ETFs - eine tickende Zeitbombe ?

  • Bislang habe ich zu Freunden ohne großen Finanzhintergrund immer gesgat: Kauf Dir einen Index ETF bzw. einen Sparplan, das ist die beste, günstigste und sicherste Art in Aktien zu investieren.

    Dann war ich schon etwas überrascht, als ich gelesen hatte, dass in den SWAP Etfs eigentlich nur Japanische Aktien drin sind und in Europäische Indizes geswapped werden. Immerhin gibt es ja noch ETFs mit wenigen oder keinen Swaps

    Und jetzt das:

    http://ftalphaville.ft.com/blog/2010/09/1…n-etf-collapse/

    Take the SPDR S&P Retail ETF (NYSE: XRT) as an example. The number of shares short was nearly 95 million at the end of June, while the shares outstanding of the ETF were just 17 million. The ETF was over 500% net short! Or to look at it from another perspective, the ETFs operator, State Street Global Advisors, believed that there were 17 million shares of the SPDR S&P Retail ETF in existence and owned shares in the S&P Retail Index portfolio to underlie those 17 million ETF shares. But, in the marketplace there were another 95 million shares of the ETF owned by investors who had purchased them (unknowingly) from short sellers

    So ganz habe ich es ehrlich gesagt noch nicht verstanden, aber anscheinend kann man ETFs leer verkaufen ohne sich die Anteile vorher zu leihen. Damit entsteht ein irrisinnger Hebel. Der jeweilige Käufer weiss nicht, ob er einen "echten" ETF hat oder einen aus der Luft von einem Hedgefonds "geschaffenen" ETF.

    Mich würde mal interessiern ob sowas in Europe auch möglich ist. Als Shortseller ist das natürlich super, man muss keine Leihgebühren abdrücken und kommt anscheinend nie in die Gefahr eines Short Squeezes.

    Lt. dem Artikel funktioniert das so:

    Because of explosive short interest in some ETFs, owners of ETF shares often far outnumber the actual ownership of the underlying index equities by the ETF operator. One might ask how that can be possible, but the creation and redemption mechanisms inherent to ETFs mean that short sellers need not be concerned about the availability of shares outstanding when they sell an ETF shortsince they can always create new shares using creation units to cover short positions in ETFs in the future. In essence, there appears to be no risk to being naked short an ETF since the short seller can always create to cover.

    Anscheinend können die SHort seller (gegen Zahlung von Cash) recht einfach "echte" neue Zertfikate bekommen um Sie dann im Falle des Falles "Liefern" zu können.

    Wenn da was schief gehen sollte, ist die Frage wer in die Röhre schaut.

    Who gets left holding the bag? Is it the retail account holders who own defunct shares in a closed ETF? The prime brokers that were counterparties to all those short sellers? The hedge funds that sold non-existent shares in an ETF assuming they could always be created another day? The ETF operator? Or the Federal Reserve?

    hmmm, solange das nicht klar ist, werde ich erstmal keine Indexfonds mehr empfehlen....

    MMI

  • Das ist richtig:

    Allerdings kann man mit relativ einfachen Mitteln "sichere" ETF's erwerben.

    Alle Swap-basierten ETF's werden von Gesellschaften mit Investmentbank-Hintergrund ausgegeben: bspw. Deutsche Bank DBX-Trackers.

    Bei uns in der Bank bieten wir ausschließlich Ishare's ETF's an. (obwohl wir daran 0,0% verdienen) Ishares bietet sowohl voll replizierende (also mit tatsächlicher Aktienhinterlegung) als auch SWAP-basierte ETF's an. Die Swap-basierten haben in der Regel eine günstigere TER von 0,15% oder so die voll replizierten eine von ~0,51%.

    Das schöne: bei Ishares steht fett "SWAP" im Namen, wenn es ein Swap ist.

    Für "unbedarfte" Bekannte zöger ich also nicht, Eurostoxx, DAX, MDAX oder auch MSCI World (das hat wiederum eigene Probleme) IShares ETF's zu empfehlen. Bei allem anderen in Richtung UlraShort/Ultralong etc.etc. bin ich sehr sehr skeptisch...

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • hallo Matze,

    bist DU Dir sicher, dass die Ishares ETFs nicht geshorted weden können bzw. wo kann mandas nachfragen ?

    Das im Artikel beschriebene Problem kann ja auch mit "normalen" ETFs auftreten.Wenn die Fondsgesellschaft das "naked shorting" erlaubt, kannst Du nie wissen, ob DU einen "echten" Fondsanteil hast oder nicht.


    MMI

  • Zitat

    Original von Matze

    Bei uns in der Bank bieten wir ausschließlich Ishare's ETF's an. (obwohl wir daran 0,0% verdienen) Ishares bietet sowohl voll replizierende (also mit tatsächlicher Aktienhinterlegung) als auch SWAP-basierte ETF's an. Die Swap-basierten haben in der Regel eine günstigere TER von 0,15% oder so die voll replizierten eine von ~0,51%.

    Das schöne: bei Ishares steht fett "SWAP" im Namen, wenn es ein Swap ist.

    @ Matze:

    Ich bin jetzt seit ein paar Jahren hier im Forum aktiv.

    Ich verstehe trotzdem Null-komma-Null, was ein Ishare ist, oder ein (eine?) TER oder was voll repliziert heißt oder SWAP-basiert.

    Du bist in der Realität ("IRL") ein netter Mensch, der sich verständlich ausdrückt.

    Deshalb wage ich es zu behaupten, dass zwischen der "Finanzindustrie" (da musst du oder Norbert jetzt mal den Kopf hin halten...) und "interessierten Laien" (wie mir) mittlerweile unüberbrückbare Verständigungsprobleme existieren.

    Zumindestens, wenn es um finanzielle "Produkte" geht.

    Ich bin da mittlerweile geradezu stolz darauf, bei meinen Investments ein paar nachvollziehbare Hausfrauenregeln zu beachten. Nach dem Motto: Warum kompliziert, wenn's auch einfach geht.

    Vielleicht sollte die "Finanzindustrie" mal versuchen, minimalen Kontakt zu ihren Kunden zu halten.

    Dies nur als Anregung, bevor dein Laden und deine Möchte-Gern-Kollegen voll ins New-Speak-Nirvana abdriften.

  • #witchdream,

    - ISHARE ist der Name einer "Familie" von börsengehandelten Indexfonds (also z.B.IShares DAX etc.)
    - TER heisst Total Expense Ratio, also de gesamten Kosten pro Jahr des Fonds
    - Swap basiert: ein paar Anbieter sind auf den Trichter gekommen, dass es aus diversen Gründen interessant sein kann, statt den Aktien des DAX für einen entsprechenden Indexfonds z.B. Japanische Aktien zu kaufen und in den DAX Index mit einem Derivat zu "swappen".U.a.spart man sich so einen Teil der Kapitalertragssteuer. Das heisst man hat plötzlich statt Dax Aktien ganz was anderes im Dax Indexfonds und das mag nicht jeder.

    Was Du ansprichst ist allerdings korrekt, auch ich selber bin wahrscheinlich ähnlich gepolt wie MAtze. Aber gut, dass Du "uns" mal zur Vernunft rufst......


    MMI

    Einmal editiert, zuletzt von memyselfandi007 (20. September 2010 um 08:10)

  • Hihi jau Witchdream hat schon Recht!

    MMI hat ja alles im Grunde erklärt. Der "haarige" Punkt - das Swappen ist den meisten Kunden und auch Beratern! aber überhaupt nicht bewusst.

    Daher sitze ich ja in einer Abteilung die den Beratern sowas vom Leib halten soll und nicht direkt vorm Kunden ;D

    Zur TER (auch ein Kapitel für sich) ist zu sagen:
    Durchschnittliche Fonds haben eine TER von 1,5% bis 2,5% also Kosten von 1,5 bis 2,5% im Jahr. (Dabei enthält die TER aber zum Beispiel keine Transaktionskosten für Wertpapiere)

    ETF's unterscheiden sich teilweise hinsichtlich dieser Kosten. Die "geswappten" können "billiger" dargestellt werden als die voll replizierenden. Ist die Frage was einem wichtiger ist: 0,15 statt 0,51% Kosten pro Jahr oder das SWAP-Risiko.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

    3 Mal editiert, zuletzt von Matze (20. September 2010 um 12:42)

  • #matze,

    eine kleine Anmerkung: Mir geht es hier nicht um das Swappen sondern um die "sythetische" Erschaffung eigentlich nicht existierender ETF Anteile.

    Bei der Deutschen Bank habe ich folgendes gefunden:

    http://www.dbxtrackers.at/DE/binaer_view.asp?binaernr=146

    Exchange Traded Funds (ETFs), Teil 5
    Auch das Shorten ist möglich
    In den bisherigen Folgen haben wir uns die Einsatzmöglichkeiten und die Vor- und Nachteile zu
    andern Anlageprodukten angeschaut. Im letzten Teil unserer Serie gehen wir auf den Handel
    von ETFs ein.
    Permanente Liquidität Handelsaffine Investoren wie Hedgefunds und Daytrader lieben ETFs.
    Hauptgrund hierfür ist der so genannte Creation und Redemption Prozess. Hierbei können
    Market Maker direkt bei der Fondsgesellschaft ETFs zum jeweiligen Nettoinventarwert kreieren
    oder zurückgeben. Somit kann jeder Broker oder je Bank sich als Market Maker für ETFs
    verpflichten und Liquidität zur Verfügung stellen. Durch diese Flexibilität können die Market
    Maker theoretisch unendlich Liquidität bereitstellen.
    Somit ist es nicht verwunderlich, dass es für
    mache ETFs mehr als zehn Market Maker gibt und Hedgefunds sich einfach dort die Produkte
    ausleihen, falls sie einen Index/ Markt verkaufen wollen. Dies führt nicht selten dazu, dass ETFs
    meist immer unter den Top Ten der gehandelten Werten einer Börse sind, da sie extrem
    liquide Finanzprodukte darstellen. Durch die permanente Liquidität der ETFs ist das
    Shortgehen kein Problem.
    Win Win Situation beim Shorten von ETFs Interessant ist die Tatsache, dass wir beim
    Shorten eine Situation haben, in der alle Beteiligten profitieren. Der Verleiher der ETFs (ein
    Market Maker oder eben der Besitzer) finanziert die Verwaltungsgebühr für seinen Bestand und
    der Leihenehmer kann sein Portfolio günstig absichern. Der Verleiher kann die jährliche
    Verwaltungsgebühr des ETF reduzieren oder über die Leihgebühr sogar überkompensieren, die
    20 bis 250 Basispunkte betragen kann. Für den Leihenden lassen sich mit ETFs hervorragende
    Short-Szenarien abbilden. Um ein Portfolio abzusichern, dass dem MSCI USA-Index entspricht,
    muss nur die entsprechende Zahl an Anteilen auf den MSCI USA verkauft werden. Beim Core
    Satellite- Ansatz können z.B. Regionen über ETFs abgedeckt werden und Branchen, die der
    Anleger für uninteressant in der jeweiligen Region hält, entsprechend über Branchen- ETFs
    verkauft werden. Ferner kann in bestimmten Ländern über den entsprechenden Verkauf eines
    ETFs eine Short Position eingegangen werden, in denen ein Leerverkauf einzelner Aktien
    verboten ist oder kein Future- Kontrakt zur Verfügung steht. Außerdem stellen ETFs meist eine
    bequeme Alternative zu Future-Kontrakten dar, denn es entstehen keine Roll-Risiken und auf
    Margin Accounts kann verzichtet werden. Für ETFs spricht auch, dass es teilweise schlichtweg
    keine Future- Kontrakte auf verschiedene Länder-, Branchen- oder Index- Strategien gibt. Mehr
    zum Thema Exchange Traded Funds finden Sie auch im Internet unter https://www.antizyklisch-investieren.com/www.dbxtrackers.com


    Um es nochmal ganz deutlich zu sagen:

    Du kaufst Dir einen ETF (egal ob Swap oder normal) der gar nicht "real" existiert, weil er nicht von der Fondsgesellschaft ausgegeben wurde, sondern durch einen Leerverkauf "kreiert" wurde. Das ist m.E. eine Rieensauerei, da diese Anteile NICHT durch Wertpapiere gedeckt sind..

    Deutsche Bank ETFs fallen somit schon mal komplett raus aus dem Universum.

    MMI

  • Ich habe gerade nochmal mit Ishares gesprochen.

    Bei Ishares ist es so, dass die jeweiligen Market-Maker auch "Createn" - also einen ETF erschaffen können. Dies können Sie allerdings nur, wenn Sie die Aktien physisch im Buch haben und im Zuge der "Creation" an das Sondervermögen (also den ETF) übereignen.

    Bei voll replizierenden (zumindest) Ishares sollte das oben angesprochene Problem also nicht auftreten, da die Aktien bei der Erschaffung tatsächlich übereignet werden.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Matze,

    danke für die Info. Hast Du gefragt, wie die Fristen sind, d.h. muüssen Sie nach dem "createn" sofort liefern oder gibt es da "Spielraum" ?

    MMI

  • Zitat

    Original von memyselfandi007


    Um es nochmal ganz deutlich zu sagen:
    Du kaufst Dir einen ETF (egal ob Swap oder normal) der gar nicht "real" existiert, weil er nicht von der Fondsgesellschaft ausgegeben wurde, sondern durch einen Leerverkauf "kreiert" wurde. Das ist m.E. eine Rieensauerei, da diese Anteile NICHT durch Wertpapiere gedeckt sind..


    MMI,

    soweit ich den Text von der Deutschen verstehe, geht es aber nur um das Ausleihen von existierenden Einheiten des ETF, also ganz normales und nicht-nacktes shorten.

    Ich gehe immer noch davon aus, dass Du in Deinem deutschen Depot als Kleinanleger gar keine 'virtuellen' Einheiten haben kannst, weil Dein Kauf an der Boerse immer ueber die Clearingstelle geht.

    Anders kann das in einem Depot sein, bei dem Deine Wertpapiere nicht im Sondervermoegen liegen, sonden bei dem Du einfach eine Forderung gegen den Broker hast. Das ist z.B. bei US-Margin-Konten der Fall, wenn Du einen Wertpapierkredit in Anspruch nimmst. In diesem Fall muss der Broker das Wertpapier nicht wirklich kaufen und beiseitelegen (segregated funds), sondern er kann seine Verpflichtung Dir gegenueber irgendwie anders hedgen, z.B. indem er ein nackt-geshortetes Papier direkt von einem Hedge-Fonds kauft.

    Wenn Du ueber Deine Bank in Deutschland ein an einer US-Boerse notiertes Paper kaufst, weiss ich nicht, wie das gebucht wird. Guck mal im Depotauszug unter 'Verwahrart' nach - vielleicht kann man daraus etwas schliessen.

    Zumindest bei einigen Direktbanken im UK steht auch im Kleingedruckten, dass Deine Wertpapiere nicht in einem Sondervermoegen liegen, sondern dass Du nur eine Forderung gegen den Broker hast, d.h. sie koennen es theoretisch auch einfach bleiben lassen, Deine Aktien zu kaufen, solange sie Dir Cash geben koennen, falls Du verkaufst. Genauso wie die 'bucket shops' im Buch ueber Jesse Livermore, 'Reminiscences of a stock operator'.

    Balkenchart

  • Ach ja kleiner Nachschub:

    Die Aktien im Bestand des Sondervermögens bei Ishares werden verliehen. Damit werden Erträge generiert die zu 80% den Kunden zufließen und die TER wieder drücken. In 2009 waren die Erträge aus Wertpapierleihe so hoch, dass sie effektiv die 0,50% TER rausgehauen haben.

    Die Besicherung der Wertpapierleihe geschieht über Staatsanleihen und Co und ist lt. Ishares immer zwischen 105 und 112% besichert. Es hat da noch nie ersthafte Probleme gegeben.

    Bei Fristen mit dem Createn gehe ich nochmal auf unseren Ishares-Mann zu...

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Hallo Balkenchart,

    danke für die Info. Allerdings werden m.E. Fonds nicht über eine Clearingstelle gehandelt sondern immer nur bei der entsprechende Depotbank umgebucht.

    Fonds sind ja keine Wertpapiere im klassischen Sinn wie Aktien oder Renten die in Clkearstream hinterlegt sind. Sonst würde ja auch die "Kreierung" nicht so einfach funktionieren

    Selbst wenn man einen "echten" ETF hat, kann das Problem natürlich immer noch auftreten wenn es genügend "synthetische" gibt und die vorher das Geld aus dem ETF absaugen.

    Mir ist das alles insgesamt noch ziemlich unheimlich.

    Margin Accounts sind wie Du aber richtig anmerkst in jedem Fall ein absolutes "No go". Deshalb habe ich auch meinen Saxo Bank account wieder still gelegt.

    Blöd ist, dass man bei uns (anders wie in USA) den Short interest nirgends sehen kann. Statt blöden Verboten sollte man lieber mal ein bischen an der Infrastruktur arbeiten.

    #Matze,

    wenn ich das mit der Wertpapierleihe wieder höre kommt mir schon wieder das K....

    Warum kann ich nicht einfach einen Aktienkorb kaufen wo einfach nur die Aktien drin sind und nicht irgendwelche besch.... Leihesicherheiten ?

    Im Worst Case kaufe ich mir also

    - einen ETF, wo die ausstehenden Anteile nur zu einem kleinen Prozentsatz durch tatsächliche Assets gedeckt sind
    - der statt der Indexaktien Aktien geswapte Japanische Aktien enthält
    - und die Japanischen Aktien noch gegen Griechische Staatsanleihen verliehen sind

    ne ne ne, da kaufe ich mir lieber die einzelen Papiere. Allerdings bin ich mir gar nicht sicher, ob nicht plötzlich meine Deutsche Direktbank anfängt diese aiere zu verleihen.

    MMI


    MMI

    Einmal editiert, zuletzt von memyselfandi007 (20. September 2010 um 22:15)

  • Zitat

    Original von memyselfandi007
    Margin Accounts sind wie Du aber richtig anmerkst in jedem Fall ein absolutes "No go". Deshalb habe ich auch meinen Saxo Bank account wieder still gelegt.


    Wie ist das eigentlich bei IB/Lynx? Dort gibt es doch auch normale und Marginkonten (mit denen Termingeschäfte möglich sind). Lynx schreibt aber, daß es sich um Sondervermögen handelt (http://www.lynxbroker.de/absicherung.php).

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Hallo Winter,

    bei einem Cash-Konto muessten alle Wertpapiere 'segregated' sein. Bei einem Margin-Konto sind, soweit ich das verstanden habe, auch erstmal alle Wertpapiere segregated.

    Aber falls Du einen Wertpapierkredit in Anspruch nimmst oder falls Deine Aktien dem Broker gegenueber als Margin fuer ein Termingeschaeft dienen, dann wandern die Papiere von 'segragated' in das Konto des Brokers und Du hast eine entsprechende Forderung gegen den Broker. Das ist ja auch zu erwarten, wenn die Papiere als Sicherheit dienen sollen.

    Balkenchart

  • auf Kid Dynamites Blog:

    http://fridayinvegas.blogspot.com/2010/09/etf-lesson-part-i.html

    Interessant ist auch die daran anschliessende DIskussion,die allerdings etwas esoterisch wird.

    Einer der Kommentatoren meint, dass die Marketmaker 1 Woche Zeit hätten, nach dem "Createn" den Aktienkorb an den Fonds zu lieferen.

    Bei dem Beispiel in den Kommentaren ganz am Schluss geht es darum, dass in bestimmten Fällen über eine ganze Reihe von Schritten Underlying und Fondsanteile wieder in Einklang gebracht werden müssen.

    Nach Kid Dynamite ist das alles kein Problem, aber wenn in der Kette einer ausfallen sollte, dann dürfte das Schwierigkeiten geben.

    MMI


    Edit: Das ist der interessanteste Beitrag in der Diskussion auf dem Blog:

    1:46 AM
    wcw said...

    Well, not necessarily. Sometimes Ma and Pa Kettle are net long, but the APs (generally around index rebalancing time) do not want to own shares issued by the trust. APs may and do redeem without needing to borrow shares, since they are allowed to be short for a week or so. Occasionally, this process goes to extremes large enough to worry ETF sponsors. Ask your friends who work for Ishares. They may be able to tell a story or two. Or just look at a longer-term chart of IWM.SO and look for its couple forays down near zero.

    This is deeply inside baseball, of course, and in no way threatens the installed base of assets or the attendant ETF. But it can get pretty weird if you're running the thing. Actually hitting zero assets and shares is something you would prefer to avoid.

    3 Mal editiert, zuletzt von memyselfandi007 (22. September 2010 um 07:56)

  • Zitat

    Original von memyselfandi007
    Einer der Kommentatoren meint, dass die Marketmaker 1 Woche Zeit hätten, nach dem "Createn" den Aktienkorb an den Fonds zu lieferen.


    Zumindest früher (ich weiß nicht, ob das heute noch so ist), gab es in London neben den Trading Date auch das Settlement Date, zu dem ich die Stücke liefern musste. Zwischen diesen Tagen war man dann in der Lage naked short zu gehen, denn die Settlement Dates waren feste Tage alle 2(?) Wochen.

    Bei offenen Fonds dürfte das Shorting-Phänomen damit zusammenhängen, dass ich theoretisch zu beliebigen Zeitpunkten eine beliebige Menge Gelde einzahlen und damit quasi beliebig Fondsanteile generieren kann. Der Fonds müsste aber dann die realen Indexaktien kaufen. Ob aber jedes Fondsmanagement in der Praxis in beliebigen Mengen Geld akzeptiert, mag ich mal bezweifeln.

    "Die Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers"

    (Kurt Tucholsky)

    2 Mal editiert, zuletzt von nixda (22. September 2010 um 08:26)

  • Das ist dann wie in 2008 als die Indexfonds schon mehr von den VW Staemmen hatten, als ueberhaupt im Umlauf waren (das ging natuerlich nur, weil sie ihre Bestaende gleich wieder an Short-Seller verliehen hatten).

    In den USA und im UK ist Settlement bei Aktien T+3. Bei uns in Deutschland offenbar T+1.

    Balkenchart

  • hallo nixda,

    ja,die Differenz zwischen Value Date und Settlement Date ist wohl ein wichtiger Punkt.

    Ein Hedgefonds kann vmtl. zuerst shorten und dann innerhalb dieser Frist zurückkaufen, ohne dass tatsächlich in den Fonds eingeliefert werden muss.

    In Zeiten von "High Frequency Trading" Algorithmen nicht ganz so beruhigend.

    Ich denke mal, dass das ein Problem von kleineren SPezial ETFs sein kann. Di egrpßen Dickschiffe dürften prinzipiell OK sein.

    MMI

  • Einen Link auf einen langen Artikel zum Thema ETFs (und andern verbunden Themen) findet man hier:

    http://paul.kedrosky.com/archives/2010/…bad_for_th.html

    Zitat:

    "The other, less well-recognized
    danger is that ETFs could be caught in a short squeeze should investors for any
    reason decide they want to cover their short positions. For reasons we outline below,
    ETF sponsors could then be exposed to the risk that the cash they have collected will
    be insufficient to cover the cost of purchasing the rising cost of the securities that
    comprise their indexes. The failure of one or more ETFs in such a circumstance could
    easily trigger a run on other similarly situated ETFs, in turn leading to a marketwide
    panic."


    MMI