2030/2050 Aktien/Gold/Öl

  • Mich würde euere Meinung auf die etwas längere Sicht interessieren. Deshalb meine Frage: Welche Renditen erwartet ihr real (nach Inflation), von den drei Werten Aktien(weltweit), Gold und Öl, bis 2030 bzw. bis 2050?
    Mich würde insbesondere die Meinung der "Goldbullen" valueinvestor und vinas interessieren.

    tt

  • Bin zwar nicht gefragt, aber geb mal meinen Senf hinzu:

    Aktienrendite (amerikanische, und das sind ca. 40% der weltkapitalisierung) erwarte ich bei ca. 0 bis 3% in den kommenden 20 Jahren.

    Gold und Oel werfen keinen Zins ab und vermehren sich auch nicht. Wenn ich jetzt 1kg Gold besitze, dann wird das in 30 Jahren immer noch 1kg Gold sein.
    Angenommen, der US-Dollar wird wertlos, dann waere 1kg Gold in US-Dollars gemessen ein anderer als heute. Aus dieser Differenz koennte man eine Rendite errechnen (preis in USD heute und USD in 20 Jahren). Ich finde so eine Betrachtung dann eher nicht zielfuehrend und ich rechne den Goldpreis ja auch nicht in DM oder Reichsmark aus, beides Waehrungen der Vergangenheit.
    Gold koennte eine staerkere Kaufkraft in der Zukunft haben als das heute der Fall ist. Wuerde man einen Goldstandard implementieren, hatte ich mal vor Jahren von einem Daumen mal Pi Vorschlag von ca. 5000 USD gelesen. So daumen mal pi sind das dann reale 7% in den kommenden 20 Jahren. Dann aber stagniert es. Ich erwarte kaum lineares steigen, sondern Gold koennte auf einen Schlag eine Neubewertung erfahren innerhalb von Tagen oder Monaten.
    Aber nochmal zur Zinsproblematik: Angenommen Gold steigt auf "gewuenschte" 5000 USD - kann man dann ruhigen Gewissens verkaufen? Wohl kaum. Es wird gute Gruende geben warum das dann bei 5000 USD steht. Oder 10.000 USD. Du kannst hier nicht "Gewinne realisieren". Es geht um Werterhalt und Kaufkraftausweitung. Hast Du 1kg Gold am anfang, hast Du 20 Jahre spaeter immer noch 1kg Gold. Du kannst es nur gegen mehr Produkte als heute eintauschen.

    Oel-Rendite: Ganz schwer zu sagen. Wird man in 20 Jahren noch so abhaengig davon sein wie heute? Wir haetten noch enormes Energiesparpotential. Davon wird die Oel-preis-Entwicklung abhaengen. Oel selber wird logischerweise immer aufwendiger zu foerdern sein, so wie andere nicht biologisch nachwachsende Rohstoffe auch.
    Beim Oel ist es noch so, dass Du Lagerungsschwierigkeiten haben duerftest. Kaufst Du Dir ein Zertifikat, machst Du dich von der Bonitaet einer Bank abhaengig. Nicht gerade ein krisensicheres Investment.

    Aber eigentlich ist meine Meinung gar nicht gefragt, und was weiss ich schon? Andere duerfen ran.

    Time is relative. We perceive time very differently depending on which side of the bathroom door we’re on.

  • Hallo,

    ich bin auch nicht gefragt, aber ich gebe trotzdem mal meinen Senf dazu.

    Aktien: Wegen der Siegel-Konstante und der Rueckkehr zum Mittelwert ist eine langfristige Prognose, glaube ich, recht zuverlaessig.

    US-Aktien: US-Aktien sind 85% ueberbewertet, sowohl nach KGV10 als auch nach Tobin's q. Bei einer Siegel-Konstanten von 6% p.a. real erwarte ich auf 20 Jahre also 2.7% p.a. real.

    Wie der genaue Verlauf aussieht, kann man nicht vorhersagen. Ich tippe, dass es in weniger als 10 Jahren noch einen Einbruch auf eine 1982er-Bewertung gibt. Wenn es heute einbricht, waere das ein S&P500 von 350 bis 400. Demnach wuerden sich die 2.7% p.a. auf eine sehr schlechte und dann eine sehr gute Phase verteilen. Aber das Timing kann ich nicht vorhersagen.

    Deutsche Aktien: Sind zur Zeit nur leicht ueberbewertet. Ich erwarte auf Sicht von 20 Jahren also 6% p.a.

    Das Argument, dass deutsche Aktien immer guenstiger sind als US-Aktien, lasse ich nicht gelten. Das ist voraussichtlich eine Modeerscheinung, die auch mal andersherum auftreten kann.

    Da deutsche und US-Aktien korrelieren, bin ich geneigt anzunehmen, dass wir noch extrem guenstige Kaufkurse bekommen. Aber das Timing vorhersagen kann keiner.

    Insbesonere bei Stagflation koennen wir ein Szenario wie in den 70ern bekommen. D.h. Kurstief in 1974, aber Bewertungstief erst in 1982.

    Gold: Ich kenne keine Vorhersagemethode, die annaehernd so gut ist wie Tobin's q oder KGV10. Das beste, das mir einfaellt, ist ein Vergleich mit der Vergangenheit, speziell die 70er.

    Langfristig sollte Gold die Kaufkraft erhalten, aber mglw. keinen Ertrag abwerfen. Ein Vergleich mit den 70ern legt aber nahe, dass Gold heute immer noch nur einen sehr kleinen Teil der Finanzanlagen ausmacht. Wenn die Entwicklung parallel zu den 70ern verlaeuft, ist da noch viel Platz nach oben. Wieviel genau, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, dass Gold auch real noch steigen wird.

    Zwitens. Gold steigt tendenziell, wenn die Realzinsen unter 1% bis 2% liegen, insb. wenn sie negativ sind. Das legt nahe, dass Gold gut dasteht, wenn die Finanzkrise weiterhin mit billigem Geld anstatt mit Restrukturierung bekaempft wird.

    Drittens. Wenn das Finanzsystem nicht kontrolliert saniert werden kann, sondern Panik aufkommt, werden die Waehrungen eventuell in einen Goldstandard gezwungen. In diesem Fall kann man sich Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit ansehen und schaetzen.

    Die Kursziele liegen dann irgendwo zwischen USD 5000 und USD 20000 - je nachdem wie man rechnet - und zwar in realen heutigen USD.

    Oel: Da sind Vorhersagen natuerlich noch weniger verlaessich.

    Ich weiss, dass es in der Wissenschaft mittlerweile nahezu Konsens ist, dass Peak Oil in 2005/6 war. Demnach kann der Preis erstmal sehr sehr hoch steigen.

    Auf Sicht von 20 Jahren sollte dann aber viel Anpassungsdruck herrschen, d.h. wir werden eine Kombination aus unkonventionellem Oel (Oelsaende), Substitution durch Erdgas, Kernenergie, Energiesparen, und Photovoltaik haben (in dieser Reihenfolge?).

    Vorhersage des Oelpreises? Unmoeglich. Ich denke aber, man sollte die kommenden Oelkrisen auf keinen Fall unterschaetzen.

    Balkenchart

    Einmal editiert, zuletzt von Balkenchart (4. März 2011 um 08:21)

  • Warum sind 85% der US-Aktien überbewertet?

    Warum sollen deutsche Aktien günstiger sein?

    Also zumindest bei den BlueChips sehe ich das eher andersherum...

    Zudem sind die meisten US-Bluechips keine Zykliker ...

    Und wo die Welt 2050 steht weiss eh keiner..

  • nee zu 85% überbewertet.

    deswegen: (Das sind Zahlen vom 10. Dezember)

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    2 Mal editiert, zuletzt von Matze (4. März 2011 um 09:41)

  • von so nem quatsch halte ich nicht viel...

    wenn ich mal typische US-Firmen nehme wie MSFT, CocaCola, McDonalds, JNJ, PG, Colgate usw. Die stehen derzeit alle zwischen KGV 10 und 16. Die sollen sich noch mal fast halbieren, damit sie fair bewertet sind? Ne MSFT hätte dann KGV 5 und vermutlich mehr CASH als Börsenwert...

    Ich weiss nicht wie diese Werte berechnet werden, aber ich halkte den deutschen Markt für wesentlich teurer als den US-Markt.

    Allerdings kenne ich auch nicht die Gewichtungen von Apple, Google, Ebay und Amazon im S&P500. Solche Werte sind für mich Blasen wie auch der deutsche Aufschwung dank china

    Und KGV10 kommt immer eher schlchten Werten zu gut. Zykliker mit 8 guten und 2 schlechten Jahren kommen besser weg, als Wachstumsaktien mit 8-10% Wachstum pro Jahr

    Einmal editiert, zuletzt von benny_m (4. März 2011 um 09:59)

  • Benny, kein Problem. Du kannst meinen Beitrag oben einfach irgnorieren und Dir das Depot mit Wachstumsakien vollmachen. Viel Glueck!

    Balkenchart
    PS: Wenn ich ehrlich bin, dann moechte ich Dir lieber folgende alte Threads zur Lektuere empfehlen:
    http://www.antizyklisch-investieren.de/board/thread.p…s&hilightuser=0
    http://www.antizyklisch-investieren.de/board/thread.p…s&hilightuser=0
    http://www.antizyklisch-investieren.de/board/thread.p…s&hilightuser=0

  • Aktien klar.
    Korrektur aber zu Gold: Es gibt schon einen langfristigen (realen) Maßstab für Gold, nämlich andere reale Vermögenswerte. Gold ist derzeit selbst relativ zu den überteuerten US-Aktien (Kursindizes) historisch teuer - wobei noch nicht einmal klar ist, ob das Verhältnis langfristig überhaupt gleichbleibend sein sollte, oder ob nicht Aktien wegen des realen Gewinnzuwachses relativ immer weiter steigen. Die Spanne ist aber so breit, daß weitere Spitzen denkbar sind, vielleicht sogar über den bisherigen Extremwert hinaus (der noch weit höher liegt), aber auch ein realer Rückgang von 2% p.a. bis 2050 ist denkbar. Für den Punkt 3 Balkencharts wäre der Vergleich wohl nicht anwendbar.

    Öl sehe ich wie Balkenchart, da ist so vieles möglich, daß eine Punktschätzung schon keinen Sinn mehr macht. Selbst wenn jedoch der Preis steigt, gibt es für den Finanzinvestor kaum eine Möglichkeit, davon zu profitieren, wie auch schon vor 12 Jahren nicht. Es gibt keine langlaufenden Derivate und eine Verkettung derselben (z.B. via Zertifikate) kostet bekanntlich derart viel Rollverlust, daß sämtliche Gewinne aufgefressen würden. Ob die Aktien der Ölförderer langfristig profitieren? Der Ölpreis mag steigen, aber das tut er schließlich deswegen, weil das Öl zur Neige geht, und das heißt, die Reserven und die Verkäufe der Produzenten gehen immer weiter zurück. Kurzfristig mag wegen der Inelastizität der Ölpreis den Rückgang der verkauften Menge überkompensieren, langfristig aber nicht. Langfristig steigende Rohstoffpreise bleiben eine Illusion. Ölaktien würden sich wohl nur lohnen, wenn es krasse Fehlbewertungen gibt wie damals der russische Aktienmarkt wegen der Rußlandkrise.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • ich muss doch nix ignorieren.

    mein einwand mit werten wie coca-cola wird ja auch in dem ersten deiner 3 genannten threads gebracht.

    ich denke einfach, dass es keine geeignete bewertungsmethode gibt, um den gesamten markt zu betrachten.

    ich schaue oft auf das ergebnis der graham-formel. Das ist aber höchstens für konstant wachsende blue-chips gültig. Bei Zyklikern ala Daimler oder BASF totaler Quatsch.

    Eine Bewertung nach KUV ist nicht überall sinnvoll, da es riesige Unterschiede in den Margen gibt.

    Eine Bewertung nach KBV (und das steckt ja scheinbar hinter q) ist nicht überall sinnvoll, da es total unterschiedlich Eigenkapitalrendite gibt.

    Eine Bewertung nach KGV10 (und das steckt scheinbaar hinter Shillers CAPE) ist nicht überall sinnvoll, da man Wachstumsaktien benachteiligt.

    Mal ein BSP zu KGV10 (ohne Inflationsausgleich):

    Firma A wächst mit 10% p.a über die 10 Jahre. Start bei EPS 1

    Firma B hat 4 gute, dann 2 schlechte und dann wieder 4 gute. Gute Jahre ergeben EPS 1 und schlechte EPS 0

    Bei Firma A wurde aus EPS =1 ein EPS von 2,36 nach 10 jahren

    Bei Firma B ist es im 10 Jahr wieder 1, da es ein gutes jahr ist.

    Der 10-Jahresschnit ist somit bei Firma A 1,59 und bei Firma B 0,8

    Hätten beide ein KGV10 von 10 dann wäre das ein Kurs von 15,9 für firma A und von 8 für firma B.

    Auf das EPS im Jahr 10 bezogen ein aktuelle KGV von 6,7 für firma A und von 8 für firma B.

    Oder anders gesagt: Die Firma, die konstant 10% p.a. wächst soll auf den Aktuellen Gewinn günstiger als der Zykliker sein, damit der KGV10-Investor einsteigt.

    Und sowas halt ich eben für Quatsch.

    KGV10 ist interssant für die hier besprochene antizyklische Strategie, aber m.M. eben Quatsch für klassische Wachstumswerte ala JNJ.

    Genauso eine KBV-Strategie. Ich kann doch nicht erwarten, dass ich 20-30% Eigenkapitalrendite zu max. KBV 1,5 bekomme. Und das bei 2% Zinsumfeld.

    Und eben diese klassischen Wachstumsaktien sind zu 95% in den USA zu hause. Deswegen dürfte eher Deutschland überbewertet sein.

  • Ich sehe das ähnlich wie benny.

    Ich glaube gerne, daß der "Markt" USA teuer ist. Das ist aber die gleiche Problematik, die kürzlich bei der Diskussion nach dem Artikel in der FTD über Indexfonds aufgetreten ist: Die Werte, die in den Jahren zuvor am besten gelaufen sind, werden zum einen in höhere Indizes aufgenommen oder steigen in der Gewichtung, siehe Apple, Amazon und Co.

    Diese Werte sind aber nicht im geringsten das Beuteschema dieses Forums, welches eher antizyklisch Unternehmen nach Kennzahlen bewertet und kauft. Also meiner Meinung sind die großen Indizes nicht der aussagekräftigste Vergleich.

    Wenn ich mir die Werte ansehen, die für mich in Betracht kämen, sehe ich querbeet günstige Kennzahlen, um Welten unter historischem Niveau (das muß zugegebenermassen vor allem bei Techwerten nichts heissen, aber trotzdem) und in bezahlbaren Regionen. Eben Techwerte wie Microsoft, Intel, Cisco oder Medtech/Pharma wie JNJ, MDT, Abbott (KGVe 2011 <10) sind allesamt bezahlbar und waren für mich früher aufgrund ihrer Bewertung einfach undenkbar. Selbst Coca-Cola, die sonst immer mit KGVs über 20 bewertet wurde, gibt es derzeit für ca. 12,8.

    /e
    War etwas langsam, Antwort gedanklich um 2 Stellen nach oben schieben ;)

    Growth and Value investing are joined at the hip.

    Einmal editiert, zuletzt von Raynar (4. März 2011 um 11:05)

  • Erklärungsansatz Gold?

    http://www.crossingwallstreet.com/archives/2011/…-time-high.html

    @Benny: Buffett hat sich bisher glaube ich 3x zum Gesamtmarkt geäußert: 1975, 1999 und 2008. Er hat auch relativ gut erklärt warum der den Gesamtmarkt für teuer/billig hielt. Der Grundansatz von Buffett (BIP zu langfristige Gewinne) ist im Kern praktisch identisch mit dem KGV10 nach Shiller. Es hat aber keinerlei Aussagekraft zu Einzelaktien - nur zum Gesamtmarkt - und nur für extrem lange Zeiträume (>15 Jahre). Der Gesamtmarkt hat erstaunlich konstante Gewinn- und Wachstumsmargen. Um das heutige Bewertungsniveau zu rechtfertigen müsste man davon ausgehen, dass die aktuell sehr hohen Margen und extrem niedrigen Zinsen für die nächsten 20 Jahre unverängert bleiben.

    Den Gesamtmarkt muss man natürlich mit seiner eigenen "Value-Überrendite (bzw. Unterrendite)" in Zusammenhang bringen.

    Das das KGV10 recht gut funktioniert kann man an diesem Chart von Hussman erkennen:
    http://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc110214.htm

    blau: ex ante KGV10-Rendite geschätzt
    rot: ex post Gesamtmarktrendite

    Externer Inhalt www.hussmanfunds.com
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    4 Mal editiert, zuletzt von Matze (4. März 2011 um 11:18)

  • @benny_m: Kein einziger der Punkte trifft zu, das ist totaler Quatsch. Das Forenarchiv wäre hier sehr lehrreich.

    Die Grahamformel gilt selbstverständlich auch für Zykliker - gerade deswegen schaut man auf mehrere Jahre und nicht auf das aktuelle KGV.
    Eine unterschiedliche Eigenkapitalrendite ist auf Dauer nicht zu erwarten, die Kennzahlen gelten alle auch für historische Wachstumswerte usw.
    Die genannten Aktien wie Coca-Cola u.a. hatten, wie eben auch der gesamte Markt, im abgelaufenen Jahr absolute Rekordmargen, 33% statt sonst konstanten 22%. Wie wahrscheinlich ist es, daß diese anhalten? Damit hätte Coca-Cola wieder genau ein KGV von 20. KGVe laut comdirect denn auch bei 16,7.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Winter (4. März 2011 um 11:23)

  • Zitat

    Original von Matze
    Es hat aber keinerlei Aussagekraft zu Einzelaktien - nur zum Gesamtmarkt - und nur für extrem lange Zeiträume (>15 Jahre).


    Ich nehme an, dass Du diese Aussage, die im krassen Widerspruch zu Deiner mittlerweile angewandten Bewertungsmethode steht, belegen kannst?

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • es ist eben immer die definition was teuer und billig ist:

    S&P500

    Eigenkapitalrendite 22% (5-Jahresschnitt 19%)

    KBV 3,5

    laut msnmoney

    22/3,5 ist immer noch ne Verzinsung von über 6%

    Ob das billig oder teuer ist muss jeder selbst definieren.

    Mir gings nur um den USA-Deutschland-Vergleich.

    Und der hinkt mit KBV und KGV10, da die Eigenkapitalrendite null eingeht.

    Und USA exkl. Finanzwerte ist eben zum großen Teil hochrentabel.

    Deutschland exkl. Finanzwerte ist eben fast nur Zykliker, die eben wegen schlechter Renditen zum KBV um 1 und wegen Zyklik zu niedrigen KGVs gehandelt werden.

    Man kann doch keine CocaCola mit Eirgenkapitalrendite um die 40% zu KBV 1,5 als teuer ansehen. Bzw. erst unter KBV 1,5 als kaufenswert ansehen.

    Dieses KGV10 ist klasse für Zykliker. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Zykliken in ähnlicher Form wiederholen. Aber es macht bei Wachstumswerten keinen Sinn das letzte jahrzehnt aufs nächste Jahrzehnt hochzurechnen.

  • Zitat

    Original von Winter


    Ich nehme an, dass Du diese Aussage, die im krassen Widerspruch zu Deiner mittlerweile angewandten Bewertungsmethode steht, belegen kannst?


    Naja meine Bewertungsmethode hat sich ja eigentlich nicht geändert. Ich vergleiche nur gerne mit dem KGV10 um zu schauen ob Aktien insgesamt günstig sind oder nicht. Markettiming im Bereich Cashquote nutze ich immer noch nicht. Wenn ich eine Korb schöner Unternehmen habe die eine Überrendite von 5% p.a. schaffen, dann ist es mir relativ egal, ob der Markt 3, 5 oder 10% p.a. macht - denn verglichen mit der "Valuerendite" von dann 8, 10 oder 15% p.a. sind alle anderen Alternativen im Moment suboptimal.


    @bennym - Wenn mal tatsächlich ein Deleveraging stattfindet und das FK das EK nicht mehr hebelt dann schmilzt die EK-Rendite auch dahin wie Eis in der Sonne.

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    Einmal editiert, zuletzt von Matze (4. März 2011 um 12:05)

  • der schuldenabbau hat doch schon angefangen...

    fast alle top-us-werte haben EK-Quoten von 50% trotz massiven Aktienrückkaufes...

    Bspw. kannt coca-cola das komplette FK in 5 Jahren per Free Cashflow zurückzahlen...

    Auch wurden niedrige Aktienkurse 2008 und 2009 bei fast allen Unternehmen zu massiven Rückkäufen genützt.

    Wenn ich da mal Daimler anschaue:

    Die trieben ihren Kurs 2007 durch schnellen Rückkauf auf das Mehrjahreshoch, dann hatten sie 2010 keine Kohle mehr für Dividenden sowie 2009/2010 natürlich auch nix mehr für Rückkäufe... Aber jetzt bei 60 euro können sie scheinbar wieder kaufen...

    Ist das shareholder-value?

    Ählich e.on/rwe. Den russsen haben sie die kohle fett in arsch geschoben und jetzt wird die dividende immer niedriger.

    Genauso BASF mit dem CIBA-Kauf...

    Die Qualität der Top-US-Firmen ist um längen besser als der deutschen Top-Werte.

    In Deutschland kommt als erstes der Mitarbeiter, dann das Management und ganz hinten der Aktionär.

    Man siehts ja wie fast jedes Unbternehmen inzwischen Sonderzahlung rauswirft... Für was? Für das dass man die Mitarbeiter durch die Krise geschleppt hat.

    Und über den politischen Zustand in Deutschland braucht man garnicht reden.

  • Jede Meinung ist gefragt. Danke erstmal für die bisherigen Meinungen.

    Als Threadstarter sollte ich natürlich auch meine Einschätzung abgeben:
    Ich fange mal mit der, meiner Meinung nach am schwierigsten zu prognostizierenden Klasse an. Und die am schwierigsten zu prognostizierende Klasse ist für mich, das wird viele überraschen, Aktien. Wieso sind für mich die Renditen von Aktien schwieriger zu prognostizieren als die von Öl oder Gold? Antwort: weil die zukünftige Rendite ganz entscheidend von der zukünftigen Bewertung abhängt. Werden Aktien in naher Zukunft billiger, kann man Geld aus Dividenden und Übernahmen rentabler reinvestieren. Sollten Aktien teuerer werden, sinkt die zukünftige Rendite entsprechend.

    Ansonsten orientiere ich mich auch an der Siegel-Konstante, und schätze die zukünftige Aktienrendite auf Grund dreier Faktoren ähnlich wie ihr.
    1.)leicht überdurchschnittliche Bewertung jetzt (global) impliziert eine etwas niedrigere Rendite in Zukunft, wobei ich anmerken muss, man muss nicht in vermeintlich teuere Märkte investieren, und kann selektiv in billige einsteigen. Europäische Bluechips finde ich durchschnittlich bewertet. Japanische Aktien sind vermeintlich sogar leicht unterbewertet.
    2.)die siegelsche Konstante ist keine Naturkonstante, und ich halte es für durchaus möglich, daß die Konstante nach ihrer Veröffentlichung aufhört eine Konstante zu sein. Wenn man davon ausgeht, das Menschen in Zukunft versuchen eingermaßen renditeorientiert anzulegen, dann sollte das mit dem Wissen um die 200Jahre währende siegelsche Konstante, die Aktienrendite der Zukunft drücken.

    Auf Grund der Faktoren 1.) und 2.) gebe ich mal folgende Renditeprognosen ab:
    20 Jahre: global: 3,5-6% (US:2-5%)
    40 Jahre: global: 4,5-6% (US:4,0-6%)

    Aber das alles ist für mich, und die meisten von uns nur von theoretischem Interesse, den es kommt noch ein wichtiger dritter Faktor hinzu nämlich die Steuer.

    Für einen normal in Deutschland steuerpflichtigen Anleger werden die Renditen falls die Steuersätze einigermaßen Konstant bleiben, und falls die Inflation nicht völlig außer Kontrolle gerät(dann wird die Abgeltungssteuer zu einer fast reinen Vermögenssteuer, da sie nominale Wertzuwächse besteuert) werden die oben genannten Vorsteuerrenditen um etwa 2% pro Jahr niedriger ausfallen und auf folgende Nachsteuerrenditen gesenkt:
    20 Jahre: global: 2,5-4% (US:1-3%)
    40 Jahre: global: 2,5-4% (US:2,0-4%)

    Gold:
    Gold hat wenn man den etwas unsicheren Angaben glaubt, über Jahrhunderte seine Kaufkraft bewahrt. Ich habe mal einen sehr lanfristigen Goldchart gesehen bei dem man sieht daß Gold im 16.Jahrhundert seine Kaufkraft gedrittelt hat, dann bis zu den napoleoinischen Kriegen in der Kaufkraft kaum schwankte, während der napoleonischen
    2mal kurz um mehr als die Hälfte einbrach (Krisenmetall?)
    Und während des 20. Jahrhunderts sogar 3mal um ca. 70% einbrach. Es sieht für mich danach aus, daß die Einschläge für Gold kürzer werden.
    Bereits auf Sicht von 20Jahren scheint mir eine Investition in Aktien etwas aussichtsreicher und riskoärmer als eine Investition in Gold. Auf Sicht bis 2050 ist ein Buy-and-Hold von Gold für mich absolut indiskutabel.
    Es gibt aber, falls man seinen Investmenthorizont nicht auf mindestens 20 Jahre ausweitet, durchaus gute Gründe für den Kauf von Gold, die da wären:
    im 20 Jahrhundert gabe es zwei Phasen in denen die globalen Aktienmärkte eine sehr schlechte Entwicklung hatten (Anfang der 30er und in den 70igern), und genau in diesen Phasen hatte Gold eine sehr gute Wertenwicklung. Es ist durchaus möglich das die schlechte Entwicklung der Aktienmärkte noch einige Jahre anhält, und evtl. aufkommende Inflation, auf Grund zu lockerer Notenbankpolitik und steigender Rohstoffpreise (u.a. Öl), Gold gegenüber Aktien weiterhin begünstigt. In den späten 60iger- und in den 70iger-Jahren dürfte Gold den mit Abstand bisher größten Kaufkraftzuwachs, in der Geschichte dieses Metalls gehabt habe. Die Kaufkraft stieg damals ungefähr um den Faktor 7-8. Zum Vergleich in der aktuellen Goldhausse stieg die Kaufkraft bisher um ca. den Faktor 3.
    Ein Argument für Gold ist: "Ein Vergleich mit den 70igern legt aber nahe, dass Gold heute immer noch nur einen sehr kleinen Teil der Finanzanlagen ausmacht" in der Tat hatte Gold Ende der 70er ein höheres Gewicht als heute. Nur die Frage ist, wir die Relation Gold zu anderen Finanzanlagen wie Aktien oder Anleihen bis in alle Ewigkeit um einen Mittelwert herumschwanken? Ich glaube nein, denn für mich würde das bedeuten daß sich die Menschheit nicht weiterentwickelt, wenn sie z.B. sagt alles was wir bisher geschaffen haben, ist immer soviel Wert wie 10mal den Wert des Goldes das wir bisher aus der Erde gegraben haben.
    Außerdem: Deutsche Privatanleger besitzen mehr als 7500 Tonnen Gold, das sind 250Mrd¤ http://www.dasinvestment.com/investments/sa…die-bundesbank/
    Das Aktienvermögen, das deutsche Privatanleger besitzen, ist ungefähr genausohoch
    http://finanz.mittelstandswiki.de/2009/06/finanz…gen-schrumpfen/
    Deshalb die Frage an diejenigen, die für die nächsten Jahre optimistisch für Gold gegenüber Aktien sind?
    Welche Relation haltet ihr für die Vermögensaufteilung der deutschen Privatanleger den angemessen?


    Öl:

    ebenfalls sehr schwierig zu prognostizieren, wenn nicht sogar noch schwieriger als Aktien. Unstrittig, ist es wird einen Peak der Ölförderung geben. Ob er schon eingetreten ist (was ich nicht glaube) oder ob er erst in 25 Jahren stattfindet (die optimistischten Prognosen, ich denke der Peak kommt schneller), ist nicht mal unbedingt entscheidend für die Entwicklung des Ölpreises. Vielleicht ist die Entwicklung der Nachfrageseite sogar entscheidender als die Entwicklung der Angebotsseite. Ich betrachte beide Seiten mal getrennt:
    -Nachfrage: Prognosen gehen davon aus, daß sich global die Zahl der Menschen die der Mittelschicht zuzuorden sind, in den nächsten 20 Jahren verdreifachen wird. Ein Mittelklassehaushalt besitzt mindestens einen eigenen PKW. Die Folgerung ist eine Verdreifachung der Anzahl der PKWs auf den weltweiten Straßen!!

    Mehr zu Öl will ich später schreiben.

  • #tt,

    eine blöde Frage: Warum fängst Du eigentlich nicht mit den aktuellen Bondrenditen als Startwert an ?

    30 Jährige US Treasuries rentieren bei 4.65%, Deutschland 30J (EUR) bei 3.72%.

    Damit hättest Du mal einen nominalen Starpunkt.

    MMI

  • Beim Zeithorizont von 20-40 Jahren würde ich ggf. ganz anders an die Sache rangehen:

    - Bevölkerungswachstum global / im Zielland
    - Bevölkerungsdichte im Zielland
    - Demographie im Zielland
    - Prognose politische Stabilität / Krieg und Frieden
    - Nahrungsmittelsituation (Verfügbarkeit von Wasser u. Grundnahrungsmittel)
    - Geldsystem (inflationär angelegt wie das heutige)
    - Umweltverschmutzung
    - globale Trends
    - globale Risiken

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)