Wahljahr 2017

  • AKK macht im Moment einen von Ehrgeiz zefressenen machtgeilen Eindruck bei mir. Wie beim alten Kohl oder auch der Merkel, da war das glaube ich auch mehr Selbstzweck mit dem Regieren.


    Egal, im Moment hat man den Eindruck, dass die alternativlose Strategielosigkeit mir dem zugehörigen Durchwurschteln weitergehen wird.

    Nationalökonomie ist die Metaphysik des Pokerspielers

    Edited once, last by nixda ().

  • Wenn ich es richtig sehe, hat Merz schon angekündigt, dass er keine Kärrnersarbeit leisten will. Vorsitz ja, aber fürs Präsidium ist man sich zu schade. So wird das nix.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Zur Abwechlung hat sich die Union halt mal eine wirklich offene Abstimmung ihrer Delegierten gegönnt, man könnte auch von lebendiger innerparteilicher Demokratie reden. Für den Kanzlerwahlverein in der Tat ungewöhnlich.
    Sonst wird das oft vorab im Hinterzimmer abgesprochen, dann sind danach auch relativ dicke Mehrheiten garantiert.

    Ich wundere mich schon, dass der Fakt der fehlenden Hinterzimmerabsprachen als "Spaltung" desavouiert wird.

    Erscheinen gelenkte Demokratien nicht nur Russen so attraktiv?


    (Mal abgesehen vom Detail, dass ich mir eher Merz gewünscht hätte, weil dann die Unterschiede zwischen Rot und Schwarz wieder stärker hervorgetreten wären dazwichen die Kernkämpfe abgelaufen wären (zu Lasten der kleineren Parteien) und nicht im Kampf "AfD gegen den Rest".

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Wenn ich es richtig sehe, hat Merz schon angekündigt, dass er keine Kärrnersarbeit leisten will. Vorsitz ja, aber fürs Präsidium ist man sich zu schade. So wird das nix.

    Merz zeigt damit erneut, was für ein dankbarer Gegner er für die linken Parteien gewesen wäre. Immer auf dem Weg durch unnötige Fettnäppfchen, hätte er der perfekte Wegbereiter für Rot-Rot-Grün werden können.


    Schon schade, das sich 20 Christdemokraten zu wenig auf das Experiment einlassen wollten, ich hätte es aus linker Perspektive genossen.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Vorsitz ja, aber fürs Präsidium ist man sich zu schade. So wird das nix.

    Auch der Merz hat auf die Kanzlerschaft geschielt oder sogar gezielt. Für die hätte er seine lukrativen Jobs aufgegeben, aber doch nicht für so eine popelige Aufgabe in der zweiten Reihe einer ehemaligen Volkspartei.

    Es würde mich aber nicht überraschen, wenn sich AKK am Ende doch nur als Übergangskandidatin erweisen würde.

  • Ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass die CDU durch diese Wahl Stimmen zurückgewinnt. Vermutlich werden sich eher noch mehr abwenden um ein noch deutlicheres Signal zu senden.


    Für mich ein Rätsel warum sich nach der SPD nun auch die CDU demontiert.


    Rainer Zitelmann zur "Sozialdemokratisierung und Vergrünung der Union":

    https://www.wallstreet-online.…ter-sieg-zeichen-hoffnung

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Knappe Mehrheiten beim Parteivorsitz sind was neues. Vielleicht hat der Kampf um die Nachfolge erst begonnen.


    Und was den Bundestag angeht, mittlerweile 20 % mit denen die anderen nicht koalieren wollen.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • nixda Wenn ich vergleiche, was sich in anderen Ländern tut, ist das aber ein "Durchwurschteln" auf hohem Niveau. Andere Länder wären glaube ich sehr froh, wenn sie solche Probleme hätten: USA mit einem großen Präsidenten, der sich selbst mit Twitter-Verlautbarungen beschäftigen muss - scheinbar gibt es keine ausreichend qualifizierten Pressesprecher (?), Frankreich gerade mit den "Gelbwesten" auf den Straßen, UK mit Brexit, Italien, das vielleicht mit dem Budgetstreit mit der EU auf einen Italexit hinarbeitet...

  • nixda Wenn ich vergleiche, was sich in anderen Ländern tut, ist das aber ein "Durchwurschteln" auf hohem Niveau. Andere Länder wären glaube ich sehr froh, wenn sie solche Probleme hätten: USA mit einem großen Präsidenten, der sich selbst mit Twitter-Verlautbarungen beschäftigen muss - scheinbar gibt es keine ausreichend qualifizierten Pressesprecher (?), Frankreich gerade mit den "Gelbwesten" auf den Straßen, UK mit Brexit, Italien, das vielleicht mit dem Budgetstreit mit der EU auf einen Italexit hinarbeitet...

    Ich glaub was Deutschland gut kann:
    Von den Fehlern anderer lernen.

    Zum Glück sind wir ja immer etwas langsamer mit vielen Entwicklungen, können somit sehen wie sich Dinge wie Brexit, rechte Regierungen, Gelbwesten etc. anderswo entwickeln und es dann ggf anders machen.


    Ist halt auch manchmal von Vorteil nicht immer zu den Dynamischsten zu gehören.

  • Die CDU setzt auf dem Parteitag gleich Signale, die wirklich bedeutenden Probleme Deutschlands anzupacken:


    CDU will der Umwelthilfe Mittel streichen

    Auf dem Parteitag in Hamburg beschlossen die Delegierten, die Gemeinnützigkeit der DUH zu prüfen. Die Partei will sich zudem dafür einsetzen, dass der in vielen Städten auf Dieselfahrverbote klagende Verein keine Mittel mehr aus dem Bundeshaushalt bekommt.

    https://www.n-tv.de/politik/CD…chen-article20762335.html


    Mal abgesehen davon, dass mir der Verein auch suspekt ist - das ist doch nichts für einen Parteitag, zeigt aber, wer wirklich zählt - die arme Autoindustrie.

  • Von der aktuellen Situation der CDU - die dürfte noch eine Weile mit sich selber beschäftigt sein - dürften profitieren:

    - AFD

    - Grüne (s. auch vorheriges Post)

    - Frau Merkel, die kann weiter - auch ungestört von der eigenen Partei - vor sich hinregieren. Große Bühne Weltpolitik, nix Interesse an banaler Innenpolitik.

    Nur meine Meinung.

  • Da hat der gute Oettinger was falsch verstanden. Wir Bürger wollen, dass Leute in die Politik gehen, NACHDEM sie in der Privatwirtschaft Leistung gezeigt haben, und NICHT dass sie von einem hohen Amt in der Exekutive übergangslos in die Privatwirtschaft wechseln. Letzteres nennen manche Leute Korruption.


    Letzter Absatz hier:


    https://www.faz.net/aktuell/po…el-arbeiten-15955184.html

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


    Aus aktuellem Anlass: Government and banks are joined at the hip.

  • Ich finde es höchst bemerkenswert, dass Oettingers Aufruf, ihn samt seiner connections und seines Herrschaftswissen bis Ostern gegen Höchstgebot zu ersteigern, niemandem im Medienraum bedenklich vorkommt.


    Bemerkenswert, aber nicht erstaunlich.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


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  • Bezüglich des vorerst gescheiterten Zustandekommens eines Untersuchungsausschusses wegen der Vetternwirtschaft mit Beratern unter Verteidigungsministerin von der Leyen: im DLF wurde heute morgen ein SPD Parlamentarier (DLF Mediathek, 8:39 Uhr) zitiert, man könne die Aufträge nicht alle prüfen lassen, es seien zuviele, eine fünfstellige Zahl. (Das ist irgendwas zwischen 10.000 und 99.999 Stück).


    Das wäre doch ein eleganter Ausweg für die Verteidigungsministerdarstellerin - die Berater waren es.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


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  • Sorry, noch ein Politbeitrag.


    Weil heute das Frauenwahlrecht abgefeiert wird, das laut SPD-Nahles 1919 "erst nach jahrzehntelangem Kampf" (implizit gegen die bösen Männer) eingeführt wurde.


    https://twitter.com/spdbt/status/1085251908460265473


    Kann man sagen, ist aber Geschichtsklitterung. In Preußen gab es bis nach dem ersten Weltkrieg auch kein allgemeines Wahlrecht für Männer.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Dreiklassenwahlrecht


    Aus dem obigen Tweet:


    "Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, aber nur 31% der Abgeordneten im Bundestag. Das muss sich ändern! Wir brauchen ein Wahlgesetz, welches für eine bessere Vertretung von Frauen im Deutschen Bundestag sorgt."


    Wenn die SPD sich nur noch als Vertreterin von Frauen und Migranten ohne Pass sieht, ist das ihre Sache. Am Wahlrecht rumfummeln geht uns aber alle an: obacht!

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis


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  • Bezüglich des vorerst gescheiterten Zustandekommens eines Untersuchungsausschusses wegen der Vetternwirtschaft mit Beratern unter Verteidigungsministerin von der Leyen: im DLF wurde heute morgen ein SPD Parlamentarier (DLF Mediathek, 8:39 Uhr) zitiert, man könne die Aufträge nicht alle prüfen lassen, es seien zuviele, eine fünfstellige Zahl. (Das ist irgendwas zwischen 10.000 und 99.999 Stück).


    Das wäre doch ein eleganter Ausweg für die Verteidigungsministerdarstellerin - die Berater waren es.

    auch hier gilt wohl: too big to fail ;-)

  • Aus dem obigen Tweet:

    "Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung, aber nur 31% der Abgeordneten im Bundestag. Das muss sich ändern! Wir brauchen ein Wahlgesetz, welches für eine bessere Vertretung von Frauen im Deutschen Bundestag sorgt."


    Wenn die SPD sich nur noch als Vertreterin von Frauen und Migranten ohne Pass sieht, ist das ihre Sache. Am Wahlrecht rumfummeln geht uns aber alle an: obacht!

    Das ist natürlich ein höchst undankbares Thema, wo man (als Mann) fast in jeder Diskussionsrunde nur verlieren kann.

    Aber ich bin da bei dir, das stört mich auch enorm an der Gleichberechtigungsdebatte.


    Der Satz der in der SZ stand: "Frauen steht 50% der Macht zu" ist z.B. auch Schwachsinn.

    Macht steht in der Demokratie denen zu die gewählt werden. Punkt.


    Natürlich müssen hier gleiche Voraussetzungen für alle herrschen.

    Aber ein Blick in die Parteien (und viele andere Bereiche des öffentlichen Lebens) zeigt, dass Frauen hier eben auch oft deutlich weniger Mitglieder stellen. Und das liegt nicht automatisch daran, dass die Männer das nicht wollen. In meinem Segelverein, und einem anderen Verein, in dem ich bin, versuchen wir z.B. ganz aktiv mehr Frauen zu bekommen. Aber die sind da eben einfach nicht interessiert.
    Im Elternbeirat unserer Schule dagegen ist es andersrum: Da sind wir zwei Männer und 10 Frauen. Na und?

    Die Frauen dort freuen sich dass wir Männer mitmachen, ich akzeptiere dass es halt oft Prosecco statt Bier gibt und dass entsprechende Ämter dann naturgemäß mehr mit Frauen besetzt werden. Keiner fühlt sich da benachteiligt und zickt rum.
    Keiner kommt auf die Idee die männlichen Schüler seien benachteiligt ob dieser Zusammensetzung (und der des Lehrer-Kollegiums: glatte 100%(!) Frauen).


    M.E. gibt es eben unterschiedlichen Interessenfokus bei Männern und Frauen.

    z.B. hier im Forum...was ist hier eigentlich die Frauenquote?! Mir ist das letztlich völlig wurst, hauptsache die Person hat was interessantes zu sagen.

    Wenn Politiker sich als Vertreter einer Klientel sehen ist das - wie Lando schon sagt - nicht gut. Das ist das Modell was im nahen Osten gepflegt wird...die Resultate sieht man ja.


    Ein Volksvertreter/in muss sich als Vertreter des Volks fühlen, nicht mehr, nicht weniger. Ansonsten ist er/sie ungeeignet.


    wp