@ Vinas:
Ich hatte ja im Goldstandardthread versprochen, Punkt für Punkt auf deinen vorletzten Beitrag zu antworten. Weil letzterer ziemlich viele Einzelpunkte enthält, mache ich das lieber in einem separaten thread, um den Goldstandard-Thread nicht zu zerhacken.
Also, dein Beitrag war:
ZitatAlles anzeigenOriginal von vinas
caedmon,
Es geht nicht um Nostalgie sondern darum ein erwiesenermaßen untaugliches System gegen ein erwiesenermaßen auf Dauer funktionsfähiges zu ersetzen.
Bei dir oder bei mir?
Eine Realbill hat einige Charakteristiken eines Futures auf Gold. Deswegen nenne ich sie hier einfach mal so. Eine Realbill hat auch einige Charakteristiken eines Wechsels. Deswegen nennst du sie ständig so.
Aber ich gebe zu daß ich bei meinem Gedankenexperiment (Müller erbringt Pfand für Überlassung der Realbill an die Clearingstelle) etwas zu kreativ war. Aber darauf hatte ich ja explizit hingewiesen, daß ich da am Phantasieren bin:
Danke für das Kursangebot. Herrn Fekete hattest du ja auch schon mal zur wirtschaftlichen Grundlagenschulung eingeladen. Da fühle ich mich ja jetzt in ehrenwerter Gesellschaft. Aber ich muß leider doch dankend ablehnen, denn Wechsel waren zu meiner Schulzeit noch Lehrstoff. Dafür versuchte uns damals keiner das Hirn zu waschen indem er uns erzählte Geld müsse keinen Wert haben.
An anderer Stelle verweist Fekete explizit auf die Future-Charakteristik von Real Bills. Die Quelle kann ich leider nicht mehr finden. Ist ja aber auch nicht nötig, da die Parallele offensichtlich ist.
Dann wollen wir doch nochmal Herrn Fekete persönlich zu Wort kommen lassen:
http://www.thedailybell.com/374/Antal-Feke…-Doctrine.html:
Punkt [2] ist mE. zeigt eine Lösung für die von dir gesehene Problematik der mangelnden Automatisierbarkeit des Einsatzes von Realbills als Geld. Nämlich folgenden: neben Gold dienen den Banken Realbills als weitere mögliche Deckung ihres Geldes. Nun ist das zugegebenermaßen aufwändiger und kostenträchtiger als die gegenwärtige Praxis des Geldschöpfens aus dem Nichts. Aber es hat den Vorteil daß es ein seriöses Geschäft ist und nicht Betrug so wie ersteres. Die damit verbundenen Kosten deckt die Bank mit dem Diskont mit dem die Realbill bei ihr eingereicht wird.
Punkt [1] ist eigentlich genau das Modell das Balkenchart schon desöfteren erwähnt hat. Wobei er davon ausging, daß hier eine feste Bezugsgröße wie z.B. 2/3 Golddeckung und 1/3 Realbilldeckung etabliert wäre. Hierfür sehe ich ehrlich gesagt keine Notwendigkeit. Vielleicht kann mir ja jemand erklären warum das nötig sein sollte?
Ganz ehrlich: nicht nur an dieser Stelle sondern auch bei deinen Überlegungen zum Goldpreis der sich einstellen würde wenn die Zentralbanken wieder dazu übergehen würden ihr ungedecktes Geld mit etwas realem zu unterfüttern drängt sich mir der Eindruck auf daß das Mainstreamgequatsche bezüglich unseres betrügerischen Währungssystems deine Begriffswelt ganz schön verwirrt hat. Dadurch daß man Begriffe einfach übernimmt die unter einem ehrlichen Währungssystem entstanden waren versucht man sich den Anstrich der Seriösität zu geben. Und, wie dein Beispiel zeigt, offenbar mit Erfolg.
Selbstverständlich muß ein normaler Kredit durch Ersparnisse gedeckt sein. Unter ehrlichen Geschäftspartnern sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. Daß unter unserem aktuellen betrügerischen Währungssystem der Vorgang daß eine Geschäftsbank aus dem Nichts Fiatmoney hervorzaubert und diesen gegen Zinsen verleiht ebenfalls als normale Kreditvergabe bezeichnet wird zeigt zu welchem Orwellschen Newspeak wir diesbezüglich bereits verkommen sind. Dieser Vorgang ist nämlich keine normale Kreditvergabe sondern identisch mit dem betrügerischen Vorgehen der Goldschmiede seinerzeit als sie das bei ihnen hinterlegte Gold hinter dem Rücken deren Eigentümer verliehen.Ein weiteres Beispiel:
Die 15300 ist eine auf vernünftigen Überlegungen von Balkenchart errechnete Zahl. Zu welchem Preis die Notenbanken das Gold das sie vor ein paar Jahren für 300$ verscherbelt haben wieder zurückkaufen müssen wäre aber nicht das Ergebnis von Rechenkünsten sondern das würde sich auf dem freien, unmanipulierten Markt herauskristallisieren. Der heutige Goldpreis ist eine Marktmanipulation bedingt durch die willkürliche Festlegung von ungedeckten Papierfetzchen als gesetzliche Zahlungsmittel. Sobald man diese Manipulation aufhebt wird sich ein fairer Tauschwert zwischen Fiatmoney und Gold auf dem Markt einstellen.
Nochmal Newspeak. Es würde kein Experiment gestartet sondern endlich das katastrophale Experiment der weltweiten Einführung von Fiatmoney beendet und zu einem bewährten System zurückgekehrt.
So wie sich das unter anständigen Menschen gehört würde man das aus Erspartem finanzieren und nicht durch die Ersparnisse der wehrlosen künftigen Generationen wie man das heute aus einer Mischung aus Bequemlichkeit, Verantwortungslosigkeit und krimineller Energie tut.
In einem ehrlichen Währungssystem ergibt sich dieses Problem nicht. Da wird man froh sein wenn man sich die Kosten und das Risiko der Aufbewahrung unterm Kopfkissen ersparen kann. Ein weiteres Beispiel wie deine Wahrnehmung durch die aktuelle Praxis eines betrügerischen Währungssystems verzerrt ist.
Die Vorstellung halte ich für absurd. Gefahr von kriegerischen Auseinandersetzungen wegen lebenswichtiger Ressourcen ja. Aber wegen Geld das man erst mühseelig aus der Erde butteln muß um es dann zur Bezahlung für dieser Rohstoffe zu verwenden? Absurd.
dev,
Da irrst du aber gewaltig! Aber ich hab jetzt keine Lust auch noch darauf einzugehen. Vielleicht denkst du ja selber noch mal in Ruhe drüber nach.
witchdream,
Ist die Verwirrung durch die Gewöhnung an ein zentralplanerisch verwaltetes Währungssystem schon so groß daß man sich gar nichts anderes mehr vorstellen kann als einen von den Zentralplanern festgelegten Preis? Das wäre natürlich unsinnig. Man wird sehen welcher Preis sich ergibt wenn die Marktmanipulation gesetzliches Zahlungsmittel beseitigt wird.
Unsinn. Die Preise in echtem Geld (Gold) gerechnet würden sich überhaupt nicht verändern. Es käme nur der durch die Marktmanipulation gesetzliches Zahlungsmittel aufgestaute Abwertungsdruck des Fiatmoney zum Tragen. Aber dagegen kann man sich ja schützen. Wie du andernorts selbst erwähnt hast ist es ja heutzutage leichter denn je sein Geld in Gold zu tauschen. Wer dies zu den künstlich niedrig gehaltenen aktuellen Marktpreisen nicht macht ist selber schuld.
Newspeak! Statt künstliche Aufwertung heißt es korrekt Marktpreis.
Weginflationieren ist das Newspeakwort mit dem der betrügerische Vorgang bezeichnet wird bei dem sich Schuldner ihrer Verpflichtungen zulasten Unbeteiligter entledigen.
Die sind nicht zu vermeiden! Erst hat man schon unter Verschleuderung von Volksvermögen in historisch nicht gesehenem Ausmaß angeblich systemrelevante Banken gerettet. Jetzt wird noch mehr verschleudert um auch noch runierte Staaten am Tropf zu halten. Kein Wunder daß du erschrickts was für ein Preis für echtes Geld sich einstellen würde sobald man mit diesem Unsinn aufhört.
Balkenchart,
Die momentane Lösung der Notenbanken (QE) ist gerade dies zu fördern.
Winter,
Bravo! Richtig erkannt. Nicht die Zentralplaner die dabei sind uns in den Ruin zu treiben sollten das bestimmen sondern freie Marktteilnehmer.
Winter versucht sich in Dialektik
Siehe mein weiter oben in diesem Beitrag eingestelltes Zitat von Fekete. Das ist die Lösung für dieses vermeintliche Problem.
Das übliche Blahblah das in die Krise geführt hat und diese begleitet. Naja, von dir konnte man kaum was anderes erwarten.
Wie schön daß du dich jetzt wieder an den Namen deines Grundschullehrers erinnern kannst. Der wird aber stolz auf dich sein!
Noch eine neue Variante in deiner neuen Disziplin Zitate zu verfälschen: richtig zitieren und falsch übersetzen! Das wird ja immer besser.
Das war kein Angriff meinerseits in deinem Stil sondern die Reaktion darauf daß du schriebst du hättest den Beitrag zu dem du dich äußerst nur teilweise überflogen. Wenn das dein Diskussionsstil ist, dann pinkle nur ruhig weiter in die Hose.
Derartige Eigeninitiative ist bei Freunden des Fiatmoney nicht beliebt. Man möchte vom Staat rundum versorgt sein dafür gesteht man ihm auch zu die Allgemeinheit zu berauben. Besser man ist nur davon anteilsmäßig betroffen als voll aufgrund seiner eigenen Fehlentscheidungen.
Der erste Punkt ist die Frage, ob eine real bill ein Wechsel ist oder ein Future.
Fekete selbst - auf den du dich ja ausschließlich bei den real bills beziehst - bezeichnet real bills immer wieder als "Wechsel" oder spezifischer als "kurzlaufende, auf Gold gezogene Wechsel", "in Gold fällige Wechsel", oder "goldgedeckte Wechsel", oder ganz eindeutig: "goldgedeckte, kurzlaufende Wechsel (real bills)"
(Quelle)
Er betont außerdem:
ZitatDie Zirkulation von Wechseln ist in der Tat unter völligem Ausschluss aller Banken möglich. Ein solches System der Finanzierung von Produktion und Handel sans banques könnte vor unserem Auge wiederaufstehen - aus der Asche der uneinlösbaren Währung.
Den Future hingegen definiert Wikipedia so:
ZitatEin Future (auch (Börsen-) Terminkontrakt) ist ein verbindlicher Börsenvertrag (Kontrakt) zwischen zwei Parteien (im Gegensatz zu halbseitig verpflichtenden Verträgen bei Optionen), eine Art von börsengehandelten Termingeschäften.
Ein solcher Vertrag ist charakterisiert durch die verpflichtende Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer)
* eines genau bestimmten Vertragsgegenstandes (Basiswert)
* in einer bestimmten Menge (Kontraktgröße) und Qualität
* zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
* zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis.
Die Unterschiede sind offensichtlich:
Der Wechsel beinhaltet i.d.R. drei Parteien, der Future hingegen zwei. Der Future ist ein Börsenkontrakt, der Wechsel dagegen frei vereinbar, sans banques. Der Future kann sich auf Waren beziehen, der Wechsel lediglich auf Geld. Vor allem aber handelt es sich beim Wechsel im Grunde genommen um einen Kredit, der Future dagegen basiert auf der Idee der Absicherung.
Die einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass sowohl bei der real bill als auch beim Future zu einem bestimmten Termin etwas geliefert werde muss (bei der real bill goldgedecktes Geld, beim Future z.B. Schweinebäuche). Die Gemeinsamkeit zwischen einem Future und einem Wechsel ist also genauso groß wie zwischen einem Future und einem Zeitschriftenabonnement - auch dort muss etwas geliefert werden.
So weit zu diesem Punkt. Zu den anderen Punkten demnächst mehr.
edit: vorletzten Satz überarbeitet