Zuwanderung, Immigration und Sklaverei?

  • Zuwanderung, Flüchtlinge, Demographie und alles was sonst zu "Sklaverei" passt.....(bevor das Thema andere Fäden entert und zweckentfremdet, hier ein eigener Faden. Sklaverei bezieht sich auf einen Beitrag aus dem Minotauren Faden:
    Von Ungleichgewichten und Minotauren... )



    Provokant, aber stimme in einige Sachen überein:


    http://www.welt.de/debatte/hen…-hat-keinen-Verstand.html

    beati pauperes spiritu


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  • Henryk M. Broder teilte gerne aus, besonders wenn es gegen Araber und Muslime geht, und ist immer ziemlich dünnhäutig, wenn Israel oder Juden kritisiert werden.


    Aber gut, Westeuropa steht vor einem Dilemma: Aus humanistischen Gründen muss man Menschen aufnehmen, die vor dem islamistischen Terror des IS fliehen (oder sollte man es religiös verbrämten Faschismus nennen?), in Deutschland auch schon wegen der Vergangenheit der Judenverfolgung im Nazireich. Andererseits, darauf weist Broder meines Erachtens zurecht hin, werden diese Menschen über sehr lange Zeit hier alle Arten von Problemen bei der Integration bereiten, bis dahin, dass sie ihre religiösen Konflikte auch nach Deutschland bringen.


    Wie man das Dilemma auflöst weiß ich aber auch nicht.

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

  • Ich denke viele wollen es nicht wahrhaben, aber ich bleibe dabei:
    Das was aktuell mit den Flüchtlingen geschieht ist moderner Skalvenhandel !!


    Kann ich nicht zustimmen. Erstens gibt es eine Reihe von Wirtschaftsflüchtlingen, z.B. aus dem Balkan, die ausschließlich aufgrund besserer ökonomischer Aussichten freiwillig ihr Land verlassen, um nach Europa zu ziehen (siehe z.B. dieser FAZ-Artikel über Flüchtlinge aus Albanien). Ich bin mal aus dem gleichen Grund nach England gegangen und habe mich dabei nicht versklavt gefühlt. Ich nehme aber an, die meinst Du nicht.
    Zweitens werden Kriegsflüchtlinge (und ich nehme an, dass Du Dich überwiegend auf die beziehst) natürlich durch die äußeren Umstände aus ihrem Land gezwungen. Aber auch sie wählen sich selbst (im Gegensatz zu Sklaven) ein Zielland, das attraktivere äußere Lebensumstände bietet.
    Von seiten des Ziellands ist es natürlich wünschenswert, wenn Zuwanderer nicht mit Hilfe von Sozialleistungen alimentiert werden, sondern sich selbst versorgen können. Ich würde die Situation der Flüchtlinge mit der der europäischen Auswanderer in die USA im 18. und 19. Jahrhundert vergleichen. Auch hier gab es sowohl Wirtschaftsflüchtlinge als auch Asylsuchende. Wenn das Zielland sich geschickt anstellt, kann es von der Zuwanderung deutlich profitieren, das ist klar, und man kann es z.B. an den USA beobachten. Klar ist aber auch, dass es Leute geben wird, die wieder in ihr Herkunftsland zurückmigrieren werden.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Schon irrsinnnig wie sich der deutsche Staat teilweise an der Nase rumführen lässt:


    1 http://www.welt.de/politik/deu…hiebungen-verhindert.html



    Zitat

    Im ersten Halbjahr wurden 8178 Menschen zurückgeschickt, die meisten per Flugzeug. Mehr als ein Viertel (2293) musste von Bundespolizisten begleitet werden. Nach den aktuellsten Zahlen vom 31. Mai wären aber eigentlich mehr als 175.000 abgelehnte Asylbewerber ausreisepflichtig gewesen, 50.000 davon sogar ohne Duldung.



    2 http://www.bloomberg.com/news/…ing-spanish-refugee-quota


    While Rajoy agreed that European Union members should share the burden of accepting asylum seekers in a “fair and just” way, he said he wasn’t ready to raise his country’s existing limit of 2,739 people for this year. Germany expects to receive 800,000 refugees this year.


    Warum wurde das Dublin Abkommen einseitig von Deutschland aufgehoben ? Damit verliert Merkel automatisch ein Druckmittel gegenüber den Südstaaten (wie Italien, Griechenland,etc.). Die Folge ist ziemlich offensichtlich: Sämtliche Länder öffnen ihre Grenzen und lassen Flüchtlinge (real und Wirtschaftsflüchtinge) einfach nach Deutschland reisen.

    beati pauperes spiritu


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  • Warum wurde das Dublin Abkommen einseitig von Deutschland aufgehoben ?


    Ich dachte, das bezöge sich nur auf Flüchtlinge aus Syrien?
    Ich stimme aber mit Dir überein: Abschiebung von "Wirtschaftsflüchtlingen" muss ähnlich effizient werden wie in der Schweiz. Die sollen das Zuwanderungsgesetz nutzen, aber nicht das Asylrecht.


    Edit: "", Hinweis auf Zuwanderungsgesetz

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    3 Mal editiert, zuletzt von cktest ()


  • Ich dachte, das bezöge sich nur auf Flüchtlinge aus Syrien?
    Ich stimme aber mit Dir überein: Abschiebung von "Wirtschaftsflüchtlingen" muss ähnlich effizient werden wie in der Schweiz. Die sollen das Zuwanderungsgesetz nutzen, aber nicht das Asylrecht.


    Theoretisch gilt die Aufhebung vom Dublin II nur für Syrienflüchtlinge.


    Praktisch wird das von so ziemlich allen Ländern (selbst von den Ungarn, Österreich auch, Italien sowieso, Griechenland, etc) so ausgelegt, dass die Behörden sämtliche Leute einfach nach Deutschland weiterschicken. (Teilweise mit Verzögerung wie in Ungarn jetzt, aber in letzter Konsequenz werden alle nach Deutschland geschleust)


    Zitat aus dem (erzliberalen) englischem Guardian:


    Zitat

    Fewer than 10 of about 3,600 people who arrived in Austria had applied for asylum there, the authorities said. The rest said they wanted to go to Germany.


    Zitat

    Austria’s interior minister Johanna Mikl-Leitner accused Berlin of bringing the situation on itself. Merkel’s government had “awakened hopes” in refugees when it stated last week it would not turn those from Syria back, he said.


    Die einseitige, öffentliche Aufhebung der Dublin II Regeln war eine unglaubliche Dummheit.


    PS: Hoffen wir auf einen milden Winter, ansonsten werden die Zeltstädte in Deutschland kollabieren.

    beati pauperes spiritu


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    Einmal editiert, zuletzt von qed1984 ()

  • Ich habe zu dem Thema eine sehr ambivalente Einstellung.


    1. Ich verstehe die Leute sehr gut, die in die EU / nach DE kommen. Wenn DE an Flüchtlinge ein "Taschengeld" bezahlt, das auf Höhe des monatlichen Gehalts eines albanischen Polizisten liegt (plus kostenlose Unterkunft, ärztliche Versorgung, Sachleistungen, Aussicht auf Hartz4 usw usf), dann würde ich als albanischer Beamter als allererster nach DE ausreisen. Im schlimmsten Fall hat man dann in DE einen 12-monatigen all-inclusive-Urlaub, bis der Asyl-Antrag abgelehnt wird. Wie gesagt und ernst gemeint: Da kann ich jeden albanischen "Wirtschafts-Flüchtling" voll verstehen.
    2. Als Deutscher finde ich es weniger lustig, dass völlig unkontrolliert Hunderttausende einreisen und das hiesige Asylrecht missbrauchen. Mir ist das Asylrecht - wegen der deutschen Vergangenheit - geradezu heilig. Jeder politisch oder sonstwie Verfolgte sollte hier einen sicheren Hafen vorfinden - das wäre auch keine wirtschaftliche Belastung für DE. Die Wirtschaftsflüchtlinge bringen aber momentan ein funktionierendes Asylsystem an seine Grenzen - das ist nicht akzeptabel. Ich bin strikt gegen den Kurs der Grünen, (berechtigt) Asylsuchende und Wirtschaftsflüchtlinge gleichzusetzen.
    3. Die administrative und legislative Umsetzung von eigentlich klaren Gesetzen ist in DE erbärmlich. Ich kann nicht nachvollziehen, warum abgelehnte Asylbewerber nicht schleunigst abgeschoben werden, um dringend benötigten Platz für Asylberechtigte zu machen. Ich verstehe nicht, warum ein Asylverfahren 18 Monate dauert, während ehemalige Telekom-Beamte in den Vorruhestand geschickt werden. Ich empfinde es als Überziehung des Rechtsstaates, wenn jeder abgelehnte Asylbewerber gerichtlich gegen seinen Bescheid klagen kann und damit die hiesigen Gerichte blockiert. Es ist gefährlich, wenn die Kirche - wie in Hamburg - offensichtlichen Wirtschaftsflüchtlingen ohne Papiere "Kirchenasyl" gewährt - ohne für die Sozialkosten aufkommen zu müssen.
    4. Die EU präsentiert sich "at its worst". Die Dublin-Vereinbarung empfand ich als ungerecht gegenüber den (südlichen) Grenzländern - ihr Bruch ist nachvollziehbar, aber ein weiterer Fall von klarem Rechtsbruch von EU-Recht. Die offensichtliche Sankt-Florian-Mentalität der meisten EU-Staaten ist das Gegenteil von Solidarität. Die Deutschen mit ihrer verordneten "refugees are welcome"-Propaganda geben mal wieder den EU-Watschenmann.
    5. In DE wird in jeder Beziehung die Nazi-Keule ausgepackt. Echte Nazis schüren den Futterneid und fackeln Flüchtlingsheime ab. Jeder Intellektuelle, der das aktuelle Prozedere kritisiert, wird umgekehrt als potenzieller Nazi und Ausländerfeind stigmatisiert. Eine vernünftige Diskussion über einen geordneten Einwanderungsprozess (Stichwort: Überalterung, Facharbeitermangel etc) ist damit extrem schwierig geworden. Es tobt ein Kampf von Gutmenschen gegen Nazi-Verdächtige.


    edit und PS: 6. Ich bin fassungslos angesichts dessen, was man Flüchtlingen als Unterkunft angeblich "nicht zumuten" darf: Hausboote gehen in Hamburg gar nicht, weil doch viele Flüchtlinge auf dem Meer traumatische Erlebnisse hatten. (Keine Ironie!) Die 5-qm-Zellen im ehemaligen Kölner Schwestern-Kloster gehen gar nicht, weil 5-qm-Zellen unmenschlich sind. (Gruß an die geknechteten Klosterfrauen!). Wohncontainer in Schleswig-Holstein müssen fabrikneu sein, weil der Bezug von gebrauchten Wohn-Containern unzumutbar ist ( ?( ). Offenbar war keiner der Entscheidungsträger jemals in seinem Leben in eienm Entwicklungsland und hat sich angeschaut, welche Wohnstandards dort herrschen.

    "Knowing what you don’t know is more useful than being brilliant."
    Charlie Munger 2015

    Einmal editiert, zuletzt von witchdream ()


  • Wobei die Grafik nicht zu 100% stimmt, da

    Zitat

    Since the civil war broke out in 2011, the UN High Commissioner for Refugees has supported 63 Syrian asylum applications to the GCC states, 33 of which have been successful.

    http://www.ft.com/intl/cms/s/0…e5-8642-453585f2cfcd.html


    GCC = Gulf Cooperation Council wie Kuwait, Bahrain, Qatar, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi Arabien. Mit anderen Worten einige der reichsten Länder der Erde, welche sowohl kulturell alsauch sprachlich eng mit Syrien verbunden sind. Es ist einfach nur lächerlich, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt als die arabischen Ölländer.

    beati pauperes spiritu


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  • Es ist einfach nur lächerlich, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt als die arabischen Ölländer.


    Naja, bevor Du so argumentiert, sollte man vielleicht mal fragen, wer denn in Ländern wie Afghanistan, dem Irak, Syrien oder Libyen systematisch die staatlichen Institutionen, die Infrastruktur und die Kultur zerstört und diese Länder in Chaos gestürzt hat. Man muss Diktatoren wie Saddam Hussein oder den Gaddhafi gar nicht verteidigen, es ist aber trotzdem offensichtlich, dass unter diesen Regimen die Überlebenschance des Durchschnittsmenschen um einige Größenordnungen höher war als heute.


    Balkenchart


  • Naja, bevor Du so argumentiert, sollte man vielleicht mal fragen, wer denn in Ländern wie Afghanistan, dem Irak, Syrien oder Libyen systematisch die staatlichen Institutionen, die Infrastruktur und die Kultur zerstört und diese Länder in Chaos gestürzt hat. Man muss Diktatoren wie Saddam Hussein oder den Gaddhafi gar nicht verteidigen, es ist aber trotzdem offensichtlich, dass unter diesen Regimen die Überlebenschance des Durchschnittsmenschen um einige Größenordnungen höher war als heute.


    Balkenchart


    Mein Geschichtswissen mag lückenhaft sein, aber ich kann nicht erkennen , dass Deutschland verantwortlich sein soll für


    - den Bürgerkrieg in Syrien
    - das Auseinanderbrechens Iraks
    - das Chaos in Libyen


    Afghanistan, darüber können wir streiten. Meiner Meinung nach nur sehr, sehr begrenzt. Der Afghanistan Krieg (Invasion und Bürgerkrieg) läuft schon seit 1979, da sind die Auswirkungen der deutschen Einmischung in den letzten Jahren eher unerheblich.

    beati pauperes spiritu


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  • Es ist einfach nur lächerlich, dass Deutschland mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt als die arabischen Ölländer.


    Nach meiner Kenntnis ist z.B. der bewohnbare Platz in Kuwait ziemlich übersichtlich. Nach meiner bescheidenen Kenntnis ist auch die kulturelle Verbindung zwischen Syrien und beispielsweise Saudi-Arabien recht übersichtlich, abgesehen davon, dass man in beiden Ländern Arabisch spricht (allerdings unterschiedliche Formen); aber z.B. die Art und Weise, wie in beiden Ländern der Islam praktiziert wird (in Syrien vielleicht eher "wurde"), unterscheidet sich sehr substanziell. 10% der Syrer sind Christen. Es dürfte schon Gründe dafür geben, warum Syrer eher nach Europa als nach Saudi-Arabien fliehen, obwohl die Flucht nach Europa teurer und vermutlich auch gefährlicher ist.


    Edith: interessanter Artikel zum Thema in der Welt


    Zum Kommentar von Balkenchart fand ich bemerkenswert, dass die USA den Russen verbieten wollen, in Syrien aktiv zu werden (John Kerry am Samstag), aber selbst aktiv ins Geschehen eingreifen. Hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Ich halte die Regierung Assad nicht für unterstützenswert, für den gewöhnlichen Syrer dürfte sich die Lage aber seit 2011 dramatisch verschlechtert haben.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

    7 Mal editiert, zuletzt von cktest ()

  • Vor knapp 2 Wochen waren in Moskau: der König von Saudi-Arabien, der König von Jordanien, der ägyptische Präsident al-Sisi, der Kronprinz von Abu Dhabi, der von den arabischen Emiraten, sowie eine Delegation der nicht-IS syrischen Opposition und der iranische Außenminister.


    http://www.alaraby.co.uk/engli…scow-for-talks-with-Putin
    http://www.alaraby.co.uk/engli…moscow-for-syria-is-talks


    Die haben sich mglw. überlegt, dass man den islamischen Staat endlich ausschalten sollte. Klar, dass die Amerikaner sich so aufregen.


    Balkenchart

  • Nach meiner bescheidenen Kenntnis ist auch die kulturelle Verbindung zwischen Syrien und beispielsweise Saudi-Arabien recht übersichtlich, abgesehen davon, dass man in beiden Ländern Arabisch spricht (allerdings unterschiedliche Formen); aber z.B. die Art und Weise, wie in beiden Ländern der Islam praktiziert wird (in Syrien vielleicht eher "wurde"), unterscheidet sich sehr substanziell.


    Komisch, aber in der Arabischen Liga sind sie alle.

  • Kleine Anekdote von meiner Seite. Ein Kollege von mir hat sich am WE als freiwiller Helfer zur Flüchtlingsaufnahme in einem "Erstannahme" Lager in München gemeldet. Am Sa. Nachmittag hat man ihm dann gesagt er kann nach Hause gehen aus "Mangel an Flüchtlingen".


    Soviel zum Medien "Buhei" dass wir von Flüchtlingen überrannt werden.


    mmi

  • Nach meiner Kenntnis ist z.B. der bewohnbare Platz in Kuwait ziemlich übersichtlich. Nach meiner bescheidenen Kenntnis ist auch die kulturelle Verbindung zwischen Syrien und beispielsweise Saudi-Arabien recht übersichtlich, abgesehen davon, dass man in beiden Ländern Arabisch spricht (allerdings unterschiedliche Formen); aber z.B. die Art und Weise, wie in beiden Ländern der Islam praktiziert wird (in Syrien vielleicht eher "wurde"), unterscheidet sich sehr substanziell. 10% der Syrer sind Christen. Es dürfte schon Gründe dafür geben, warum Syrer eher nach Europa als nach Saudi-Arabien fliehen, obwohl die Flucht nach Europa teurer und vermutlich auch gefährlicher ist.



    Kulturelle Verbindung zwischen (sunnitischen) Syrern und Saudis ist zumindest stärker als die kulturelle Verbindung zum Westen.
    10% der Syrer sind Christen
    75% Sunniten
    Rest Schiiten und kleinere Minderheiten wie Yeziden


    Kuwait, vereinigte arabische Emirate, usw hätten genug Platz um Wohnraum für ein paar Tausend Flüchtlinge zu schaffen, Geld wäre auch genug da, die haben einfach nur keine Lust.


    Saudi Arabien spielt sich immer als Führungsmacht der Araber und der sunnitischen Gläubigen ("Hüter der heiligen Stätten Mekka und Medina", Finanzierung von sunnitischen Terrorgruppen, etc), die Solidarität geht aber nicht so weit, auch arabische Flüchtlinge aufzunehmen...



    Kleine Anekdote von meiner Seite. Ein Kollege von mir hat sich am WE als freiwiller Helfer zur Flüchtlingsaufnahme in einem "Erstannahme" Lager in München gemeldet. Am Sa. Nachmittag hat man ihm dann gesagt er kann nach Hause gehen aus "Mangel an Flüchtlingen".


    Soviel zum Medien "Buhei" dass wir von Flüchtlingen überrannt werden.


    mmi


    Bei allem Respekt, aber eine Annekdote verblasst gegenüber den Tatsachen (Zeltstädte, Unterbringung in Turnhallen und 20.000 neue Flüchtlinge pro Woche (teilweise pro Wochenende), kein Ende des Flüchtlingsstroms absehbar).


    Spricht vor allem dafür, dass man einzelne Berichte nicht überbewerten sollte.


    PS: Wenn dein Bekannter 1-2 Wochen wartet, dann wird die "Flüchtlingseuphorie" abgeflaut sein und dann werden garantiert wieder Helfer benötigt.



    Die "guten" Nachrichten reißen nicht ab:


    Zitat

    Hollande sagt bei einer Pressekonferenz im Pariser Elysée-Palast, er habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten, rund Tausend Flüchtlinge aufzunehmen


    ganze Tausend!! Schaun mer mal, ob die Franzosen das einhalten oder ob das auch nur eine leere Ankündigung ist.

    beati pauperes spiritu


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  • Ich sehe es mal ökonomisch positiv: Der Imagegewinn für Deutschland könnte erheblich sein, gerade in der kompletten arabischen Welt. Die aktuelle Hilfsbereitschaft für syrische Flüchtlinge prägt sich ein, dürfte noch eine geraume Weile nachhallen und das Image Deutschlands weiter verbessern. Das könnte sich auch spürbar in den Absatzchancen für deutsche Unternehmen in der Region niederschlagen.


    Natürlich, so etwas kann und sollte man nie ausschließlich in Zahlen berechnen, aber ich sehe gegenüber den Lasten und Kosten auch wesentliche Vorteile. Vom verbesserten internationalen Image über neue, positiv eingestellte Mitbürger bis hin zum eigenen Selbstverständnis als ein weltoffenes, nicht angstgetriebenes Land, das die christlich-abendländischen Traditionen in der besten vorstellbaren Weise lebt, in Menchenliebe für hilfsbedürftige Menschen.


    Nebenbei: Wer unser Land im Namen des christlichen Abendlandes komplett gegenüber Hilfsbedürftigen abschotten will, verrät damit eben diese christliche Tradition, die er zu bewahren vorgibt.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Ich sehe es mal ökonomisch positiv: Der Imagegewinn für Deutschland könnte erheblich sein, gerade in der kompletten arabischen Welt. Die aktuelle Hilfsbereitschaft für syrische Flüchtlinge prägt sich ein, dürfte noch eine geraume Weile nachhallen und das Image Deutschlands weiter verbessern. Das könnte sich auch spürbar in den Absatzchancen für deutsche Unternehmen in der Region niederschlagen.....


    In Europa mag das sein Al Sting, aber ich glaube in der arabischen Welt inkl. Türkei ist die Meinung eher "die Waffen kommen doch auch von Deutschland (Kurden) und sind daher Mitschuld an dem Chaos dort unten"
    Wenn man sich die Zahlen anschaut, die qed als Bild-Datei hier reingestellt hat, dann sind die paar tausend Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen nichts zu den Zahlen in Libanon, Türkei usw. (Türkei hat mittlerweile 4 Miollionen Syrier im Land !!). Libanon hat selber ca 4,46 Millionen Einwohner und hat bis heute über 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. D.h. fast 1/4 !! D.h. widerum Deutschland müsste noch ca. 20 Millionen neue Flüchtlinge aufnehmen um die selbe Situation zu haben wie Libanon.


    ich denke die Medien übertreiben masslos !

  • Ich sehe es mal ökonomisch positiv: Der Imagegewinn für Deutschland könnte erheblich sein, gerade in der kompletten arabischen Welt. Die aktuelle Hilfsbereitschaft für syrische Flüchtlinge prägt sich ein, dürfte noch eine geraume Weile nachhallen und das Image Deutschlands weiter verbessern. Das könnte sich auch spürbar in den Absatzchancen für deutsche Unternehmen in der Region niederschlagen.


    Natürlich, so etwas kann und sollte man nie ausschließlich in Zahlen berechnen, aber ich sehe gegenüber den Lasten und Kosten auch wesentliche Vorteile. Vom verbesserten internationalen Image über neue, positiv eingestellte Mitbürger bis hin zum eigenen Selbstverständnis als ein weltoffenes, nicht angstgetriebenes Land, das die christlich-abendländischen Traditionen in der besten vorstellbaren Weise lebt, in Menchenliebe für hilfsbedürftige Menschen.


    Nebenbei: Wer unser Land im Namen des christlichen Abendlandes komplett gegenüber Hilfsbedürftigen abschotten will, verrät damit eben diese christliche Tradition, die er zu bewahren vorgibt.


    Der positive Image Gewinn hält vielleicht für 6 Monate an. (Vermutlich kürzer, da Dt. den Zustrom früher abregeln wird oder im Winter recht häßliche Bilder liefern wird (überfüllte Turnhallen, Zeltstädte)


    In Europa mag das sein Al Sting, aber ich glaube in der arabischen Welt inkl. Türkei ist die Meinung eher "die Waffen kommen doch auch von Deutschland (Kurden) und sind daher Mitschuld an dem Chaos dort unten"
    Wenn man sich die Zahlen anschaut, die qed als Bild-Datei hier reingestellt hat, dann sind die paar tausend Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen nichts zu den Zahlen in Libanon, Türkei usw. (Türkei hat mittlerweile 4 Miollionen Syrier im Land !!). Libanon hat selber ca 4,46 Millionen Einwohner und hat bis heute über 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. D.h. fast 1/4 !! D.h. widerum Deutschland müsste noch ca. 20 Millionen neue Flüchtlinge aufnehmen um die selbe Situation zu haben wie Libanon.


    ich denke die Medien übertreiben masslos !


    Bei dem ganzen Chaos im Nahen Osten sind die deutschen Waffenlieferungen an die Kurden einer der kleineren Faktoren. Da sind Kriege der USA, die Gelder Saudi Arabiens oder die Unterstützung Iran/Hizbollah für Assad und die Rolle der Türkei etwas wichtiger.


    Um noch mal auf die Grafik zurückzukommen, warum nehmen die Golfstaaten fast keine Flüchtlinge auf? Oder ist arabische Solidarität vor allem was für Libanon und Irak, weniger für die Saudis und die Scheichs von den arabischen Emiraten?

    beati pauperes spiritu


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  • [quote='Al Sting','http://www.antizyklisch-investieren.com/index.php/Thread/4031-Zuwanderung-Immigration-und-Sklaverei/?postID=126898#post126898']..


    Um noch mal auf die Grafik zurückzukommen, warum nehmen die Golfstaaten fast keine Flüchtlinge auf? Oder ist arabische Solidarität vor allem was für Libanon und Irak, weniger für die Saudis und die Scheichs von den arabischen Emiraten?


    Ich weiss es nicht und kann es auch nicht nachvollziehen


    EDIT: Das Immigration funktionieren kann und auch Immigranten erfolgreich sein können, kann man sehr gut im Fussball sehen.
    Aktuell spielt die Deutsche Fussball Nationalmannschaft gegen Schottland. In der Startelf der Deutschen sind 3 Spieler mit Immigrationshintergrund und türkischem Namen: Özil. Emre Can, Gündogan. Nur mal so am Rande
    Achso noch ein Spieler mit Migrationshintergrund fühlt sich Pudelwohl: Müller , der ist nämlich Bayer :-) :-) :-)

  • Dass Integration oft gelingt, steht völlig außer Frage!
    Meine Heimat Brandenburg legt dafür ein beredtes Zeugnis ab.


    Eigentlich sprach alles dagegen, dass im Herzen dieser Region einst die größte Stadt Deutschlands entstehen würde, die sich gerade sogar zum inoffiziellen Zentrums Europas entwickelt. Die Mark Brandenburg bot Sand, Sumpf und Wasser sowie weite Kiefernwälder, aber:
    - Keine Bodenschätze (Ausnahme viel Sand = Kies)
    - Denkbar schlechte Böden für Landwirtschaft: "Märkische Streusandbüchse".
    - Nicht für zentrale Handelswege geeignet: Weder am Meer noch an großen Flüssen oder vor zentralen Gebirgspässen gelegen
    - Dünn besiedelt, und immer mal wieder heftig entsiedelt, so dezimierte der 30-jährige Krieg die Bevölkerung um ca. w/3.
    - Keine natürliche Festung oder andere militärisch überragende Vorteile


    Nach dem dreißigjährigen Krieg war das hohenzollersche Brandenburg-Preußen nicht nur entvölkert, sondern auch strategisch mies gelegen. Die drei Hauptteile, Preußen im Osten, Brandenburg in der Mitte und Mark/Kleve im Westen, waren weit voneinander entfernt, nix mit Landverbindung. Eigentlich ein gefundenes Fressen für seine Nachbarn.
    Die Hohenzollern setzten zentral auf zwei Strategien:
    1. eine starke Armee (nie wieder Opfer werden)
    2. Religionstoleranz und Offenheit für Zuwanderer, ob Religionsflüchtlinge oder sonstige Fachkräfte.


    Und sie kamen, brachten ihre Kultur mit und trugen zu Preußens unaufhaltbarem Aufstieg bei. Viele dieser Immigranten haben in Brandenburg ihre Spuren hinterlassen, hier ein paar Beispiele aus meiner Heimatstadt Potsdam.
    - Verfolgte reformierte Hugenotten aus Frankreich: Potsdam hat bis heute eine französisch-reformierte Gemeinde
    - Verfolgte protestantische Böhmen aus Tschechien: Der Potsdamer Stadtteil Nowawes (Kern von Babelsberg) wurde von böhmischen Webern gegründet
    - Erfahrene Handwerker aus Holland: Potsdam hat heute das größte holländische Viertel außerhalb der Niederlande
    - Orthodoxe russische Militärmusiker als Geschenk des Zaren: Die russische Siedlung Alexandrowka ist heute ein Touristenmagnet
    - Muslimische Türkische Soldaten für die "Lange Kerls": 1731 wurde in Potsdam der erste muslimische Gebetsraum in Deutschland geschaffen
    - Reformierte Schweizer Einwanderer (Wirtschafts- oder Religionsflüchtlinge?): Gründeten in den Sümpfen im Potsdamer Norden Nattwerder als Schweizer Kolonistendorf
    - Polen sowieso, das merkt man an den Namen vieler Potsdamer und Brandenburger. Unser letzter Ministerpräsident war Matthias Platzeck. Platzeck ist polnisch für Fladen bzw. Reibekuchen.
    Weiterhin gab es Einwanderungsströme von flämischen Siedlern (Fläming), verfolgten Lutheranern aus dem Salzburger Land, von zugewanderten Juden und und und.


    Ohne Immigranten wäre Preußen nie so stark und Berlin nie zur Hauptstadt Deutschlands geworden. Nürnberg, Hamburg, Leipzig, Frankfurt oder Köln hatten allesamt deutlich bessere Startbedingungen, aber sie waren weniger zuwanderungsfreundlich als Brandenburg-Preußen.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)