Bundestagswahl 2021

  • Wahlen werden immer mehr aus dem Bauch raus, emotional, entschieden.

    Deshalb habe ich zum erst-möglichen Termin Briefwahl gemacht. Es verhindert vor allem eine taktische Wahl in Abhängikeit davon welche Koalition am wahrscheinlichsten wird. Denn als ich gewählt hatte wäre RGR z.B. gar nicht möglich gewesen.

  • Sondern schreib ich ich so allgemein weil diese Wankelmütigkeit und Kurzfristigkeit der Wähler immer mehr zunimmt, und das für mich ein weiteres Symptom ist dass unser aktuelles Politsystem seinem langsam aber sicher seinem Ende entgegen geht

    Ich sehe eher die Wankelmütigkeit der Parteispitzen statt der Wähler.


    Haben es die großen Parteien früher schon einmal geschafft, ihre Kanzlerkandidaten und Kompetenzteams im Wochentakt und oftmals gegen den Willen der Basis neu hervorzuzaubern?


    Ich glaube, die Feudalherrschaft der Parteispitzen und etablierter korruptionsanfälliger Netzwerke geht ihrem Ende entgegen. Stattdessen werden endlich wieder Personen und Programm in den Vordergrund gerückt und die Umfragen honorieren das.


    Für mich zeichnet sich ein Gewinn für die Demokratie ab.

  • Wieso sollten Wahlen in Zeiten des Shitstorms anders funktionieren? Und die Wähler sind wankelmütig, weil es die Einbettung in die alten sozialen Milieus nicht mehr gibt. Keine Gewerkschaften, keine Kirchen, keine "Einheitsmedien", keine sonstwas. Wenn früher der Pfarrer predigte, dass man bitte zu wählen habe und man wisse ja wohl, was, war die Sache klar. Und bei Herrn Köpcke waren auch die Fakten klar. Heute hockt jeder als Ich-AG im Home-Office und jagt auf irgendwelchen obskuren Kanälen dem aktuellsten Pseudo-Aufreger hinterher.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)

  • https://www.n-tv.de/politik/CD…reet-article22800217.html :D

    CDU motiviert sich mit "Wolf of Wall Street"

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • "Interessantes" Vorbild. ;-)


    Der Kampf des Wolfes gegen rote Käppchen ging für den Wolf aber nicht so gut aus. :-D

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Gewählt wird natürlich nach der je eigenen höheren Moral, also genauso, wie Politik betrieben werden soll, aber interessehalber kann man nachsehen, welche Auswirkungen die Umsetzung der Wahlprogramme auf das eigene Einkommen hätte.


    https://www.steuer-o-mat.de/

    Ich soll die Linke wählen :D

    »In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.«
    »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.«
    »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.«
    Buffett

  • Lasst doch mal die harten Grabenkämpfe beiseite. Warum müssen sich selbsternannte Anhänger von Grünen und Liberalen so heftig angiften? Ist das wirklich nötig? Warum schaut ihr nicht mehr nach Überschneidungsbereichen?


    Ich denke, eine Ampel kann ein echtes Reformpotential entwickeln.


    Natürlich, bei Steuern blockieren sich diese Parteien gegenseitig, da wird nicht viel passieren. Aber das ist m.E. auch nicht das wichtigste Thema der nächsten Jahre.
    Für das wichtigste Thema der nächsten Jahre halte ich die Klimaerwärmung und den Umbau unserer Gesellschaft in einer einerseits effizienten und andererseits fairen Art und Weise.

    Die Grünen haben eine klare Priorität: Umwelt- und Klimaschutz. Da wollen sie Fortschritte sehen, sonst sind sie nicht im Boot.
    Die FDP hat nach meiner Wahnehmung ein interessantes, marktwirtschaftlich funktionierendes System vor Augen, wie mit den richtigen preislichen Stellschrauben die wirtschaftlichen Anreize für einen Umbau hin zu einer klimafreundlichen (und digitalen) Wirtschaft gelingen kann. Das könnte die Veränderungen wesentlich prozesseffizienter und damit schneller wie auch preiswerter vorantreiben als die dirigistischen Ideen der Grünen und auch der aktuellen Koalition.
    Wenn Grüne und Gelbe ihre Ideen und Prioritäten zusammenwerfen, kann daraus etwas Besseres entstehen als bei jedem der Beiden nur für sich.

    Und die SPD, namentlich Olaf Scholz mit meiner Erinnerung an seine Hamburger Zeit, hat die Fähigkeit, als dringend erkannte Themen nachdrücklich voranzutreiben. (Auch in der aktuellen Koalition wirkten die Unions-Minister mehrheitlich stümpernd (Andy B Scheuer, Agrar-Klöckner) oder überfordert ( Gesundheits-Spahn, Wirtschafts-Altmeier...), während die Sozis einiges erreicht haben (Scholz, internationale Steuer, Heil im Arbeitsrecht, auch Giffey war als Bundesministerin nicht untätig), auch wenn Maas das aktuelle Bild stark trübt.
    Weiterhin halte ich die SPD für den besten Garanten, dass die (leider unumgänglichen) Verlierer der großen Veränderung nicht ignoriert und vergessen werden, sondern dass auch für diese neue, wertvolle Perspektiven entwickelt werden. Das halte ich für sehr wichtig, um die Spaltung des Landes nicht auf das Niveau der USA oder UK weiterzutreiben.
    Weiterhin traue ich es Scholz am besten zu, auf der internationalen Bühne ein guter und ausreichend ausgebuffter Vertreter unseres Landes zu sein. Ich möchte mich da nicht für inen Karnevalsdirektor fremdschämen müssen. Dass Scholz der Initiator und Treiber hinter dem verdammt dicken, aber anscheinend erfolgreichen Brett der globalen Mindeststeuer ist, spricht auch für sein internationales Standing.

    Dass sich Scholz und Lindner gut verstehen sollen, und dass sich SPD und Grüne inhaltlich nahe stehen, kann dem Ganzen förderlich sein.
    Dass SPD, FDP und Grüne alle drei mit Zugewinnen aus der Wahl gehen sollten, schadet auch nicht - die Koalition der Wahlgewinner.
    Sicherlich auch stimmungsmäßig - als Gewinner kann man oft auch Anderen leichter etwas gönnen (Win-win).

    (Anders als Union, Linke und AfD, die sich alle ob ihrer Verluste erst einmal heftig intern fetzen dürften und in den folgenden Wochen eher angst- und neidgetrieben denken dürften. Bei allen drei Wahlverlierern würden mich Spaltungstendenzen nach der Wahl nicht übermäßig überraschen.)


    Der kritischste Parameter für die Ampel ist in meinen Augen die Frage, ob die SPD wirklich vor der Union landet. Das gelang in der Bundesrepublik bislang nur ein einziges Mal, ich traue diesen Prognosen noch nicht so ganz.
    Daher hat sich meine Einschätzung mittlerweile geklärt: Weder Lindner (OK, den mag ich eh nicht sonderlich) noch Baerbock (bis vor einem Monat meine Favoritin) brauchen derzeit meine Stimme, wohl aber Scholz und die Sozis.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Seit 1998: Wieviele Jahre war die SPD in der Regierung? 19.

    Und jetzt auf einmal soll sie eine Regierung mit echtem Reformpotential anführen?

    Und das soll derjenige zustandebringen, den die SPD nicht als Chef haben wollte?

    In welchem Wolkenkuckucksheim lebst Du denn?

  • Es gibt Unterschiede zwischen den besten Parteichefs und den besten Kanzlern.
    Das hat die SPD besser verstanden als Union und Grüne.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Es gibt Unterschiede zwischen den besten Parteichefs und den besten Kanzlern.
    Das hat die SPD besser verstanden als Union und Grüne.

    Das Problem von Scholz ist, dass die Partei schon jetzt nicht hinter ihm steht. Bei Schmidt und Schröder entwickelte sich diese Entfremdung erst im Laufe der Regierungsjahre. Leute wie Kevin Kühnert distanzieren sich doch jetzt schon von Scholz, indem sie ausschließen, sich in die Kabinettsdisziplin einbinden zu lassen.

  • Das Problem von Scholz ist, dass die Partei schon jetzt nicht hinter ihm steht. Bei Schmidt und Schröder entwickelte sich diese Entfremdung erst im Laufe der Regierungsjahre. Leute wie Kevin Kühnert distanzieren sich doch jetzt schon von Scholz, indem sie ausschließen, sich in die Kabinettsdisziplin einbinden zu lassen.

    Mal ehrlich: Nenne mir eine andere Partei, die so geschlossen hinter ihrem Spitzenkandidaten steht wie die SD hinter Scholz.
    Nicht erst seit gestern, sondern faktisch seit einem Jahr - damals wurde Scholz als Spitzenkandidat aufgestellt.

    Und dass ein Kühnert mit wenig Erfahrung jenseits des Juso-Chefs keinen Ministerposten einfordert, klingt für mich nur vernünftig. Ihm daraus einen Disloyalitätsunterstellung zu konstruieren - sorry, das ist doch hanebüchen.
    Das klingt mir mehr nach der Panikpropaganda der Union als nach dem durchdachten Menschenverstand, den ich von dir kenne.

    "(vii) His first priority would be reservation of much time for quiet reading and thinking, particularly that which might advance his determined learning, no matter how old he became; and
    (viii) He would also spend much time in enthusiastically admiring what others were accomplishing."


    (Ausschnitt aus Charlie Mungers Jobbeschreibung für den Chairman von Berkhire Heathaway, BH-Aktionärsbrief anno 2015)

  • Das Problem von Scholz ist, dass die Partei schon jetzt nicht hinter ihm steht. Bei Schmidt und Schröder entwickelte sich diese Entfremdung erst im Laufe der Regierungsjahre. Leute wie Kevin Kühnert distanzieren sich doch jetzt schon von Scholz, indem sie ausschließen, sich in die Kabinettsdisziplin einbinden zu lassen.

    Sobald Scholz die Wahl einfahren hat kann man ihn ja austauschen, z.B. durch Esken, Walter-Borjans, Nahles oder Kühnert ;-)

    First focus on risk, before focus on return! (Seth Klarman)

  • Gewählt wird natürlich nach der je eigenen höheren Moral, also genauso, wie Politik betrieben werden soll, aber interessehalber kann man nachsehen, welche Auswirkungen die Umsetzung der Wahlprogramme auf das eigene Einkommen hätte.


    https://www.steuer-o-mat.de/

    Ha, top!


    Den hatte ich als moralloser Geselle die ganze Zeit gesucht.


    Kommt FDP raus, passt doch.


    Lindner for Kanzler!

    Da sind die Zahlen grün, is auch gut für die Umwelt!

    8o

    "Calm seas never made a good sailor"
    "Fear is the path to the dark side. Fear leads to anger. Anger leads to hate. Hate leads to suffering." - Meister Yoda


  • Gute Argumentation, al.


    Ja, mit ner Ampel könnte ich auch leben.

    "Calm seas never made a good sailor"
    "Fear is the path to the dark side. Fear leads to anger. Anger leads to hate. Hate leads to suffering." - Meister Yoda


  • Mal ehrlich: Nenne mir eine andere Partei, die so geschlossen hinter ihrem Spitzenkandidaten steht wie die SD hinter Scholz.

    Wenn ich Parteien nennen soll, die geschlossen hinter ihren Spitzenkandidaten stehen, fallen mir sofort die Grünen und die FDP ein.

    Baerbock wird, unabhängig vom Wahlausgang, auch nach der Wahl weiterhin eine Rolle spielen. Genauso Lindner.


    Scholz, wie auch bei Laschet, braucht dazu einen Wahlsieg. Wird ein solcher nicht geliefert, so verschwindet er von der Bühne.


    Erfahrung als Strippenzieher kann Kühnert durchaus vorweisen. Und übertriebene Loyalität anderen Personen gegenüber kann man ihm auch nicht vorwerfen.


    Dass Du die Begriffe Panik, Propaganda und CDU mit meinen Aussagen in Verbindung bringst, sagt wohl mehr über Dich aus, als über mich.

  • Auch bei mir ist beim Wahl-O-Mat die Linke herausgekommen.

    "Foreign aid is a phenomenon whereby poor people in rich countries are taxed to support the life-styles of rich people in poor countries" - Lord Peter Bauer