Bienen, Blümchen und Insekten

  • 'Catastrophe' as France's bird population collapses due to pesticides

    “There are hardly any insects left, that’s the number one problem,”

    Recent research, he noted, has uncovered similar trends across Europe, estimating that flying insects have declined by 80%

    usw. usf.
    Soviel Alarmismus in einem Artikel verdient doch mindestens eine Quellenangabe, oder? Im Guardian finde ich keine.


    Mein erster Tipp:
    - Insektenstudien: Bezug auf die qualitativ zweifelhafte Krefelder Studie und sonst auf nichts auch nur halbwegs Nachvollziehbares. Die qualitativ ordentliche englische Studie wird fehlen.
    - Pestizide: Vermutlich sind auch in Frankreich ganz viel interte Gase dazugekommen. Schröcklich. Hat dummerweise keinerlei Auswirkung auf Insekten ausserhalb der Silos.
    - Vögel: Da war vor 2-3 Jahren in D ähnlicher Alarmismus unterwegs. Alle Vögel sind bald tot. Letztes Jahr war dann plötzlich nichts mehr zu hören.

  • Zum Glück scheint die Fauna etwas widerstandsfähiger zu sein, als von Alarmisten befürchtet. Wir können also noch etwas aufdrehen.


    Bayer und Co könnten ja mal „richtige“ Studien veranstalten, dass die Vögel immer mehr werden.


    Bei mir im Garten liegt der Grund des Singvogelschwundes mehr im allgemeinen Bejagungsverbot der Greif- und Großvögel, die Elstern und Krähen plündern halt die Nester und die putzigen Katzen erledigen den Rest.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Ich denke, es sollte eine fundierte 30jährige Studie für Europe gestartet werden, mit Implementierung und Auswertung sollte etwa 2055 mit Ergebnissen gerechnet werden können.
    Dann wissen wir es.
    (Na gut, ich wohl nicht mehr)
    Ich werde in der Zwischenzeit unseren Garten weiter insekten- und vogelfreundlicher gestalten. Vielleicht finden einige aus der Agrarwüste zu uns.

  • Ich denke, es sollte eine fundierte 30jährige Studie für Europe gestartet werden, mit Implementierung und Auswertung sollte etwa 2055 mit Ergebnissen gerechnet werden können.


    Musst du nicht abwarten. Gibt es aus UK bereits. Siehe nachstehend. Deutlich nachvollziehbarer als die Krefelder Studie. Nur wird die UK - Studie nicht so oft zitiert. Fake News / Alarmgeschrei sind halt interessanter.


    Da gibt es ausser der Krefelder doch noch eine Studie zur Entwicklung der Insektenpopulation über 30 Jahre an 4 Standorten in UK. Und im Vergleich zur Krefelder sieht mir die methodisch deutlich besser verständlich aus. An einem Standort zeigt sich eine Abnahme, an dreien nicht. Was auch immer wir daraus schliessen wollen.


    Und es gibt noch einen Nachtrag zur Krefelder Studie (2x Preisträger der Unstatistik des Monats). Die Preisverleihung hat den Autoren verständlicherweise nicht geschmeckt und sie haben wohl zurück gekeilt. Einer der Unstatistik-Verleiher, Statisikprof. Walter Krämer, hat sich hier dazu in einem Interview geäussert.


    edit: Nochmal der Link zur UK-Studie


  • Soviel Alarmismus in einem Artikel verdient doch mindestens eine Quellenangabe, oder? Im Guardian finde ich keine.


    Ich stimme dir zu, genauere Informationen und Quellenangaben wären angebracht gewesen.


    Nach etwas eigener Suche stellte ich fest, dass das französische CRNS (Centre national de la recherche scientifique, grob mit der Max-Planck-Gesellschaft vergleichbar: https://de.wikipedia.org/wiki/…la_recherche_scientifique) einen eigenen Artikel zu den beiden Studien auf Englisch veröffentlicht hat: https://news.cnrs.fr/articles/…l-the-farmland-birds-gone


    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Danke, @Al_sting.


    Die Pressenotiz / Artikel mit all ihren Schlüssen gibt tatsächlich Links zu Studien. Genauer gesagt exakt zu zweien via Internet
    aufrufbaren.


    Insekten – oh je!
    Die Insektenstudie – exakt wie angenommen - ist die Krefelder und auch nur genau diese. Und diese sparsamen Daten werden genauso wild übertrieben, wie in Deutschland vor der Wahl. Da wird wieder von 80% Rückgang der Insektenpopulation geschwafelt. Zur Abwechslung nicht nur in Deutschland, nein, jetzt ist es „in Europa“. Gestern wurde Krefeld mit Deutschland gleichgesetzt, jetzt mit Europa. Tolle Karriere.
    Zur Erinnerung, das war 1 Zeitreihe von 1 Messort sowie diverse damit auf nicht nachvollziehbare Weise zusammen geknubbelte Einzeldaten von anderen Messorten zu verschiedensten Zeiten. Der Statistikprof von Unstatistik konnte das Vorgehen nicht nachvollziehen, daher die Ernennung der Studie zur Unstatistik des Monats.


    Vögel - interessant
    Für Vögel ist es eine langjährige Auszählung aus Frankreich. Macht auf mich einen ganz brauchbaren Eindruck. Die haben unterteilt nach Vogelarten, die in bestimmten Gebieten vorkommen - Wald, Feld, bebautes Gelände, Generalisten - und diese über 25 Jahre an vielen Stellen in Frankreich ausgezählt. Über die Zeit zeigt sich eine deutlich Abnahme der Feldvögel wie auch der Vögel, die vor allem in bebautem Gelände vorkommen. Bei Waldvögeln und sog. Generalisten ist das Niveau unter Schwankungen wenig verändert, siehe Grafik, Anlage.



    Pestizide
    keine Referenz / keine Daten in den Artikeln gefunden. Nur Behauptungen. Schwach.



    Nicht klar wird mir, wieso Feld UND Stadtvögel wegen Pestiziden zurückgehen sollten, Waldvögel und Generalisten dagegen nicht. Ich dachte immer, die fressen alle mehr oder weniger dasselbe, Körner und Insekten. Und falls es via (nicht belegter) Mehrverwendung von Pestizide zu einem (ebenfalls nicht belegt) Insektenrückgang gekommen sein sollte, warum der dann nicht nur auf Feldern sondern auch in bebauten Gegenden stattfindet, nicht aber im Wald und nicht Generalisten betrifft, die überall anzutreffen sind. Fragen über Fragen.

  • Die nächste Runde der Abschreib-Alarmisten?


    Die übliche reisserische Überschrift.

    "2017" und "bis zu 75%" klingt heftig nach den gebogenen Statistiken der Krefelder Studie. Dort wurde zwar sehr viel Fleissarbeit geleistet aber halt keine aussagekräftigen Zeitreihen geschaffen. Die reisserischen Behauptungen werden nicht wahrer durch ständige Wiederholungen. Warum nochmal wurde die Krefelder als Unstatitik des Monats "geehrt"? Hier.


    Hatten wir alles schon in diesem Thread weiter oben.


  • Manche Statistiken werden irgenwann zur Legende oder zum Mythos.

    Siehe auch die KiKK-Studie. Was gab es da für eine Aufregung vor 10 Jahren und die Jahre danach. Was in der Bevölkerung hängenbleibt: "um KKWe herum kriegen alle Kinder Krebs" (oder hier: "Die Insekten sterben aus").


    Aktueller (natürlich wenig spektakulärer) Status:

    http://iopscience.iop.org/arti…088/1361-6498/aa8ce9/meta

    "An update of the leukaemia incidence around the Krümmel site shows that the incidence rates are now comparable to the average rate in Germany."


    Leider haben solche "Sensationsmeldungen" oft reale Konsequenzen, die volkswirtschaftlichen Schaden anrichten wie das Abschalten absolut funktionstüchtiger Anlagen oder dem Verbot von vermeintlich schädlichen Pflanzenschutzmitteln.

  • Inzwischen scheinen sich die Hinweise auf ein Insektensterben allerdings zu erhärten, siehe z.B. den folgenden Artikel mit vielen Links auf zahlreiche Studien:

    https://www.spektrum.de/kolumn…ktenzusammenbruch/1611020


    Der Artikel ist allerdings offenbar nicht ohne Bias geschrieben, was man allein schon an den vielen toten Insektbildern erkennt, mit denen er geschmückt ist. Eigentlich unwürdig für eine Zeitschrift, die sich seriöser Wissenschaft verpflichtet fühlt.

    Vor die Wahl zwischen zwei möglichen Alternativen gestellt, wähle die Dritte!

  • Offenkundiger bias - ja. Aber immerhin endlich mal ein Artikel, der auch ein paar Referenzen nennt, und nicht nur die Krefelder.


    Zu China-Handbestäubung wg. Bienenmangel habe ich auf die Schnelle nichts Seriöses gefunden. Gelesen hatte ich dazu mal, dass die tatsächlich Handbestäubung durchführen. Der Gag war damals, dass sie das nicht wegen Insektenmangel tun sondern wg. kontrollierter Züchtung. Für diese Züchtungsversion spricht auch, dass China einer der größten Honigexporteure ist (sofern der "Honig" nicht menschgemacht ist. Chinesischen Fälschern traue ich so ziemlich alles zu).

  • Mit der expliziten Bitte an Chfin, auch hier mal einen Blick auf die Qualität der hinterlegten Studien und Argumente zu werfen:

    Zitat

    Why are insects in decline, and can we do anything about it?


    Answers to key questions about the global insect collapse

    /www.theguardian.com/environment/2019/feb/10/why-are-insects-in-decline-and-can-we-do-anything-about-it

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)