Wir haben noch keinen richtigen Thread zum Thema Schulden. Nur den hier, aber da ging es eher um die Entwicklung der Unternehmensverschuldung im Gesamtmarkt und nicht um individuelle Verschuldung und die damit zusammenhängende Rendite.
Also die Frage: Wie steht die Verschuldung in Zusammenhang mit der nachfolgenden Performance der betreffenden Aktie?
Wie die Verschuldung gemessen wird, bleibt offen. Ob die gesamte Verschuldung oder nur die Finanzverschuldung, ob brutto oder netto, und relativ wozu. Denkbar wäre:
- relativ zu Bilanzgrößen, z.B. (net) debt/equity, aber auch die EK-Quote.
- relativ zu Ertragsgrößen, z.B. (net) debt/EBITDA oder zu freiem Cashflow
- originell: relativ zum Börsenwert des Eigenkapitals - so hatte Ralf Sattler das in seinem Buch gemessen, das ist glaube ich von 1999, und da kam meiner Erinnerung nach heraus, daß hohe Verschuldung zu einer besseren Aktienrendite führte, aber da stellt sich dann meiner Meinung die Frage, ob das an der hohen Verschuldung oder am niedrigen Börsenwert liegt, im Sinne von: KxV niedrig ist besser.
Interessant wäre auch, wie es aussieht, wenn die Verschuldung negativ ist, d.h. bei Vorliegen von Netto-Cashbestand.
Notabene: Es ist schon klar, daß man in den Bewertungskennzahlen den Unternehmenswert/Enterprise Value betrachten kann, also EV/x statt KxV (üblicherweise nur relativ zum Ertrag, obwohl EV/EK oder EV/Bilanzsumme auch denkbar wäre, als eine Art alternatives KBV). Aber darum soll es nicht gehen, sondern nur um die Frage, ob verschuldete Unternehmen besser abschneiden als andere, unabhängig von allem anderen. Das wäre ja denkbar, weil sie riskanter sind. Bei Nettocash weiß man nicht, ob dieser jemals ausgeschüttet werden wird. Klar ist auch, daß es Geschäftsmodelle gibt, die Schulden besser tragen können als andere oder umgekehrt Nettocash manchmal operativ nötig ist (z.B. Baufirmen werden üblicherweise die Anzahlungen kaum an die Aktionäre ausschütten können), aber ähnliches gilt schließlich für alle Kennzahlen in einer rein mechanischen Betrachtung, und trotzdem gibt es bereits in dieser tendenzielle Zusammenhänge.
Kennt ihr empirische Untersuchungen dazu? O'Shaughnessy hatte glaube ich nie etwas dazu.