie nicht funktioniert oder sinnvolle Ergänzung ?

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Bei mir eher ein Eingeständnis, dass mir gerade nichts Besseres einfällt :-)


    Edit: Was ist der Unterschied zwischen einem Branchen- und einem Sektorzertifikat? Ist ein NASDAQ-Zertifikat ersteres, letzteres oder keins von beiden?

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

    Edited once, last by cktest ().

  • Ich denke als Beimischung kann soetwas wie ein ETF auf Versorger/Papierindustire oder was auch immer ganz ok sein. Allerdings jeweils nur homeopatisch!

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klaman

  • Quote

    Original von cktest
    Was ist der Unterschied zwischen einem Branchen- und einem Sektorzertifikat?


    Keiner ;(. Das kommt davon wenn man schneller schreibt als denkt. Gemeint war die Subbranche (Industrie).


    Nasdaq wäre der Index, einer der Sektoren wäre e.g. Utilities, eine der Industrien wäre dann Electric Utilities. Oder Material Sector als Branchenzertifikat mit Subbranche Papier ( andere wären Chemical, Metals & Mining ... )


    Wenn mir nichts einfällt, greife ich zu Bobls. Mit der Zeit lernt man aber den Schmerz, Geld auch einmal unverzinst liegen zu lassen, auszuhalten ;).

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Ich denke bei Indiezes vor allem an das spekulieren auf Länderebene. Wenn ich in Japan z.B. das Auf und Ab mitmachen will, das Joe in einem anderen Thread beschrieben hat, eignet sich durchaus ein Indexfond, ohne dass ich mich mit japanischen Geschäftsberichten rumschalgen muss. Die Mechanik ist dann eben 50er-Linie schneidet 200er-Linie von oben/unten.
    cktest's Argument kann ich aber auch nicht ganz von mir weisen ;-)

  • Wenn die Branchen oder Länder, die so ein Zertifikat abbildet, gerade günstig bewertet sind, könnte ich mir den Kauf durchaus vorstellen.


    Andererseits: Wenn man eigenhändig ermittelt hat, welche Länder / Branchen günstig bewertet sind, dann kann man auch gleich die attraktivsten Einzelaktien herasuspicken. Es sei denn, man verläßt sich auf externe Auswertungen wie den Länder- und Branchenspiegel von Norbert.


    Grundsätzlich macht mir der Kauf von Einzelaktien aber deutlich mehr Spaß; bei Zertifikaten hätte ich immer Angst vor dem Kleingedruckten.

    "Manchmal ist nichts zum Thema schreiben auch eine Lösung."

    nixda

  • Allgemein: Ein guter Index _ist_ eine ordentlich ausgedachte mechanische Strategie. Der kann man, so man sie überzeugend findet, natürlich folgen, indem man ein Indexzertifikat oder einen Indexfonds kauft.


    witchdream : Sicher, gerade bei Zertifikaten muss man auch aufs Kleingedruckte achten. Aber auch bei Einzelwerten gibt es Kleingedrucktes - ob nun Besonderheiten in der Satzung oder kreative Buchführung im Jahresabschluss. Mit der Lupe lesen muss mal also so oder so.

  • Ich habe (evtl. fuer den einen oder anderen ueberraschend) mit "Ja" gestimmt.
    Begruendung: Bei vielen Brokern sind die Handelsgebuhren abhaengig vom Umsatz. Mit einem (gehebelten) Aktienindex kann man ziemlich viel Index kaufen und dennoch den Tradeumsatz niedrig halten.
    Ausserdem kann man recht schnell sein Geld investieren. Jedenfalls theoretisch ein Vorteil. Man ist sich sicher (kann man sich je sicher sein?) und will von 0 auf 100% investiert sein. Dann kann man erst einmal mit der Schrottflinte auf Aktienindexzertifikate setzen. Zitat: "Lieber zu 75% richtig investiert sein, als zu 100% gar nicht." Stammt glaube ich von witch?
    Dann kann man nach und nach die Zertifikate reduzieren und sich dafuer die richtigen Aktien kaufen.
    Und dann ermoeglichen Indizes es einem Anleger mit kleinerem Vermoegen, dennoch breit investiert zu sein. Insbesondere Neulingen (unter 3 Jahre Erfahrung) wuerde ich das empfehlen. Selbst wenn das Vermoegen groesser sein sollte (weil z.B. geerbt). Zu gross ist die Gefahr viele Fehler zu machen die man Jahrzehnte spaeter noch bereut. Indizes sind meist breit angelegt.
    Branchenindexzertifikate sind dabei sicherlich schlechter als breitere Indexzertifikate.
    Will man jedoch unbedingt in einer Branche investiert sein, bei der man nicht so genau weiss wie die Einzelaktien zu bewerten sind (z.B. Goldminen, Biotechs), dann ist ein Branchenindexzertifikat zwar nicht so gut als wuerde man sich hineinknien und diesen wissensmangel beseitigen. Aber wenn man sein unwissen nicht beseitigen will, dann waere ein Branchenindexzertifikat die naechstfolgend beste Alternative.


    Gruss,
    Joe

  • Für Antizykliker verblüffend viel Hui und wenig Pfui bei dieser Umfrage.


    Dazu passend:



    "Portfolio: Hohe Zuflüsse in Indexfonds kündigen fallende Kurse an


    Verzeichnen börsengehandelte ETFs hohe Mittelzuflüsse, spricht das einer US-Studie zufolge für eine baldige Kurskorrektur. Investoren in Aktien-ETFs seien "besonders schlechte Market-Timer".


    Das stellte der Datendienstleister Trimtabs Investment Research in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung fest. Die Zuflüsse der Fonds seien daher als Kontraindikator geeignet.


    ETFs (Exchange-Traded Funds)gehören für den Finanzsektor zu den wenigen Erfolgsgeschichten der vergangenen Krisenjahre. Inzwischen verwalten die Anbieter über 1000 Mrd. $ (750 Mrd. Euro) , der Großteil davon steckt in Aktien-ETFs. Der Trimtabs-Studie zufolge korrelieren die Zuflüsse in Aktien-ETFs und der Leitindex S&P 500 negativ. Das heißt: Fließt vergleichsweise viel Geld in ETFs, fällt kurz danach der Index - und andersherum. Der Analyse zufolge korrelieren außerdem Zuflüsse in Short-ETFs, mit denen Anleger auf fallende Kurse wetten, positiv mit dem S&P 500.


    "ETF-Investoren sind ein hervorragender Kontraindikator", sagt Vincent Deluard, globaler Aktienstratege bei Trimtabs. "ETF-Anleger liegen bei ihrer Anlagesteuerung in beide Richtungen extrem falsch." Er meint, viele von ihnen träfen zu emotionale Entscheidungen und seien schlecht informiert. In den USA sind ETFs besonders bei Privatanlegern und sehr kurzfristig orientierten Investoren beliebt.


    Fondsmanager, die mithilfe computergesteuerter Modelle anlegen, wissen die Bedeutung von Mittelbewegungen schon lange zu schätzen. Die Fondsdaten fließen oftmals als Parameter in ihre Systeme ein. Auch sie werten steigende Zuflüsse als ein Zeichen für eine baldige Korrektur am Aktienmarkt.


    Die Trimtabs-Analyse ist verblüffend schlicht: Sie vergleicht die Zuflussdaten von Aktien-ETFs in einem bestimmten Zeitraum - etwa innerhalb eines Monats - mit der Performance des S&P 500 im Folgemonat. Der Vergleich wurde bis ins Jahr 2000 zurückgerechnet.


    Basierend auf der Erkenntnis konstruierte Deluard ein eigenes Anlagemodell: Er vergleicht die Zuflüsse in Aktien-ETFs auf Sicht von 45 Tagen mit den langjährigen Durchschnittszuflüssen. Liegt das 45-Tage-Mittel unter dem langjährigen Schnitt, investiert er - und andersherum. Mit Erfolg: Seit Jahresbeginn kommt Deluards Modell auf ein Plus von rund 20 Prozent - und schneidet damit deutlich besser ab als der S&P 500, der seither nur sieben Prozent gewonnen hat.


    Quelle: FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND"

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Die NZZ bringt gerade verschiedene Artikel, in denen Value nicht so gut wegkommt. Stattdessen wird Momentum empfohlen:

    https://www.nzz.ch/finanzen/fo…ssten-renditen-ld.1485573

    https://www.nzz.ch/finanzen/fo…alue-investing-ld.1499357

    Hab ich neulich auch in nem Kaffeehaus in Wien gelesen, NZZ in Papierform, herrlich. Den ersten Link, das ist ja von Mai.


    Ich weiß nicht, ich find das ganze eher fragwürdig. Wer definiert da wie was? Es gibt nicht mal eine übereinstimmende Meinung was Value ist, etc. In deren Liste z.B., kommt Value schlecht weg, wohingegend Carry gut dasteht. Für manche heißt Value Dividenden-Aristokraten, also Carry. Für andere geht's um Buchwerte etc. und das scheint auch deren Definition zu sein. Dass das dann nicht sonderlich gut dasteht wundert mich weniger. Ich denke aber wenn man sich auf die wesentlichen Punkte konzentriert, Gegensatz Preis vs. Wert und vor allem Sicherheitsmarge, ist das schon anders. Es geht ja eh letztlich alles nur um den Ansatz bei der Ermittlung des Wertes. Wenn jemand (und das machen ja viele) solche Firmen höher bewerten, die stabil und regelmäßig wachsen bzw. ihre Gewinne steigern, dann ist das wohl auch zugleich eine Momentum-Strategie, denn Aktien solcher Firmen wird man höchst selten gegen einen Aufwärtstrend kaufen können. D.h. wenn die mal nach unten gehen und man kauft geht das langfristige Momentum ja wohl trotzdem nach oben.


    Also, kurzum, ich weiß nicht, ich denke man kann das kaum beurteilen ohne deren Definitionen zu kennen, etc. Oder? Und die meisten Abgrenzungen sind doch wohl fließend.

    When a management with a reputation for brilliance tackles a business with a reputation for bad economics, it is the reputation of the business that remains intact.


    W. B.


    Investment is most intelligent when it is most businesslike.


    B. G.