Rumänische Aktien

  • @jerobeam,


    danke für den Hinweis. Ich halte sowohl Romgaz wie auch Electrica erst seit gut 6 Monaten, habe als keine Dividende bisher erhalten.


    Ich habe nochmal nachgeschaut, bei KOC , meinem einzigen anderen ADR gab es auch ordentlich "fremde Spesen", netto ca. 10% der Dividende. Das muss man natürlich berücksichtigen, da es die Netto Dividendenrendite nochmal reduziert. Für das eigentlich Kursziel ist es m.e. weniger relevant, da institutionelle Anleger deutlich weniger Gebühren bezahlen. Falls denn mal Institutionelle in Rumänische Aktien investieren sollten....


    MMI

  • ich glaube nicht dass Instis sich um die ADR-fee drücken können.
    Einzige Möglichkeit wäre vor dem Ex-Tag verkaufen und danach wieder zurückkaufen, dank niedrigerer Transaktionskosten wahrscheinlich gut möglich WENN das ADR liquide ist (was es meistens nicht ist, bzw. je liquider, je geringer fällt auch die ADR fee aus... ein Schelm wer böses dabei denkt).
    Auf jeden Fall eine Gelddruckmaschine für Bank of New York Mellon (der Haupt-ADR-Sponsor). Das ist ja nichts weiteres als eine "Zahlstelle"-Funktion (Dividende der Originalaktien einstreichen, in USD umwandeln und an die ADR-holder auszahlen (nach Steuern und Gebühren)). Und dafür dann eine Mordsmarge nehmen, weil manche Investoren eben nur über ADRs investieren können/dürfen.


    Ein weiteres nicht von der Hand zu weisendes Risiko bei ADRs sind Kapitalmaßnahmen. Da sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet, da der ADR-Holder kein Aktionär ist und somit quasi "rechtlos".
    Ein besonders abschreckendes Beispiel war Orascom Telekom vor 5 Jahren ("deeply discounted rights issue ohne Bezugsrechtehandel") :

  • Große Institutionelle zahlen Fees die im Promille Bereich leigen. Das Geld verdienen die Depotbanken mit den Kleinanlegern.


    Klar, Abwicklungsrisiken hat man oft auch, aber das ist bei direkten Auslandsinvestments oft auch nicht besser. Ich errinnere mich z.B. an den Aktienrückkauf bei Vetropack über einen Put den ich auch nicht handeln konnte und dann mit einem Zwangsverkauf zu einem miesen Preis beglückt wurde.


    Die Frage ist immer, ob die Bewertung solche Risiken berücksichtigt oder nicht. Immerhin kann man in den meisten Ländern nicht so einfach Delisten wie in Deutschland ;-)

  • wie soll das denn funktionieren?


    Beispiel Surgutneftegas. Hier die "distribution notice" von BNY Mellon:
    http://www.adrbnymellon.com/dr…Id=220000018431&fmtCd=PDF
    Distribution Fee und Service Fee (jeweils $0.02 pro ADR) sind klar gekennzeichnet, und werden pro ADR erhoben.


    Das Kleingedruckte darin:

    Quote

    BNY Mellon collects fees from DR holders pursuant to the terms and conditions of the DRs and the deposit agreement under which they are issued. From time to time, BNY Mellon may make payments to the issuer to reimburse and / or share revenue from the fees collected from DR holders, or waive
    fees and expenses to the issuer for services provided, generally relating to costs and expenses arising out of establishment and maintenance of the DR program.


    Die Terms&Conditions habe ich jetzt auf Anhieb nicht gefunden, aber ich kann mir nicht vorstellen dass zwischen Anlegerklassen unterschieden (werden darf). Zumal wenn ich so ein ADR kaufe der eh in "Street Name" bei einem Institutionellen liegt. Also kann BNY Mellon als Zahlstelle gar nicht wissen ob ich ein Privatanleger oder Institutioneller bin wenn sie die Summe abzgl Fees überweisen.

  • Bei Romgaz darf man sich übrigens freuen:
    http://www.adrbnymellon.com/dr…Id=220000021024&fmtCd=PDF
    im Vorjahr wurden zumindest keine Gebühren erhoben.
    Die Quellensteuer ist mit 16% auch moderat (wenn so geblieben). Mit 1% unwiderbringlichem Verlust kann man leben. Ich gehe mal davon aus das 15% auf die KESt anrechenbar sind da Rumänien in der EU ist.



  • Das läuft in der Regel über Rebates. D.h. als großer Kund lege ich BNY Mellon vor was ich an Fees gezahlt habe und bekomme eine Erstattung.


    Das läuft in vielen Bereichen so. Große Amleger zahlen fast nie die offiziellen Gebührensätze. Um das nicht offen zu zeigen, gibt es dann immer sogenannte Side Letters wo entsprechende Rückerstattungen (Rebates) vereinbart werden.

  • Welchen Vorteil hat BNY Mellon denn davon?
    Die meisten US-Institutionen dürfen doch in ausl. Aktien nur über ADR investieren. Jeder Fonds der z.B. Gazprom kaufen möchte muss also den ADR kaufen. BNY Mellon ist der "Gatekeeper". Warum sollte BNY irgendjemandem einen Rabatt einräumen?
    Klar haben auch JP Morgan oder die Deutsche Bank schon ADR/GDR Programme für Firmen aufgelegt, aber BNY ist der absolut dominante Akteur.
    Kann natürlich sein dass man Fidelity, Templeton, Blackrock usw irgendwo in einem anderen Bereich noch als Kunden hat. Aber selbst dann würde ich ungerne auf >90% meiner Einnahmen aus der ADR-Betreuung verzichten.
    Ob es wirklich Rabatte gibt findet man wahrscheinlich heraus wenn man sich den Jahresbericht/SEC-filings eines Publikumsfonds mit hohem ADR-Anteil durchliest.

  • hm, wer weiss.
    Ich würde eigentlich BNY Mellon und Wells Fargo als die solidesten, besten Banken der USA klassifizieren. Würde mich wundern wenn da ein Aktivist eine Chance hätte.
    Ich habe die Präsentation (150 Folien?? wen wollen die Einschläfern? Wenn man seinen Punkt nicht in 2-3 Folien rüberkriegen kann, solle man es sein lassen) nur grob überflogen, macht aber auf mich einen schlechten Eindruck. Google trends? "the share of conversation in the news media and among the public"? Offenbar sind "Eyeballs" wieder 'en vogue' - sogar bei den langweiligsten Banken.


    Interessehalber habe ich mal ausgerechnet was die ADR fee an Revenue bedeuten würde, wenn sie komplett kassiert würde.
    Beispiel Gazprom: 11 836.76 Mio Stücke (1:2 ratio berücksichtigt), davon aktuell 26.23% im ADR-Programm. Dividend Fee $0.02 - macht USD 62 Millionen pro Jahr nur aus dem Gazprom-ADR-Programm. Gut, dass ist eins der ganz großen (wahrscheinlich das größte). BNY "sponsert" ca. 1300 ADR-Programme (~60% Marktanteil). Dabei sind natürlich sehr viele "mini" bis "mikro" Programme. Vielleicht kann man das Umsatzpotential insgesamt grob mit dem 10- bis 15-fachen abschätzen (also ca. 1 Mrd USD).
    2014 hat BK $12.7 Milliarden Umsatz gemacht.
    Der ADR-Bereich ("Issuer services fees, including Corporate Trust and Depositary Receipts") ist dem Segment "Investment Services" zuzuordnen, der Bereich hat 2014 $7.7 Mrd Umsatz gemacht (Margin 19% pre-tax).
    Insgesamt:
    "Issuer services fees (Corporate Trust and Depositary Receipts) were $966 million in 2014, compared with $1.09 billion in 2013. The decrease primarily reflects lower customer reimbursements, and lower corporate actions and dividend fees in Depositary Receipts." (10-K, Seite 29)
    Also von der Abschätzung (s.o.) her würde ich nicht vermuten dass sonderlich viele Rebates gewährt werden.
    Das Wort "rebate(s)" taucht im annual report nicht auf (aber das würde ich auch nicht vermuten).

  • Sehr spannende und lehrreiche Diskussion, die meine unschuldige Frage auslöste, aber zu Rumänien passt sie eigentlich nicht mehr. Wollt ihr dazu nicht einen eigenen Faden aufmachen, ADR/GDR oder BNY Mellon?
    #ADR
    #GDR

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Oh mein Gott, die Deutsche BAnk hat Romgaz entdeckt:



    Deutsche Bank : ROMGAZ : The island of stability? Initiating coverage with Buy: The island of stability? Initiating coverage wi


    Synopsis:
    *High dividend and low risk


    Romgaz is a pure-play natural gas producer in Romania. While the country’s regulatory regime is still a work-in-progress, we believe the Romanian government is unlikely to deviate substantially from the status quo, until at least the end-2016 elections. With a stable outlook for both production and prices, Romgaz offers a sustainably high dividend yield (currently 9.3%), which is at the high end of the EM oil & gas sector average. Seventy per cent state-owned, debt-free and uncorrelated with the oil price, Romgaz seems an island of stability in the EM oil & gas sector, in our view. We initiate with a Buy rating.


    *Largest producer of natural gas in Romania


    With 5.7bcm of natural gas output in 2014, Romgaz accounts for 51% of domestic production. Given stagnant demand and the oligopolistic structure of the market, we do not expect significant volatility in either volumes or prices in the near term. The average selling price today is $180/mcm, which is substantially below both current and forecast import parity.


    *Regulation a work-in-progress, but we expect the status quo to be maintained


    Key unknowns are: 1) the pace of the liberalisation of household gas tariffs, currently on hold until 2H 2016; and 2) the sector’s fiscal regime, which keeps changing. Both reforms are politically sensitive. Given the strained political landscape in Romania, we believe major changes in the status quo are unlikely until after the end-2016 parliamentary elections.


    *Attractive dividend policy


    The Romanian government requires a minimum 50% payout ratio for state-controlled companies, but Romgaz’s distribution has been consistently higher, at 85-99%. We forecast that Romgaz should be able to generate sufficient operating cash flow to maintain a dividend payout ratio of about 70% in the foreseeable future. A dividend of RON3.15/share has been proposed for 2014, which represents a yield of 9.3%.


    *Initiating with a Buy; target price of RON42, 24% upside potential; risks


    We value Romgaz based on a DCF model, with WACC of 12.5% (rfr 5%, erp 5.5%, beta of 1). Our terminal growth rate assumption is 0%, given reserves and market limitations. Romgaz operates in a relatively insulated and semi-regulated market, limiting its exposure to commodity price risks. Main risks: 1) potential increases in industry’s taxation; 2) production risks




    Verdammt.....


    Interessanterweise rechenen sie mit 5,5% risk free. 10 jährige Staatsanleihen in Rumänien notieren ungef. bei 3,3%.

  • Ist das öffentlich oder hinter Pay Walls? Google findet da nichts.


    EDIT: Davon abgesehen: Auch wenn man von der Deutschen Bank wenig hält - eine Analyse mit gut belegten Argumenten ist doch herzlich selten kontraproduktiv, oder? Und in Kürze finde ich die Argumentation der Synopsis nicht verkehrt.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Noch eine kleine Anmerkung zum Deutsch Bank Research:


    Quote

    We value Romgaz based on a DCF model, with WACC of 12.5% (rfr 5%, erp 5.5%, beta of 1)


    Die Preisfrage lautet: Wie kommt man bei einem schuldenfreien Unternehmen (Net cash) mit dem CAPM bei diesen Annahmen auf einen WACC von 12,5% ?

  • mal angeschrieben? wäre interessant was als nächstes passiert.
    Kursziel bleibt gleich und die Variablen werden angepasst - oder Variablen werden angepasst und Kursziel verändert....

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Glaube eher das einfach die Nachkommastelle beim beta im Report vergessen wurde. Der rest wird doch alles automatisch gemacht.

    "Three rules for a career: 1) Don't sell anything you wouldn't buy yourself; 2) Don't work for anyone you don't respect and admire; and 3) Work only with people you enjoy." Charlie Munger