Mathematik von Pandemien und Exponentialrechnung

  • sowie das Verhältnis dieser beiden Größen (schwarz

    ist das das Verhältnis der beiden log Kurven oder ist das der log aus dem Verhältnis?

    Inhaltlich vermutlich wurst, optisch wäre m.E. der log aus dem Verhältnis sinnvoller.



    Edit: jetzt sehe ich es auch. Linke Skala fürs Verhältnis ist linear, nicht log.

  • ist das das Verhältnis der beiden log Kurven oder ist das der log aus dem Verhältnis?

    Inhaltlich vermutlich wurst, optisch wäre m.E. der log aus dem Verhältnis sinnvoller.

    Die gestrichelte Linie stellt das Verhältnis der Inzidenz von Ost/West dar.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Das alles deutet also doch auf Unterschiede im Sozialverhalten (Karneval) und der Mobilität (Skifahren, Sommerurlaub) hin, oder?!

    Falls das so wäre wüßten wir ja auch wo die beiden großen Hebel sind um die Pandemie auch im Westen unter Kontrolle zu bringen/halten?

    Ja, neben den strukturellen Faktoren (v.a. räumliche und demographische Strukturen) scheinen die soziokulturellen Faktoren (ich nenn's jetzt einfach mal so) eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen, besonders das Urlaubs- und Feierverhalten.


    Und das Reisen in Hochinzidenzgebiete, wozu ja mittlerweile sogar Österreich zählt, hat sich nun zum wiederholten Male als keine gute Idee erwiesen.


    Und das Schöne: Die These lässt sich testen. Die große Reisewelle ist durch, Karneval und Skisaison ist noch nicht, oktoberfest fällt aus (Ein Glück! Man stelle sich das vor!), getestet wird wie blöde, also müsste die Intidenz zB in Bayern deutlich runter gehen die nächsten Wochen und der "gap" zum Osten wieder geringer werden.

    Da bin ich auch gespannt. Schau mer mal...

    "Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil." - Albert Einstein -

  • Zu weiter oben, dass die Änderungen von R autokorreliert sind. Das finde ich völlig plausibel. Bei wenigen Fällen und vielen Tests finden die Gesundheitsämter fast alle infizierten und haben genug Zeit, sie in Quarantäne zu schicken.


    Wächst nun R und damit die Zahl der Infizierten,

    1) kommen die Gesundheitsämter an ihr Limit - wenn sie es nicht mehr schaffen, fast alle Kontakte zu isolieren, dann wächst R weiter

    2) je mehr infizierte es bei einer unveränderten Testkapazität gibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkei, dass ein infizierter unerkannt herumläuft.


    Balkenchart

  • memyselfandi007 Ok, meine 10 cent dazu, ob deine Behauptung plausibel ist, dass es einen Zusammenhang von Ferienende in Bayern und Melden von Testergebnisse in Österreich gab.

    Ich bin in der Regel kein Fan von Verschwörungstheorien, aber dass in Österreich ausgerechnet nach Ferienende in Bayern die Zahlen sprunghaft ansteigen könnte auch damit zu tun haben, dass ähnlich wie in Mallorca es vielleicht ein paar "Datenübertragungsfehler" gegeben hat.


    Sowas lässt mich ehrlich gesagt nicht ruhen. Hier eine der Quellen vm 8.9. letzter Woche (mangels vertieften Össi Kenntnissen kann ich die QUalität nicht beurteilen)


    https://www.krone.at/2225953

    Die von dir genannte Quelle bezieht sich auf die Stadt Wien und nicht auf Österreich - Es gab in Wien "sehr hohe Nachfrage an Tests und sehr hohe Zahl an ermittelten Kontaktpersonen".
    Für mich stützt der Link nicht deine Vermutung, dass Österreich absichtlich Daten zurückhält bis die Sommerferien in Bayern vorbei sind.

    Im zweiten von dir gelinkten Artikel zu Tirol steht nichts von Datenrückstau oder verspäteter Datenweitergabe.


    Meine These ist, dass Wien die Tests stark ausgeweitet hat (Gratistest auch für Leute ohne Symptome, Reiserückkehrer) aber vermutlich nicht die Kapazitäten der ganzen "Lieferkette" angepasst hat und überrascht war von der Nachfrage https://coronavirus.wien.gv.at…ostenlose-covid-19-tests/
    Es gibt jetzt vielleicht genug Testkits (in Wien) aber scheinbar nicht genug "Back Office". Die Folge ist ein Rückstau, das führt vermutlich zu Nachmeldungen von Ergebnissen.

    Wien macht laut dieser Quelle aktuell ca. 55% aller Covid-19-Fälle in ganz Österreich aus. Wien (3426), Ö: 6194 derzeit Erkrankte. Der Hotspot ist also der Großraum Wien. Tirol (650) macht ca. 10% an Erkrankten aus. https://www.derstandard.at/sto…le-zahlen-zum-coronavirus

    Zu deinem Tipp doch mehr zu testen: Wenn das nicht schnell abgearbeitet werden kann, finde ich das nicht sehr sinnvoll. Dann wird's mit dem Bottleneck nur ärger. Mir ist auch nicht klar, warum symptomlose Kontaktpersonen getestet werden und nicht "nur" zu Hause die Quarantäne absitzen.

    Ob Österreich unfehlbar ist? Offensichtlich nicht, aber einen Zusammenhang wann dort Daten veröffentlicht werden mit dem Sommerferienende in Bayern seh ich aus diesen Infos nicht.


    Naja, es scheint von der Art ein ähnliches Off-Topic Thema wie Schweden, WHO, Klimawandel usw. zu sein, wo viel Emotion drin ist.

  • Ich denke auch nicht dass eine Meldeunterdrückung in Österreich die Hauptursache ist.

    Das müsste ja dann vorsätzlich von irgendwo angeordnet worden sein, das kann ich mir schwer vorstellen nach dem Ischgl Desaster.


    Zumal Österreich ja garnicht so aus der Reihe fällt:


    Tschechien zB aktuell bei 79 pro 100.000 Inzidenz, Ungarn und Ukraine auf Level von Ö mit ca 45, Niederland und Belgien ebenfalls 45, Frankreich 87, Spanien 150, die Schweiz bei 33, Dänemark 30.


    Außer Polen (9) und Italien (16) ist Deutschland (11) also komplett umzingelt von Ländern mit hohen Zahlen.


    Es muss da auch noch eine andere Komponente geben, und die muss irgendwo im Sozioökonomischen liegen.


    Meine These wäre für zB den Ost West Unterschied einfach mal platt von einer höheren Anzahl Interaktionen / höhere Vernetzung / geringerer Individualabstand zB in Bayern auszugehen.

    Bitte nicht gleich werten, aber ist das denkbar?


    Immerhin, ich habe in Niedersachsen studiert, und Kumpels von dort(!) haben damals die These aufgestellt:

    Wenn eine Kneipe bis auf einen Tisch komplett leer ist und ein Bayer rein kommt dann setzt er sich mit an den besetzten Tisch. Wenn ein Niedersachse reinkommt setzt er sich ans andere Ende der Kneipe


    So in der Richtung.

    Soziologen vor...nun seid ihr endlich einmal gefragt für das Heil der Nation!


    Ps

    Keine Ahnung wie das der Ossi macht...


    wp

    Exponentialfunktion zu Polynomfunktion zu linearer Funktion verhält sich wie: Darth Vader zu Frodo zu Mickey Mouse.

    "If you have a nail and a hammer, then use it!"

  • Der "nördliche Ossi" (also MeckPomm, Brandenburg und die nördliche Hälfte von Sachsen-Anhalt) ist im Verhalten recht norddeutsch, in sehr vielen Aspekten.

    Sachsen und Thüringer, hmm.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Eine Anmerkung noch dazu, da ich das nicht zu einer Diskussion ala Schweden ausweiten möchte: Die Anzahl der Tests insgesamt in Österreich ist ziemlich konstant wenn man sich die Zahlen anschaut:


    https://orf.at/corona/stories/daten/


    D.h. der Anstieg der Infektionen ist nicht auf eine höhere Anzahl der Tests Wien zurückzuführen oder der Rest von Österreich hat die Tests stark runtergefahren was auch unwahrscheinlich ist.


    Ich habe mir jetzt die anderen Länder nicht im Detail angeschaut, es bleibt aber der Fakt dass ab 8.9. in Österreich die Anzahl der Infizierten um ca.100% gegen Vorwoche gestiegen ist und seitdem relativ konstant auf diesem erhöhten Wert bleibt.


    Warum das so ist scheint niemand zu wissen.

  • Wieder ein Update.


    In Deutschland ist - verglichen mit vielen Nachbarländern - noch wenig los. Die 7-Tage-Inzidenz hat zwar zuletzt mit 12,6 Fällen auf 100.000 Einwohner ein neues Zwischenhoch erreicht, bewegt sich aber nur ganz langsam aufwärts. Mit ein wenig gutem Willen könnte man es auch als Seitwärtsbewegung ansehen.


    7t-inzidenz-de-09-16.png


    Die Reproduktionsrate war über lange Zeit beim Wert 1,2 wie festgenagelt, ist dann vorübergehend unter 1 abgetaucht und bewegt sich jetzt wieder leicht darüber. Angesichts der abebbenden Reiserückkehrer-Welle, wäre es schön gewesen, wenn wir unter 1 geblieben wären, aber leider...


    r_eff-de-ohlc-09-16.png


    Bei den Tests hat sich in den letzten 4 Wochen nicht viel getan. Durchgeführte Tests (ca. 1,1 Millionen pro Woche), Testkapazität (ca. 1,4 Millionen) und Positivrate (weiterhin unter 1%) stagnieren aktuell.


    Testzahlen-DE-KW-38.png


    Jetzt zu Österreich. Da sieht es nicht gerade gut aus. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg in den letzten Tagen schnell an und hat jetzt den Wert 50 überschritten. Einen ähnlich steilen Anstieg gab es auch schon vor etwa 3-4 Wochen im August. Damals vermutete ich die Kroatien-Rückkehrer, die man nicht oder nicht rechtzeitig getestet hat, als Grund für die Entwicklung. Was es diesmal ist? Ich habe keine Ahnung. Es gibt auf jeden Fall zwei besonders stark betroffene Regionen: im Westen Tirol und Vorarlberg und im Osten Niederösterreich samt Wien.


    7t-inzidenz-at-09-16.png

    Österreich_Karte.png


    Auch wenn die absoluten Zahlen immer größer werden, die Ausbreitungsgeschwindigkeit (ausgedrückt in Form der effektiven Reproduktionsrate) bewegt sich nach wie vor in der Bandbreite der letzten 3 Monate. Aus dem Ruder gelaufen ist die Situation also noch nicht. Trotzdem ist R in Österreich einfach zu hoch und müsste jetzt wirklich mal nennenswert unter 1 gebracht werden.


    r_eff-at-ohlc-09-16.png


    Was die Tests (in Relation zur Bevölkerung) angeht, lag Österreich mit Deutschland die meiste Zeit etwa gleichauf. Die starke Ausweitung der Tests in Deutschland haben die Österreicher dann aber nicht in gleichem Maße vollzogen und liegen mit ihrem Testniveau momentan etwa 30% niedriger. Davon abgesehen hat sich in Österreich die Zahl der durchgeführten Tests in den letzten 3 Monaten aber dennoch in etwa verdoppelt.


    (Die zwei Hüpfer in der blauen Linie für Österreich kann man getrost ignorieren.)


    Tests-AT-DE.png


    Mit den aktuell hohen Inzidenzen, Positivraten bei den Tests von über 5% und vielen jungen Infizierten, die oft keine Symptome aufweisen, kann man durchaus darüber spekulieren, ob die Dunkelziffer in Österreich inzwischen wieder deutlich höher liegt als im späten Frühjahr bzw. zeitigen Sommer. Das macht die Eindämmung nicht leichter und könnte auch ein Grund für die aktuell hohen Zahlen sein. Wenn die Dunkelziffer (schnell) steigt, dann ist die "echte" effektive Reproduktionsrate natürlich höher als die anhand der gemeldeten Zahlen oben berechnete.


    Ich kann nicht einschätzen, wie leicht oder wie schwer es ist, die Tests auszuweiten, aber man sollte in der aktuellen Situation wirklich mehr testen und isolieren. Notfalls muss man Kontakt- bzw. Verdachtsfälle oder Personen, die sich Clustern zuordnen lassen, auch ohne Test isolieren, wenn man nicht - zumindest regional - neuerliche Lockdowns riskieren will.

    "Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil." - Albert Einstein -

  • Das Testen ist glaube ich weniger das Problem, als die Tests auszuwerten, Infizierte informieren, Kontaktpersonen suchen etc. Das war schon im Frühjahr so, aber da hat man eher auf die Krankenhäuser geschaut. Von daher ist es schon erstaunlich, dass jetzt die gleichen Klagen kommen und die Versicherung, jetzt aber wirklich für Auswertungspersonal zu sorgen. Ich hätte gedacht, dass man das in der ruhigen Sommerphase in Vorbereitung für Herbst/Winter schon gemacht hat.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Zeit für ein Update. Zunächst die 5-Tage-Inzidenz pro 100 Tsd Einwohner in Deutschland mit JHU-Zahlen bis gestern. Ich hatte am Ende der Reisezeit optimistischerweise einen neuen Fit in schwarz begonnen, da es zunächst so aussah, als hätten wir die Einschleppung gestoppt. Nächste Woche muss ich vielleicht das schwarz weglassen und in rot weitermachen...


    germany-2.png


    Die Reproduktionsrate (bester Fit einer Exponentialfunktion im Diagramm der 5-Tage-Inzidenz über die vergangenen 7 Tage, eingesetzt ins SIR-Modell):


    repro.png


    Schließlich mit den RKI-Zahlen (Spalte RefDatum) mit den Zahlen bis zum 11.9.2020 die 7-Tage-Inzidenz pro 100 Tsd Einwohner je Bundesland.


    bundesland.png


    Nun zu Österreich. Sieht ziemlich außer Kontrolle aus. Hier die 5-Tage-Inzidenz pro 100 Tsd EInwohner mit JHU-Zahlen bis gestern:


    austria-2.png


    Schließlich die Todesfälle der vergangenen 7 Tage pro 1 Mio Einwohner für ausgewählte Länder. Man beachte die steigenden Zahlen der Todesfälle in vielen der Länder.


    comparison-2.png


    Anfang September betrug in Deutschland das durchschnittliche Alter der infizierten 35 Jahre. Im April waren es noch 55 Jahre gewesen. Kein Wunder, dass die Sterblichkeit nun niedriger ist.


    Wenn wir jedoch wieder eine nennenswerte Ausbreitung im Inland bekommen, wird auch das Durchschnittsalter wieder steigen, zumal ältere in der gleichen Situation ein höheres Risiko haben, sich anzustecken, wenn ein infizierter im Raum ist. Die Frage ist nun, ob die Zahl der Todesfälle wieder so weit steigt, dass die ersten Länder in Panik geraten.


    Das Diagramm für Österreich legt einen Vergleich mit Anfang April nahe. Dazu muss man sagen, dass damals viel weniger Tests gemacht wurden und dass damals die Dunkelziffer sicher deutlich höher lag. Um wieviel höher? Keine Ahnung. Über den Daumen gepeilt, schätze ich mal, ein Faktor 5. Aber bei der Wachstumsfunktion wird auch dieser Wert noch vor Weihnachten erreicht werden, wenn die Leute ihr Verhalten nicht ändern. Damit werden auch die Todesfälle wiederkehren - abzüglich des echten medizinischen Fortschritts natürlich.


    Erinnert Ihr Euch noch an Anfang März, als wir uns die Exponentialfunktionen angesehen haben und gesagt haben, oh, das wird nicht gutgehen? Genauso sieht es jetzt wieder aus, nur alles etwas langsamer.


    Balkenchart

  • Balkenchart : Danke für deine Aufstellungen.
    Ich habe mir ein paar Datenpunkte aus einem deiner Diagramme herausgenommen:


    7-Tage-Inzidenz pro 100 Tsd Einwohner je Bundesland

    Berlin: 15,20

    Brandenburg: 2,83

    Dieser Unterschied für zwei Bundesländer, die wirtschaftlich so stark verbunden sind (die höchste Einwohnerdichte Brandenburgs ist im Berliner Speckgürtel) und so hohe gegenseitige Pendlerströme aufweisen, überrascht mich.


    7-Tage-Inzidenz pro 100 Tsd Einwohner je Bundesland

    Mecklenburg-Vorpommern: 2,17: Dass ein wirtschaftlich derart stark auf Tourismus ausgerichtetes Bundesland, das auch in diesem Sommer wieder voll war, fast dauerhaft die niedrigsten Ansteckungsquoten aller Bundesländer aufweist, überrascht und beeindruckt mich ebenfalls.


    Ich verstehe auch nicht, wie ich mir die deutlich zunehmende Infektionsrate in den einen Regionen (z.B. Bayern und Stadtstaat Hamburg) und die deutlich zurückgehende Infektionsrate in anderen Regionen (z.B. Saarland an der franz. Grenze und Stadtstaat Bremen) erklären sollte.


    Intuitiv einleuchtende Ansätze wie
    - "Großstädte haben es schwer" (Hamburg ja, aber Bremen?)
    - "grenznahe Gebiete zu Brennpunktländern haben es schwer" (Bayern ja, aber Saarland?)
    - "wenn es in einer Region knallt, strahlt das in das Umland aus" (Gegenbeispiel Brandenburg um Berlin) sowie
    - "Urlaubsregionen sind Seuchenherde" (Gegenbeispiel Meck-Pom)

    sind alle nicht von den Daten gedeckt.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

    Edited once, last by Al Sting ().

  • Saarland hatte immer Probleme durch den Grenzverkehr mit Luxemburg und Frankreich, wenn es auf der anderen Seite der Grenze mehr Fälle gab.


    Brandenburg und Meck-Pomm ist ein Hingucker, klar. Was mir zu den neuen Bundesländern noch einfällt, ist, dass in der Fläche die Gastronomie immer noch weniger entwickelt ist als im Westen. Vielleicht sind die Leute traditionell abends mehr zu Hause?


    Auch sind die Menschen dort weniger wohlhabend, d.h. im Urlaub vielleicht weniger in Spanien oder Kroatien unterwegs. Die deutschen Touristen an der Ostsee scheinen nicht das Problem zu sein. Viel draußen und es sind nicht die Bayern und die Saarländer, die an der Ostsee urlauben.


    Balkenchart

  • Die deutschen Touristen an der Ostsee scheinen nicht das Problem zu sein.

    Wenn die positiv getestet werden, tauchen die Zahlen meines Wissens nicht in der Statistik von Mecklenburg-Vorpommern auf, sondern in der für das Heimatbundesland der Touristen. Das heißt, dass man über die Infektionsquote der Touristen anhand der uns zugänglichen Zahlen eigentlich keine Aussage machen kann.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer

  • Wenn die positiv getestet werden, tauchen die Zahlen meines Wissens nicht in der Statistik von Mecklenburg-Vorpommern auf, sondern in der für das Heimatbundesland der Touristen. Das heißt, dass man über die Infektionsquote der Touristen anhand der uns zugänglichen Zahlen eigentlich keine Aussage machen kann.

    Nur als kleiner Gegenpunkt: der Kreis Ostholstein, zu dem die Ostseebäder am Touristen-Hot Spot Lübecker Bucht gehören, hat durchgehen sehr niedrige Fallzahlen. Das spricht gegen eine größere Zahl Infektionen bei Ostsee-Touris.

  • Wenn die positiv getestet werden, tauchen die Zahlen meines Wissens nicht in der Statistik von Mecklenburg-Vorpommern auf, sondern in der für das Heimatbundesland der Touristen. Das heißt, dass man über die Infektionsquote der Touristen anhand der uns zugänglichen Zahlen eigentlich keine Aussage machen kann.

    Dennoch müßten sich auch Einheimische bei den Touristen anstecken, wenn es dort Ansteckungen gab.

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Wenn die positiv getestet werden, tauchen die Zahlen meines Wissens nicht in der Statistik von Mecklenburg-Vorpommern auf, sondern in der für das Heimatbundesland der Touristen. Das heißt, dass man über die Infektionsquote der Touristen anhand der uns zugänglichen Zahlen eigentlich keine Aussage machen kann.

    Klar. Aber die Infektionszahlen in Meck-Pomm sind weiterhin niedrig, und so haben die Touris das Virus nicht dorthin eingeschleppt. Ganz im Gegensatz zu den Touris, die aus Spanien oder Kroatien zurückkamen.


    Balkenchart

  • Zu fortgeschrittener Stunde noch ein Update, diesmal mit einem kurzen Blick auf unsere Nachbarstaaten:


    In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz weiter moderat gestiegen und liegt jetzt bei 14,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Das ist nicht schön, aber verglichen mit unseren Nachbarn kann man diesen Wert inzwischen schon als gut oder sehr gut bezeichnen. Nur Polen bewegt sich noch in ähnlichen Gefilden wie wir, alle anderen liegen mitunter deutlich höher (siehe Tabelle weiter unten).


    7t-inzidenz-de-09-24.png


    Bei den Tests gibt es keine auffälligen Veränderungen. Die Anzahl der durchgeführten Tests stagniert bei etwa 1,1 Millionen pro Woche, die Testkapazität hat sich weiter leicht erhöht und dabei die Marke von 1,5 Millionen pro Woche überschritten. Einzig die Positivrate ist mit 1,2% erstmals seit dem Tönnies-Ausbruch wieder merklich über 1% gestiegen, bewegt sich aber trotzdem noch auf niedrigem Niveau.


    Testzahlen-DE-KW-39.png


    In der folgenden Tabelle sind Deutschland und unsere neun Nachbarländer in aufsteigender Reihenfolge nach der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner geordnet. Deutschland kommt dabei noch am besten weg, dicht gefolgt von Polen. Zusammen mit der Schweiz sind dies aber auch die einzigen Länder in der Aufstellung, die noch unter dem Wert 50 liegen:

       
    Staat 7-Tage-Inzidenz
    1 Deutschland 14,8
    2 Polen 16,3
    3 Schweiz 31,3
    4 Österreich 55,8
    5 Dänemark 60,5
    6 Niederlande 87,1
    7 Belgien 95,7
    8 Luxemburg 98,6
    9 Frankreich 122,0
    10 Tschechien 133,7


    In Österreich liegt die 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 55,8 Fällen auf 100.000 Einwohner. Das ist viel, aber der Anstieg ist momentan - wieder einmal - gestoppt. Jetzt wird es Zeit, den Rückwärtsgang einzulegen, zumal es um Österreich herum gar nicht so schlecht aussieht. Neben Österreich selbst haben nur Ungarn und Tschechien 7-Tage-Inzidenzen über dem Wert 50 (siehe unten).


    7t-inzidenz-at-09-24.png


    Bei den Tests gab Österreich zuletzt weiter Gas und hat Deutschland annähernd eingeholt. Die Positivrate ist auch bereits gefallen und liegt (gemittelt über die letzten 7 Tage) bei 4,4% und damit immerhin schon mal unter 5%.


    Tests-AT-DE.png


    Auch hier noch der Vergleich mit den Nachbarn. Wenn ich keinen vergessen habe, hat Österreich derer acht. Nehmen wir noch Kroatien mit dazu (ist zwar kein direkter Nachbar, aber trotzdem nicht ganz uninteressant) und wir haben wie oben wieder zehn Länder für die Liste:

    Staat 7-Tage-Inzidenz
    1 Liechtenstein 10,4
    2 Deutschland 14,8
    3 Italien 18,7
    4 Slowakei 29,5
    5 Kroatien 30,9
    6 Schweiz 31,3
    7 Slowenien 36,7
    8 Österreich 55,8
    9 Ungarn 61,7
    10 Tschechien 133,7


    Was hier auf jeden Fall noch eine positive Erwähnung wert ist: Italien! Während in Frankreich schon wieder die Hölle los ist, scheint Italien diesmal irgendwas besser zu machen.

    "Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil." - Albert Einstein -