Hintergründe zu Buybacks

  • Wenn sich die Anzahl der Aktiengesellschaften halbiert hat und die verbleibenden noch kräftig ihre eigenen Aktien vom Markt nehmen, dann bleibt dem S&P500 ja garnichts anderes übrig, als zu steigen


    Die Buybacks haben keinen Einfluss auf den S&P500 (wohl aber auf den Dow). Grund: der S&P500 wird anhand der Marktkapitalisierung des Freefloats berechnet. Und die sollte theoretisch identisch bleiben (weniger Aktien mit höheren Kursen).


    Siehe auch http://www.spindices.com/docum…ethodology-index-math.pdf


    Edit: jede Menge Doku zur Berechnung spezieller Indizes via[/url]
    https://www.google.de/search?q=site:www.spindices.com/documents/me…es/&start=20&filter=0</a>

  • Danke für die Hinweise zu den Indices.


    Ich meinte natürlich den Effekt, dass höhere Nachfrage (wachsende Bevölkerung spart auf Rente teilweise in Aktien) auf stetig schrumpfendes Angebot trifft. Über 10 Jahre gehen DJIA und S&P500 ziemlich im Gleichschritt:


    http://finance.yahoo.com/echarts?s=%5EGSPC+Interactive#{"showArea":false,"showLine":false,"lineColor":"#00ffff","lineWidth":"4","showCandle":true,"lineType":"candle","range":"10y","showPrePost":false,"didDisablePrePost":true,"allowChartStacking":true}

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Klimaneutralität ist kommunistische Planwirtschaft in neuem Gewand.

  • SocGen Quants mit einer interessanten Beobachtung: Die aktuellen Aktienrückkäufe, zumindest in den USA, muss man im Zusammenhang mit den prall gefüllten Kassen sehen nachdem das Übersee-Cash abgesaugt wurde.

    Rückkäufe hoch, Schulden runter. Historisch immer schön im Gleichlauf.


    SGQuant.jpg

  • Weitere Ansichten zu Aktienrückkäufen:


    Flossbach von Storch (Fazit: Aktienrückkäufe als Non-Event):


    #03 „Was ist dran an Crash-Prognosen und der Kursmanipulation durch Aktienrückkäufe?“ (16.12.2019)

    Der nächste Crash kommt bestimmt und die Börsenkurse werden durch Aktienrückkäufe manipuliert. Ist das wirklich so, fragen sich Philipp Vorndran und Thomas Lehr im Podcast.

    https://www.flossbachvonstorch…sbach-von-storch-podcast/


    Sentix:


    "Wir gehen davon aus, dass die Kurse durch die Aktienkäufe sehr wohl nach oben verzerrt sind und sich in den vermeintlich aktuell so sicheren Aktien Risiken kumulieren. Solange jedoch der Anteil der Aktien am Pool der verfügbaren Anlagen aus Sicht der Anleger tendenziell noch schrumpft und die Zinsen weiter nach unten manipuliert werden, werden diese Risiken nicht sichtbar. Gleiches gilt auch, weil die Risiken aus der Realwirtschaft in den letzten Jahren erfolgreich von der Politik unterdrückt wurden. Dies wird jedoch kein Dauerzustand sein."


    https://www.sentix.de/index.ph…aeufe-unter-der-lupe.html

  • Lese grade vermehrt, dass Firmen ihre Aktienrückkaufprogramme einstellen oder ruhen lassen wollen (Shell, Intel, Total, Chevron). Aber alle zahlen Dividende. Ob sie die kürzen, weiss ich noch nicht. Dabei wäre es jetzt stattdessen besser, die Dividende zu kürzen/streichen und Aktien zurückzukaufen, wenn man schon Geld ausgeben will.

  • Lese grade vermehrt, dass Firmen ihre Aktienrückkaufprogramme einstellen oder ruhen lassen wollen (Shell, Intel, Total, Chevron). Aber alle zahlen Dividende. Ob sie die kürzen, weiss ich noch nicht. Dabei wäre es jetzt stattdessen besser, die Dividende zu kürzen/streichen und Aktien zurückzukaufen, wenn man schon Geld ausgeben will.

    Bin ich absolut bei dir.

    Nehme an die wollen sich ihren Track-Record nicht versauen...also das "wir haben seit xy Jahren die Dividende nie verringert..."

    Exponentialfunktion zu Polynomfunktion zu linearer Funktion verhält sich wie: Darth Vader zu Frodo zu Mickey Mouse.

    "If you have a nail and a hammer, then use it!"

  • Zu bedenken: wenn Dividenden komplett gestrichen werden, trifft das Leute, die von den Dividenden leben wollen. Klar brauchen die deswegen immer auch ein Cashpolster, aber trotzdem...

    Sorry das ist kein Argument.

    Du kannst auch einfach regelmäßig 3% Deiner Position verkaufen - dann hast Du auch 3% Einkommen.

    Das ändert nichts daran ob der Kurs steigt oder fällt.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Eben doch! Das habt ihr alle nicht verstanden.

    Wenn der Kurs unten ist, dann ist das für diejenigen, die verkaufen müssen, genauso schlecht wie es für die Aktienrückkäufer gut ist (Umkehrung des cost-average-Effekts).

    Dividende fällt aus und typischerweise ist genau dann der Kurs im Keller, da hast Du als Privatier ein Problem. 3% ist nicht immer gleich viel in Euro!

  • Möglicherweise hängt es auch damit zusammen welche Art von Aktionär die Firmen wollen. Buy and hold oder Trader. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Aktionär der seine Dividende will und auch bekommt auf der Hauptversammlung ruhiger ist.

    "If it sounds too good to be true, it probably is."


    "Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis. Praktisch stimmt das aber nicht."


    "Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht bekommt was man möchte."

  • Eben doch! Das habt ihr alle nicht verstanden.

    Wenn der Kurs unten ist, dann ist das für diejenigen, die verkaufen müssen, genauso schlecht wie es für die Aktienrückkäufer gut ist (Umkehrung des cost-average-Effekts).

    Dividende fällt aus und typischerweise ist genau dann der Kurs im Keller, da hast Du als Privatier ein Problem. 3% ist nicht immer gleich viel in Euro!

    Eieiei, die Dividende vs. Buyback Diskussion mal wieder.


    Matze, ich wünsche Dir viel Ausdauer und gute Nerven beim Erklären! ToiToi.


    Irgendwann überzeugst Du sie...(hoffe ich).


    Und weg...


    P.S. Ich schau mal ob ich das Michael Maubison Papier finde. da war es gut mit Beispielen erklärt.

  • bei mir hat Matze es schon (fast) geschafft ;-)

    Zumindest schaue ich bei Anlageentscheidungen nicht mehr auf die Dividende. Und wenn nur in negativer Hinsicht: sie darf nicht zu hoch sein,

    Trotzdem verstehe ich Winters Ansatz. Die 3% verkaufen geht übrigens nur, wenn es regelmäßig Aktiensplits gibt. Bei den "normalen" Bershires ist es irgendwann nicht mehr möglich. Aber das wollte Warren vermutlich auch so.

  • Es soll ja auch noch Leute geben die regelmässigen Cashflow wollen und brauchen. Und ob das dann 3, 6,oder12% vom Wert der gehaltenen Position sind, ist so manchem egal. Wenn jemand dann aber 12% seiner Aktien verkaufen muß ....

    "3% sind zwar nicht immer gleich viel in Euro" ist richtig, aber eine gleiche Dividende sind auch nicht immer 3%8).

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  • Nein ich verstehe Winters Ansatz überhaupt nicht. Das ist gänzlich unmathematisch / unlogisch.


    Ein Aktienrückkauf über 1 Euro (um bei fixen Beträgen zu bleiben) bei gleichzeitigem Verkauf einer Aktienposition von 1 Euro ist einer Dividende von 1 Euro IMMER überlegen (wegen der fehlenden Steuer wenn Du nicht an Dich selber ausschüttest).


    Wenn eine Firma keinen Aktienrückkauf machen sollte - weil sie zu teuer ist, dann sollte sie wahrscheinlich auch keine Dividendenausschüttung machen.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Ich habe zu dieser Diskussion nur die praktische Frage, wie die Befürworter und Gegner einer Dividende die Signalwirkung einer Dividende einschätzen.

    Danke!

    Beispiele:

    a) Ein Unternehmen zahlt nie Dividende und beschließt ab jetzt eine Dividende zu zahlen.

    b) Ein Unternehmen wie z.B. Coca Cola zahlt seit glaube ich 1920 Dividenden und beschließt jetzt keine Dividende mehr zu zahlen und den Euro (oder Dollar) in einen Aktienrückkauf zu stecken, weil das immer einer Dividende überlegen ist.


    ad a) Der Aktienkurs sollte fallen, da ja Vermögen der Aktionäre wegen der Steuer weniger wird.

    ad b) Der Aktienkurs sollte steigen, da es immer besser ist keine Dividende auszuzahlen, da die Steuer auf die Dividende eingespart wird.

  • a) der Kurs sollte steigen :)

    b) ich glaube ich kenne jemand der dann Coca Cola reduziert :). Ob das dem Kurs gut tut :/,

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  • a) Die Firma wächst nicht mehr und will jetzt neue Investoren anziehen die nur auf die Dividende schauen (und sonst nichts).

    b) Die großen Investoren Zahlen in der Regel eh keine Steuer auf Dividenden, von daher keine Auswirkungen



    Ich glaube das Thema wird überbewertet,,,,,