Alte Schätze

  • Wenn man eher, nicht unbedingt konservativ, aber als Gewohnheitstier daherkommt, gibt es Gegenstände, die man ungern ausmustern möchte. Seien es die durchgelatschten Schuhe, die so gut passen, oder der 40 Jahre alte japanische Reisefön, der nicht kaputtzukriegen ist.


    Jetzt drohte mein Samsung Klapphandy funktionsuntüchtig zu werden, dabei ist das erst 15 Jahre alt. Eigentlich funktioniert noch alles wunderbar, die Schwachstelle ist der Akku. Auch nicht der Akku selbst, das ist immerhin schon der zweite, sondern das Laden des Akkus im Handy. Unklar ob das Ladegerät selbst oder der Anschluss einen Wackelkontakt hat, jedenfalls gerät der Ladevorgang zum Glücksspiel, mal geht's, mal nicht. Schweren Herzens also nach einem neuen Handy geschaut. Und tatsächlich gibt es immer noch Samsung-Klapphandys. Gleicher Preis wie vor 15 Jahren, sieht ein bißchen plastikmäßiger aus, obwohl das vor 15 Jahren auch schon aus Plastik war, aber geschickter kaschiert.


    Dann stand ich vor dem großen Schritt, die SIM-Karte umzubetten. Habe ich erstmal ausprobiert, ob man nicht mit dem neuen Ladegerät den Akku im alten Handy laden kann. Leider passt der Anschluss nicht, obwohl er ziemlich ähnlich aussieht. Dann kam mir der rettende Gedanke: den Akku vom alten Handy in das neue Handy gepackt, passt. Jetzt nutze ich das neue Handy als Ladegerät für den Akku des alten Handys.


    Gerade hupt es hinter mir, offenbar eine Innovation beim neuen Handys, wenn der Akku voll ist, hupt es. Das alte Handy hört dann auf zu blinken. Im Normalzustand ist es am dauerblinken, großartig. Ja, diese Koreaner. Gleich erstmal eine Dose Kimchi aufmachen.

    Bekanntlich hält man ja nur jene Menschen für normal, die man noch nicht so gut kennt. (SPON)