Börsen-Einstieg für blutige Anfänger?

  • Mein Neffe wird demnächst 17 und war bei einem gemeinsamen Urlaub so höflich, ein grundsätzliches Interesse an Aktien zu bekunden. Sein Vorwissen zum Thema Börse liegt bei Null, was ich ihm in keiner Weise ankreide - das war bei mir in dem Alter genauso. Natürlich würde ich den Funken seines Interesses gerne zu einer veritablen Flamme hochpäppeln, damit der Junge später mal kein Hungerleider wird. Er selbst scheint durchaus bereit, sich mit dem Thema zu befassen, hofft aber bei der Einstiegsliteratur auf Tips von mir.

    Mein Basisbuch seinerzeit war das "Handbuch der erfolgreichen Aktienanlage" vom Fugger Horst, das auf dem Höhepunkt des New-Economy-Hypes erschien und inzwischen ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Etwas aktueller sollte die Einstiegslektüre schon sein, und idealerweise sollte sie auch die ersten Weichen in Richtung value-investing stellen.

    Hat da jemand einen Tipp?

  • Ein Buffett Buch wäre vielleicht auch nicht schlecht. neben dem elend langen "Schneeball" kann ich das hier empfehlen:

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    mmi

  • Der gute alte Kostolany ist m.E. nach wie vor der beste "Börsenlehrer" aus dem deutschsprachigen Bereich und für Einsteiger sicherlich tauglich, Titel dürften sich einige finden.
    hat im Kern vernünftige Anschauungen, gepackt in gut verdauliche Geschichten und gut zu merkende Beispiele. So bietet der Vergleich zum Spaziergänger (=Unternehmen) und dem mal voraus- und mal zurückrennenden Hund (=Börsenkurs) mir bis heute ein sehr überzeugendes und beruhigendes Bild für die Irrationalität mancher Kursentwicklungen.

  • Am besten fachst Du das Feuer mit einem kleinen Depot und echten 1000€ an - er soll zwei Aktien aussuchen und erklären warum. Den Ertrag wenn eine Gewinn macht darf er behalten - das zieht immer

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Die Bücher von Greenwald sind (trotz reißerischem Titel) gut geschrieben und verfolgen einen Value Ansatz. Die Bücher von Kostolany sind alle sehr lebhaft geschrieben und nicht langweilig, als Einstieg sicher besser geeignet als z.B. Graham/Dodd.


    Am besten fachst Du das Feuer mit einem kleinen Depot und echten 1000€ an - er soll zwei Aktien aussuchen und erklären warum. Den Ertrag wenn eine Gewinn macht darf er behalten - das zieht immer

    Wäre das nicht der komplett falsche Ansatz? ;) Wenn dein Neffe rational ist, dann würde er (bei Fehlem von downside risk) eine möglichst riskante Aktie auswählen... Gerade das Beachten von einerseits Rendite/Gier und andererseits Verlustrisiko/Angst ist doch entscheidend beim Investieren. Dein Vorschlag würde eher zum Glücksspiel /traden verleiten!

    beati pauperes spiritu

    "we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.“ W.C.

    “Facts do not cease to exist because they are ignored.” – Aldous Huxley


  • Ja - grundsätzlich hättest Du in einem effizienten Markt recht. Da man als durchschnittlicher 17 Jähriger aber keine Ahnung hat was riskant ist und was nicht, geht man wahrscheinlich an das "Spiel" mit gewisser Ernsthaftigkeit ran. Wenn das nur dazu führt, dass er sich regelmässig damit beschäftig hast Du schon gewonnen... Selbst wenn die 1000€ total versenkt werden - der Lerngewinn ist sehr viel mehr wert - wenn er auf fruchtbaren Boden fällt...

    Ausserdem kann man als Onkel ja durch Fragen gut steuern ob es reine Zockerei wird oder ob er sich mehr Gedanken macht

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Ein Buffett Buch wäre vielleicht auch nicht schlecht. neben dem elend langen "Schneeball" kann ich das hier empfehlen:

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    mmi

    Wenn er fit genug im Englischen ist dann am besten im Original - Übersetzungen jedweder Couleur sind leider oft genug schauderhaft...

    Zum flüssigen (Ein)Lesen finde ich auch Peter Lynch - One Up On Wall Street gut:

    http://www.amazon.de/One-Up-Wall-St…ds=Lynch+one+up

  • Also bei mir war es so, das meine Eltern damals meinen Einsatz verdoppelt haben. Hat mich begeistert und ich musste mein eigenes Geld einsetzen.

    "Three rules for a career: 1) Don't sell anything you wouldn't buy yourself; 2) Don't work for anyone you don't respect and admire; and 3) Work only with people you enjoy." Charlie Munger

  • Danke Euch allen für Euere Vorschläge! Ihr habt mir sehr geholfen und ich habe in alle Bücher via Amazon kurz reingeschnuppert. Den letzten Kostolany ("Die Kunst über Geld nachzudenken") hab ich mir sogar selbst besorgt und bereits zur Hälfte verschlungen...

    Für den Anfang wird wohl Joel Greenblatt das Rennen machen, weil er in vielerlei Hinsicht passt: Er ist in deutsch verfügbar, setzt keinerlei Vorkenntnisse voraus, verfolgt einen (erfolgreichen) mechanischen Value-Ansatz und richtet sich gezielt auch an Kinder und Jugendliche. Hatte ich alles schon ganz vergessen, obwohl ich zu Hause die englische Ausgabe zu stehen habe.

    Gut finde ich auch die Idee von Matze und OptiVlue, die ersten Aktienkäufe mit etwas Cash zu katalysieren - mal sehen, wann das ein Thema wird.

    Gruß, witchdream

  • Für einen Einsteiger auch noch recht gut finde ich dieses Buch für 7 Euro. Damit macht man beim Buchkauf schon ein Value Investment ;-)

    Einige interessante Konzepte werden darin angesprochen: Mr. Market, Fokus-Investing (Konzentration auf wenige, gute Unternehmen), Wahrscheinlichkeiten und Kelly, Superinvestoren, etc.

    Investieren mit Warren Buffet, Hagstrom, Robert G.
    http://www.buecher-billiger.de/shop/author/881/

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Mein erstes Börsenbuch und wenn wohl auch etwas veraltet war Peter Lynch "Der Börse einen Schritt voraus". Ganz weit aus der Erinnerung sicher auch seine Selbstdarstellung aber wie ich meine für den Neuling leicht zu lesen und doch infomativ.

    “Investment is most intelligent when it is most businesslike.” -Benjamin Graham

  • Mein erstes Börsenbuch und wenn wohl auch etwas veraltet war Peter Lynch "Der Börse einen Schritt voraus". Ganz weit aus der Erinnerung sicher auch seine Selbstdarstellung aber wie ich meine für den Neuling leicht zu lesen und doch infomativ.


    Das dürfte die deutsche Übersetzung von Lynchs "One Up On Wall Street" sein, die Comte oben schon empfohlen hat. Bei entsprechenden Englisch-Kenntnissen sollte man die Originalausgabe vorziehen. Besonders gefallen hatte mir die Klassifizierung von Aktien in Slow Grower, Stalwarts, Cyclicals, Asset Plays, Turnarounds, ...

    "I am not buying anything right now. I am mainly looking out the window." (Jim Rogers, Feb. 2012)