negative Zinsen

  • Ich denke wegen der heutigen Zinsentscheidung der EBZ mit negativen Zinsen lohnt sich ein eigener Faden.

    Es gab bisher in Dänemark und Schweden temporär negative Zinsen, nicht jedoch bisher in den Hauptwährungsgebieten (Dollar, Pfund, Yen, Euro). Ich denke -wie schon im Lagethread geschrieben- die Excess Reserves bei der EZB (im Moment ca 90 Mrd Euro) werden recht schnell absinken.
    http://www.ecb.europa.eu/mopo/implement…l/index.en.html

    Meinungen/Prognosen über kurzfristige Folgen, Dauer und langfristige Auswirkungen?

    beati pauperes spiritu

    "we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ W.C.

    “Facts do not cease to exist because they are ignored.” – Aldous Huxley


  • Hallo,

    soweit ich das verstehe, bezieht sich der negative Zins auf die "Deposit Facility" (Passiva 2.2), aber nicht auf die Mindestreserve ("Current Accounts", Passiva 2.1) in der Bilanz des Eurosystems:

    http://www.ecb.europa.eu/press/pr/wfs/2…s140603.en.html

    Würde man einen negativen Zins auf die Mindestreserve fordern, würde das ja die Kreditvergabe der Banken bestrafen. Denn für jeden vergebenen Kredit muss die Bank ja einen kleinen Teil (habe den Zahlenwert nicht im Kopf, aber so 10%) als Reserve bei der Zentralbank halten. Wenn ich das bestrafe, dann bestrafe ich ja die Geldschöpfung durch die Banken.

    Die "Deposit Facility" sind die zusätzlichen Übernacht-Reserven, die die Geschäftsbanken bei der Zentrabank geparkt haben. Das war unmittelbar nach Einführung der ersten LTROs eine riesige Summe. Da die LTROs aber mittlerweile weitgehend zurückgezahlt wurden, ist diese Position ebenfalls geschrumpft. In den vergangenen Wochen lag der Wert zwischen EUR 15 Mrd und EUR 40 Mrd für die gesamte Eurozone.

    Jetzt einen negativen Zins von -0.1% auf eine Einlagensumme von derzeit EUR 39.9 Mrd zu verlangen ist eher nicht so eine große Sache.

    Ihr müsst aber noch berücksichtigen, dass die Anleihenkäufe aus dem SMT unter Trichet von vor 3-4 Jahren ab jetzt nicht mehr sterilisiert werden. D.h. einen Posten an Passiva von EUR 200 Mrd in Festgeld (weiß die Laufzeit nicht auswendig, aber wahrscheinlich 2 Wochen) wird es dann nicht mehr geben. Wenn die Banken ihr Geld dann woanders anlegen müssen, dann könnte das natürlich auch in die "Deposit Facility" drängen. Glaube aber nicht, dass das ein großes Ding ist.

    Wie Draghi schon in der Pressekonferenz sagte, sind sie "for all practical purposes" an der Null-Grenze angekommen. D.h. es wird alles in allem keinen großen Effekt haben.

    Warum auch? Die letzte Eurostat-Schätzung war eine jährliche Inflationsrate (HICP) für Deutschland von 0.9% und für die Eurozone von 0.5% in den 12 Monaten bis Mai 2014. Davon Nahrungsmittel 0.1%, Energie 0.0% und Dienstleistungen 1.1%. Das ist doch super. Der Grundbedarf preisstabil und dann zeigen die Dienstleistungen einen leichten Anstieg der Reallöhne an. Warum soll ich das ändern wollen? Der Draghi offenbar auch nicht. Danke!

    Balkenchart

  • D.h. es wird alles in allem keinen großen Effekt haben.

    Warum auch? Die letzte Eurostat-Schätzung war eine jährliche Inflationsrate (HICP) für Deutschland von 0.9% und für die Eurozone von 0.5% in den 12 Monaten bis Mai 2014. Davon Nahrungsmittel 0.1%, Energie 0.0% und Dienstleistungen 1.1%. Das ist doch super. Der Grundbedarf preisstabil und dann zeigen die Dienstleistungen einen leichten Anstieg der Reallöhne an. Warum soll ich das ändern wollen? Der Draghi offenbar auch nicht. Danke!

    Balkenchart


    Ist Draghi einfach nur langweilig? Hat er einfach nur Lust ein wenig zu spielen?

    Gold functions like the sun, with all currencies as planets orbiting around it, with only the sun in fixed position (Zijstra)

  • Ich seh das wie Balkenchart.
    Viel Lärm um recht wenig.

    Übrigens ist die EZB vor 5 Jahren von allen Seiten kritisiert worden, und jetzt heißt es plötzlich: "Bisher machte die EZB alles richtig aber NUN geht sie zu weit".
    Das kann gut sein, dass selbst die heutigen Kritiker das in wiederum 5 Jahren anderes sehen.

    Was die Sparer anbelangt:
    Die haben doch bis vor kurzem die große (Hype)Inflation befürchtet und die EZB dafür verantwortlich gemacht.
    Gegen dieses Szenario ist die aktuelle Situation für Sparer doch ein Traum! Praktisch Werterhalt bei Geldvermögen - fast wie Gold ;D .

    Einfach Geld in die Bank legen und damit real verdienen wird in Zukunft eben nicht mehr gehen, das war aber absehbar.

    Woodpecker

    ps. mit der jahrelang befürchteten Inflation das wird so schnell nix.
    Austerität erzeugt nun mal Deflation.

    Tippe mal der nächste Schritt ist also eher dass die EZB es der FED nachtut und ins QE einsteigt und zudem die Austerität gelockert wird.

    Find ich das gut? Zwar eher nicht.
    Aber: Wir leben nicht in normalen Zeiten, sondern in einem Umbruch!
    Hauptziel muss daher ganz pragmatisch Erhalt der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordung sein.
    Was nützt es, sich an die Buchstaben des Gesetzes zu halten, wenn darauf hin Unruhen, Krieg und Elend ausbrechen?

    In 20 Jahren oder so wird es dann eben neue und bessere Gesetze und Regeln geben wenn die aktuellen nicht passen um das Problem zu lösen.
    Na und? In der Geschichte ist das immer so gewesen, nur die letzten 50 Jahre waren eben recht stabil - das war eine ziemliche Ausnahme.

    Gewöhnt euch besser an den Gedanken.
    Locker bleiben und optimistisch sein, Leben geht weiter! :D

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Wir leben nicht in normalen Zeiten, sondern in einem Umbruch!


    Stimmt!
    Von de sozialen Marktwirtschaft zur Sozialisierung der Verluste der Zockerbanken. ;)

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  • Gut möglich, dass Balkenchart recht hat und praktisch erst einmal wenig passiert.

    Ich störe mich auch primär an dem psychologischen Signal.
    Offizielle Negativzinsen, das ist ein Tabubruch.
    Wieder mal ein Tabubruch.
    Mein Vertrauen in die Notenbanker sinkt durch solche Tabubrüche. Und Vertrauen ist in der Finanzwelt eine wahnsinnig wertvolle, aber auch sehr sensible Ressource, die langsam wächst und schnell verschwindet.

    Ich befürchte, dass derzeit unsere Notenbanker, ganz wie vor 10 Jahren die Investmentbanker den Zauberlehrling spielen.
    Damals sagten die Investmentbanker "Vertraut uns, wir entwickeln neue Finanzinstrumente, die die Welt retten oder besser machen. Wenn wir so viele riskante Kredite bündeln, sinkt das Risiko, weil nicht alle krachen gehen." - und noch andere Wahnwitzigkeiten, die ich nicht einmal wiedergeben kann.
    Irgendwann platzte es und wurde ziemlich fies. An den Nachwirkungen des Giftcocktails verdauen wir noch heute.

    Heute sagen die Notenbanker "Vertraut uns, wir entwickeln neue Finanzinstrumente, die die Welt retten oder besser machen. Quantitative Easing, negative Zinsen..." Ich verstehe den Großteil davon nicht einmal. Aber ich fürchte, dass auch hier die Zauberlehrlinge das Rad mächtig überdrehen können - und am Ende wird es fies.

  • Erstmal bitte ich um Entschuldigung für meine schwache Themeneröffnung, welche ziemlich schlecht formuliert war.

    Zum Thema: Ich teile Al Stings Skepsis bezüglich negativen Zinsen und "Vergötterung Draghis / Allmacht der Zentralbank als Zentralkomitee zur Lenkung der Wirtschaft" (meine Wortwahl). Ich glaube gerade in Südeuropa/Amerika/Japan werden niedrige Zinsen nahe Null als Allheilmittel und Wunderwaffe angesehen.
    Ein schönes Zitat zu dem Thema "We seem to have entered a permanently low interest rate environment" klingt arg nach den vergangenen Schlagwörtern wie great moderation (Überwindung des Konjunkturzykluses).

    Ich bin aber sehr misstrauisch bezüglich den möglichen langfristigen Folgen von extrem niedrigen Zinsen.

    @Balkenchart
    Laut meinem Link http://www.ecb.europa.eu/mopo/implement…l/index.en.html
    betrugen die bisherigen "Excess reserves" ca. 91 Mrd Euro betragen.

    Sollten die negativen Zinsen sich dann nicht nur auf
    punkt 2.2. Deposit facility 39,910
    sondern auch auf andere Punkte gelten?

    The negative deposit facility interest rate will also apply to: (i) banks’ average reserve holdings in excess of the minimum reserve requirements; (ii) government deposits held with the Eurosystem that exceed certain thresholds that will be set in the relevant Guideline to be published by 7 June; (iii) Eurosystem reserve management services accounts if not currently remunerated; (iv) participants’ account balances in TARGET2; (v) non-Eurosystem NCB balances (overnight deposits) held in TARGET2; and (vi) other accounts held by third parties with Eurosystem central banks when stipulated that they are not currently remunerated or are remunerated at the deposit facility rate.

    http://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/…40605_3.en.html

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  • Ja, qed, Du hast wahrscheinlich recht. Also sind auch noch Teile von Passiva Zeile 2.3, 5 und 10 eingeschlossen.

    Hm. Ob das aber zu höherer Inflation führt? Bisher werden die Posten ja als kurzfristige Spareinlage bei den ZBs des Eurosystems geparkt. Um Inflation zu bekommen, müssten sich die Anleger ja umentscheiden und von Sparen auf Konsum umschalten. Und zwar wegen des Zinssatzes und nich aus anderen Gründen.

    Balkenchart

  • Wenn man mal die ganze Enteignungshysterie wg. der negatoven ECB Einlagezinsen weglässt, würde ich das Maßnahmenpaket wie folgt beschreiben:

    Draghi will einfach nur, dass die Banken mehr Kredite vergeben.

    Dazu nimmt er die Peitsche (negative ECB Zinsen), aber auch das Zuckerbrot (neue, billige Refi Linien für Banken basierend auf dem Darlehensvolumen).

    An und für sich kurzfristig nicht verkehrt. Langfristig ist das natürlich keine Lösung. Wenn der Kapitalmarkt das Kapital nicht allokieren kann, sondern die Zentralbanken braucht, dann kann man davon ausgehen, dass das Ergebnis nicht besonders effizient sein wird.

  • Per heute sind die 2 jährigen Staatsanleihen Zinsen in 8 Ländern negativ:

    Switzerland SWISS 2 10/16 104.330/104.480-0.124
    Germany BKO0 09/16/16 100.090/100.100-0.049
    Netherlands NETHER0 04/16 100.020/100.040-0.025
    Finland RFGB 1 ¾ 16 102.830/102.855-0.022
    Belgium BGB2 ¾ 03/16 104.305/104.325-0.019
    Denmark DGB2 ½ 11/16 105.470/105.530-0.016
    Austria RAGB 4 09/16 108.125/108.155c-0.016
    France FRTR 0 ¼ 16 100.550/100.565-0.004

    Japan ist interessanterweise (noch) im Plus. Und selbst die Iren bekommen auf 2 Jahre Geld zu 0,01% p.a.

  • Japan ist interessanterweise (noch) im Plus. Und selbst die Iren bekommen auf 2 Jahre Geld zu 0,01% p.a.

    Japan hat auch negative nominelle Zinsen erreicht. Mit dem zusätzlichen Bonus, dass die Zentralbank auch diese Anleihen aufkauft....

    http://blogs.wsj.com/japanrealtime/…negative-yield/

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  • http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser…-a-1000268.html

    Negative Zinsen sind für Privatkunden bisher nur bei sehr hohen Guthaben und bei eher exotischen kleinen Banken vorgekommen. Interessanter fand ich die Aussage von Hornbach:
    "Der Baumarktkonzern Hornbach hatte kürzlich berichtet, dass einige Banken von Firmen Gebühren für ihre Einlagen verlangten."

    Das ist das erste Mal das ich das von einem Unternehmen gehört habe. Habt ihr von anderen Beispielen gehört?


    Folgende eher anekdotische Passage war auch interessant:
    "Die VR-Bank aus Thüringen kann die 477 Millionen Euro, die Kunden bei ihr Ende 2013 angelegt hatten, nicht einmal zur Hälfte in Form zinsbringender Kredite weiterreichen. Kunden würden zudem informiert, damit sie ihr Geld notfalls anderswo anlegen könnten, erklärte sie."

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  • http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser…-a-1000268.html

    Negative Zinsen sind für Privatkunden bisher nur bei sehr hohen Guthaben und bei eher exotischen kleinen Banken vorgekommen. Interessanter fand ich die Aussage von Hornbach:
    "Der Baumarktkonzern Hornbach hatte kürzlich berichtet, dass einige Banken von Firmen Gebühren für ihre Einlagen verlangten."

    Das ist das erste Mal das ich das von einem Unternehmen gehört habe. Habt ihr von anderen Beispielen gehört?


    Folgende eher anekdotische Passage war auch interessant:
    "Die VR-Bank aus Thüringen kann die 477 Millionen Euro, die Kunden bei ihr Ende 2013 angelegt hatten, nicht einmal zur Hälfte in Form zinsbringender Kredite weiterreichen. Kunden würden zudem informiert, damit sie ihr Geld notfalls anderswo anlegen könnten, erklärte sie."

    Absolut Usus. Zu den niedrigen Tagesgeldzinssätzen einiger Banken die Retailkunden angeboten werden (bspw. Consors aktuell 0,60% p.a.) bekommt man als Insti bei einer Bank in der Größenordnung von mehreren Mio. nichts geparkt. Je nachdem ist mit der Bank bspw. "EONIA minus X" vereinbart. X ist oft nicht sonderlich hoch, aber EONIA ist mit einigen Ausnahmeperioden immer an oder kurz über der Null bzw. in den letzten Monaten auch darunter d.h. negativ gewesen.

  • Die FAZ berichtete schon vor einem Monat über Strafzinsen für Unternehmen: http://www.faz.net/aktuell/wirtsc…n-13174154.html

    Mein persönliches Fazit: Ich werde in meinem Musterdepot die Aktienquote wieder erhöhen. In solchen Zeiten werden Aktien selbst mit kleinen Dividenden immer attraktiver. Die nach verschiedenen Berichten abgezogenen Gelder angelsächsischer Anleger dürften unter solchen Bedingungen locker durch deutsche Gelden kompensiert werden, wenn die Alternativen immer rarer werden.
    Cash --> Strafzinsen
    Staatsanleihen --> Strafzinsen
    Anleihen --> Null-Zinsen oder Pool für Betrüger (Mittelstandsanleihen)
    Gold --> Wertverluste (Interssanterweise ähnlich wie Öl, das stützt Balkencharts Thesen)
    Bleiben bald nur noch Immobilien und Aktien, wobei Goldminenbetreiber das Schicksal von Gold überschießend teilen.

    Happy Deflation!
    Ich gelange immer stärker zur Ansicht, dass eine maßvolle Inflation volkswirtschaftlich wünschenswert ist.

    PS: Sofern es um kleine und nicht um große Gelder geht, vielleicht für den einen oder anderen von Interesse: Die Skatbank ist (oder war?) m.W. die einzige Bank, die Vereinen ein kostenloses Girokonto anbietet. Gerade bei kleinen Vereinen mit schmaler Buchführung stören die Bankosten zuweilen ziemlich. Deshalb hatte ich auch schon mal mit ihr zu tun. :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Al Sting (31. Oktober 2014 um 08:19)


  • Happy Deflation!
    Ich gelange immer stärker zur Ansicht, dass eine maßvolle Inflation volkswirtschaftlich wünschenswert ist.

    Beim Jugendradiosender Fritz war letztens das Thema Sparen.

    Fazit:
    - Jugend spart nicht, wir Leben jetzt
    - Moderator würde sich über eine Inflation freuen, dann haben wieder alles das selbe Sparguthaben

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

  • Beim Jugendradiosender Fritz war letztens das Thema Sparen.

    Fazit:
    - Jugend spart nicht, wir Leben jetzt
    - Moderator würde sich über eine Inflation freuen, dann haben wieder alles das selbe Sparguthaben

    Schön, dass wir hier auch sehr junge Mitforisten haben ;-).

    "Sparen ist nicht besonders sinnvoll" geistert akt. immer wieder durch verschiedenste Medien. Hier wird m.E. arg vereinfacht, denn

    1.) Jeder muss erstmal für sich individuell rausfinden welche Motivation hinter seiner persönlichen Sparanstrengung steckt (sich etwas bestimmtes leisten zu können, finanzielle Unabhängigkeit i.S.v. weniger arbeiten/nur das arbeiten was einem wirklich Spaß macht/gar nicht mehr als Angestellter arbeiten, early retirement extreme etc.).

    2.) Persönliche Inflationsraten sind zwar immer unterschiedlich, je nachdem welchen individuellem Warenkorb man hat, aber nimmt man einfach mal die aktuelle Inflation in Deutschland (CPI yoy), dann ist diese i.A. niedrig (letztens 0,7% (EU Harmonized)) und zwar seit geraumer Zeit. Diese Benchmark zu schlagen ist also erstmal nicht so schwer, da nahe null. Ein kurzer Check auf check24.de liefert bspw. Consors mit 1,20% p.a. aufs Tagesgeld für 1 Jahr für Neukunden. Allerdings empfinden wohl viele 2,5% Zinsen bei Inflationrate 3% als "besser" als 1,2% Zinsen bei 0,7% Inflationsrate. Und man muss nat. immer mal wieder tagesgeldhoppen (also Anstrengung sich zu informieren, "umzuziehen", etc.).

    3.) Granted, compounding ist bei niedrigen Prozentsätzen schwer, aber auch hier: spart man ohne Einsatz von "risky assets" mit mehr Renditepotential, dann ist das Zurücklegen an sich das immens wichtige, denn das "Notional" was man zurücklegt macht am Ende den Löwenanteil des Ersparten aus.

    4.) In Anlehnung an 3.) kommt vermutlich vielen in die Quere, dass sie oft nur Sparbuch/Girokonto/Tagesgeldkonto kennen und alles andere nur vages "spekulatives" Teufelszeug ist (vgl. Aktienkulturdiskussionen etc.). Man müsste sich halt anstrengen und infomieren. "Bestenfalls" fallen die Leute noch auf Prokon o.ä. rein (deren Postwurf- und U-Bahn-Werbung konnte man eine Zeit lang kaum ausweichen) was ex post nach verbrannten Fingern zu undifferenziertem Meiden aller risky assets führt.

    Last not least: Leute die sich nicht um ihr Einkommen kümmern (sich anstrengen besser bezahlte Jobs zu finden, sich weiter qualifizieren) und keine Zeit investieren um sich um ihre Anlagen zu kümmern finden es meistens gut, dass man den "Reichen" auf welche Weise auch immer was wegnimmt...

  • http://www.welt.de/finanzen/artic…ativzinsen.html

    Nach Exoten (Skatbank) und der Commerzbank jetzt eine weitere Bank (WGZ) mit der Einführung von negativen Zinsen (bislang auf sehr hohe Beträge von manchen institutionellen Kunden). Ich denke die Entwicklung wird sich fortsetzten (mehr Banken mit negativen Zinsen und Ausweitung auf niedrigere Beträge), die EZB hat ja versprochen auf lange/längere/ oder wie auch immer das genau formuliert war die Zinsen nicht zu heben.


    Generelle Überlegungen zu Bargeld und negativen Zinsen von Rogoff:
    http://www.faz.net/aktuell/finanz…n-13274912.html

    Bargeld? Das braucht doch kein Mensch! Das meint zumindest der amerikanische Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff. Zentralbanken könnten leichter negative Zinsen durchsetzen, Steuerflüchtige und andere Kriminelle hätten es schwerer.

    beati pauperes spiritu

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