• erschient zuerst schlüssig, allerdings:
    Zwischen der line Umsatz und Konzerngewinn gibt es ja sehr viele posten in der bilanz.
    Denken wir mal als ein Extremfall an eine viel zu große pompöse Weihnachtsfeier, also allg. aufgeblähte kosten!

    Verdächtigen kann man hier sicher viel.

    Ein "Overcharge" ändert ja erst mal nichts an der Kostenstruktur. Sondern ich verkaufe etwa zu 11 EUR statt 10 EUR ohne Kartell. Nur habe ich dann halt grob vereinfacht nicht 0,30 EUR Gewinn sondern 1,30 EUR - also 13% Marge anstatt 3%. Ich sehe aber in den ihrer GuV keinen signifikanten Margenunterschied zwischen vor und nach 2014.

    Was ich stattdessen sehe sind magere 3% über zwei Dekaden hinweg, die mit Mühe die Kapitalkosten decken. Und da wollen jetzt irgendwelche Bürokraten angeblichen "Overcharge" einkassieren? Als Firmeninhaber wäre ich dann geneigt zu sagen "dann mache ich meinen Laden halt zu", es lohnt sich ja so schon kaum.

    "If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it."

    Ronald Reagan, 15.08.1986

  • Q1 hochgerechnet entspricht genau dem oberen Ende dieser Spanne. Mit den Preissteigerungen scheint man zurechtzukommen. KGV 8 oder weniger.

    In "unserer Demokratie" werden keine Minderheiten unterdrückt oder zum Schweigen gebracht (Boris Pistorius). Sondern die Mehrheit.
    "Unsere" Demokratie verhält sich zur Demokratie wie Transfrauen zu Frauen.

  • Nein, es gibt eigentlich keinen Katalysator für eine kurzfristige Änderung. An das mehrjährige Transformationsprogramm schließt sich die 2030PLUS-Strategie an, eigentlich business as usual. Ich kann auch nicht verstehen, warum Mehrheitsaktionär und Aufsichtsrat Schleicher das System der Vorstandsvergütung absegnen konnte mit der (mutmaßlich) fragwürdigen Anreizsetzung. Die Bewertung, auf der die Hoffnung vor allem ruht, sieht möglicherweise nur so günstig aus wegen den anhängigen Klagen aus Spanien. Zugegebenermaßen ist Hartmann sicherlich nicht einer meiner Topwerte; die Aktie stärkt halt die Defensive, schon von der Dividende kann ich (buchstäblich) leben. Vielleicht ist es ein Fehler, die zu halten. Andere haben dafür Südzucker oder Tate & Lyle...

    Ich wechsle mal in diesen Thread.

    Vielleicht noch mal etwas allgemeiner. Für mich ist Hartmann eines dieser aus meiner Sicht typischen deutschen/europäischen Unternehmen, die es unter den aktuellen Rahmenbedingungen (inkl. dieser fragwürdigen Klagen) immer schwerer haben, sich noch über Wasser zu halten. Letztlich bewirken all diese "Transformationsprogramme" im Effekt ja nicht viel mehr als das. Ich würde ihnen da noch nicht mal einen Vorwurf machen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich als Mehrheitseigentümer ernsthaft darüber nachdenken würde, den Laden zu verkaufen bzw. schlicht zuzumachen. Mich wundert manchmal, was Unternehmer zu ertragen bereit sind.

    Ich denke auch, dass man zumindest wenn man langfristig Erfolg haben will im produzierenden Gewerbe im Europa der absehbaren Zukunft fast nur noch das Schweizer Modell fahren kann. Also hochspezialisierte Nischen in außergewöhnlicher Qualität zum Spitzenpreis. Vielleicht noch eine Ebene darunter. Aber jede Form von austauschbarer (Massen-)ware hingegen hat aus meiner Sicht kaum noch eine Chance gegen die existierende und absehbare Konkurrenz insb. aus China.

    "If it moves, tax it. If it keeps moving, regulate it. And if it stops moving, subsidize it."

    Ronald Reagan, 15.08.1986