JustEat Takeaway.com (JET)

  • warum nicht?

    Wie wollen wir ein ähnliches Geschäft hochziehen wenn es machbar ist?

    Man kann schon jederzeit was ähnliches hochziehen, man muss halt nur vmt. 2-3 Mrd EUR an Werbung und Gutscheinen ausgeben um in Deutschland auf eine ähnliche Kunden und Restaurant Anzahl zu kommen.


    In der heutigen Zeit mit SPACs und Co vielleicht doch keine so große Hürde mehr ???


    Insgesamt haben m.E: aber alle erfolgreichen Plattformen ein gewisses Reputationsproblem wenn sie Geld verdienen wollen. Die Teilnehmer denken immer es müsste umsonst sein bzw. wollen nicht direkt dafür zahlen.


    MMI

  • Naja - wenn man 2-3 Mrd. in die Hand nehmen muss ist das schon irgendwo eine Barriere.


    Außerdem ist der Wert den der Markt Takeaway, der Mutter von Lieferando beimisst wahrscheinlich nicht weit davon entfernt.


    market cap ist gerade was? 12 Mrd. Euro? Da kann man etwas Cash und dem Stake in Brasilien abziehen. Da kommt man dann auf 10 Mrd? Die werden aufgeteilt auf die ganzen Länder mit Marktführerschaft - UK, Holland, Polen, Kanada, Frankreich etc. und auch Deutschland.


    Da kommt man dann auf einen Wert von 2-3 Mrd für Deutschland.

    Wenn ich die Wahl habe das bereits bestehende Geschäft für den Preis zu kaufen (per Aktie) oder vollständig neu anzufangen - dann ist die Wahl irre simpel.


    Ich bin mir auch nicht sicher ob man das Geschäft wirklich so billig repliziert bekommt.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • War eher als Scherz gedacht ;-)

  • Der Dileveroo IPO hat ja mächtig gefloppt. Obwohl die Aktien am unteren Ende der Range platziert wurden ging es mit dem fahrstuhl nach unten:


    https://www.cnbc.com/2021/03/3…-in-its-market-debut.html


    M.E. ist das positiv für JET. Das baut Druck auf Deliveroo auf, gute Ergebnisse zu zeigen und macht für die den Zugang zum Kapitalmarkt teurer. Operativ ist JET ohnehin um Längen besser.


    Ich habe mal homöopathisch bei JET aufgestockt, trotz der bislang enttäuschenden Kursentwicklung.


    MMI

  • Wenn Lieferdienste bis jetzt keinen Gewinn gemacht haben, sollte es Post-Corona noch schwerer werden.
    - Die Restaurants öffnen wieder, die Leute bestellen seltener nach Hause.

    - Die Restaurants machen wieder eigenen Umsatz, sind also weniger von den Lieferdiensten abhängig und können bei dreckigen Methoden (Fake-Homepages, Forderung höherer Umsatzanteile...) leichter nein sagen.

    - In einer steigenden Zahl von Ländern (aktuell UK) wird gegen die Scheinselbstständigkeit vorgegangen und die Fahrer werden wie Angestellte betrachtet, für die Sozialabgaben etc. gezahlt werden müssen.


    Daher würde mich ein Kursdebakel im kommenden Jahr wenig wundern. Ich würde die Branche eher shorten als kaufen (Mache ich ja indirekt auch mit meinem sehr schlecht laufenden Uber-Put).

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Wenn Lieferdienste bis jetzt keinen Gewinn gemacht haben, sollte es Post-Corona noch schwerer werden.
    - Die Restaurants öffnen wieder, die Leute bestellen seltener nach Hause.

    - Die Restaurants machen wieder eigenen Umsatz, sind also weniger von den Lieferdiensten abhängig und können bei dreckigen Methoden (Fake-Homepages, Forderung höherer Umsatzanteile...) leichter nein sagen.

    - In einer steigenden Zahl von Ländern (aktuell UK) wird gegen die Scheinselbstständigkeit vorgegangen und die Fahrer werden wie Angestellte betrachtet, für die Sozialabgaben etc. gezahlt werden müssen.


    Daher würde mich ein Kursdebakel im kommenden Jahr wenig wundern. Ich würde die Branche eher shorten als kaufen (Mache ich ja indirekt auch mit meinem sehr schlecht laufenden Uber-Put).

    Das sind gute Punkte. Ich bin anderer Meinung:


    - Ich persönlich glaube dass das "nach Hause bestellen" bleiben wird. Bei mir persönlich ist es z.B. so dass ich im Homeoffice nicht in die Kantine gehe sondern mir oft was bestelle weil ich MIttags keine Zeit habe was zu kochen. Klar wird sich das Wachstum verlangsamen aber meine These ist dass hier zukünftiges Wachstum beschleunigt wurde und ein Großteil nachhaltig ist. Nach 18 Monaten Lockdown werden sich da einige neu bleibende Gewohnheiten gebildet haben.


    - Das große Geschäft macht JET m.e. mit Restaurants die Lieferungen als elementaren Bestandteil Ihres Angebots haben (kleine Restaurants in eigentlich schlechter Lage). Smarte Restaurantbetreiber werden auch nach Corona mit dem Liefergeschäft weiter machen


    - Die JET eigenen Fahrer sind im Gegensatz zu Deliveroo, Uber und Co. fest angestellt, daher kein Risiko von der Seite, sondern Wettbewerbsvorteil


    Zum Thema Gewinn: JET ist/war in einigen Märkten sehr profitabel. In bestimmten Märkten haben sie bewusst die Profitabilität geopfert (UK) um der Konkurrenz den Garaus zu machen. Ich glaube dass das Heschäft grundsätzlcih profitabel ist, aber dass es ähnlich wie im Fall von Amazon sher viel Sinn macht den Fokus erstmal auf Wachstum und Dominanz zu legen.


    Aber natürlich kann es ganz anders kommen und ganz einfach ist das Geschäft nicht....

  • Wenn Lieferdienste bis jetzt keinen Gewinn gemacht haben, sollte es Post-Corona noch schwerer werden.
    - Die Restaurants öffnen wieder, die Leute bestellen seltener nach Hause.

    - Die Restaurants machen wieder eigenen Umsatz, sind also weniger von den Lieferdiensten abhängig und können bei dreckigen Methoden (Fake-Homepages, Forderung höherer Umsatzanteile...) leichter nein sagen.

    - In einer steigenden Zahl von Ländern (aktuell UK) wird gegen die Scheinselbstständigkeit vorgegangen und die Fahrer werden wie Angestellte betrachtet, für die Sozialabgaben etc. gezahlt werden müssen.


    Daher würde mich ein Kursdebakel im kommenden Jahr wenig wundern. Ich würde die Branche eher shorten als kaufen (Mache ich ja indirekt auch mit meinem sehr schlecht laufenden Uber-Put).

    Naja "die Branche" gibt es da nicht.

    Das ist als wenn Du 2000 sagst das "Internet" geht weg.


    Die Frage ist ob die Spieler mit Logistik (Deliveroo, Uber, Doordash) oder die Spieler mit Marketplace (Takeaway + Grubhub - Immoscout-Geschäftsmodell) am langen Ende gewinnen. Wenn nur noch ein Spieler auf dem Markt da ist - dann ist das Geschäftsmodell abstrus profitabel. (genauso wie beim Immoscout-Geschäftsmodell). Sind 2 Spieler da gehts meist noch so la la - sind mehr als 2 Spieler ist es hässlich.


    was aber klar ist: A) Entweder sind Doordash und Uber viel zu teuer (abstrus bewertet) - oder B) Takeaway ist viel zu billig bewertet.

    Ich sehe wenig Spielraum dass A und B gleichzeitig existieren.


    Wobei man Takeaway schon ohne große Schwierigkeiten günstig bis billig rechnen kann.

    Es kann aber auch passieren, dass Uber und Doordash mit ihrer integrierten Logistik über einen längeren Zeitraum der Takeaway das Wasser abgraben.


    Ich sehe sehr große Parralellen zu Ebay und Amazon im Jahr 2000. Ebay war zügig profitabel - Amazon lange nicht.
    Ebay hat es aber verpasst das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und hat heute gegen Amazon keine Chance.

    Das wird aber bei Uber/Doordash auch noch >10 Jahre dauern bis das so prävalent wird wie Amazon heute (wenn überhaupt!)


    Dass die Restaurants sich in Summe von diesem Kanal abwenden halte ich für vollständig ausgeschlossen.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Vielleicht noch eine zusätzliche Anmerkung:


    Ähnlich wie bei Booking und den Hotels ist die Beziehung zwischen Restaurants und der Plattform JET immer eine "Hassliebe":


    Auf der einen Seite lieben die Restaurants den Traffic denn sie bekommen, aber auf der anderen Seite hassen sie es dafür zu bezahlen und denken sie könnten das selber auch machen. Was am Ende des Tages natürlich nicht stimmt.


    Entscheidend ist der Endkunde und mir scheint insbesondere die jüngere Generation sehr bequem veranlagt zu sein.


    Aber man wird sehen.


    Nachtrag: Der Vergleich mit Uber hängt m.E.


    Uber hat während der Pandemie signifikant an GEschäft verloren, JET hat extrem gewonne. Dennoch hat sich der Kurs der Uber Aktie aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wesentlich besser entwickelt:




    ich kaufe glaube ich gleich noch ein paar JETs ;-)

  • Matze

    Ich gebe (ungerne) zu, dass ich solche Zukunfts-Geschäftsmodelle oft genug nicht oder erst viel zu spät verstanden habe. Daher finde ich deine Anmerkungen sehr interessant. Gilt für Amazon/Ebay, aber beispielsweise auch für die ganzen Geschä#ftsmodelle mit Clouds.
    Willst du mir das Potential näher erläutern oder einen Link = Leseempfehlung geben, damit ich dieses Mal schneller schalten kann?


    Ich denke nach wie vor, dass es bei diesen Geschäftsmodellen (Taxi / Essensbringedienst...) Modellen keinen großen Vorteil globaler Marken gegenüber regionaler Marken gibt: Ob ein regionaler oder internationaler Anbieter den Berliner Metropolenraum bedient, hat nur minimale Effizienzauswirkungen. Wo irre ich mich?

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Das sind gute Punkte. Ich bin anderer Meinung:

    Passt zusammen - kein Widerspruch


    a) @Al_Sting: nach Corona aus guten Gründen eher weniger Umsatz(wachstum) als zu Coronazeiten


    b) memyselfandi007 : das "nach Hause bestellen" wird bleiben.


    Essensqualität und Eventqualität einer Lieferung dürften deutlich niedriger sein als bei einem Restaurantbesuch.

    Andererseits ist so eine Lieferung auf die Schnelle auch eine gute Sache und besser als die Mikrowellenalternative oder die Tütensuppe.


    Mein Tipp: Auf Sicht von einem oder zwei Jahren eher nicht so dolle Kursentwicklungen der Lieferdienste. Auf Sicht 5 Jahre aber durchaus gut.

  • Was ist mit Wolt?


    Die greifen ja massiv Lieferando in Deutschland an und kommen mit viel Geld.

    Auch hier sind die Fahrer fest angestellt .

    Interessant finde ich , dass sich Delivery hero aus Deutschland zurückgezogen hat, aber der Gründer aus dem privaten Geldbeutel 7,5 Millionen € in Wolt reingesteckt hat.

    War da damals jemand leicht angepi...t ?


    "Delivery-Hero-Gründer investiert in Lieferando-Konkurrenz"


    https://www.onlinehaendler-new…onkurrenz-werbemarkt-asos



    "Lieferando-Konkurrent Wolt nimmt 440 Millionen Euro ein"


    https://www.handelsblatt.com/u…en-euro-ein/26849588.html


    Thema Lieferservice:

    Ich denke, das wird nicht mehr weggehen. Deutschland hat lange gebraucht bis sich das mal durchsetzt und die Menschen das ausprobieren. aber Dank Corona wurden viele gezwungen das auszuprobieren und werden diese Gewohnheit nicht so leicht ablegen.


    In der Türkei gehen auch sehr viele sehr gerne auswärts essen, aber das liefernlassen hat sich sehr gut etabliert und wurde schon vor Corona sehr aktiv genutzt. Man muss dazu sagen, dass die Türken sehr technikaffin sind und gerne neue Sachen schneller annehmen als die Europäer.

    Das hat sich damals Delivery Hero sehr viel kosten lassen und hat den Marktführern Yemeksepeti 2016 für 589€ Millionen übernehmen.

    (Randnotiz: die 2 Chefs von yemeksepeit haben von der Verkaufssumemr jedem MA 200.000k $ geschenkt und sind erstmal direkt auf eine Weltreise gegangen.)


    https://www.dgap.de/dgap/News/…tzmaterial/?newsID=866757



    "Es war die bislang größte Übernahme im Markt für Essenbestellungen: Für unfassbare 589 Millionen US-Dollar kaufte die Berliner Lieferdienstplattform Delivery Hero im Mai den türkischen Marktführer Yemeksepeti. Das allein war schon bemerkenswert. Doch die Geschichte wird noch besser: Wie die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtet, hat Yemeksepeti-CEO Nevzat Aydın die 114 Mitarbeiter seines Unternehmens am Exit-Erlös beteiligt. Und zwar nicht mit Peanuts. Für sie gab es: insgesamt 27 Millionen US-Dollar, mehr als 200.000 Dollar pro Person."

    https://www.gruenderszene.de/a…illionen-fuer-mitarbeiter

  • Matze

    Ich gebe (ungerne) zu, dass ich solche Zukunfts-Geschäftsmodelle oft genug nicht oder erst viel zu spät verstanden habe. Daher finde ich deine Anmerkungen sehr interessant. Gilt für Amazon/Ebay, aber beispielsweise auch für die ganzen Geschä#ftsmodelle mit Clouds.
    Willst du mir das Potential näher erläutern oder einen Link = Leseempfehlung geben, damit ich dieses Mal schneller schalten kann?


    Ich denke nach wie vor, dass es bei diesen Geschäftsmodellen (Taxi / Essensbringedienst...) Modellen keinen großen Vorteil globaler Marken gegenüber regionaler Marken gibt: Ob ein regionaler oder internationaler Anbieter den Berliner Metropolenraum bedient, hat nur minimale Effizienzauswirkungen. Wo irre ich mich?

    Da gibt es hunderte Artikel zum Thema aktuell - nicht "den einen".


    Lies Dir mal in Ruhe die Präsentationen/Geschäftsberichte etc. von allen genannten Unternehmen durch.

    Es gibt hier einen guten Dienst: https://www.hngry.tv/

    Auch Inpractise hat zahlreiche Interviews mit Branchenexperten die wirklich gut sind. (https://inpractise.com/)


    Es gibt da viel Umbruch und zum Beispiel sind Ghost-Kitchens eine Variable die total spannend ist.
    Der Gründer von Uber macht das ja als neues Startup.

    https://www.businessinsider.de…ctures-2019-11/?r=US&IR=T


    Es ist ziemlich unklar wie am langen Ende die Economies verteilt werden.


    Marktplatz (=Takeaway) ist ziemlich simpel: Mehr Traffic / Mehr Nutzer auf der App ist ein Netzwerkeffekt ala Ebay.

    Normalerweise "Winner takes it all"... fertig.


    Bei der Logistik wird es allerdings spannend:


    Du kannst Effizienzen bei der Logistik erhöhen. Die Fahrer droppen in der Regel nur 1-3x pro Stunde eine Essenslieferung. Hier wird jede noch so kleine Effizienz global gesehen einen Vorteil bringen. Bspw. kannst Du den Milk-Run Effekt, dass Dein Netzwerk mit jedem Knotenpunkt besser ausgelastet wird und die Kosten besser degressieren. Wenn Du ein funktionierendes Logistik-Konzept hast - dann hat das riesigen Wert - da kommt es auf 1000 kleine Details an.


    Für die Kunden ist eine stärkere Integrierung der Logistik u.U. vorteilhaft. Man kann besser sehen wo sein Essen ist, man hat DOOR/UBER bei Mängeln als Gegenpartei. Beim Marketplace zieht sich GRUB/Takeaway naturgemäß zurück und sagt "wir vermitteln nur". (Ebay mit "bad sellern" in 2000)


    Internationale Fast-Food Ketten (wichtiger Treiber für Volumen) werden nicht mit 5 Anbietern zusammenarbeiten sondern typischerweise nur 1-2 Lieferdienste nutzen.


    DoorDash will zusätzlich noch weitere Services wie Software für die Restaurants zur Verfügung stellen und die Restaurants enger an sich binden (anders als Takeaway/Grubhub) die ja wenig "add on" haben.


    Ghost-Kitchens können näher an die Verbraucher (Büros in der Innenstadt) gebaut werden und für kleinere Restaurant-Ketten eine Variabilisierung der Kostenstruktur bedeuten (Dass ein Restaurant zu Peak-Zeiten wenn der eigene Laden voll ist weiter "anbieten" kann - das Essen aber unter Lizenz aus einer "ghost kitchen" kommt.)


    Dazu kommen lokale Gegebenheiten wie Arbeitsrechtsbedingungen etc. die wieder eher für eine lokale Dominanz von Spielern sprechen.


    Und dann kommt dazu, dass aktuell alle Spieler mit Geld überschüttet werden und keiner so richtig weiß was dabei rauskommt. Takeaway spricht bei den ganzen Vouchers die UBER/DOOR anbieten von "kalorienarmen Essenslieferungen" die in einem normalen Umfeld so nicht passieren würden.

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

  • Das klingt für mich in Kürze wie:
    1. Die Branche hat Potential.
    2. Es wird einige große Sieger geben, aber einige bleiben auf der Strecke (Fusion oder Pleite).

    3. Derzeit ist viel Geld und viel Hoffnung in der Branche. Der Sieger ist noch nicht absehbar.

    4. Post-Corona wird das Bestellvolumen erst einmal sinken. Einige Hype-Dienste wie Wework und Zoom sollten große Probleme bekommen, aber auch Unternehmen wie Tesla, Uber und Lieferdienste sollten dann unter Druck geraten.

    5. Wenn man ausreichend frühzeitig eigene Favoriten oder Bewertungsansätze entwickelt hat, könnte (!) man in dieser Phase einige der vielversprechenden Player zu Schnäppchenpreisen erhalten.

    6. Leider fehlen mir diese Favoriten und Bewertungsansätze.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Naja ich nehme jetzt mal Takeaway solo.

    "Wenn die Überleben" (aka Ebay 2000 - die gibt es heute immer noch)...


    Takeaway macht 2020 rund 2,6 Mrd. Umsatz, sind 2020 mit +50% gewachsen.

    Die sollten und können in den nächsten Jahren noch sehr kräftig wachsen.

    Dafür sprechen haufenweise Daten wie Demographie, Order-Häufigkeit, Durchdringung (bei Restaurants und Kunden) etc.


    Holland hat eine EBITDA-marge von 50%

    Anteil IFood (Brasilianische Beteiligung) ist wahrscheinlich > ~2,5 Mrd. Euro wert. (Marketcap Takeaway ist gerade ~11,5 Mrd.)

    IFood könnte deutlich mehr wert sein -> wenn irgendjemand das strategisch haben will.

    Dann wäre die implizite Bewertung 9 Mrd. Euro.


    Für ein heutiges "adjusted EBITDA" (also unterstellt dass 50% Marge in allen europäischen Ländern kommt) rund 1 Mrd EBITDA.

    (= 2,6 Mrd. Umsatz x 50% -> abzüglich Schi schi damit es glatt rundet)

    Wenig I, wenig D&A und wenig Capex. Da bleibt schon was hängen.

    reported EBITDA 2020 war 250mn


    9x -> Das ist alles andere als teuer.

    Zumal die Kiste ohne Schwierigkeiten 3-4x so groß werden kann im Umsatz.


    Das lässt die ganze GRUBHUB-Thematik allerdings außen vor - und ist eine sehr vereinfachte Darstellung!

    Aber die haben einen spannenden Eigentümer (Gründer)

    Das macht auf jeden Fall Sinn sich mit denen zu beschäftigen -> dümmer wird man nicht.

    Link zur aktuellen Präsentation

    Value investing is at its core the marriage of a contrarian streak and a calculator - Seth Klarman

    Edited once, last by Matze ().

  • Danke!

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Die sollten und können in den nächsten Jahren noch sehr kräftig wachsen.

    Dafür sprechen haufenweise Daten wie Demographie, Order-Häufigkeit, Durchdringung (bei Restaurants und Kunden) etc.

    Durch Corona hat die Durchdringung ja auch einen deutlichen Schub erhalten. Selbst wenn Takaway zunächst nicht weiter wachsen, die neu angeschlossenen Restaurants werden nicht so einfach wieder wegfallen.


  • Zu Wolt hatte ich vor ein paar Wochen das hier geschrieben:


    Quote


    - Die aktuelle Situation in Deutschland für Lieferando mit 100% Marktanteil ist ungewöhnlich und wird vermutlich nichtBestand haben, Die Marktplatztheorie sagt, dass es zumindest Platz für einen weiteren Player mit bis zu 50% relativem Marktanteil (also 30/70 oder so) geben kann der auch profitabel ist. Von daher ist es nur eine Frage der Zeit dass in einem potentiell sehr großen Markt wie Deutschland ein weiterer Player kommt. Wolt hat ja jetzt auch schon 2 weitere Städte aufgemacht, aber ich vermute dass einer der Amis (Doordash, Uber Eats) hier nochmal sien Glück versuchen wird.


    Wenn man sich das aktuelle Angebot in München anschaut ist das sehr überschaubar. Ein paar eher unbekannte Restaurants, ein paar Nordsee und Subway Filialen. Es sind seitdem auch keine neuen Städte mehr dazugekommen, man ist bislang bei Berlin Frankfurt und Mücnhen geblieben.

  • Ich bin gerade dem Link zu Fake-Seite gefolgt: Gibt es nicht mehr, wird direkt zu Lieferando weitergeleitet.
    Hat Lieferando diese Praxis jetzt allgemein beendet oder nur bei Seiten, die medial Ärger erzeugt haben?

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Just Eat Takeaway versus Deliveroo versus Uber Eats:

    Die drei Firmen tummeln sich ja alle im Großraum London sowie in UK. In diesem Blog werden diese Essensplattformen bzw. Lieferdienste in mehreren Beiträgen sehr ausführlich und gut diskutiert. https://newmooncap.substack.com/

    Leseempfehlung für andere, die sich wie ich erst in das Thema einlesen wollen.


    Ich verstehe mittlerweile das Interesse von Matze und memyselfandi007 an JET zur aktuellen Bewertung (grundsätzlich wie auch in Konkurrenz zu Deliveroo und Uber Eats).

    Mir stellt sich nicht mehr die Frage nach dem "Ob", sondern "nur noch nach dem ""ann" (Stichworte sinkende Kurse, sinkende Corona-Einflüsse) sowie "Wie stark" bzw. "Welche Werte verkaufe ich dafür".


    Apropos Konkurrenz zum Lieferando-Monopol: Hier in Potsdam hat sich zu Beginn der Corona-Krise die lokale Bestell- und Lieferplattform "Potsdam liefert" gebildet. Ein Programmierer hat die Plattform entwickelt und (angeblich ehrenamtlich und unentgeltlich) betreut, die Lokalmedien haben es wohlwollend begleitet, viele lokale Restaurants und andere im Lockdown geschlossene Unternehmen sind aufgestiegen. Darunter eine Vielzahl "besserer" Restaurants, die ihr Angebot nicht bei Lieferando offerierten, aber angesichts des Lockdowns neue Lieferangebote aufbauten.

    https://www.potsdamliefert.de/

    https://www.pnn.de/potsdam/pot…dam-liefert/25827186.html

    https://der-potsdamer.de/potsd…unterstuetzt-gastronomen/

    Jetzt wird es interessant sein zu sehen, ob das Angebot nach Corona schließt, fortgeführt wird oder sich mit größeren, überregionalen Konkurrenten zusammenschließt bzw. verkauft.

    Da Essenbestellung (anders als Tourismus) überwiegend auf eine regionale Nachfrage trifft, sollte es für lokale Unternehmen und Unternehmernetzwerke einfacher sein, bei Überziehung des Monopolbonus auf regionaler Ebene derartige unabhängige Konkurrenzmarktplätze aufzumachen.

    Wie sieht es bei euch aus? Wurden bei euch in der Coronakrise auch digitale Plattformen entwickelt, die eine lokale oder regionale Konkurrenz zu Lieferando darstellen?

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • JET hat heute ein Q1 Trading Update gegeben. Die Umsatzzahlen sind "bockstark": Orders +79% yoy, Umsatz +89%.


    Eine interessante Zahl kommt aus Australien: Da war das Wachstum +200% und das ohne Lockdown.


    Unterm Strich dürfte nach wie vor nicht soviel hängen bleiben aber das ist m.E. schon ein sehr gutes Resultat und besser als von mir erwartet.


    Ich hatte mir heut vorbörslich noch ein paar Stück mehr geholt.


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