Steuergerechtigkeit

  • Mag sein.

    So wie die Presse sich seit Jahren verhält scheint ihre Sorge davor aber geringer als die Sorge vor zu wenig Klicks.

    Die wissen wahrscheinlich dass die Leute oft genug gelangweilt auf ihren Handies rumdaddeln und daher immer zurück kommen.


    Ich warte in dem Bereich übrigens schon lagen auf einen Disruptor.

    Also irgendwein Start-up das gute Presse schreibt, aber kostenmäßig superschlank, rein digital, ggf weltweit vermarketet.
    Warum kommt da so wenig? Für jeden anderen Schmarrn ist doch auch Geld da.

    "Calm seas never made a good sailor"

    "I am not at all cynical, I have merely got experience, which, however, is very much the same thing" - Oscar Wilde


  • Nette Konsumentenhaltung: Bringt mir die eierlegende Wollmilchsau, aber erwartet nicht, dass ich sie suche. Oder etwas zahle.

    Warum liefert denn keiner?


    Ich finde, dass sich einiges entwickelt hat, was qualitativ sehr hochwertig ist. Aber natürlich mit jeweiligen Schwerpunkten.

    Auf Dekoder als gute Quelle für Russland und zunehmend auch Belarus und die Ukraine habe ich ja schon oft verwiesen.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Nette Konsumentenhaltung: Bringt mir die eierlegende Wollmilchsau, aber erwartet nicht, dass ich sie suche. Oder etwas zahle.

    Warum liefert denn keiner?

    Du bist in letzter Zeit ganz schön schnell mit Unterstellungen/Vorurteilen bei der Hand.

    Wo steht dass ich nichts zahle? Wo steht dass ich irgendwas für mich verlange?

    Und warum gleich so persönlich, es ging mir doch garnicht um mich?


    Ich wundere mich schlicht und einfach warum es zwar 25 Liefer- und hunderte riesige Digitalstartups gibt, aber nix Großes mit Presse (also zumindest an der Börse ist mir da nichts bekannt).

    "Calm seas never made a good sailor"

    "I am not at all cynical, I have merely got experience, which, however, is very much the same thing" - Oscar Wilde


  • Kann sein, dass ich derzeit übermäßig gereizt bin. Pardon, ich bin reif für den Urlaub, das letzte Jahr war nicht direkt stressarm. Bitte auf die Goldwaage verzichten.


    Dass die alten journalistischen Geschäftsmodelle gescheitert sind, ist nicht sonderlich neu.
    Zum Niedergang von G&J berichtet ganz aktuell dieser Artikel: https://www.freitag.de/autoren…as-bittere-ende-der-story
    Dass eine Menge nachwächst auch - aber meit weniger profitabel als die akten Modelle. Also eher weniger börsentauglich.
    Wenn es börsentauglich ist, also verkauft wird, greifen große Medienkonzerne wie Springer etc. auch zu Mondpreisen zu, um etwas für ihr eigenes Geschäftsmodell abzuschauen. Daher rechne ich hier auch nicht mit großen Börsengängen, wenn man vom Börsengang von Springer mal absieht.

    Auch in Potsdam sitzt jetzt ein heftige Reichweiten (mehr als beispielsweise bild.de) erreichendes Boulevard-Medium, Media Partisans. Hier hat Funke den Gründern die Mondpreise gezahlt, so dass ein Börsengang gar nicht zur Debatte stand.

    Ansonsten, darüber hinausgehende, garantiert unvollständige Sammlung digitaler journalistischer Angebote, die in ihren Spezialgebieten stark sind: politico, vice, dekoder, Postillion, katapult, finanzszene, Inside Paradeplatz.
    (Kann sein, dass sich Katapult auch primär als gedrucktes Magazin versteht...)

    Einfach Augen offen halten und suchen und man findet.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • "Gute Presse" zu schreiben ist zum einen subjektiv und zum anderen gar nicht so einfach.


    Wir leben in einer Aufmerksamkeitökonomie da verkauft sich (leider) am besten die Extrem Meinung. Ich glaube dass tatsächlich die Nachfrage nach tiefgründiger Recherche stark gefallen ist. In Zeiten von TikTok & Co reicht bei vielen die Aufmerksamkeitsspanne nicht mehr dafür.


    Gute Presse ist ein Nischenprodukt und wird es auch bleiben. Die New York Times z.B. ist recht erfolgreich in der Nische was man auch am Aktienkurs sieht aber der MArkt ist m.E. viel zu klein um groß Gelder von z.B. VCs anzuziehen



    Edit: Substack ist glaube ich eine Plattform die zumindest momentan ganz erfolgreich ist. Ich habe darüber einige sehr gute Newsletter abonniert.

  • Klar, ein einfacher Acker ist es nicht, da habt ihr schon recht.


    Aber mich wundert halt, dass da keine super-duper-disruptor-Plattform ihr Glück versucht und Einhorn wird.

    Wie gesagt, in anderen schwierigen Märkten gehen die ja auch reihenweise an den Start.


    Entweder ist Medien echt derart unsexy dass das keiner wagt, oder wie Al sagt, alles wird vorher von den Medienhäusern abgefischt.

    "Calm seas never made a good sailor"

    "I am not at all cynical, I have merely got experience, which, however, is very much the same thing" - Oscar Wilde


  • https://techcrunch.com/2021/03…bstack-really-worth-650m/

  • Nachschlag zum Thema "Umbruch in der Medienbranche und scheiternde Geschäftsmodelle":
    Rupert Murdoch hat den Wert der britischen Boulevardzeitung "The Sun" (Bild-Pendant) gerade auf 0 Pfund abgeschrieben!
    Die bis vor 2 Jahren auflagenstärkste Zeitung Großbritanniens soll also keinen Wert mehr besitzen!

    https://www.theguardian.com/me…of-sun-newspapers-to-zero

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Quote

    More than 80% of the Sun’s losses, about £164m, were one-off charges mostly related to phone hacking. They included £52m in fees and damages paid to civil claimants, double the £26m paid out in 2019, and a £26m in costs accounted for as “UK newspaper matters”.

    Hat wohl eher nur indirekt was mit "Umbruch in der Medienbranche" zu tun. Aber vielleicht schon mit "scheiternde Geschäftsmodellen", wenn man sich nicht mehr alles erlauben kann.

  • Natürlich, die Strafzahlungen wegen der Straftaten, die Sun-Journalisten zum Abhören von Promis und Politikern begangen haben, schmerzen etwas.
    Aber das ist eher der Anlass als die Ursache, in besseren Jahren hätte die Sun das aus der Portokasse bezahlt.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Antwort in diesem Faden statt unter Corona.


    Mir sind hier im Forum keine Beiträge bewusst, in denen irgendjemand wg. Besteuerungsvorschlägen durchdreht und Kommunismus wittert.


    Wäre echt interessant, was du meinst.

    Nenn doch einfach entsprechenden Beiträge.


    PS

    Bzgl. Aktiengewinnbesteuerung ist im Übrigen mein "Glaubens"stand, dass diese gleich hoch oder sogar höher besteuert werden wie andere Einkommen und zu allem Überfluss auch noch die einkommensartübergreifende Verlustverrechnung nicht zulässig ist. Letztere ist inzwischen beim Verfassungsgericht angekommen.

    Zukünftig kommt als Unterschied noch der Soli auf die Kapitalerträge, nicht aber auf andere Einkommen. Auch das dürfte aus mehreren Gründen beim BVG landen. Also immer schön Widerspruch einlegen.

  • Bzgl. Aktiengewinnbesteuerung ist im Übrigen mein "Glaubens"stand, dass diese gleich hoch oder sogar höher besteuert werden wie andere Einkommen

    Dein persönlicher Steuersatz ist (hoffentlich) höher als die Abgeltungssteuer. Und wenn nicht, kannst du sogar im Rahmen der Günstigerprüfung deine Kapitalerträge der Einkommenssteuer unterwerfen.

  • Dein persönlicher Steuersatz ist (hoffentlich) höher als die Abgeltungssteuer. Und wenn nicht, kannst du sogar im Rahmen der Günstigerprüfung deine Kapitalerträge der Einkommenssteuer unterwerfen

    Na, auch wenn ich annehme, dass du dich nur dumm stellst.


    Abgeltungssteuer + Besteuerung auf Firmenebene (Körperschaft, Gewerbesteuer) + Soli

    Da kommen selbst Großverdiener nur äußerst mühsam drüber.

  • Pardon: Warum läuft die Kapitalertragssteuer für Aktienerträge bei dir über die Firma? Warum kommen da Firmensteuern drauf?

    Ich gehe von 25% + Kirchensteuer = 26,...%.


    Für mein Einkommen hingegen rechne ich mit einer Steuer- und Abgabenquote von 40-50%, also deutlich mehr.

    So verstehe ich auch bigA: Um nur 25% auf das Gehalt zu zahlen müsste es dir finanziell gerade schlecht gehen.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Ich glaube, chfin spielt darauf an, dass die Gewinne der Firmen, die ein Aktionär besitzt, schon einmal auf Firmenebene besteuert werden und dann nochmal auf der Ebene des Aktionärs, wenn er einen Gewinn mit den Aktien der Firma macht oder Dividende bekommt. Allerdings haben Aktienkursentwicklung und Geschäftsentwicklung meiner Ansicht nach nicht so viel miteinander zu tun, dass dieser Einwand tatsächlich gerechtfertigt ist. (Momentan haben wir die Sondersituation, dass die Gewinne am Aktienmarkt eher inflations- als realwirtschaftsgetrieben erscheinen.)

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Pardon: Warum läuft die Kapitalertragssteuer für Aktienerträge bei dir über die Firma? Warum kommen da Firmensteuern drauf?

    Ich gehe von 25% + Kirchensteuer = 26,...%.


    Für mein Einkommen hingegen rechne ich mit einer Steuer- und Abgabenquote von 40-50%, also deutlich mehr.

    So verstehe ich auch bigA: Um nur 25% auf das Gehalt zu zahlen müsste es dir finanziell gerade schlecht gehen.


    Jede Dividende, die du beziehst kommt von einer Firma = Kapitalgesellschaft. Auf die beziehe ich mich.

    Diese Firma hat die auszuschüttenden Gewinne versteuert. -> Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer.

    Dann versteuerst du diese an dich als Dividende ausgeschütteten, von der Firma bereits versteuerten Gewinne ein zweites Mal.

    Nun auf Personenebene. -> Abgeltungssteuer.


    Zusammengerechnet landest du bei knapp 50%. Entspricht etwa dem maximalen Grenzsteuersatz der Einkommensteuer.



    Und bzgl. Zusammenrechnung der Steuerebenen mach ich mal ein Beispiel:


    Stell dir einfach mal vor, du hast eine Personengesellschaft und die macht 100.000 Jahresgewinn den deine Firma an dich ausschüttet.

    Gewinne aus Personengesellschaften werden auf der Ebene der Firma mit Gewerbesteuer belegt.

    Auf Ebene der Person werden die Gewinne via Einkommensteuer besteuert - exakt wie Einkommen bei Arbeitnehmern.

    Die Gewerbesteuer darfst du von der Einkommensteuer abziehen.

    (das mit der Gewerbesteuer ist übrigens auch ein Beispiel wo Steuern auf Firmen und Personenebene zusammengerechnet werden)


    Preisfrage: ist die in Summe gezahlte Steuer des Unternehmers mit einer Personengesellschaft und 100.000 Gewinn höher oder niedriger als bei einem Arbeitnehmer mit 100.000 steuerpflichtigem Einkommen?

    Antwort: weder noch sondern. Die Steuersumme ist identisch.

    So, und jetzt erzählt dir jemand, ach wie günstig doch Dividenden besteuert würden.

    Also wandelst du als steuersparwilliger Deutscher deine Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft um.


    Dann wirst du merken, dass vom Gewinn auch nicht mehr bei dir ankommt. Die Steuerbelastung ist nahezu gleich. Das was die Kapitalgesellschaft auf Firmenebene mehr zahlt als die Personengesellschaft (nämlich die Körperschaftssteuer), das zahlen die Besitzer der Kapitalgesellschaft, die Aktionäre, auf persönlicher Ebene weniger.

  • Es steht jedem auch frei in Unternehmen zu investieren die wenig oder keine Steuern bezahlen, wie z.B. fast alle Tech Firmen.


    Zudem müsste man bei dieser Milchmädchenrechung auch konsequenterweise alle staatlichen Zuschüsse abziehen die man als Aktionär ja indirekt geschenkt bekommt.


    Am besten ist es aber nach dieser Logik nur Unternehmensanleihen zu kaufen da die Zinsen ja nur einmal besteuert werden.


    (Hand vor die Stirn schlag).

  • Allerdings haben Aktienkursentwicklung und Geschäftsentwicklung meiner Ansicht nach nicht so viel miteinander zu tun

    Da war doch die Sache, so in etwa, dass der Wert einer Firma sich letztlich aus der abgezinsten Summe aller zukünftigen ausgeschütteten Beträge bemisst. D.h. doch, Kursschwankungen als Nullsummenspiel aussen vor, dass jeglicher Kursgewinn auf einem von der Firma versteuerten Gewinn beruht.


  • a) klar. Kannst du. Sobald die Firma Gewinne macht, zahlt sie auch Steuern

    b) klar. Kannst du verkomplizieren, wie du willst. Ändert allerdings nichts hinsichtlich Einkommensteuer und Gewinnbesteuerung.

    c) steuerlich richtig. Noch weniger Steuern zahlst du, wenn du deine Mäuse in der Donau versenkst.



    Frag einfach mal einen Steuerberater, dem du vertraust.


    PS oder guckst du hier bei Tante FAZ, letzter Absatz.