Das Xi Jinping-Denken

  • Meiner Meinung nach wird hier viel zu wenig das Xi Jinping-Denken diskutiert. Ich habe es bisher leider auch eher ignoriert, dachte ich doch, er wäre einfach der Generalsekretär der KP Chinas, wenn auch auf Lebenszeit, immerhin.


    Jetzt fand ich heraus, dass er weit mehr ist: "Vorsitzender von Allem", "Vorsitzender von Jedem" und "Vorsitzender von Überall". Also auch Vorsitzender von mir, Vorsitzender von Deutschland, und überhaupt.


    Fangen wir einfach an: zu Arbeitsessen dürfen nur noch vier Gerichte und eine Suppe auf den Tisch kommen. Wer wollte da widersprechen? Schluss mit spätrömischer Dekadenz.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • Das meinst du jetzt ironisch, oder?

    Ich heisse es zwar nicht gut, wenn China sich einen Vorsitzenden auf Lebenszeit heranzieht, aber die Interpretation 'von allem' basiert doch eher auf alten chinesischen Vorstellungen von der natürlichen Ordnung. Das Xi Jinping-Denken ist dann noch einmal etwas ganz anderes, nämlich die eigene Einordnung im marxistischen Schema und im Sozialismus/Kapitalismus. Und ja, man kann solche Modelle auch für den eigenen Machtmissbrauch nutzen, aber die Schule dahinter ist tiefgehender und bildhafter als dass sie tatsächlich alleine die Reihenfolge des Mittagsmenüs vorschreiben möchte.

    Und nicht zu vergessen: Eigentlich gilt doch "America First!"

  • Das Mittagsmenu ist Bestandteil des Kampfes gegen die Korruption. Üblich war/ist wohl ausschweifenderes Tafeln. Die gleiche Regel erließ einst der erste Kaiser der Ming-Dynastie, der die Hofbeamten mäßigen wollte. Und damit sind wir schon beim Gottesgnadentum, auch wenn es hier etwas modifiziert als "Sohn des Himmels" daherkommt.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)