Der Nahe Osten - Öl, Geopolitik und allerlei Intrigen

  • Wir haben die vielen spannenden Entwicklungen im nahen Osten bislang meist im Öl-Faden und an anderen Stellen diskutiert.

    Schlage vor, das in einem eigenen Faden fortzusetzen.

    Die Entwicklungen im nahen Osten aktuell sind ja durchaus ein abendfüllendens Thema.

    Die Region ist m.E. unter dem Aspekt Geopolitk die faszinierendsten, chaotischste und unberechenbarste Gegend der Erde, und wird das wohl auch noch eine zeitlang bleiben:

    - Die neuen Großmachtbestrebungen Russland konzentrieren sich auf diese Region

    - Die USA schwanken zwischen Rückzug und "Ein anderer soll dort aber auch nicht das Sagen haben"

    - Die Saudis wollen regionale Vormacht werden, sind gleichzeitig aber völlig von den USA abhängig

    - Die Iraner sind zwar aktuell etwas in der Defensive, aber in einer hervorragenden stategischen Lage und wesentlich autarker als die Saudis, so dass sie wohl nie komplett marginalisiert werden können

    - Israel steht vor einer immensen Aufgabe sich gegen die demographische Entwicklung zu behaupten (Anteil Araber im eigenen Land, Gaza etc)

    - Für Europa wir die Demographie dort auch eine Herausforderung bleiben. Flüchtlingen, Quelle junger Arbeitskräfte, Terrorquelle etc.

    - Die Türken würde gerne das Osmanische Reich wieder aufleben lassen...was bei so ziemlich allen ehemaligen Vasallen wohl kaum auf Zustimmung stossen dürfte

    - Schiiten und Suniten befinden sich seit +-10 Jahren in ihrer ganz privaten muslimischen Wiederholung des 30-jährigen Krieg

    - Die Allianzen in der Region wechseln schneller als man schauen kann

    - Man kann davon ausgehen dass auch China dort seine Agenda hat, und diese in bewährter Manier eher hintergründig ausspielt
    - Und dazu natürlich das liebe Öl, der schleichende Bedeutungsverlust der OPEC, der Bedeutungsgewinn saudischer Investorengelder usw.

    wp

    "I swear by my life and my love of it that I will never live for the sake of another man, nor ask another man to live for mine." - John Galt in "Atlas Shrugged"

    "If you act out of fear, anger, despair or suspicion - this will ruin everything." - Thich Nhat Hanh

  • Ich mach mal den Anfang mit einem super interessanten Interview mit Michale Lüders, dem Präsident der Deutsch-Arabischen-Gesellschaft.

    Sehr zu empfehlen, grade zum aktuellen Khashoggi-Thema und auch der ganz persönlichen wirtschaftlichen Verstrickung des Trump-Clan mit MbS und der Region.

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  • Zu Schiiten/Sunniten, deren Krieg dauert schon fast so lange, wie der Islam selbst. Schia stammt von Shi'atu'Ali, der Partei Alis. Ali war der Schwiegersohn Mohammeds, dessen Anhänger der Meinung waren, er hätte einen legitimeren Anspruch als Nachfolger des Propheten, als der von den Führern der Gemeinde ausgesuchte erste Chalifa (=Stellvertreter) Abu Bakr. In diesem Konflikt gibt es eine Menge Protagonisten, die nicht an Altersschwäche gestorben sind - bis heute.

    Auch unsere Gedanken sind wircksame Factoren des Universums. Novalis

    Everything will be allright!

  • Bei einer meiner Lieblingssendungen gibt es immer wieder spannende Reportagen dazu:

    https://www.arte.tv/de/videos/0822…offenen-karten/

    https://www.arte.tv/de/videos/0822…offenen-karten/

    Was mich wundert ist, warum Russland das Öl in Dollar und nicht Euro, am besten noch in kilo Liter und nicht Barrel, verkauft. Im Gegensatz zu Irak, Iran, Saudi Arabien etc. könnten die USA Russland kaum daran hindern. Höchsten die EU einschüchtern, so wie sie es mit Nordstream2 bei Deutschland versuchen.

  • Das ist nicht unbedingt meine präferierte Nachrichtenseite, aber Sputnik schreibt, dass genau das geplant sei:

    https://de.sputniknews.com/wirtschaft/201…-staatspapiere/

    Allerdings offenbar in Yuan, nicht in EUR.

    EUR ist vermutlich keine Option, denn wie man an den Iran-Embargos sieht, hat Europa nicht wirklich die Freiheit in derlei Angelegenheiten gegen den Willen der USA einen Sonderweg zu gehen.

    Und das mit den YUAN klappt natürlich auch nur für das Öl/Gas das auch tatsächlich nach China exportiert wird, also nur ein Bruchteil des Gesamtexports.

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  • Ich find man kann mit dem US-Rückzug aus Syrien leben.

    Man muss ja auch mal die Fakten anerkennen:

    De facto hat Assad gewonnen. Assad mag aber die Amis nicht dahaben, sondern die Russen.

    Der ist zwar ein furchtbarer Diktator, aber sein Sturz ist nun mal gescheitert (und würde wohl auch nur zu einem neuen Dikatator und neuen Greueltaten diesmal in Richtung seiner Clans führen).

    Natürlich ist noch lange nicht Ruhe im Karton, aber dass die USA noch viel zu dieser Ruhe beitragen können ist doch eher unwahrscheinlich.

    Interessant wird jetze v.a. wie sich Russland / Türkei / Israel und Iran bezüglich ihrer jeweiligen Einflusssphähren einigen werden.

    wp

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  • Ah, wir haben schon einen Faden dazu!

    ich verschiebe es hierher und lösche den neuen Faden.

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    Ich mache hierzu mal einen extra Faden auf um die Entwicklungen zentral zu sammeln.

    Wie ihr wisst, interessiert mich diese Region in vielerlei Hinsicht.

    Als Reiseziel, als faszinierendes Studienobjekt zu Konflikten, Ambivalenzen, der Gleichzeitigkeit von Horror und Lebensfreude, wegen der Geschichte als Wiege der Menschheit, Schmelztigel aller Religonen, aufgrund der historischen Bauwerke, des Mystik, der Fremdartigkeit so nah vor unserer Haustür.

    Soweit so nett, aber wir sind im Aktienforum, daher sollte der Aspekt "Investmensts" nicht fehlen.

    Bislang wenn man ehrlich ist dort so gut wie nicht möglich oder sinnvoll.

    Und auch in Zukunft wird man genau hinschauen müssen.

    Der Islam, explodierende Demografie, Korruption bis ins tiefe Mark, Vetternwirtschaft, Kurzfristdenken, Clans usw., das alles ist nicht wirklich förderlich für kapitalistisches Denken und vor außen unfassbar schwer zu durchschauen. Wie jeder weiß der mal auf eigene Faust irgendwo dort unterwegs war.

    Aber:

    Man darf nicht vergessen dass Dinge sich ändern können.

    Jahrhundertelang, nein eigentlich Jahrtausende lang, war es der nahe Osten der uns Europäern technisch, organisatorisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich weit vorraus war.

    Das ist also eher eine Frage der Umstände als der Völker oder der Religion.

    Sehr stark auch eine Frage der Einigkeit und Aussöhnung.

    Und hier tut sich eben aktuell einiges, wie ich in verschiedenen Fäden immer mal einstreute.

    Während bei uns in Europa Waffen, Wettrüsten und der Abbruch diplomatischer Beziehungen eine Renaissance erleb, findet im nahem Osten aktuell eine erstaunliche Aussöhung statt.

    Die Aussöhnung auf die ich immer wartete. Ähnlich wie beim westfälischen Frieden, eine Aussöhnung die irgendwann erfolgt wenn genug Leid erlitten wurde, wenn sich alle reihum jahrzehntelang die Köpfe eingeschlagen haben und merken: Das bringt für alle nur Unheil, es MUSS etwas anderes her.

    Sind wir schon so weit im nahen Osten?

    Ich weiß es nicht, und sicher sind zig Brandherde keineswegs gelöscht, oder kochen grade wieder auf.

    Allem voran leider in Israel und im Libanon, zwei Länder die ich besonders schätze und jedem empfehle der mal was anderes sehen will, einfach nur toll (naja vielleicht nicht grade jetzt). Auch Israel-Iran ist noch keinerlei Besserung in Sicht.

    Aber davon abgesehen gibt es viel Aussöhnung überall:

    Die Türkei normalisierte ihre Beziehungen zu Israel, den VAE, Ägypten, Syrien, und, man staune, Armenien.

    Die Saudis versöhnen sich mit Katar. Und dem Iran, was wirklich eine Sensation ist! Das ist seit Jahrzehnten, ach was, seit Jahrhunderten eine Feindschaft in der Liga wie USA-Russland.

    Die Kurden nähern sich dem Irak an. Hoffentlich auch irgendwann der Türkei, so dass auch sie endlich mal ein wenig Frieden finden können.

    Mit Syrien arrangieren sich auch immer mehr Nachbarn. Nolens Volens. Nun bin ich sicher kein Assadfan. Aber der nahe Osten ist kein Wunschkonzert. Man muss dort mit kleinen Fortschritten zufrieden sein. Und da ist es allemal besser für die Menschen vor Ort wenn endlich Friede ist. Die Diktatoren dort wegbomben hat ja eben auch nicht geklappt, bzw dann kommt der nächste Schwachmat. Dass müssen die Völker dort wohl leider irgendwie selber lösen.

    (Zudem hoffe ich irgendwann in meinem Leben endlich auch nach Damaskus, Aleppo, Palmyra zu kommen, dort gibt es historische Denkmäler von unglaublicher Faszination.)

    Erst heute, siehe link, nun der erste Kontakt Ägypten-Syrien sei 10 Jahren.

    Auf längere Sicht könnte das auch bzgl. Aktien mal eine interessante Region werden.

    Geostrategisch sind sie super plaziert. Die Bevölkerung dort ist jung und sehr hungrig. Rohstoffe gibt es. Die Preise sind niedrig.

    Wäre Ruhe und Ordnung könnte man dort toll nearshoren.

    Mit GKP sind ja schon einige von uns dort unterwegs.

    Zumindest bei mir explizit eine Wette auf die weitere Aussöhnung vor Ort.

    Cheers

    Woodpecker

    https://www.al-monitor.com/ori…at-visits-egypt-first-war

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  • Jahrhundertelang, nein eigentlich Jahrtausende lang, war es der nahe Osten der uns Europäern technisch, organisatorisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich weit vorraus war.

    Ja, bis der Islam kam.

  • Jahrhundertelang, nein eigentlich Jahrtausende lang, war es der nahe Osten der uns Europäern technisch, organisatorisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich weit vorraus war.

    Ja, bis der Islam kam.

    Kann man so nicht sagen.

    Der Islam kam irgendwas 600 rum.

    Bis 1200 rum war der arabische Raum kulturell weit vor Europa, auch unter dem Islam.

    Meine These zu Religionen ist, dass diese per se nicht so problematisch sind.

    Problematisch wird es erst wenn sie von Leadern als Machtinstrument entdeckt und missbraucht werden.

    Das Christentum per se ist ja auch nicht mehr oder weniger böse oder gut als der Islam.

    Es bot aber (wie eben der Islam auch) irgendwann den Vorwand für Inquisition, Kolonisierung, Kreuzzüge und alle möglichen Greueltaten.

    Beim Islam ähnlich, leider teils bis heute, siehe IS, den natürlich kein normaler Moslem mag.

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  • Man könnte aber auch sagen, dass der Westen den Orient ab dem Zeitpunkt der Aufklärung überholt hat, als die christlichen Sekten (Katholiken, Protestanten, sonstige) in ihrem Einfluß und Bedeutung zurückgedrängt wurden.

  • woodpecker hat den ungefähren "turning point" ja meiner Ansicht nach korrekt mit 1200 angegeben. Aufklärung war aber erst 18. Jahrhundert.

    Eine gute Erklärung dafür, warum Europa ab dem 13. Jahrhundert aufgeholt und letztlich überholt hat, habe ich bisher nirgendwo lesen können.

    "The only function of economic forecasting is to make astrology look respectable." - John Kenneth Galbraith

  • woodpecker hat den ungefähren "turning point" ja meiner Ansicht nach korrekt mit 1200 angegeben. Aufklärung war aber erst 18. Jahrhundert.

    Eine gute Erklärung dafür, warum Europa ab dem 13. Jahrhundert aufgeholt und letztlich überholt hat, habe ich bisher nirgendwo lesen können.

    Gute Frage, eine Erklärung ist mir bislang auch nicht unter gekommen.


    Die Aufklärung war es nicht, wobei ich natürlich zustimme dass diese das Davoneilen Europas noch mal enorm beschleunigte.


    Sicher ein Problem was die islamische Welt weiterhin hat, mehr Sekularisation würde vielen Gegenden dort nicht schaden.
    Siehe Libanon, dort waren sie damit eine Zeit recht erfolgreich...bis die Religion leider auch dort wieder ein Politikum und Instrument wurde.


    Aber wie gesagt, gibt schon auch islamische Länder die funktionieren. Türkei, Malaysia, Indonesien, Katar zB. Iran generell auch, trotz der Spinner dort.


    Und gibt auch christliche Länder die nicht funktionieren, Mittelamerika, halb Afrika, diverse "stans"...

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  • woodpecker hat den ungefähren "turning point" ja meiner Ansicht nach korrekt mit 1200 angegeben. Aufklärung war aber erst 18. Jahrhundert.

    Eine gute Erklärung dafür, warum Europa ab dem 13. Jahrhundert aufgeholt und letztlich überholt hat, habe ich bisher nirgendwo lesen können.

    Danke, ich hatte 1200 überlesen.

    Ich war gedanklich bei 1683, als die Türken vor Wien waren, als turning-point. Ist immer noch 50-100 Jahre vor der Aufklärung. Aber die Türkei wurde auch über einen längeren Zeitraum zurückgedrängt.

  • Die zentralasiatischen Republiken sind eigentlich alle muslimisch. Manche zwar säkularisierte Bananenrepubliken, die aus Angst ihre korrupte Macht zu verlieren die Religion unterdrücken, aber trotzdem.

    War mir garnicht so bewusst, aber du hast Recht.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Religion

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  • Zum goldenen Zeitalter des Islam kann man hier nachlesen.

    Dieser Abschnitt ist in unserem westlichen Kulturgut nicht sehr präsent - lernt man nix drüber in der Schule und so.

    Vor Ort reisend dagegen sieht und spürt man diese Zeit überall, wie bei uns auch das Vergangene viele Städte prägt.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Islamic_Golden_Age

    Im Link werden auch Thesen zum Untergang genannt, die aber bissl oberflächlich bleiben finde ich.

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  • Ich glaube dass das Thema warum Europa gegenüber den großen Kulturen (Persische, Chinesische, Mogulreich) so aufgeholt hat vom Davis Landes schön beschrieben wurde "Wohlstand und Armut der Nationen". Ist schon lange her das ich es gelesen habe, seine These das Klima und die Umwelt, wenn ich mich noch recht erinnere. Das der Grund warum Europa immer zersplittert war und sich nicht wirklich zentralistische Systeme durchsetzen konnten.

  • Das der Islam Schuld trägt, das ist meine volle Überzeugung. Die Ausbreitung über die ersten Hochkulturen fanden Mitte des 7 Jhd. statt. Denke dass es etliche Generationen braucht bis der letzte Funken des Alten verschwunden ist. Es werden gewisse Denkstrukturen von den Alten an die Jungen weiter gegeben, gewisse Strukturen werden über die Generationen weniger, bis sie ganz verschwinden.

    Der geistige Untergang entstand durch die Koranschulen, die gesamte Intelligenz dieser Kulturen wurden von dem einem Buch so stark beeinflusst, dass neue geistige Errungenschaften verteufelt wurden. Der Islam duldet keine anderen geistigen Welten neben seiner. Hat er in der Anfangszeit nur aus dem Grund, weil eben noch Altes im Kollektiv vorhanden war.

  • Das der Islam Schuld trägt, das ist meine volle Überzeugung. Die Ausbreitung über die ersten Hochkulturen fanden Mitte des 7 Jhd. statt. Denke dass es etliche Generationen braucht bis der letzte Funken des Alten verschwunden ist. Es werden gewisse Denkstrukturen von den Alten an die Jungen weiter gegeben, gewisse Strukturen werden über die Generationen weniger, bis sie ganz verschwinden.

    Der geistige Untergang entstand durch die Koranschulen, die gesamte Intelligenz dieser Kulturen wurden von dem einem Buch so stark beeinflusst, dass neue geistige Errungenschaften verteufelt wurden. Der Islam duldet keine anderen geistigen Welten neben seiner. Hat er in der Anfangszeit nur aus dem Grund, weil eben noch Altes im Kollektiv vorhanden war.

    Das scheint mir zu sehr von der heutigen westlichen Wahrnehmung eines in allen Aspekten radikalen, absolutistischen Islam ausgehend.

    Diese herrscht vor weil es diese bedrohlichen Formen des Islam sind, die es vorrangig bei uns in die Nachrichten schaffen und auch im kollektiven Gedächtnis verankert sind, Sturm auf Wien, Conquista usw.

    Und weil heute der Islam in vielen Ländern eben im Vergleich zum modernen Christentum tatsächlich weit hinterher ist bzgl. Sekularisierung.

    Aber für damals, also +-1200, sehe ich einen Unterschied nicht wirklich.

    Natürlich gab es damals rabiate Denkbremsen im Islam durch die Religion.

    Aber die gab es im Christentum auch.

    Man denke daran wie die Kirche hier zB das zentristische Weltbild verteidigte, oder Sezieren für medizinische Zwecke untersagte. Beides Dinge die im Islam ohne weiteres erforscht werden konnten und zu entsprechenden Fortschritten führten als in Europa medizinisch und astronomisch noch finsterste Praktiken herrschten.
    In anderen Feldern war es ggf andersrum?

    Auch empfehle ich mal einen antiken Moscheenkomplex zu besuchen.
    Den nahegelegensten, wer die Originale in den "wilden Ländern" scheut, findet man in Sarajewo. Der ist klein, aber dennoch eine Reise wert.

    Ein Moscheenkomplex bestand damals immer aus der Moschee selber, aber auch immer aus einem öffenltichen Badehaus für die Gesundheitsversorgung, öffentlichen Toiletten, einer Karawanserei mit Hotel für den Handel, einem Wohnhaus für Geistliche und eben einer Schule. Dort wurde mitnichten nur der Koran gelehrt. Der natürlich zuvorderst (wie bei uns im Kloster die Bibel auch), aber eben nicht nur.

    D.h. es war schon ambivalent.

    Der Islam brachte wie die christlichen Klöster sowohl die Bildung (also Schreibenlernen, Bücher kopieren, Kunst, Baukunde, Mathematik etc) erst in die Fläche, als auch natürlich bremsten beide jeweils an vielen Stellen den Fortschritt.

    Ich kann da in Summe keinen grundlegenden Unterschied erkennen zum besagten Zeitpunkt, +/- 1200.

    Auch nicht zur dritten "Buchreligion", dem Judentum, das ja nun auch extrem strikt war schon immer mit der Thora und ihren Gesetzen.

    Und dennoch enorm erfolgreich war und ist ökonomisch und in den Wissenschaften. (Ihr "Fehler" war halt dass sie nicht missionieren und daher so wenige blieben).

    Für mich ist auch logisch dass da kaum Unterschiede bestehen, weil es imho faktisch alles drei dieselbe Religion ist, halt nur verschiedene Zweige.

    In Sanliurfa in Südostanatolien lief (naja kroch) ich vor einem Jahr in der Geburtshöhle von Abraham umeinander.

    Er ist bekanntlich der Stammvater aller drei Buchreligionen und wird von allen verehrt.

    Zuerst erwuchs aus den alten Texten, dem alten Testament das Judentum, daraus hat sich das Christentum abgezweigt und dann später der Islam.

    Im alten Islam wurden andere Angehörige von "Buchreligionen" (also Christen und Juden) übrigends im Gegensatz zu "Heiden" geduldet und hatten einen Schutzstatus (und eine Sondersteuer natürlich auch) . Der Islam verehrt ebenfalls (wie das Judentum auch) Jesus als Prophet, dieser taucht im Koran auf, mit jungfräulicher Geburt, Maria und allem pipapo, nur ohne Kreuz und Widergeburt glaub ich.

    Alle drei Religionen stützen sich auf das alte Testament, Josef und die Brüder, zig Mythen und Geschichten sind in der Bibelauslegung und Koran gleich usw.

    Alles eine Suppe am Ende!

    ...ich find das hat auch was Versöhnliches...auch wenn viele es vorzuziehen scheinen die Unterschiede zu suchen und sich zu kloppen....

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